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Ian Buruma - Japan hinter dem Lächeln
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japankatze


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Beitrag #21
RE: Ian Buruma - Japan hinter dem Lächeln
Gern geschehen! Allerdings verwirrt mich das jetzt auch ein bisschen - vielleicht wurde die neuere Auflage anders genannt? Denn bei Amazon gibt es ja beides.
29.07.04 14:22
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Ninja


Beiträge: 115
Beitrag #22
RE: Ian Buruma - Japan hinter dem Lächeln
Habe mir jetzt bei Amazon das Buch bestellt ( A Japanese Mirror: Heroes and Villains of Japanese Culture - 320 Seiten - Erscheinungsdatum : 4 Oktober 2001 ).

Wenns da ist werde ich ja sehen ob es das richtige Buch ist kratz


Edit : Ist die UK-Ausgabe; vielleicht hat es auf der Insel einen anderen Titel ??
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.07.04 15:11 von Ninja.)
29.07.04 15:10
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Pantitlan


Beiträge: 49
Beitrag #23
RE: Ian Buruma - Japan hinter dem Lächeln
Ich lese gerade von ihm "Erbschaft der Schuld" was hier empfohlen wurde. Ich bin zwar erst etwa in der Hälfte, aber ich finde das Buch nicht so gut. Buruma verfügt zwar über ein grosses Wissen, das er gekonnt zur Schau stellt, aber leider fehlt mir irgendwie der rote Faden. Alles ist interessant, aber es scheint mir wie eine Ansammlung interessanter Anektoden zu einem Thema. Eine wirkliche Aussage oder eine eigene Theorie fehlt. Das finde ich ein bisschen schade.

www.zipr.ch/oliboli
07.09.04 10:47
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Botchan


Beiträge: 642
Beitrag #24
RE: Ian Buruma - Japan hinter dem Lächeln
hoho

Sagte ich ja:

"... aber WAS ich verraten kann ist, daß man nach einem klaren und eindeutig ausgesprochenen Urteil seitens des Verfassers vergeblich suchen wird - auch dies ist bei einem solchen Thema ein Zeichen für Objektivität und damit Qualität des Buches. Buruma präsentiert sein Material über Deutschland und Japan und stellt es vergleichend gegenüber... das Resümee zu ziehen, bleibt Aufgabe des Lesers, dem das wohl auch nicht ganz so einfach fallen wird, wie er anfangs vielleicht gedacht hat..."

PS: Einen gewissen roten Faden gibt es meiner Meinung aber schon. Nicht durch das ganze Buch hindurch - das stimmt -, aber jeweils innerhalb der einzelnen Abschnitte, denn die stehen ja durchaus unter jeweils einem Thema.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.09.04 11:08 von Botchan.)
07.09.04 10:52
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Pantitlan


Beiträge: 49
Beitrag #25
RE: Ian Buruma - Japan hinter dem Lächeln
Das ist natürlich schon eine Frage, ob es ein Zeichen von Qualität ist, wenn der Autor keinen klaren Standpunkt hat. Ich würde diese Frage mit einem Nein beantworten. Es ist ja selbstverständlich, dass auch die notwendige Selektion des Stoffes einem Urteil gleichkommt. Nur ist diese Selektion hier nicht ganz offensichtlich. Da es bei solchen Themen keine Objektivität geben kann, ist es eine Frage der Ehrlichkeit und der Selbstreflektion seinen eigenen Standpunkt klar darzulegen.

Und wie gesagt, mit dem roten Faden habeich so meine Mühe. Ich finde es spannend zu lesen. Aber für mich ist es eine Auswahl an Anektoden der Beliebigkeit.

www.zipr.ch/oliboli
09.09.04 06:09
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Botchan


Beiträge: 642
Beitrag #26
RE: Ian Buruma - Japan hinter dem Lächeln
Zitat:wenn der Autor keinen klaren Standpunkt hat

Hm... Ich denke, jetzt übertreibst Du doch sehr. Burumas "Standpunkt" wird - trotz eines gewissen Schwebezustandes (dazu unten mehr) - durchaus deutlich. Oder wie würdest Du solche Sätze bezeichnen, wie z. B. den - recht wahllos herausgegriffenen - folgenden?

[S. 61:] Die Japaner haben dem Leid, das sie anderen zugefügt haben, im Vergleich zu den Westdeutschen weniger Aufmerksamkeit geschenkt und waren eher geneigt, die Schuld anderen anzulasten. Und die freiheitlich-demokratische Staatsform [...] war in Japan bei weitem nicht so erfolgreich wie in der Bundesrepublik...

Aber in gewisser Weise hast Du schon recht: Buruma drängt sich mit seiner Meinung nicht in den Vordergrund. Und sein Buch ist auch nicht nach dem Muster "Ich habe folgende Ansicht und stütze sie durch folgende Argumente" geschrieben. Wer DAS erwartet, wird sicher enttäuscht sein.

Burumas Buch ist das Werk eines Journalisten. Und guter Journalismus zeichnet sich m. E. dadurch aus, daß er informiert. Natürlich wird durch die Auswahl des Materials bereits eine gewisse Interpretation erreicht, aber ich denke: die Auswahltechnik des Autors ist es gerade, die diesen Schwebezustand ERZEUGT, in dem nicht immer so klar wie in dem Zitat oben deutlich wird, was Buruma denkt; denn er stellt konsequent sich Entsprechendes in Japan und Deutschland vergleichend gegenüber (das ist gleichsam sein roter Faden); so ist er durch seine eigene Auswahltechnik GEZWUNGEN, der Gedenkstätte Hiroshima (bei der man unschwer erkennt, wie sehr es ihm am Herzen lag, darüber zu berichten) eben die von Auschwitz an die Seite stellen, auch wenn er von Auschwitz enttäuscht war und sein diesbezüglicher Bericht dadurch der Bildung einer in sich stimmigen Meinung über Burumas "Standpunkt" eher abträglich ist.

Hätte er das Ziel gehabt, ein Buch darüber zu schreiben, wie ER die Sache sieht, dann hätte er DIESE Auswahltechnik nicht angewandt, sondern eine, die es ihm frei erlaubte, Sachen zu erwähnen, die seinen "Standpunkt" stützen, und Sachen zu übergehen, zu denen er sich keine rechte Meinung bilden konnte bzw. die seinem "Standpunkt" vielleicht sogar zuwiderlaufen. Das ist bei der gewählten Technik aber nicht ohne Weiteres möglich. Denn wenn er diese anwendet, muß er notwendigerweise - wenn er über A sprechen will - auch über B sprechen... auch wenn B seinem "Standpunkt" nicht direkt zuträglich ist oder ihm sogar widerspricht.

Wie gesagt: Das ist das Werk eines Journalisten. Und deswegen finden sich - in gutem Stil des informierenden Gewerbes - wesentlich mehr "XY dagegen vertritt die Ansicht..."-Sätze als "Ich vertrete die Ansicht..."-Sätze.

Ich finde, gerade zu diesem Themenkreis gibt es eine schier unendliche Fülle an wertender, urteilender, verurteilender und die eigenen Ansichten herausstreichender "Standpunkt"-Literatur. (Hätte Buruma auch ein solches Buch geschrieben, wäre es eines von hundert anderen.) Es gibt zu der Problematik aber sehr wenig - noch dazu sehr gut lesbare (!) - "Informations"-Literatur. In meinen Augen ist das - gerade bei diesem Themenkreis, in dem man sich für gewöhnlich die "Standpunkte" gegenseitig um die Ohren schlägt - nach wie vor ein Gütesiegel. Ich persönlich empfand das Buch als wohltuend gegenüber den gängigen "Standpunkt"-Arbeiten.

Und als Nachsatz: Man muß das Buch natürlich nicht mögen. Und es ist ja auch völlig in Ordnung, wenn sich hier auch kritische Stimmen dazu finden. Dann ist der geneigte Foren-Leser, der uns bis hierher noch gefolgt ist, in einer ähnlichen Lage, wie der Leser des Buches: Er muß selbst sehen, was er von dem Ganzen zu halten hat...
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.09.04 07:58 von Botchan.)
09.09.04 06:58
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konfusius


Beiträge: 7
Beitrag #27
RE: Ian Buruma - Japan hinter dem Lächeln
Hallöchen...

Da hier anscheinend noch nicht soviel Resonanz auf die Anfrage von AU zustandegekommen ist, möchte ich mein ersten Beitrag dazu nutzen, hier mal meinen Senf beizusteuern.
Ich habe mir "Japan hinter dem Lächeln" (übrigens über eBay ersteigert) vor ein paar Monaten zu Gemüte geführt und muß sagen, daß es auf jeden Fall ein sehr breites Themenspektrum abdeckt.

Da dieses Buch eins meiner ersten Japanlektüren war hat es mir sehr dabei geholfen einen Einblick in diese Kultur zu verschaffen. Teilweise ist es mir zwar ein bißchen schwergefallen, die schier endlosen Literaturbeispiele durchzulesen, im Endeffekt hat sich die Mühe jedoch gelohnt.
Es werden unter anderem Literaturbeispiele von "Musashi",
den siebenunvierzig Ronin und Chikamatsus "Doppelselbstmord in Sonezaki" aufgeführt, die einem die damaligen Lebensumstände recht gut verdeutlichen.

Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, da der Herr Buruma ein sehr bewanderter Mann in Sachen Japankenntnis zu sein scheint und (bis auf den Titel huch )
jeder seiner Standpunkte durchaus fundiert ist.

Soviel dazu...
17.09.04 13:26
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atomu


Beiträge: 2.664
Beitrag #28
RE: Ian Buruma - Japan hinter dem Lächeln
Ich habe das Buch vor meinem Urlaub noch bekommen, bin dann etwa in der Mitte steckengeblieben weil ich beschlossen hatte, am Strand lieber etwas anderes zu lesen. (Und ganz am Ende des Urlaubs war ich dann so dumm, mit Harry Potter 5 anzufangen, und jetzt habe ich natürlich wieder kaum Zeit zu lesen, und da der Orden der Phönix fast 1000 Seiten hat und ich mich auf Englisch durchquäle und weil es aber doch so spannend ist und weil doch mein Sohn endlich ordentlich mit Papa über das Buch sprechen will und weil... ). Kurz: Ich fürchte es dauert noch eine Weile, bis ich mich ausführlich hier zum "Lächeln" äußern kann. Ist auf jeden Fall lesenswert, Danke AU!

正義の味方
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.09.04 16:04 von atomu.)
17.09.04 16:01
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Ninja


Beiträge: 115
Beitrag #29
RE: Ian Buruma - Japan hinter dem Lächeln
Ich bin gerade mitten im 5. Kapitel; wenn ich fertig bin werde ich ebenfalls einen kleinen Bericht abliefern.
18.09.04 09:18
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Pantitlan


Beiträge: 49
Beitrag #30
RE: Ian Buruma - Japan hinter dem Lächeln
Habe gerade gesehen, dass es bei Amazon wieder eine gebrauchte Ausgabe des Buches zu kaufen gibt: hier

www.zipr.ch/oliboli
06.10.04 13:04
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Ian Buruma - Japan hinter dem Lächeln
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