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JEFTA
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Yano


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Beitrag #1
JEFTA
Beobachtet jemand der Foristen dieses politische Thema?
:
Am 8. Dezember haben Abe und Juncker erklärt, die Verhandlungen zu diesem Handelsabkommen zwischen EU und Japan seien abgeschlossen. Nun soll eine Zeit der irgendwie juristischen und linguistischen Auswertung kommen, deren Ergebnis ein Text in der Sprache jedes beteiligten Landes sein soll, in dem genau der gleiche Inhalt steht. Dann können die ganzen Staatschefs feierlich unterschreiben oder so, das wird wohl dauern.
Wenn das alles fertig ist, werden japanische Autos in der EU deutlich billiger. Und in Japan bekommt man plötzlich Lebensmittel aus Europa zu zivilen Preisen. Ich sehe mich schon beim Sushi in Tsukiji mit ein paar gescheiten Weißbieren, naja, wollen wir mal nicht übertreiben.
:
JEFTA, gemeinsamer Handelsraum Europa-Japan, paßt zu Andreas Rödder, daß nunmehr der Zweite Weltkrieg politisch abgearbeitet sei (leider der Erste noch nicht).
Ich belasse es vorerst mal bei dieser Andeutung.
19.01.18 21:51
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moustique


Beiträge: 1.811
Beitrag #2
RE: JEFTA
19.01.18 23:02
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Kikunosuke


Beiträge: 133
Beitrag #3
RE: JEFTA
Die Unterzeichnung soll wohl bei Abes Besuch in Brüssel in zwei Wochen stattfinden. Inkrafttreten dann Anfang 2019.

Frohlocket, die Zölle für Sake fallen weg! Gibt's jetzt Wan-Koppu-Ozeki auch beim Rewe an der Kasse? Und wird die eh schon marode japanische Landwirtschaft mit dem langsamen Abbau der Zölle für Produkte aus der EU jetzt vollends ruiniert? Drei Euro für 120 g Butter dürften jedenfalls nicht zu halten sein.

Allerdings gibt es da jetzt diese Petition von Campact gegen die mögliche Privatisierung von Wasser- und Abwasserversorgung: https://aktion.campact.de/wasser-jefta/a...teilnehmen

Ich habe da jetzt mal ein bisschen nachgelesen, die momentane Regierungskoalition aus LDP und Komei hat im letzten Jahr das japanische "Wasserleitungsgesetz" geändert um eine Privatisierung der Wasserversorgungsunternehmen (WVU, sind in Japan wie in Deutschland in kommunaler Hand) zu ermöglichen. Allerdings ist da seitdem nicht viel passiert, man ist immer noch dabei in irgendwelchen Ausschüssen zu beraten wie man dabei am besten vorgeht (gestern war dazu ein aktueller Artikel in der Akahata: https://www.jcp.or.jp/akahata/aik18/2018..._05_1.html ). Privatisierung heißt: Das kommunale Unternehmen wird in eine Aktiengesellschaft überführt, deren Anteile verbleiben aber vorerst bei der Kommune (wie z.B. bei der Ubahn in Tokio oder Osaka).

Grundsätzlich hat man in Japan vier Probleme: Bevölkerungsrückgang, daraus ergibt sich eine überdimensionierte Netzstruktur die außerhalb der Ballungsräume aber trotzdem instand gehalten werden muss (was besonders in der japanischen Pampas ein Riesenproblem ist), ein massiver Instandhaltungsrückstau, Probleme bei der Erdbebenvorsorge (nur ein Drittel des Netzes ist erdbebensicher) und Probleme beim Nachwuchs, die Angestellten in den WVUs werden immer älter und der durch den Bevölkerungsrückgang entstanden Mangel an Arbeitskräften schlägt sich auch auf den öffentlichen Dienst durch. Bei einer Privatisierung würden diverse Beschränkungen gelockert.
Bei der Abwasserversorgung erhofft man sich durch Investitionen den Bau neuer und effizienterer Kläranlagen, wodurch die alten Klärwerke in zentralen Lagen für Neubauprojekte frei würden.

Das alles ist aber noch nicht so wirklich in den japanischen Medien präsent und ich gehe stark davon aus dass das dann noch ein großes Trara gibt. Vielleicht wirft man etwaigen Investoren aber auch einen Haufen Knüppel zwischen die Beine...

Generell sind die Vorschriften für Trinkwasserversorgung in Japan aber auch nicht larifari. Wenn der Herr Tanaka unser gemeindliches Wasserwerk kauft hätte ich keine Bedenken, da wird sich der Herr Tanaka dann eher mit den Nitratwerten herumärgern dürfen hoho

乱世の怒りが俺を呼ぶ。
01.07.18 15:20
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Yano


Beiträge: 2.057
Beitrag #4
JEFTA
Heute war die Vertragsunterzeichnung in Tokyo.
In der "WELT Online" gab es eine Live-Übertragung der Zeremonie mit Pressekonferenz. Ich habe da nur ein wenig reingeschaut. Groß neues war ja nicht zu erwarten.
Viele Zölle zwischen EU und Japan werden kommendes Neujahr auf Null gesetzt, einige, z.B. für Autos werden schrittweise über ein paar Jahre auf Null reduziert. Abe hat die neuen Exportchancen für die japanische Land- und Forstwirtschaft hervorgehoben und viele neue Leckereien hoher Qualität aus Europa in den Supermärkten Japans angekündigt.
17.07.18 13:36
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JEFTA
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