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Ichitarō
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.895
Beitrag #1
Ichitarō
Guten Mittag zusammen,

Ich hätte eine kleine Frage zu einem Textverarbeitungsprogramm für Japanisch.

Bislang nutze ich Openoffice um Japanisch zu schreiben, aber das ist ja leider etwas unbefriedigend (keine automatische Generierung der Lesung bei den Ruby; Zeilenabstände sind nicht sehr schön usw). Auch Word ist nur minimal besser.

Ich habe daher von diesem Ichitarō gelesen. Kennt und benutzt das jemand? Ich würde nämlich schon ganz gerne ansprechend schöne Texte schreiben können (Besonders ist mir da der richtige Zeilenabstand wichtig, auch wenn ich Furigana setze; außerdem würde ich gerne Gaiji benutzen können, wie z.B. von 平 mit 八 geschrieben, die nicht in Unicode seperat kodiert sind. Auch tategaki ist mir wichtig). Ein wesentlicher Pluspunkt wäre, wenn das auch ansprechend Chinesisch (besonders korrekte Platzierung von Zhuyin Fuhao) und Koreanisch schreiben könnte.

Ich würde mir das gerne kaufen, aber wenn das nicht wesentlich besser als Word ist, lass ich das lieber sein. Hat da jemand Erfahrung mit, oder kennt ein anderes Programm?

Nein, Adobe Indesign ist mir zu teuer zwinker

Danke!

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
10.10.09 08:13
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sora-no-iro
Ex-Mod

Beiträge: 1.208
Beitrag #2
RE: Ichitarō
Hallo Hellstorm,

Vor etwa 10 Jahren habe ich dieses Program benutzt, aber jetzt nicht mehr.
Und deshalb kann ich nicht sagen, welchen Vorteil die neueste Version des Ichitarô hat.
Von HIER kannst du eine Testversion herabladen und in dreißig Tagen kostenlos probieren. Drück nur auf den Knopf "体験版ダウンロード".
Allerdings musst du darauf achten dass sie nur unter japanischen Windows funktionieren kann. Die englische oder andere Version konnte ich leider nicht hier finden. Natürlich kann man dabei Uninstall-Programm benutzen. Ich wünsche dir viel Erfolg!zwinker

Denn zur Verödung unseres modernen Lebens gehört es, daß wir alles fix und fertig ins Haus und zum Gebrauch bekommen, wie aus häßlichen Zauberapparaten.
Elias Canetti: Die Stimmen von Marrakesch
12.10.09 08:28
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.895
Beitrag #3
RE: Ichitarō
Hallo sora-no-iro

Danke schön! Das hatte ich noch gar nicht entdeckt.

Ich habe mir den 一太郎ビューヤ heruntergeladen, und den konnte ich mit einem kleinen Trick dazu bewegen, kein 文字化け anzuzeigen. Ich denke, mit dem Hauptprogramm wird es ähnlich aussehen.

Ich lade es mir gerade herunter und werde dann später einen Erfahrungsbericht schreiben.

Danke!

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12.10.09 15:34
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.895
Beitrag #4
RE: Ichitarō
Habe es mal ein wenig ausprobiert.

Grundlegend:

Das Programm hat genau das umgekehrte Problem wie viele westliche Programme: Man hält sein Land für das einzig tolle und ermöglicht es nicht, auch andere Sprachen zu schreiben („benutzt ja eh niemand; interessiert uns nicht“). Das hat bei dem Programm das Problem, dass man nur Japanisch schreiben kann (gut, Englisch auch noch in Grundzügen), aber bei jeglichen Umlauten versagt.

Das Starten des Programms muss man dann auch mit MS App Locale durchführen, da das ganze Programm kein Unicode unterstützt. Da frag ich mich wirklich, ob ich noch in den 80ern lebe. Das mindert zumindest für Deutsche den Einsatzzweck des Programms schon mal gewaltig.

Das Programm an sich bietet schon wirklich wesentlich mehr Optionen für Japanisch, als ich bei Word usw. sehen konnte. Der Zeilenabstand sieht zumindest direkt vernünftig aus und auch Furigana verschieben die Zeile nicht, sondern fügen sich sehr schön mitten in die Zeile. Auch das Menü zum Furigana hinzufügen sieht relativ gut aus.

Es hat auch eine nette Korrekturoption, z.B. zeigt es an, dass manche Zeichen nicht mehr zum Standard gehören, und man das lieber anders schreiben sollte.

Die Gaiji-Möglichkeit habe ich leider noch nicht ganz gefunden, dort muss ich noch etwas nachhaken. Das ist ja das, was ich eigentlich benutzen möchte.

Tategaki funktioniert leider auch nur irgendwie etwas unbefriedigend bei mir, ich weiß aber nicht, ob das an den Schriftarten oder an meinem Windows allgemein liegt. Da muss ich noch mal etwas weiter nachforschen.

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14.10.09 15:51
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.895
Beitrag #5
RE: Ichitarō
Ich habe das Programm jetzt noch einmal ausprobiert, und etwas sehr erfreuliches festgestellt:
Unicode wird jetzt unterstützt.

D.h. man kann auch Deutsch mit Umlauten tippen, Koreanisch einfügen oder was man sonst noch so möchte. Wie es mit Arabisch oder ähnlich aussieht, habe ich allerdings noch nicht gefunden.

Ich ziehe es jetzt tatsächlich in betracht, das Programm zu kaufen. Mein Hauptkritikpunkt war ja die fehlende Möglichkeit, Deutsch zu tippen. Das hat sich jetzt ja soweit erledigt.

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25.02.10 19:46
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Ex-Mitglied (bikkuri)
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Beitrag #6
RE: Ichitarō
Schon mal Mellel probiert. Fuer den wissenschaftlichen Bereich massgeschneidert. Mit Sprachen gibt es keine Probleme.
25.02.10 20:54
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.895
Beitrag #7
RE: Ichitarō
Hm, für wissenschaftliche Arbeiten an sich nehme ich Latex; das finde ich am unkompliziertesten. Mir ging es nur meistens um die etwas schlechte Unterstützung von Japanisch.
Das Mellel kann ich leider nicht ausprobieren, da ich keinen Mac habe.

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26.02.10 06:09
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Ex-Mitglied (bikkuri)
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Beitrag #8
RE: Ichitarō
(26.02.10 06:09)Hellstorm schrieb:  Hm, für wissenschaftliche Arbeiten an sich nehme ich Latex; das finde ich am unkompliziertesten. Mir ging es nur meistens um die etwas schlechte Unterstützung von Japanisch.
Das Mellel kann ich leider nicht ausprobieren, da ich keinen Mac habe.

Nun ja, Latex ist aber kein Textverarbeitungsprogramm.
26.02.10 13:09
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.895
Beitrag #9
RE: Ichitarō
(26.02.10 13:09)bikkuri schrieb:  
(26.02.10 06:09)Hellstorm schrieb:  Hm, für wissenschaftliche Arbeiten an sich nehme ich Latex; das finde ich am unkompliziertesten. Mir ging es nur meistens um die etwas schlechte Unterstützung von Japanisch.
Das Mellel kann ich leider nicht ausprobieren, da ich keinen Mac habe.

Nun ja, Latex ist aber kein Textverarbeitungsprogramm.

Naja, gut, aber im Grunde schreib ich ja nur Texte – und das geht sehr gut mit Latex.

Das einzig blöde an Latex ist halt, dass es zu 100% für Amerika entworfen wurde... Deutsch usw. nachrüsten ging ja einigermaßen, aber bei alles, was komplizierter ist, geht halt eher schlecht als recht.

Ich habe zwar auch Xelatex, was vom Prinzip her nicht schlecht ist – Mir scheint es aber, dass es genau nur das unterstützt, was dieses Mellel auch kann: Unicode und Opentype.
Ich würde da beide Sachen nicht unbedingt als Feature sehen, sondern eher als absolutes Minimum.
Das Mellel mag zwar vielleicht für den Nahen Osten gut sein, aber ich habe das Gefühl, für Japanisch ist es dann doch nicht so gut – Lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

Und in Xelatex ist halt das Problem, dass das ganze Wohl noch etwas neu ist, und anscheinend wenig Japanisch das wirklich nutzen – Im Moment ist es halt möglich, in einem deutschen Text Japanisch zu schreiben, aber komplett japanische Dokumente klappen eben noch nicht so richtig. Wenn das aber durch Pakete vernünftig unterstützt wird, würde ich meine japanischen Texte auch in Latex schreiben (Nun gut, wahrscheinlich ist das eher eine theoretische Frage, da ich nicht weiß, wann ich mal dazu kommen werde, Texte auf Japanisch zu schreiben).

Word ist ja an und für sich ganz nett, aber in einigen Bereichen hinkt es halt meiner Meinung doch schon. Das sind vor allem Furigana und vernünftige Zeilenabstände.

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26.02.10 15:59
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Atze
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Beitrag #10
RE: Ichitarō
(26.02.10 15:59)Hellstorm schrieb:  vernünftige Zeilenabstände.

Bevor man mit dem Schreiben anfängt: Zeilenabstand auf "fest" bzw. "genau" stellen und selbst bestimmen.
26.02.10 16:09
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Ichitarō
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