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Buchfehler
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Nia


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Beitrag #1
Buchfehler
Das Buch, das ich gerade lese ist nicht unbedingt ein Buch, dass für sich beansprucht nur absolut wahre Dinge zu beschreiben.
Es ist eine Mischung aus Siencefiction und Fantasy, geschrieben von einem durchaus gutem deutschen Autor.

Dennoch hat er wohl nicht aufgepasst oder sein Lektor(enteam)...

Die Situation:

Es gibt eine wichtige Szene, die in einem chinesisch-italienischen Lokal spielt. Seltsame Mischung aber bei so einem Buch durchaus denkbar.
In dieser wichtigen Szene fällt der 'Wirt' immer wieder ins japanische, mit Absicht und für die Show.
Japanisch? Warum japanisch... ist doch ein chinesisches Restaurant? Zumindest zum Teil? so fragt man sich dann.
- Nun gut. Dann ist der Wirt eben Japaner und seine Freunde die ihm gerade helfen auch und er kocht eben nur manchmal chinesisch...
Ausrede gefunden. Schweiß abwisch. Passt alles... cool
Worte wie 'ima' werden immer mal eingeworfen. Schön. Er hat zumindest ein bisschen recherchiert und ich erinnere mich an das Wort hayabusa was mir in einem seiner anderen Bücher über den Weg gelaufen war... und ich somit die Vokabel für Falke lernte.

Aber dann kommts.

Der Chinese? Welcher Chinese denn jetzt? - Ööööh... der Wirt? - Aber MOment....
*blätter*
Hmpf. Eine Seite vorher war er doch noch Japaner... augenrollen

*schulterzuck* Passiert. NIcht schön, aber irgendwer hat nicht aufgepasst. Ein Fehler, der für Verwirrung sorgt, wenn man drauf achtet.

ABER was ich eigentlich von euch wissen wollte:

Das Lokal in diesem Buch heißt: hioto

Ist das ein Name? Ein Wort auf chinesisch? Oder doch etwas auf japanisch, dass ich nicht verstehe und nicht finde?
Ich wüsste gerne, ob er denn für den Lokalnamen recherchiert hat. Und wenn ja in welche Richtung.

“A poet is a musician who can't sing.”
― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.02.15 19:54 von Nia.)
26.02.15 19:53
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Koumori


Beiträge: 382
Beitrag #2
RE: Buchfehler
(26.02.15 19:53)Nia schrieb:  ABER was ich eigentlich von euch wissen wollte:

Das Lokal in diesem Buch heißt: hioto

Ist das ein Name? Ein Wort auf chinesisch? Oder doch etwas auf japanisch, dass ich nicht verstehe und nicht finde?
Ich wüsste gerne, ob er denn für den Lokalnamen recherchiert hat. Und wenn ja in welche Richtung.

Also, Chinesisch ist das auf keinen Fall. Da gibt es mit h nur die Silben
ha, hai, han, hang, hao
he, hei, hen, heng
hong, hou,
hu, hua, huai, huan, huang, hui, hun, huo.
Also nichts mit hi oder hio.

Aber vielleicht soll es ja ひょうどう sein? 兵藤 oder 豹藤, beides japanische Familiennamen.

Oder eben ひょうとう
- 剽盗 Straßenraub, Straßenräuber zwinker - toller Name für ein Restaurant.
- 標灯 Signalfeuer, Signallicht
- 氷島 Eisinsel, Eisberg, Island hoho

^^;~;^^
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.02.15 12:13 von Koumori.)
27.02.15 11:32
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Firithfenion


Beiträge: 1.201
Beitrag #3
RE: Buchfehler
Apropos Buchfehler. Ich habe kürzlich "The lost Symbol" von Dan Brown gelesen. Dort gibt es einen CIA Chef japanischer Abstammung namens Inoue Sato. Einige Kapitel lang glaubt Robert Langdon (und der Leser) das es ein Mann ist, dann, als er Inoue Sato gegenübersteht stellt sich heraus das es eine Frau ist. Inoue ist ja ein recht geläufiger japanischer Nachname aber wie ist es mit Sato? Ist das tatsächlich ein Vorname der sowohl für Männer als auch für Frauen seien könnte?

Truth sounds like hate to those who hate truth
27.02.15 12:12
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Koumori


Beiträge: 382
Beitrag #4
RE: Buchfehler
(27.02.15 12:12)Firithfenion schrieb:  Apropos Buchfehler. Ich habe kürzlich "The lost Symbol" von Dan Brown gelesen. Dort gibt es einen CIA Chef japanischer Abstammung namens Inoue Sato. Einige Kapitel lang glaubt Robert Langdon (und der Leser) das es ein Mann ist, dann, als er Inoue Sato gegenübersteht stellt sich heraus das es eine Frau ist. Inoue ist ja ein recht geläufiger japanischer Nachname aber wie ist es mit Sato? Ist das tatsächlich ein Vorname der sowohl für Männer als auch für Frauen seien könnte?

Also, ich kannte beide nur als Familiennamen, und die japanische Wikipedia sagt auch zu beiden: 日本人の姓 (und nicht etwa: 日本語の人名。主に男性名、ときに女性名, wie z.B. bei Akira). Aber das will ja nichts heißen - man kann auch Familiennamen als Vornamen nehmen, oder?

^^;~;^^
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.02.15 12:26 von Koumori.)
27.02.15 12:20
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.895
Beitrag #5
RE: Buchfehler
Dan Brown ist sowieso der tollste. In einen Buch (Digital Deception) hat er mal Kanji als Verschlüsselungsalgorithmus gebraucht. Da rätseln die da Ewigkeiten, wie man das entschlüsseln könnte, und einer sagt dann, dass das ja Kanji wären und dann ging es ja total einfach.

Von Zeichenkodierungen hat er wohl auch noch nie was gehört.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
27.02.15 13:08
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Yano


Beiträge: 2.058
Beitrag #6
RE: Buchfehler
(27.02.15 12:20)Koumori schrieb:  性名, wie z.B. bei Akira). Aber das will ja nichts heißen - man kann auch Familiennamen als Vornamen nehmen, oder?
Wenn du ein Baby bekommst, gibst du ihm einen Vornamen, der braucht in keiner Liste stehen, sondern kann neu gemacht werden, das ist weniger streng als in D, der Name soll das Geschlecht identifizieren und nicht herabwürdigend sein. Vornamen, die auch Nachnamen sein können, fallen mir spontan japanische keine ein, deutsche natürlich und etwa türkische, obwohl ich zehntausendemal weniger Türkisch verstehe als Japanisch. Es gibt aber japanische Nachnamen, die man für Vornamen halten könnte, wenn man sich noch nicht so auskennt, die aber als solche ungebräuchlich sind.
Die Namensfindung für das Baby kann sich gleichwohl als schwierig erweisen, weil, wenn du Japaner bist, dann bist du auch abergläubisch. Da kannst du zu einer weisen alten Frau (vulgo Hexe) gehen, und die rechnet dir aus oder orakelt (weiß ich nicht, ob es da eine einheitliche Vorgehensweise gibt und wie die genau ausschauen wird), was für Namen geeignet wären, dabei kommt es auf ein paar Faktoren an, der wichtigste Faktor ist die Strichzahl, wenn man den Namen schreibt.
Die optimale Strichzahl kann auch mal recht niedrig ausfallen, dann kriegt das Kind kein Kanji sondern nur Katakana, obwohl sich womöglich eine Kanji-Schreibweise pfeilgrad aufdrängen würde, ich kannte mal eine ミチコ, eine Opernsängerin.
Als ich meine spätere Ehefrau kennenlernte, war sie gerade dabei, ihren Vornamen zu wechseln. Die lokale Hexe hatte ihren Vornamen M moniert, unter diesem Vornamen könnte sie niemals einen geeigneten Ehemann bekommen. Ich habe sie in D kennengelernt, da hatte sie schon Y im Paß stehen, hat aber dieses Jahr (Au pair Mädchen) in D noch den Namen M geführt. Insofern weiß ich nicht, ob ich ein geeigneter Ehemann bin. Ich habe auch nicht mit der Hexe selber gesprochen; erst haben es mir die Schwiegereltern in spe streng verboten, dann sagte ich zu mir, ich kann das ja erstmal zurückstellen, aber sie ist bald gestorben.
27.02.15 15:32
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Nia


Beiträge: 3.637
Beitrag #7
RE: Buchfehler
Danke koumori. grins

@Hellstorm: Diabolus ist wohl der deutsche Titel... Dann bin ich ja froh, dass mir das schon auf den ersten Seiten so sehr an den Nerven zerrte, dass ich es erst gar nicht weiter gelesen habe.
Normal lese ich ja gerne Dan Brown Bücher, aber das ging nicht.

“A poet is a musician who can't sing.”
― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.02.15 21:09 von Nia.)
27.02.15 21:09
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Yano


Beiträge: 2.058
Beitrag #8
RE: Buchfehler
Wahrscheinlich ist es nicht zielführend, so Scheißendrecke analysieren zu wollen, doch irgendwie verführerisch ist es schon, weil man sich mit den eigenen Sprachkenntnissen großtun kann.
Vor mir liegt ein kleines japanisches Zellophan-Kuvert mit unbrauchbaren Papierschneuztüchern, so wie man es an jeder Straßenecke und in jeder Bankfiliale in die Hand gedrückt bekommt.
(Unser japanischer Freund hier ist mir die Entsprechung des Wortes "Durchschnupffestigkeit" bisher schuldig geblieben, aber egal).
Jetzt trägt besagtes Kuvert aufgedruckt den Namen "HUMMING POCKET" und auch auf Katakana; diese angebliche Brummtüte werde ich am Montag entsorgen, wenn ein paar von den Altpapiercontainern entleert worden sind.
:
27.02.15 22:29
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torquato


Beiträge: 2.703
Beitrag #9
RE: Buchfehler
(27.02.15 13:08)Hellstorm schrieb:  Dan Brown ist sowieso der tollste.

Jup, in der Tat. Über weite Strecken ist er einfach nur unfreiwillig komisch. In seinen Büchern steckt haufenweise Unsinn drin, auf dem dann bedeutungsschwanger groß aufgebaut wird. Beim 'Da Vinci Code' habe ich so oft herzlichst lachen müssen.

Verblüffenderweise trotzdem insgesamt nette und unterhaltsamme Freizeitlektüre.
28.02.15 02:42
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Firithfenion


Beiträge: 1.201
Beitrag #10
RE: Buchfehler
(28.02.15 02:42)torquato schrieb:  Jup, in der Tat. Über weite Strecken ist er einfach nur unfreiwillig komisch. In seinen Büchern steckt haufenweise Unsinn drin, auf dem dann bedeutungsschwanger groß aufgebaut wird. Beim 'Da Vinci Code' habe ich so oft herzlichst lachen müssen.

Verblüffenderweise trotzdem insgesamt nette und unterhaltsamme Freizeitlektüre.

Auf jeden Fall. Auch wenn er natürlich wie jeder Mensche Fehler macht, so recherchiert er doch besser als mancher andere Unterhaltungsschriftsteller. Man erfährt oft interessante facts über bestimmte Orte, die man selber noch nicht wusste die sich aber bei Internetrecherche bestätigen. Diabolus war wohl sein erster Roman und obwohl es allem in allem gut gelungen ist, hat er sich offenbar auch die Kritiken zu Herzen genommen und konnte sich in seinen folgenden Romanen dann deutlich steigern, besonders mit der Schaffung seines Protagonisten Robert Langdon.

Die Gliederung finde ich auch gut. Kurze Kapitel und fast an jedem Kapitelende ein kleiner "Cliffhanger" der die Spannung aufrecht erhält. So ungefähr in dem Stil: "Sie öffneten die Tür und was sie dort sahen, verschlug ihnen die Sprache". Dann kommt das nächste Kapitel, es geht erstmal wieder an einen anderen Ort bevor man dann im übernächsten Kapitel erfährt, was den Protagonisten denn die Sprache verschlagen hat. So bleibt man ständig in einer gewissen Spannung. Gut finde ich auch die Twists am Ende, die einen häufig überraschen.

Truth sounds like hate to those who hate truth
28.02.15 10:15
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Buchfehler
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