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バルトの楽園 - Wie Beethovens Neunte nach Japan kam
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Danieru


Beiträge: 738
Beitrag #1
バルトの楽園 - Wie Beethovens Neunte nach Japan kam
Einige von euch kennen sicherlich den Text der Deutschen Botschaft Tokyo zum Thema Wie Beethovens Neunte nach Japan kam. Hier nur einmal das Wichtigste:

Beethovens Neunte Symphonie wird in keinem anderen Land der Welt so oft gespielt wie in Japan. Inzwischen gehört sie zum Neuen Jahr wie die 110 Schläge der buddhistischen Tempelglocken, wie hunderte Neujahrskarten, die jeder schreibt bzw. pünktlich am 1. Januar erhält,...
Hunderttausende Japaner lernen den deutschen Text von "Freude schöner Götterfunken" komplett auswendig, auch ohne ihn zu verstehen. Auf japanisch ausgesprochen klingt dies etwa wie "Furoide shenaru geta bunken". Die meisten der Amateursänger kennen die deutsche Sprache nicht, singen aber mit großer Begeisterung in einem der Chöre, die zum Jahresende die "heimliche Nationalhymne Japans" aufführen.

Die Geschichte, unter welchen Umständen Beethovens Neunte nach Japan kam und zum Auslöser der Beethoven-Begeisterung der Japaner wurde, könnte kaum unwahrscheinlicher sein. Sie eignet sich ausgezeichnet zur filmischen Verwertung.

Im und nach dem ersten Weltkrieg lebten von 1917-19 rund tausend deutsche Kriegsgefangene, die von Tsingtau nach Japan verbracht worden waren, am Rande des kaum 5000 Seelen zählenden Dorfes Bando auf der viertgrößten Insel Shikoku in einem Lager, das so völlig von den üblichen Vorstellungen eines Kriegsgefangenlagers abwich, dass seine Geschichte bis heute fasziniert.

Die deutschen Kriegsgefangenen, die 1918 aus verschiedenen Lagern in Japan zusammengeführt wurden, hatten vor den Toren des Lagers bald nach ihrer Ankunft einen Fußballplatz und neun Tennisplätze errichtet.

Paul Engel, der Leiter des Tokushima-Orchesters war selbst ein hervorragender Violinist, der seine Zuhörer auch als Solist mit "Ballade et Polonaise" von Henry Vieuxtemps begeisterte. Sein Orchester hatte bereits mit Erfolg die Vierte und die Fünfte Symphonie Beethovens aufgeführt.

Bei Beethovens Neunter mussten die Frauenstimmen alle von Hand transkribiert werden, so dass sie auch aus raueren Kehlen gesungen werden konnten. Am 1. Juni 1918 war es soweit. Die komplette Neunte Symphonie gelangte zum ersten Mal auf japanischem Boden durch den Chor und das 40 Mann starke Orchester des deutschen Kriegsgefangenenlagers in Bando unter der Leitung von Paul Engel aus Dresden zur Aufführung.


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Und jetzt schaut euch mal an, was ich hier Schönes gefunden habe --> バルトの楽園(がくえん).
Angeblich soll der Film auch im Juni in Deutschland anlaufen (unter dem Titel "Sinfonie der Freude").

人生は一箱のマッチに似ている。重大に扱うのはばかばかしい。重大に扱わねば危険である。『芥川龍之介』
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.05.06 20:26 von Danieru.)
27.05.06 18:43
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atomu


Beiträge: 2.664
Beitrag #2
RE: バルトの楽園 - Wie Beethovens Neunte nach Japan kam
Uff. Ich kannte die Geschichte. Jetzt frage ich mich, was das Ganze mit Neuschwanstein und der Romantischen Straße zu tun hat, aber ohne kann man Japaner wohl einfach nicht ins Kino bringen, wenn ein Film mit Bezug zu D-Land gezeigt wird.

Der Film läuft genau an dem Tag in den japanischen Kinos an, an dem ich nicht mehr dort bin. Vielleicht muss ich ihn auch nicht gesehen haben. Schon im Trailer werden wieder alle möglichen Klischees bedient. Schrecklich...

kratz

正義の味方
27.05.06 23:59
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バルトの楽園 - Wie Beethovens Neunte nach Japan kam
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