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Anregungen zur Transkription - Kanatabelle
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Ma-kun
Administrator

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Beitrag #1
Anregungen zur Transkription - Kanatabelle
Anregungen zur Transkription

In einem Japanisch-Forum kann man natürlich einige japanische Begriffe und Sätze
erwarten und natürlich schreibt man die lieber mit japanischen Zeichen. Das Forum soll aber allen offen stehen, Anfängern wie Experten und auch denen, deren Computer keine japanische Schrifterkennung haben.
Daher bitten darum, neben japanische Wörtern und Sätzen immer auch die
Lesung mit lateinischen Buchstaben (Romaji) anzugeben.

Für die Transkription gibt es verschiedene Systeme. Hier im Forum hat
sich das Hepburn-System - mit leichten Modifikationen durchgesetzt. Die Modifikationen entstehen dadurch, daß wir im Interesse der Lernenden versuchen, möglichst nahe an dem japanischen Original und gleichzeitig intuitiv lesbar zu bleiben.


Das Hepburn-System:

- Vokale
a
hell und offen, wie im Deutschen "kalt".
e
offen, leicht zum "ä" tendierend; der Laut ähnelt einem italienischen "e". Wie im Deutschen "Bett".
ei
entspricht einem langen "e". Diese Umschreibung hat historische Gründe und wird bei allen sinojapanischen Wörtern verwendet.
ee
entspricht ebenfalls einem langen " Diese Schreibweise wird vor allem für europäische Fremdwörter verwendet und ihn der Katakana mit Vokal+Längenstrich (ー) wiedergegeben. In den japanischen Wörtern wird Doppel-e geschrieben .
i geschlossen, wie in "simultan". In einigen Fällen wird der Laut sehr
schwach und fast unhörbar ("Flüstervokal"). Hebonshiki spricht man z.B.
eher Hebonshki.
o
offen, ähnlich dem Italienischen oder Spanischen. Im Deutschen am ehesten wie "Kopf".
ou
langes "o". Diese Schreibweise hat historische Gründe. Im Hebonshiki wird ein
langes "o" meist mit einem Querstrich oder einem Zirkumflex umschrieben. Um die zwei verschiedenen Schreibmöglichkeiten im Japanischen ("ou" und "oo") voneinader zu trennen schreiben wir im Forum meist ohne Sonderzeichen.
oo
langes "o". In der Aussprache wie "ou". Im Forum unterscheiden wir meistens die
Schreibweise, um darauf hinzuweisen, daß das Wort auch im Japanischen mit Doppel-o geschrieben wird.

u
offen, wie im Deutschen "Hund". Der Laut tendiert - vor allem in den Silben mit yu (z.B. kyu)- zu einem "ü". Vor allem in der Bühnensprache oder im Gesang wird diese Tendenz (bei allen Silben) sehr deutlich. Auch hier gibt es den "Flüstervokal". Dies findet man auch sehr häufig bei Fremdwörtern, da in den Kana nur Zeichen für offene Silben (oder die Endung n existieren). Aus "Allergie" wird so areru>gii, aus "spoon" supuun.


Konsonanten
b, d, g, k, m, p, t
etwa wie im Deutschen
f
Die Lippen sind hier nicht ganz so fest geschlossen wie im Deutschen. Es nähert sich
dabei manchmal sogar dem "h" an (deswegen steht das Silbenzeichen auch in der h-Reihe). Die Silben "fa", "fe", "fi" und "fo" gibt es in japanischen Wörtern nicht. In den Fremdwörtern wird bei diesen Silben das "f" daher meist stark gesprochen.
h
Die Lippen sind hier nicht ganz so weit geöffnet wie im Deutschen. Es nähert sich daher manchmal dem f-Laut an. Dies zeigt sich z.B. bei der Japonisierung von Wörtern wie "telefonecard" terehoncaado oder "earphone" eahoon.
Die Silbe "hi" ist ziemlich geschlossen, weswegen sie sich in einigen Fällen, vor allem im Anlaut einem deutschen "ch" annähert. Dies ist z.B. der Fall bei hito (Mensch), nicht aber bei hi (Tag).
ch
Wie im Spanischen. Wird "tsch" gelesen.
j
Ein stimhafter Laut, wie im Englischen "Jazz".
n
Enspricht dem Deutschen. In der Wortmitte assimilert es mit dem Labialen b, p und m zu m. Also 新聞 shinbun wird eher shimbun gelesen.
r
Dieser Laut schwebt zwischen "r" und "l". Im Zweifelsfalle empfiehlt es sich, ihn eher wie "l" auszusprechen. Technisch gesehen wird er am oberen Gaumen mit zurückgebogener Zungesnpitze gesprochen.
s
ist immer stimmlos.
sh
entspricht dem Deutschen "sch"
w
ist ein Halbvokal wie im Englischen "well". Im heutigen Japanischen gibt es ihn genuin nur in der Silbe wa. Die Partikel "wo" wird nur "o" ausgesprochen (nur bei sehr korrekten Sprechern hört man den Halbvokal sehr schwach). Abweichend vom Hepburn-System ist es im Forum Usus geworden, die Partikel dennoch mit "wo" zu transkribieren, um sie vom Silbenzeichen unterscheidbar zu machen.
y
wird wie "Yacht" gelesen.
z
Ein stimmhaftes "s" wie im Französischen.

Partikel
ha
Das Zeichen wird in seiner Verwendung als Fokuspartikel nicht "ha" sondern "wa" gelesen. 私は watashi-ha (ich-Thema) = watashi wa
he
Das Zeichen wird in seiner Verwendung als Richtungspartikel nicht "he" sodern
"e" gelesen. 北へ kita-he (gen Norden) = kita e
wo
Das Zeichen wird immer "o" gelesen (nur bei sehr korrekten Sprechern hört
man den Halbvokal "w" sehr schwach).

soku on - gespannte Laute
Konsonantenverdoppelung
soku on(促音) werden im Japanischen mit einem klingestellten "tsu" wiedergegeben. Inerhalb der Wörter zeigt man dies in der Transkription durch Konsonantenverdoppelung an. Wichtig hierbei ist, daß die nächste Silbe mit diesen Konsonanten beginnt. mikka (drei Tage) spricht man also mi-kka und nicht mik-ka.

Apostroph
Kehlverschlußlaute, abbrechende Vokale am Ende vom Silben werden so bezeichnet. Desweiteren kann der Apostroph dazu dienen, sonst unklare Silben zu trennen. So in kin'en (禁煙 Rauchverbot), das aus dem Silben "kin" und "en" besteht, nicht aus "ki" und "nen".


Weiterführende Themen
Zu den Flüstervokalen hier mehr.
Neben dem Hepburn-System gibt es das Kunreisystem. Dazu mehr auf dieser Seite.
Ein etwas kürzerer Überblick, in dem aber auch das Nippon-System aufgeführt ist, findet sich auf dieser Seite.

Über die Besonderheiten bei Partikeln findet man hier und hier mehr.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.01.11 23:01 von Ma-kun.)
20.03.04 23:03
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