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Interessanter Erfahrungsbericht
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Landei


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Beitrag #1
Interessanter Erfahrungsbericht
... über Leben, Arbeiten und "Japanisch sein": http://www.youtube.com/watch?v=EYvpHPT0ZM0&feature=sub

Leider auf Englisch und mit Verkehrsgeräuschen im Hintergrund, dass einem die Ohren abfallen. Trotzdem interessant.

Wenn's einfach wär', könnt's jeder - 難しくなければ、誰もが出来る
20.02.10 00:12
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shakkuri


Beiträge: 1.387
Beitrag #2
RE: Interessanter Erfahrungsbericht
Endlich mal einer, der die richtige Frage stellt: Ist es überhaupt erstrebenswert, ins Senpai/Kouhai- System 100% integriert zu sein?

接吻万歳
20.02.10 08:40
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Horuslv6


Beiträge: 1.829
Beitrag #3
RE: Interessanter Erfahrungsbericht
Gut, mich als Japan-Fan, der noch nie da war und sich bis jetzt nur Oberflächlich mit der Struktur der Gesellschaft außeinander gesetzt hat, hat das Video ziemlich nachdenklich gestimmt.
Das Hierarchiesystem und der daraus resultierende Druck, von dem der Herr berichtet ist für mich einerseits schwer nach zu vollziehen, andererseits macht man sich darüber noch keine Gedanken, wenn man erst die Sprache lernt.
Fand das Video aber dennoch als Denkanstoß sehr interessant.
22.02.10 18:58
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Koorineko


Beiträge: 913
Beitrag #4
RE: Interessanter Erfahrungsbericht
Danke fuer das Video. Es beschreibt genau das Gefuehl, dass wohl jeder, der einige Jahre in Japan lebt, fuehlt bzw. die Erkenntnis.
Es wird natuerlich keinen Mid-Zwanziger-J-Fan davon abhalten, das Gegenteil zu probieren, heutzutage glaubt ja ein Jugendlicher noch, was Aeltere mit Erfahrung sagen, aber sie werden auch zu diesem Punkt kommen.

Zusammenfassend kann man sagen:

* Aus einem Nicht-Japaner macht man keinen Japaner. Das ist, als wolle man aus einer Katze einen Hund machen.
* Es ist ueberhaupt nicht erstrebenswert (!) Japaner zu sein. Wie pervers muss man denn sein, sich in ein System von Kriechen + Treten freiwillig integrieren zu wollen ?
* Man kann wunderbar als Auslaender in Japan leben, sofern man intelligent genug ist, auf der einen Seite die Gesellschaft zu verstehen und weiss, sich in ihr geschickt zu bewegen und auf der anderen Seite man selbst zu bleiben, weil das meist mehr respektiert wird als krampfhaft saemtliche (diskutablen) Regeln einzuhalten.

*
23.02.10 00:45
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Horuslv6


Beiträge: 1.829
Beitrag #5
RE: Interessanter Erfahrungsbericht
Fasst du das Video jetzt nur zusammen, oder nimmst du das ganze als Erkentnis für dich als Tatsache hin? Das wird mir nicht ganz klar.
23.02.10 15:58
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Koorineko


Beiträge: 913
Beitrag #6
RE: Interessanter Erfahrungsbericht
(23.02.10 15:58)Horuslv6 schrieb:  Fasst du das Video jetzt nur zusammen, oder nimmst du das ganze als Erkentnis für dich als Tatsache hin? Das wird mir nicht ganz klar.

Wenn du mich meinst:
Also, das Video ist interessant und sollte von jedem gesehen werden, der ernsthaft plant nach J zu gehen.

Aber unter uns:
Mit ein bisschen nachdenken kommt man eigentlich selbst zu diesem Ergebnis. Und wer ein bisschen langsamer im Denken ist (wie ich), weiss das spaetestens im 2. Jahr des Aufenthaltes...
23.02.10 20:00
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TZ
Unregistriert

 
Beitrag #7
RE: Interessanter Erfahrungsbericht
(23.02.10 15:58)Horuslv6 schrieb:  Fasst du das Video jetzt nur zusammen, oder nimmst du das ganze als Erkentnis für dich als Tatsache hin? Das wird mir nicht ganz klar.
AUch wenn du scheinbar nicht genau auf die Frage antworten magst, würde mich das auch interessieren. Nach dem der gute Mann im Video nach ein paar Minuten nicht endlich mal zur Sache kam, wollte ich mir nicht weiter ansehen, wie er verzweifelt Richtung Sonne blinzelt.
Zitat:Wenn du mich meinst:
Also, das Video ist interessant und sollte von jedem gesehen werden, der ernsthaft plant nach J zu gehen.
Auch von Leuten mit Selbstbewusstsein, die nicht unbedingt irgendwo dazugehören müssen? zwinker
24.02.10 03:32
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Landei


Beiträge: 283
Beitrag #8
RE: Interessanter Erfahrungsbericht
(24.02.10 03:32)TZ schrieb:  
Zitat:Wenn du mich meinst:
Also, das Video ist interessant und sollte von jedem gesehen werden, der ernsthaft plant nach J zu gehen.
Auch von Leuten mit Selbstbewusstsein, die nicht unbedingt irgendwo dazugehören müssen? zwinker

Selbst wenn ich es selber nie tun würde (*), finde ich doch interessant, einmal die Erfahrungen von einem "Anpasser" zu hören. Und einige dort gesagte Dinge sind auch gut zu wissen, selbst wenn man "Gaijin" bleibt und nur die Zusammenhänge verstehen will.

(*) Mein Ego passt auf keinen Schwerlasttransporter, und die drei Tugenden eines Programmieres (Faulheit, Ungeduld und Anmaßung) sind mein Lebensmotto.

Wenn's einfach wär', könnt's jeder - 難しくなければ、誰もが出来る
24.02.10 09:55
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shakkuri


Beiträge: 1.387
Beitrag #9
RE: Interessanter Erfahrungsbericht
(23.02.10 00:45)Koorineko schrieb:  Aus einem Nicht-Japaner macht man keinen Japaner.

Also ich glaube schon, dass das prinzipiell möglich ist. Die Frage ist nur: wozu? Und wer hätte da was von? Die Japaner? Kaum. Der Gaijin? Eigentlich nicht.

Ich musste bei dem Video an die Leute denken, die zwar sehr viel über die japanische Kultur wissen, fließend Japanisch sprechen, aber trotzdem als 'Gaijin' behandelt werden, damit totunglücklich sind und sich ausgegrenzt fühlen.
Die sollten sich mal überlegen, ob die Japaner ihnen nicht vielleicht einen Gefallen damit tun, dass sie sie als 'Gast' behandeln. Damit gestehen sie ihm nämlich ne Menge Freiheiten zu, die die Japaner selber in Japan niemals haben werden.

接吻万歳
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.02.10 16:09 von shakkuri.)
24.02.10 16:08
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Koorineko


Beiträge: 913
Beitrag #10
RE: Interessanter Erfahrungsbericht
(24.02.10 16:08)shakkuri schrieb:  
(23.02.10 00:45)Koorineko schrieb:  Aus einem Nicht-Japaner macht man keinen Japaner.
Also ich glaube schon, dass das prinzipiell möglich ist. Die Frage ist nur: wozu?

"Wozu" ist schon die richtige Frage.
Selbst wenn die Frage nicht im Raum stuende: Ich bin fest davon ueberzeugt, dass man keine Chance hat, ein "normaler Japaner" zu werden, wenn man nicht dort geboren wurde oder bereits als kleines Kind in diesem Kulturkreis aufwaechst.
Selbst fuer Asiaten schon fast unmoeglich, bei einen Europaeer ist sein Aussehen alleine schon eine unueberwindliche Huerde.

Letztendlich fusst der Wunsch "Japaner" zu werden einfach auf dem "romantischen" und "faszinierenden" Klischée, dass sich ja relativ schnell in Luft aufloest, sobald man dort eine Weile wohnt und arbeitet.

Ja, als "bekennender" Gaijin kann man super dort zurecht kommen, Freunde haben, geschaetzt werden.
Viele finden sogar dort eine Niesche fuer ihr Tun, dass sie sonst in ihrer Heimat in der Art nicht vorfinden.
Beispiel: Marty Friedman, Gitarrist von Megadeth, der dort eine neue Heimat gefunden hat und sich offenbar sehr wohl fuehlt.

Er gibt u.a. Tipps, wie man besser Japanisch lernt ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=EtGgBp1eGMI
http://www.youtube.com/watch?v=Oqb6AkW3NKo
25.02.10 03:35
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Interessanter Erfahrungsbericht
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