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Sakura
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Yano


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Beitrag #1
Sakura
Lt. ANN sind in Tokyo vereinzelt Kirschblüten gesichtet worden. Man erwartet die Vollblüte in einer Woche. Das ist knapp zwei Wochen früher als der langjährige Durchschnitt, war auch voriges Jahr genauso. Kalter Januar, warmer Februar und bisher niederschlagsreicher März hätten zusammengewirkt, sagen sie im Fernseh.
Es ist immer wieder erstaunlich, daß wir in Ebersberg da keinen allzugroßen Rückstand haben, obwohl wir hier im Vergleich zu Kanto so viel nördlicher sind und auch auf fast 600m Meereshöhe. Unser (großer) Kirschbaum zeigt schon große Knospen, man kann die Farbe der Blüten sehen. Im Moment schneit es. Er ist Tokyo wohl kaum drei Wochen hinterher.
Im Jahre 1972 waren die Olympischen Spiele in Sapporo und München. In München, unweit des Olympiastadions, haben sie einen Hain gepflanzt mit japanischen Zierkirschen. Diese haben sich prächtig entwickelt und werden wohl auch in zwei Wochen in voller Blüte stehen.
Immer mal wieder kommen Familien oder Gruppen von Japanern, die noch kein ganzes Jahr hier waren, da hin, um Hanami zu feiern. Hanami ist eine Art Karneval mit Saufen, wobei man auf dünnen Decken auf dem Boden sitzt. In den folgenden Jahren gehen sie da nicht wieder hin.
Denn, wenn hierzulande die Kirschbäume in Vollblüte stehen, ist der Boden noch nicht warm genug, man könnte auch sagen: arschkalt.
Im Ueno-Park in Tokyo haben die Behörden Einbahnstraßen markiert und Zäune aufgestellt, damit Hanami heuer nur das sei, was sich der unbedarfte Europäer darunter vorstellt: Man spaziert ein wenig herum, hat sich einen Kimono angezogen, guckt immer nach oben und bewundert die Blüten. Es gibt Proteste.
14.03.21 17:50
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Kikunosuke


Beiträge: 258
Beitrag #2
RE: Sakura
Was für eine Sorte habt ihr denn? Amanogawa und Kanzan in meinem Garten zeigen erst zarte Knospenansätze, orientieren sich zeitlich an Akita und Aomori. Und so viel weiter nördlich als Ebersberg liegt FFB nun auch nicht zunge

Die Kirschblüten am Martin-Luther-King-Weg sind immer gut besucht. Warum sollte man da nur einmal hingehen und dann nie wieder?

乱世の怒りが俺を呼ぶ。
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.03.21 21:01 von Kikunosuke.)
14.03.21 18:34
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cat


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Beitrag #3
RE: Sakura
Also bei uns ist es meist zur Kirschblüte schon so warm, dass man Mittags oder Nachmittags im Garten unter dem Kirschbaum gut sitzen kann. Sobald die Sonne weg ist, ist es aber tatsächlich zu kalt.

In der Nähe gibt es eine kurze Kirschblütenallee. Darunter ist allerdings der Geh- und Radweg direkt neben der Hauptstraße, da kann man sich nicht hinsetzen.
14.03.21 21:18
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Yano


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Beitrag #4
RE: Sakura
(14.03.21 18:34)Kikunosuke schrieb:  Was für eine Sorte habt ihr denn? Amanogawa und Kanzan in meinem Garten zeigen erst zarte Knospenansätze, orientieren sich zeitlich an Akita und Aomori. Und so viel weiter nördlich liegt FFB nun auch nicht zunge

Die Kirschblüten am Martin-Luther-King-Weg sind immer gut besucht. Warum sollte man da nur einmal hingehen und dann nie wieder?
Hingehen ja; ich sagte, Hanami-Picknick aber nicht, der Boden ist einfach noch zu kalt, und die Abendluft auch. Das versucht man halt mal nur einmal, weil es nicht geht. Es geht nicht ohne Frauen, und die tragen da leicht einmal eine Blasenentzündung davon. Jeder weiß das.
Der (riesige) Kirschbaum, den ich erwähnte, ist wohl kaum eine japanische Zierkirschenrasse, er trägt (spärlich, hat auch nicht viel Licht) und wird geerntet, blüht weiß fast ohne rosa.
Welche Rasse? Leute, die das einfach so wissen würden, sind lange schon gestorben.
Im übrigen, was die nördliche Breite anbelangt: die allernördlichsten Gegenden des japanischen Sprachraums entsprechen in dieser Hinsicht südlich des Alpenhauptkammes. Wenn man die Erde wie einen Küchenwecker herumdrehen würde, wäre der entlegene äußerste Norden des japanischen Sprachraums vom Südrand des deutschen Sprachraums wohl noch eine Tagesreise (zu Fuß) entfernt. Oder umgekehrt: FFB, EBE, ganz Deutschland liegt weiter im Norden als Hokkaido.
14.03.21 21:29
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Kikunosuke


Beiträge: 258
Beitrag #5
RE: Sakura
Habe ja mal überlegt Reis anzubauen. Der nördlichste Nassfeldreis Japans wird in Embetsu auf Hokkaido angebaut, das liegt ungefähr auf der geografischen Breite von Parma. Werde es dieses Jahr in Wannen probieren, mal sehen ob's was wird. Habe noch Genmai übrig den ich eh nicht mag.

乱世の怒りが俺を呼ぶ。
16.03.21 20:09
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Yano


Beiträge: 2.680
Beitrag #6
RE: Sakura
(16.03.21 20:09)Kikunosuke schrieb:  Habe ja mal überlegt Reis anzubauen. Der nördlichste Nassfeldreis Japans wird in Embetsu auf Hokkaido angebaut, das liegt ungefähr auf der geografischen Breite von Parma. Werde es dieses Jahr in Wannen probieren, mal sehen ob's was wird. Habe noch Genmai übrig den ich eh nicht mag.
Na, viel Spaß! Wir bauen manchmal (im Freiland) japanische Sachen an, die auch auf Hokkaido wachsen würden, z.B. Asagao, Erbsen, Gurken, welch letztere beide geschmacklich besser sind als die hier einheimischen Sorten aber wenig Ertrag haben. Edamame sind ja sehr keimfreudig aber auch attraktiv für Wühlmäuse, Shissou allerdings wächst hier in Ebersberg wie Unkraut, in der hiesigen japanischen Gemeinde kriegt man es aufgedrängt, aber man braucht immer nicht viel, und es läßt sich nicht gut einfrieren usw.
Reis anzubauen habe ich mir auch schon überlegt, und zwar in Wannen auf der Fußbodenheizung im Keller und im Winter, mit künstlicher Beleuchtung. Das würde so ähnlich ausschauen wie der clandestine Heimcannabisanbau, und es würde die winterliche Lufttrockenheit lindern.
Leider ist ein solch großer Aufwand für mich nicht mehr das richtige.
Auch habe ich mir mal ernstlich überlegt, Bambus anzubauen. In durchsichtigen beheizten Rohren. Für Bambusstangen, die zu lang für den Containertransport sind, gibt es Marktbedarf. Das allerdings war letztlich auch nix. Ab 10m benötigte das durchsichtige Rohr eine Baugenehmigung, und überhaupt sind so Sachen etwas für Leute, die zwar schrullig sind aber auch zu viel Geld haben.
16.03.21 22:39
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Sakura
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