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Fukushima
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___L___
Unregistriert

 
Beitrag #1
Fukushima
Hallo zusammen!

Zur Zeit bin ich dabei meine Besondere Lernleistung zu schreiben. :0 Über die Mangaszene...
Oder genauer gesagt: Über die Reaktion der Mangaszene auf die Nuklearkatastrophe von Fukushima. Dazu würde ich gerne eure Reaktion bzw. eure Erfahrungen hören.

1. Wie habt ihr reagiert als ihr das von der Katastrophe in Fukushima gehört habt? Ward ihr z.B. geschockt, traurig etc.kratz


Ich hoffe, dass sich viele von euch melden und mir bei meiner BLL helfen.grins


Eure ___L___
27.10.11 18:48
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Gyoza


Beiträge: 65
Beitrag #2
RE: Fukushima
Hmmm, für deine Frage ist das hier vielleicht das falsche Forum, denn Japan bedeutet nicht immer gleich Manga. Dieses Forum ist für Lerner der japanischen Sprache gedacht.
Wenn dich aber die Meinung von Menschen auch interessiert, die sich einfach für Japan interessieren, könntest du hier allerdings schon fündig werden. Meines Erachtens dürfte besonders in diesem Forum die Betroffenheit der Forenbesucher groß gewesen sein, da viele von uns entweder selbst "drüben" sind oder Freunde/ Verwandte in Japan haben und dadurch noch einen ganz anderen Bezug zu der Katastrophe haben.

Meine Erlebnisse und Gedanken:
Ich habe davon aus den deutschen Nachrichten erfahren und dachte persönlich im ersten Moment nur: "Blöde Medien. Sind wieder mal die Katastrophenmeldungen ausgegangen, oder warum müssen sie von einer Sache berichten, die in Japan ständig passiert?"
Damals wurden die Meldungen von Stunde zu Stunde immer beunruhigender und als mir letztendlich klar geworden ist, dass wirklich eine furchtbare Katastrophe passiert ist, wurde mir von meiner anfänglichen Ignoranz richtig schlecht... Danach habe ich natürlich sofort bei Freunden angefragt, ob bei ihnen in Japan alles ok ist. Auch die Nachrichten habe ich sehr aufmerksam verfolgt und mir extra von einem Physiker 'nen Crashkurs in Atomphysik geben lassen, damit ich das alles auch richtig verstehe zwinker
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.10.11 20:55 von Gyoza.)
27.10.11 20:53
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Sue


Beiträge: 179
Beitrag #3
RE: Fukushima
Als das passierte, war ich gerade in Japan und war erstmal in Schockstarre zunge Keine Ahnung, was eigentlich passiert, was noch passieren wird und unglaublich besorgte und panische Familie in Deutschland. Bei mir hieß es dann: Im Zweifel für die größt mögliche Sicherheit: zurück nach D.

Allerdings zähle ich mich auch nicht zu der "Manga-Szene"... jedoch weiss ich noch, wie ich auf Animexx zu einer, meiner Meinung nach, vollkommen dämlichen Aktion eingeladen wurde: auf weiße Ballons nen roten Punkt malen und unten an ne Schnur nen Zettel binden mit Wüschen für die Opfer des Tsunami, von Fukushima etc. Wie gesagt, meiner Meinung nach vollkommen beknackt! Da wäre das Geld für die Packung Luftballons besser in einer Spende angelegt, als es im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft zu blasen. -__-
Oder die Aktion von unglaublich naiven Menschen, die meinten, sie holen mal schnell ein paar Japaner zu sich nach Hause, weils ja so viel toller in einem fremden Land ohne Freunde ist.
Im Grunde haben mich diese Aktionen aus der Manga-Szene aufgeregt. Von mir aus können sie ja gut gemeint sein, aber ich bitte euch... -__- Gab mehr als genug Hinweise, wie man WIRKLICH helfen kann (Spenden...).

Das waren die Reaktionen aus der "Szene", die ich mitbekommen habe.

Ansonsten meinten andere um einen herum "Ja, was fängst du jetzt mit deinem Studium an? Nach Japan kannste ja jetzt nie wieder gehn und Japanisch sprechen" -_-
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.10.11 23:22 von Sue.)
27.10.11 23:21
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Horuslv6


Beiträge: 1.829
Beitrag #4
RE: Fukushima
Ich versuche mal meine Meinung hier beizutragen:

Zuerst war ich wirklich sehr schokiert, als ich von den Überschwemmungen gehört habe. Ich habe bei dem Tsunami praktisch den ganzen Tag vor dem Fernseher verbracht und zwischen verschiedenen Nachrichtensendern hin und her gewechselt. Ich wollte unbedingt wissen, was passiert, und ich glaube ich habs erst ne Zeit lang nicht richtig realisiert.
Da wir in der Zeit auch einen japanischen Austauschschüler in meiner Klasse hatten, erinnere ich mich, dass am folgenden Tag jeder zu ihm und zu mir kam (ich bin so ein bisschen der Japan-Freak an der Schule), und ich führte die nächsten drei Tage lang ähnliche Gespräche, über Tsunami, Überschwemmung, ob ich Freunde in Japan hätte und wie's denen ginge.
Als man langsam verstand, dass das Atomkraftwerk richtig betroffen war, und dass sich daraus eine große Sache entwickelte, reagierte ich ähnlich wie Gyoza. Ich hab's erstmal ignoriert und mich über die ganzen Nachrichtensender aufgeregt, die daraus so eine grooße Sensation gemacht haben. Ungefähr zwei Wochen lang hab ich dann Gespräche mit vielen Leuten Geführt und leider sogar eine Japanreise absagen müssen. (! =(( )
Nja, viel mehr ist nicht passiert.
30.10.11 22:43
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mau


Beiträge: 173
Beitrag #5
RE: Fukushima
Also ich weiß nicht, ob das so gut für eine Schularbeit geeignet ist - aber ich kenn auch die Anforderungen nicht, also halte ich mich raus.


Ich habe von dem Erdbeben am Abend erfahren. Das war eher zufällig an den Info-Wänden in der U-Bahn. Anfangs dachte ich, warum melden die ein Erdbeben in Japan - gibts doch ständig. Aber als ich dann von Stärke las und dem Tsunami, entschied ich mich dennoch die Spätnachrichten daheim zu verfolgen. Da hieß es schon, dass es wohl leichte Probleme in Fukushima gäbe. Ich habe den Wecker trotz Samstag früh gestellt. Schon da hatte ich ein ungutes Gefühl, dass sich dann Samstag morgen (ich hab den Fernseher laufen lassen und war "live" dabei, als erste Meldungen sich überschlugen) bewahrheitete.
Samstag morgens waren auch mal wieder Greenpeace und die Atomlobby (!) die ersten, die dazu Interviews gaben. Das hat mich maßlos aufgeregt. Gott sei dank hat sich das dann aber schnell gebessert und auch Leute "mit Ahnung" bekamen ein paar Minuten Sendezeit. Das war ja das Problem damals in Tschernobyl - statt mal einen Radiologen und einen Atomphysiker zu fragen, haben die damals viel Stuss über die Medien verbreitet. Das hat sich diesmal gebessert, wenn auch "besser" nicht "gut" bedeutet.
Die nächsten Tage verbrachte ich mit stoischer Gelassenheit äußerlich und Besorgtheit innerlich - viel mehr konnte man eh nicht machen. Ich diskutierte viel über Folgen und Zukunft mit den Physikern in meiner Umgebung.
Die Medien empfand ich bald als lästig, weil sie die ganze Sache zum "usual business" mit Sensationsfaktor aufblähten, normale Informationen nicht weitergegeben wurden, nur "herausragendes", um es dann schnell wieder fallen zu lassen.
Die Vorwürfe auf allen Seiten, die anderen würden Zahlen fälschen oder zurückhalten, haben dann den Informationsfluss so gehindert, dass es zu jeder Zeit schwierig war, sich eine Meinung bilden zu können. Das hat mich sehr gestört. Viel aus Tschernobyl hat man wohl doch nicht gelernt.
31.10.11 10:34
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Fukushima
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