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Arbeitsbedingungen in Japan
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emanreztuneb
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Beitrag #1
Arbeitsbedingungen in Japan
Hallo liebe Community,

Zurzeit studiere in Informatik und überlege das Studium zu wechseln. Wäre dann International Business Management East Asia, was im Grunde BWL ähnelt aber internationaler ausgerichtet ist und man außerdem während des Studiums japanisch sprechen und schreiben lernt. Da in Japan zu Leben ein Kindheitstraum von mir ist und ich ein sehr großer Auto Fanatiker bin ist mein Ziel bei einem großen Japanischen Automobilhersteller zu arbeiten. Allerdings habe ich immernoch große Zweifel, da die Arbeitsbedingungen in Japan sehr hart sein sollen (Stichwort Karoshi) und viele im Internet diese Behauptung stützen. Zusätzlich liest man in Foren von Japanern die selbst auswandern, weil Ihnen diese Bedingungen nicht passen. Das wären zum Beispiel:

- das Arbeiten in vielen Sektoren bringt viele unbezahlte Überstunden mit sich
- man ist gezwungen nach der Arbeit mit Kollegen Zeit zu verbringen (was nicht negativ ist aber soll auch zu oft am Stück der Fall sein)
- Depressionen von den langen Arbeitszeiten und Überstunden
- das Gehalt steigt nur mit Jahren und nicht Fähigkeiten
- man wird nicht akzeptiert, obwohl man flüssiges Japanisch spricht sowie schreibt

Darum habe ich große Zweifel und wollte hier nachfragen ob jemand Erfahrungen auf dem japanischen Arbeitsmarkt (idealerweise im Automobilsektor in einer ähnlichen Position als Wirtschaftler) hat und ob er diese Behauptungen unterstützen würde oder nicht? Habe wie gesagt schon lange geplant diesen Schritt zu gehen um Traum und Leidenschaft zu verbinden aber will dann nicht im Nachhinein alles bereuen und unzufrieden durch die Arbeitsbelastung sein...
09.08.20 16:12
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Yano


Beiträge: 2.480
Beitrag #2
RE: Arbeitsbedingungen in Japan
(09.08.20 16:12)emanreztuneb schrieb:  Hallo liebe Community,

Zurzeit studiere in Informatik und überlege das Studium zu wechseln. Wäre dann International Business Management East Asia, was im Grunde BWL ähnelt aber internationaler ausgerichtet ist und man außerdem während des Studiums japanisch sprechen und schreiben lernt. Da in Japan zu Leben ein Kindheitstraum von mir ist und ich ein sehr großer Auto Fanatiker bin ist mein Ziel bei einem großen Japanischen Automobilhersteller zu arbeiten. Allerdings habe ich immernoch große Zweifel, da die Arbeitsbedingungen in Japan sehr hart sein sollen (Stichwort Karoshi) und viele im Internet diese Behauptung stützen. Zusätzlich liest man in Foren von Japanern die selbst auswandern, weil Ihnen diese Bedingungen nicht passen. Das wären zum Beispiel:

- das Arbeiten in vielen Sektoren bringt viele unbezahlte Überstunden mit sich
- man ist gezwungen nach der Arbeit mit Kollegen Zeit zu verbringen (was nicht negativ ist aber soll auch zu oft am Stück der Fall sein)
- Depressionen von den langen Arbeitszeiten und Überstunden
- das Gehalt steigt nur mit Jahren und nicht Fähigkeiten
- man wird nicht akzeptiert, obwohl man flüssiges Japanisch spricht sowie schreibt

Darum habe ich große Zweifel und wollte hier nachfragen ob jemand Erfahrungen auf dem japanischen Arbeitsmarkt (idealerweise im Automobilsektor in einer ähnlichen Position als Wirtschaftler) hat und ob er diese Behauptungen unterstützen würde oder nicht? Habe wie gesagt schon lange geplant diesen Schritt zu gehen um Traum und Leidenschaft zu verbinden aber will dann nicht im Nachhinein alles bereuen und unzufrieden durch die Arbeitsbelastung sein...
Leider muß ich Deine Befürchtungen in gewissem Maße bestätigen. Ich habe einen Sohn, der sofort nach dem deutschen Abitur (2008) in Japan Jura (BA) studiert hat. Er spricht Deutsch wie ein Deutscher und Japanisch wie ein Japaner; nur in Ludwigsburg allein kommst du nie auf dieses Sprachniveau. Die Diskriminierung war nur so, daß sie ihn halt nicht im diplomatischen Dienst akzeptiert haben; so heuerte er bei einem Zulieferer an, der so Navigationsgeräte für Autos macht. Im ersten Jahr gab es sehr wenig Geld (sein perfektes Deutsch zahlte sich nicht aus), aber rasch ging es aufwärts.
Nach einigen Jahren wollte er eine Apothekerstochter heiraten, die hat sich dann von ihm getrennt, weil ihr Vater sagte, so wie der arbeitet, untergewichtig und immer wieder krank ist, lebe er nicht mehr lange.
Er hat dann in einen weniger stressigen Job gewechselt, denn solche gibt es auch in Japan. Tatsächlich hat er dann eine (andere) Pharmazeutin geheiratet. Es geht ihm auch besser jetzt, die beiden wollten eigentlich in diesem Sommer ein paar Wochen bei uns in Ebersberg verbringen, aber das hat sich zerschlagen.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.08.20 01:11 von Yano.)
09.08.20 21:50
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