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Ist Japanologie das richtige für mich?
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Thomas232
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Beitrag #21
RE: Ist Japanologie das richtige für mich?
(25.06.16 22:29)Dorrit schrieb:  Hast du schon den Japanologie-Leitfaden gefunden, den mal jemand im Forum (vor ein paar Jahren allerdings) geschrieben hatte? Vielleicht steht da ja ein bisschen drin, was dir weiterhelfen kann.
Danke dir aber das hab ich schon durchgelesen.

(26.06.16 02:27)Yano schrieb:  
(25.06.16 21:38)Thomas232 schrieb:  Also kommt drauf an was du damit willst. Das was du an der Uni lernst reicht vollkommen wenn du nur etwas transkribieren willst.

Das mit dem Transkribieren ist so eine Sache.
Wenn man, wie Du das andeutest, eine tolerante Fehlerquote für gut und richtig hält, könnte man das, was an Sprachfertigkeit Studieninhalt von Japanologie ist, als ausreichend ansehen für das Transskribieren, also das Umsetzen von Texten aus japanischer in lateinische Schrift und umgekehrt. Allerdings drängt sich mir dabei die Frage auf, wozu solches Transskribieren dienlich sein könnte.
Alleiniges Transkribieren leichter Texte ist eine Aufgabe, die sich im wirklichen Leben so gut wie nie stellt, Trankribieren hingegen als Bestandteil des Übersetzens sollte durchaus richtig ausgeführt werden und ist dann jedoch wie dieses auch zumeist auf über Japanologie hinausgehende Sprach- und Sachkenntnisse angewiesen.

Allgemein scheint auch bei Menschen, die sich mit dem Sprachenlernen leicht tun, das Interesse an neuen Sprachen mit zunehmendem Lebensalter flacher, kurzatmiger zu werden.

Es gibt aber nen Unterschied, vor allem wenn es jetzt um sowas wie Latein handelt, zwischen Rechtschreibung und Sinndeutung beim transkribieren.
26.06.16 02:35
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Yamahito


Beiträge: 233
Beitrag #22
RE: Ist Japanologie das richtige für mich?
(26.06.16 02:35)Thomas232 schrieb:  [quote='Dorrit' pid='135070' dateline='1466886565']
Hast du schon den Japanologie-Leitfaden gefunden, den mal jemand im Forum (vor ein paar Jahren allerdings) geschrieben hatte? Vielleicht steht da ja ein bisschen drin, was dir weiterhelfen kann.
Thomas: Danke dir aber das hab ich schon durchgelesen.

Ja, und?! Ich habe es nämlich auch gerade gelesen, und es scheint mir jede deiner Fragen in klarster Weise (sogar aufgedröselt in wöchentliche Arbeitsstunden) zu beantworten.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.06.16 08:06 von Yamahito.)
26.06.16 08:05
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.897
Beitrag #23
RE: Ist Japanologie das richtige für mich?
(26.06.16 02:35)Thomas232 schrieb:  Es gibt aber nen Unterschied, vor allem wenn es jetzt um sowas wie Latein handelt, zwischen Rechtschreibung und Sinndeutung beim transkribieren.

Ich glaube, du missdeutest Transkiption etwas. Bei Latein ist gar keine Transkription notwendig: Du hast den Text ja schon in lateinischen Buchstaben, und aus einem Gespräch schreibst du ihn auch nicht nieder.

Zitat Wiktionary:
Zitat:Bedeutungen:
[1] Linguistik: die lautgetreue Übertragung von gesprochener Sprache, Gesprächen oder Gebärden in eine schriftlich fixierte Form (beispielsweise Lautschrift)
[2] Linguistik: die lautgetreue Übertragung eines Textes in ein anderes Alphabet

Bei Japanisch wird das schon teilweise gemacht. Wenn du einen Text wie z.B. 日本語は漢字とかなで書かれています。 hast, dann können da Leute ohne Japanischkenntnisse nichts mit anfangen. Man transkibriert ihn dann vielleicht manchmal in „nihongo wa kanji to kana de kakarete imasu“. Dieser Vorgang ist tatsächlich sehr einfach, und abgesehen von einigen Fallen, wo eine genaue Transkription nicht festgelegt ist (z.B. Worttrennung) oder wo man die Aussprache nicht unbedingt weiß oder sie mehrdeutig ist (Transkribiert man 日本 nun als nihon oder nippon?), kann das auch ein schlechter Japanologiestudent, der nie richtig aufgepasst hat.

Nur kann dann die Person mehr damit anfangen? Deswegen würde man ihn gleich übersetzen, und zwar in „Japanisch wird mit Kanji und Kana geschrieben“.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.06.16 10:10 von Hellstorm.)
26.06.16 10:09
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Elsa


Beiträge: 83
Beitrag #24
RE: Ist Japanologie das richtige für mich?
Leute, hier weht ja wieder ein aggressiver Wind. Aber ich war ja auch lange nicht mehr Forum.

@ Thomas232

Insgesamt klingt das doch, als ob du dir Gedanken machen würdest. Das ist gerade hier im Forum nicht selbstverständlich. Deshalb finde ich es ein bisschen schade, dass hier jeder deine Fragen so ignoriert.

Zwar bin ich auch der Meinung, dass ein zweites geisteswissenschaftliches Studium deine beruflichen Chancen nicht gerade fördert, aber ich meine auch herauszulesen, dass du aus „gutem“ Hause kommst und durch deine Familie abgesichert bist. Im Übrigen hast du ja gesagt, dass dir bewusst ist, dass Japanologie zu den brotlosen Künsten gehört. Letztlich bleibt es deine Entscheidung und natürlich wirst du später viele Jahrzehnte arbeiten müssen und eine gute Ausbildung führt zu einem guten Arbeitsplatz, genauso wichtig sollte es aber auch sein, das eigene Leben so zu gestalten, wie du es gern möchtest. Ich würde niemandem zu dem Studium raten, aber wenn es jemand wirklich studieren will, würde ich auch niemanden davon abraten.

Zum Thema:

Du wirst im Japanologiestudium zumindest im Grundstudium den Schwerpunkt auf dem Spracherwerb finden. Daneben werden einige Seminare und Vorlesungen zu der jeweiligen Ausrichtung der Japanologie angeboten. Im Hauptstudium sollte dann der Sprachkurs deutlich in den Hintergrund treten und die fachspezifischen Seminare und Vorlesungen in den Vordergrund. Wenn du eine Japanologie wählst, die auf Kultur ausgerichtet ist (Leipzig), dann kommen entsprechende Kurse dazu; wählst du eine, die auf Wirtschaft ausgerichtet ist (Hamburg???), dann gibt es dazu Kurse. Du solltest demnach KEINE Uni wählen, deren Japanologie auf Linguistik/Literaturwissenschaft ausgerichtet ist, weil dann kommt das, was du nicht willst, nämlich Linguistik, Literaturanalyse, Klassisches Japanisch, Übersetzen. Ich glaube Frankfurt und Heidelberg sind zwei so Unis, Bochum, glaube ich, auch. Da müsstest du halt mal googeln und dir Lehrpläne anschauen.

Wie ich immer wieder höre (obwohl ich es manchmal nicht ganz glauben kann), brauchst du dir keine Sorgen machen, dass du ein sehr gutes oder perfektes Japanisch lernen wirst oder können musst (das hängt sicher auch von deiner Arbeitsmoral ab). Es scheint so, dass ein Japanologiestudium am Ende durchaus auch Absolventen auf dem B1/B2-Level ausspuckt (was ja wirklich ein bisschen beschämend ist). Mit ein wenig Morphosyntax wirst du trotzdem irgendwann konfrontiert werden. Das hat ein Sprachstudium so an sich. Vielleicht gibt es aber auch Unis, die unterdurchschnittlich viel Wert auf den Sprachkurs legen und dafür mehr Wert auf die kulturwissenschaftlichen/wirtschaftswissenschaftlichen Aspekte? Die Uni Mainz z.B. bietet im Bereich Japan-Studien nur eine sehr abgespeckte Version der Japanologie (soweit ich sehe ohne Ausrichtung auf irgendwas bestimmtes?) an, da könntest du nebenbei ein „sinnvolles“ Fach belegen, ohne dich zu viel mit der Sprache beschäftigen zu müssen. In jedem Fall ist viel Recherche nötig, bevor du dich für eine Uni entscheidest. Die Sprache wirst du am Ende aber in keinem Fall so gut können müssen, wie du befürchtest.

Da du schon mehrere Sprachen sprichst, u.a. Türkisch, finde ich, hast du gute Voraussetzungen für ein Sprachstudium. Wer schon mehrere Sprachen kann, lernt einfach schneller neue. Türkisch, wie du vielleicht nicht weißt, weil du ja wenig Interesse an Sprachwissenschaft hast, gehört genauso wie Japanisch zu den agglutinierenden Sprachen. Das bringt dir vielleicht keinen allzu großen zusätzlichen Vorteil, aber einen kleinen vielleicht schon, denn es wird es dir sicher leichter machen, Japanisch schneller als Ganzes zu erfassen.
26.06.16 18:01
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Thomas232
Unregistriert

 
Beitrag #25
RE: Ist Japanologie das richtige für mich?
(26.06.16 18:01)Elsa schrieb:  Leute, hier weht ja wieder ein aggressiver Wind. Aber ich war ja auch lange nicht mehr Forum.

@ Thomas232

Insgesamt klingt das doch, als ob du dir Gedanken machen würdest. Das ist gerade hier im Forum nicht selbstverständlich. Deshalb finde ich es ein bisschen schade, dass hier jeder deine Fragen so ignoriert.

Zwar bin ich auch der Meinung, dass ein zweites geisteswissenschaftliches Studium deine beruflichen Chancen nicht gerade fördert, aber ich meine auch herauszulesen, dass du aus „gutem“ Hause kommst und durch deine Familie abgesichert bist. Im Übrigen hast du ja gesagt, dass dir bewusst ist, dass Japanologie zu den brotlosen Künsten gehört. Letztlich bleibt es deine Entscheidung und natürlich wirst du später viele Jahrzehnte arbeiten müssen und eine gute Ausbildung führt zu einem guten Arbeitsplatz, genauso wichtig sollte es aber auch sein, das eigene Leben so zu gestalten, wie du es gern möchtest. Ich würde niemandem zu dem Studium raten, aber wenn es jemand wirklich studieren will, würde ich auch niemanden davon abraten.

Zum Thema:

Du wirst im Japanologiestudium zumindest im Grundstudium den Schwerpunkt auf dem Spracherwerb finden. Daneben werden einige Seminare und Vorlesungen zu der jeweiligen Ausrichtung der Japanologie angeboten. Im Hauptstudium sollte dann der Sprachkurs deutlich in den Hintergrund treten und die fachspezifischen Seminare und Vorlesungen in den Vordergrund. Wenn du eine Japanologie wählst, die auf Kultur ausgerichtet ist (Leipzig), dann kommen entsprechende Kurse dazu; wählst du eine, die auf Wirtschaft ausgerichtet ist (Hamburg???), dann gibt es dazu Kurse. Du solltest demnach KEINE Uni wählen, deren Japanologie auf Linguistik/Literaturwissenschaft ausgerichtet ist, weil dann kommt das, was du nicht willst, nämlich Linguistik, Literaturanalyse, Klassisches Japanisch, Übersetzen. Ich glaube Frankfurt und Heidelberg sind zwei so Unis, Bochum, glaube ich, auch. Da müsstest du halt mal googeln und dir Lehrpläne anschauen.

Wie ich immer wieder höre (obwohl ich es manchmal nicht ganz glauben kann), brauchst du dir keine Sorgen machen, dass du ein sehr gutes oder perfektes Japanisch lernen wirst oder können musst (das hängt sicher auch von deiner Arbeitsmoral ab). Es scheint so, dass ein Japanologiestudium am Ende durchaus auch Absolventen auf dem B1/B2-Level ausspuckt (was ja wirklich ein bisschen beschämend ist). Mit ein wenig Morphosyntax wirst du trotzdem irgendwann konfrontiert werden. Das hat ein Sprachstudium so an sich. Vielleicht gibt es aber auch Unis, die unterdurchschnittlich viel Wert auf den Sprachkurs legen und dafür mehr Wert auf die kulturwissenschaftlichen/wirtschaftswissenschaftlichen Aspekte? Die Uni Mainz z.B. bietet im Bereich Japan-Studien nur eine sehr abgespeckte Version der Japanologie (soweit ich sehe ohne Ausrichtung auf irgendwas bestimmtes?) an, da könntest du nebenbei ein „sinnvolles“ Fach belegen, ohne dich zu viel mit der Sprache beschäftigen zu müssen. In jedem Fall ist viel Recherche nötig, bevor du dich für eine Uni entscheidest. Die Sprache wirst du am Ende aber in keinem Fall so gut können müssen, wie du befürchtest.

Da du schon mehrere Sprachen sprichst, u.a. Türkisch, finde ich, hast du gute Voraussetzungen für ein Sprachstudium. Wer schon mehrere Sprachen kann, lernt einfach schneller neue. Türkisch, wie du vielleicht nicht weißt, weil du ja wenig Interesse an Sprachwissenschaft hast, gehört genauso wie Japanisch zu den agglutinierenden Sprachen. Das bringt dir vielleicht keinen allzu großen zusätzlichen Vorteil, aber einen kleinen vielleicht schon, denn es wird es dir sicher leichter machen, Japanisch schneller als Ganzes zu erfassen.



Danke dir für die Antwort! Konnte leider die letzten Tagen nicht antworten.

Ich werde mich mal die Tage mehr informieren und mich mal bei dir melden.
29.06.16 10:09
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Ist Japanologie das richtige für mich?
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