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Japanisch gut später für wirtschaftliche Berufe
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tlnn


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Beitrag #11
RE: Japanisch gut später für wirtschaftliche Berufe
Viel Glück, Walt. Ich bin in dem Bereich tätig, den du anstrebst. Ich würd beide lernen wollen, wenn ich noch viel Zeit hätte. Vielleicht wenn ich dann wieder viel Zeit habe, tue ich's auch noch zwinker Von meinem Blickwinkel aus lerne ich ganz viel auf ganz vielen Ebenen vom Japanischen, auch beruflich. Die haben da spannende betriebswirtschaftliche Modelle und ich meine nicht das ewig zitierte kaizen. Die costing-Modelle z.B. sind sehr spannend.

Wie andere sagten, Japan's Wirtschaftsmacht besteht schon, China ist im Kommen. Aber wie es dann genau ausschaut, wenn du im Geschäft bist, kann niemand sagen. Deshalb rate ich, mach das, was am meisten Spass macht. Das was du dann wirklich brauchst, machst du dann eh noch und dann vielleicht vom Arbeitgeber bezahlt zwinker Vielleicht landest du in Korea und kannst weder vom japanischen noch vom chinesischen wirklich viel brauchen (Bruderherz wohnt in Korea, deshalb kenne ich das auch ein bisschen)
10.05.10 20:48
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gakusei


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Beitrag #12
RE: Japanisch gut später für wirtschaftliche Berufe
Hier mein Kommentar zur Frage, "Japanisch oder Chinesisch, was ist besser für die Karriere". Ist irgendwie ein bissl lang geraten, aber die Frage wird ja auch oft gestellt hier. Dazu der Hinweis, ich kenne mich mit dem Teil des Jobmarkts für den Chinesisch relevant ist nicht so aus, also bitte gerne ergänzen / kommentieren / korrigieren, bzgl. Japanisch hab ich glaub ich im Wirtschaftsbereich nen ganz guten Überblick, zumindest im Bereich der Berufseinsteiger.

Zunächst einmal bringen beide Sprachen so gut wie gar nichts (außer als "ästhetische CV-Pimpification"), wenn man sie nicht wirklich auf einem sehr professionellen Niveau spricht. Das schafft nicht jeder, bei Japanisch und Chinesisch - zumindest unter "Westlern" nicht sehr viele. Oft ist es ein Zeitproblem oft auch einfach ein Problem der mangelnden Fähigkeiten, wobei das im Endeffekt auch "nur" ein Zeitproblem ist. Oft fehlt es meiner Erfahrung nach nichtmal an den Fähigkeiten eine Sprache zu lernen, sondern an der falschen Herangehensweise, also bzgl. Lerntechnik und Zeitmanagment. Hier kommt das JN ins Spiel, was meiner Ansicht nach die besten Informationsquelle für Anregungen ist wie man persönlich am besten Japanisch lernen könnte. Es ist jedenfalls besser als die Meinung EINES Lehrers, noch dazu wenn er sich nicht mit neuen Lernmethoden auskennt, was ja zu oft der Fall ist. Dass es nicht DEN Königsweg gibt liest man hier ja an jeder Ecke und sollte auch jedem klar sein. Als Vorraussetzung für das Ganze ist natürlich noch die entsprechende Motivation, was bedeutet sowohl die Lernmethode als auch der Inhalt, also egal ob Japanisch oder Chinesisch, muss einem sehr viel Spaß machen.

Bzgl. der Karriereaussichten muss man zunächste sagen, dass trotz Globalisierung Jobs in Deutschland in denen man Japanisch oder Chinesisch brauchen könnte relativ rar gesät sind. Selbst für die meisten Jobs die direkt oder indirekt etwas mit Japan oder China zu tun haben, ist es oft nur "nice to have", insbesondere wenn das Sprachniveau nicht wirklich extrem gut ist. Alles unter JLPT2-Niveau ist eigentlich eh egal, und sollte im CV auch nicht aufgeführt werden, außer vielleicht unter Hobbies und Interessen, aber bestimmt nicht unter Fähigkeiten. Davon abgesehen, gibt es wohl mehr Jobs zur Zeit die mit der aufstrebenden Wirtschaftsnation China zu tun haben und man liest ja auch immer über die tollen Jobaussichten mit Chinesisch. Dahingegen kann ich nach meiner Erfahrung nur sagen, dass es im Japanischen Sektor sehr ärmlich aussieht. Am ehesten sind die Fremdsprachen wohl noch bei den großen Unternehmensberatungen gefragt, denn die haben immer mal wieder Projekte wo die Sprachkenntnisse tatsächlich was bringen.

Bei Jobs in Japan oder China selbst hingegen, ist das Beherrschen der Sprache natürlich von Vorteil, aber trotzdem nicht unbedingt notwendig, jedenfalls nicht für den Job an sich. In Japan, und wohl auch überall sonst auf der Welt, werden von internationalen Unternehmen Sprachkenntnisse (außer Englisch) wohl wesentlich geringer gewichtet als die entsprechenden Fachkenntnisse und alles andere (IT und Soft Skills etc.) was man als erfolgreicher Mensch so braucht. Die meisten Expats sind auch tatsächlich relativ "erfolgreich", also fachlich und sonst auch sehr gut, da ein Unternehmen tendenziell nur seine besten Leute ins Ausland schickt, bzw. int. Unternehmen in Japan sich ebenfalls nur die besten rauspicken, und da der Jobmarkt für nicht Japaner noch härter ist. Man sollte also wohl um in Japan oder China zu arbeiten, in seinem Bereich zumindest zum besten Drittel gehören. Defizite in den Fachkenntnissen können wenn dann nur geringfügig durch sehr gute (!) Japanischkenntnisse ausgeglichen werden. Ansonsten gehts natürlich auch mit viiiieel Glück, ... aber halt wahrscheinlich, nicht auf Dauer. Ich habe jedenfalls durch die Bank nur sehr intelligente und auch sonst fähige Menschen kennengelernt, das Sprachniveau von 90% der im Wirschaftsbereich tätigen Expats die ich getroffen habe, war dahingegen nicht professionell genug als dass sie es im Job einsetzen würden. Es gibt da höchstens ein paar Inder die auch im sprachlichen Bereich wirklich fit sind, wenn im Wirtschaftsbereich tätig dann allerdings - wie es das Klischee will - meist mit IT-Bezug (also IT-Abteilung einer Bank, IT-Consulting einer Unternehmensberatung, etc.). Ich denke eigentlich, dass es in China ähnlich sein sollte, weiß es aber nicht. Man sieht ja im Fernsehn schon öfter Deutsche/Ausländer die in China arbeiten und anscheinend (kann ich nicht beurteilen) relativ gut Chinesisch sprechen. Aber es kann auch sein, dass sich die Sender auch einfach die entsprechenden Leute rauspicken. Ich würde also schlussfolgern, wer also lediglich in Japan arbeiten will, sollte sich primär auf seine fachliche Ausbildung konzentrieren. Da man im Beruf dann nicht mehr soviel Zeit hat die Sprache zu lernen kann man die dann zwar nicht so gut, aber hat trotzdem die besseren Chancen in Japan einen Job zu finden. Das gilt natürlich auch für alle anderen Studiengänge mit allgemein guten Karriereaussichten. Die Japanischkenntnisse kann man dann ja auch learning-by-doing bzw. learning-by-living im Land nachholen, nachdem man aufgrund seiner Fachkenntnisse und sonstigen Fähigkeiten einen der heiß-begehrten Expatjobs ergattert hat. Extra für solche Leute gibt es ja dann zum Beispiel auch dieses Stipendien-Programm „Sprache und Praxis“ (?? Bin mir gerade nicht sicher mit dem Namen) vom DAAD.

Als nächstes darf die Konkurrenz aus dem jeweiligen Land bzgl. der Karriereaussichten natürlich auch nicht unterschätzt werden. Wenn man super Japanisch oder Chinesisch kann ist bei sonst gleichen Fähigkeiten und Kenntnissen der einzige Vorteil schließlich, gerade noch dass man zusätzlich auch super Englisch kann(!), und hauptsächlich für Jobs in Dland oder bei deutschen Firmen im Ausland vielleicht noch Deutsch. Auch wenn ich nicht 100%ig abschätzen kann, wie es sich mit Englisch-Kenntnissen bei Wiwis in China verhält, würd ich jetzt einfach mal erwarten, dass heutzutage der durchschnittliche "Business Chinese" um einiges besser Englisch kann als der durchschnittliche "Business Japaner". Man sehe sich nur die teilweise beeindruckenden / beängstigenden Videos über Englischunterricht in China an, und stelle dem das Englischlernen in Japanischen Eikaiwas gegenüber! Natürlich kann man nur raten wie sich die zukünftigen potentielle Konkurrenz aus dem jeweiligen anderen Land noch "doppelt-relativ", also Job-Angebot zu Nachfrage/Konkurrenz von China vs. Japan, entwickeln wird. Ich meine jedoch auch wenn sich die Japaner hier verbessert haben, die Chinesen einfach viel aktiver sind, was bspw. das Studium im Ausland angeht. Zumindest für Deutschland (bzw. meine Uni als Beispiel), haben da die Chinesen ganz klar die Nase vorn. Wenn du dir hier mal unter Studierendenstatistik des HWS2009 die Studentenzahlen nach Herkunftsland (S.9) anschaust siehst du, dass die Uni Mannheim letztes Semester 11 japanische vs. 98 chinesische Studenten hatte, welche damit nach Bulgaren (179) und Türken(128) die größte Ausländergruppe unter den Studenten stellen (Japan an Stelle 25,5). Natürlich ist China um einiges größer als Japan, aber wenn du dir anguckst wie die Studenten auf die Studiengänge verteilt sind, fällt auf, dass ca. 60% der Chinesen Wirtschaftswissenschaften studieren wobei es 0% (!!!) bei den Japanern sind. Alle japanischen Studenten belegten entweder Sprachwissenschaften oder etwas anderes. Zum einen hast du also unter den japanischen Studenten weniger Konkurrenz rein zahlenmäßig, aber auch qualitativ, denn um an einer deutschen Uni Wirtschaftswissenschaften studieren zu können musst du fließend Deutsch und/oder Englisch, eigentlich zumindest Englisch (reicht jedenfalls in Mannheim) können. Die Erfahrung meiner Studienzeit, sowohl in Mannheim als auch in Tokio, bestätigt dieses Bild, und ich habe einige Japaner kennengelernt die auch sehr gut Deutsch konnten, aber eben keine WiWis waren, außerdem konnte von denen die sehr gut Deutsch konnten wieder nur ein kleiner Teil auch sehr gut Englisch. Das Deutsch und Englisch der Chinesen, die ich kennengelernt habe, war meistens beeindruckend gut. Das Bild sollte wohl auch repräsentativ für andere deutsche Unis sein, insbesondere im Bereich Wirschaftswissenschaften, da Mannheim da ganz gut aufgestellt ist, also wohl auch von ausländischen Studenten bevorzugt gewählt werden sollte (wobei ich als ausländischer Student ne schönere Stadt wählen würde, aber man kennt ja die karrieregeilen WiWis zwinker ). Trotzdem hat sich kein einziger WiWi-Japaner dorthin verirrt, bzw. die Kriterien erfüllt auch WiWi in Dland zu studieren. Denn ein paar der Japaner sind zwar durchaus in Japan Wiwis, aber ihr Deutsch/Englisch ist meist nicht ausreichend für die entsprechenden Studiengänge, weswegen sie in Dland dann nur Sprachkurse besuchen. Mag natürlich in anderen Ländern anders aussehen, da viele gute Studenten halt erst gar nicht nach Dland kommen, sondern in die USA oder nach England gehen. Zur Konkurrenz aus dem Ausland ist vielleicht noch zu sagen, dass deutsche Unternehmen auch in China oder Japan dann halt doch oft einen Deutschen einer Person anderer Nationalität vorziehen. Und das gilt wohl für die meisten internationalen Konzerne. Das Gewicht auf der entsprechenden Muttersprache ist dann wohl doch relativ hoch.

Nochmal zusammenfassend, damit Japanisch oder Chinesisch wirklich für die Karriere nützlich ist, müssen die Sprachkenntnisse sehr sehr gut sein. Man muss also sehr sehr viel Zeit investieren, und damit man das auch tun kann, muss einem die Sprache sehr sehr viel Spaß machen. Neben dem gibt wohl der Jobmarkt für Chinesisch-Sprecher wesentlich mehr her, aber als angehender Wiwi, sollte man sich unter Angebot-induzierter Nachfrage etwas vorstellen können, soll heißen, die Konkurrenz ist beim Chinesischen wohl sowohl aus China als auch aus Dland oder dem übrigen Ausland um einiges größer. Wo man rein arbeitsmarktechnisch die besseren Chancen hat ist demnach nur schwer zu sagen, es ist aber auch nicht so wichtig, da man sowieso keine Chancen hast, wenn einem die Sprache nicht liegt und vor allem fachlich nichts drauf hat. Falls es einem bloß darum geht in Japan oder China zu arbeiten bzw. zu leben, konzentriert man sich also am besten auf das fachliche Studium. Ach ja, und wer meint er möchte Japanisch lernen um einmal in Japan zu arbeiten, aber nicht gut Englisch kann ist ein Träumer, das ist als Gaijin neben den fachlichen Fähigkeiten und noch vor den Japanischkenntnissen, das wichtigste Asset, es sei denn man träumt davon im Kombini zu arbeiten.

Fazit vom Fazit, wenn man nicht auf den Kopf gefallen ist, macht man das was einem am meisten Freude bereitet und seinen Interessen entspricht, und macht es mit Leidenschaft! Das gilt imho übrigens für jeden Bereich im Leben in dem man erfolgreich sein will ...
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.05.10 22:58 von gakusei.)
10.05.10 22:35
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Walt


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Beitrag #13
RE: Japanisch gut später für wirtschaftliche Berufe
Danke für deinen tollen Beitrag^^
Ich will eigentlich gar nicht in Japan oder China leben ich würde es nur besser finden wenn ich meine Sprachkenntnisse mit einer fernölstlichen Sprache (Chinesisch oder Japanisch) erweitern würde um dann besser für die wirtschaftlichen Berufe vorbereitet zu sein.
11.05.10 16:04
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gakusei


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Beitrag #14
RE: Japanisch gut später für wirtschaftliche Berufe
(11.05.10 16:04)Walt schrieb:  Ich will eigentlich gar nicht in Japan oder China leben ich würde es nur besser finden wenn ich meine Sprachkenntnisse mit einer fernölstlichen Sprache (Chinesisch oder Japanisch) erweitern würde um dann besser für die wirtschaftlichen Berufe vorbereitet zu sein.

Zwei kleinere Aspekte fallen mir noch ein. Zum einen ist da der sog. Signaling-Effekt, soll heißen wenn du in deinem Studium allgemein sehr gut bist und es schnell durchgezogen hast, und dann obendrauf noch ne fernöstliche Sprache gelernt hast, kannst du deinem Arbeitgeber signalisieren, dass du ein absolutes Arbeitstier mit gutem Zeitmanagement bist. Es geht also nicht um die erlernte Fähigkeit an sich, sondern darum, dass du es ("locker leicht") geschafft hast. Das ist es ja im Prinzip, was viele meinen wenn sie sagen "das macht sich gut im Lebenslauf". Ist natürlich ein relativ doofer Grund eine Sprache zu lernen, jedenfalls isoliert betrachtet.

Ein zweiter Aspekt, der mir persönlich noch sehr wichtig war, bzw. sogar der Hauptgrund war aus dem ich überhaupt angefangen habe zu lernen und dabei geblieben bin, ist, dass sich einem durch asiatische Sprachen völlig neue Perspektiven eröffnen. Weil man sich mit der Sprache auch die darin enthaltene sprachliche Logik und die jeweilige fremde Kultur erschließt, erweitert sich der geistige Horizont ungemein, und lässt einen auch die eigene Kultur und Sprache besser verstehen. Das gilt zwar für jede Fremdsprache, aber je unterschiedlicher diese und die zugehörige Kultur von der eigenen ist, desto besser. Je weiter die Sprache von der eigenen entfernt ist, desto weiter kann man praktisch zurücktreten und umso besser versteht man das Gesamtbild seiner eigenen Sprache und Kultur inklusive ihrer Denkmuster. Ich halte Menschen die solch wirklich "fremde" Fremdsprachen können zwar nicht für intelligenter, aber ich denke sie können tendenziell bzgl. vieler Dinge besser reflektieren, bzw. haben bessere Vorraussetzungen dafür. Man braucht halt auch einen Arbeitgeber der das zu schätzen weiß.
11.05.10 19:27
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tlnn


Beiträge: 169
Beitrag #15
RE: Japanisch gut später für wirtschaftliche Berufe
Japanisch hat zumindest in der Schweiz einen speziellen Signaling-Effekt, denke ich. Japaner sind ja bekannt als arbeitsam, strebsam, höflich etc. etc. Wenn du die Sprache lernst, hat das alles doch sicher auch was mit dir zu tun, nicht? Jeder potentielle Arbeitgeber hat mich darauf im Vorstellungsgespräch äusserst positiv angesprochen. China wird bei uns zur Zeit eher mit schlechter Qualität und wahnsinnig riesigen Menschenmengen in Verbindung gebracht. Und Signal-Aufnahme hat viel mit Vorurteilen zu tun. Aber eben, das kann sich verändern.
11.05.10 19:48
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gakusei


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Beitrag #16
RE: Japanisch gut später für wirtschaftliche Berufe
(11.05.10 19:48)tlnn schrieb:  Japanisch hat zumindest in der Schweiz einen speziellen Signaling-Effekt, denke ich. Japaner sind ja bekannt als arbeitsam, strebsam, höflich etc. etc. Wenn du die Sprache lernst, hat das alles doch sicher auch was mit dir zu tun, nicht? Jeder potentielle Arbeitgeber hat mich darauf im Vorstellungsgespräch äusserst positiv angesprochen. China wird bei uns zur Zeit eher mit schlechter Qualität und wahnsinnig riesigen Menschenmengen in Verbindung gebracht. Und Signal-Aufnahme hat viel mit Vorurteilen zu tun. Aber eben, das kann sich verändern.

Seh ich eigentlich gar nicht so. Nur weil du dich für eine andere Kultur und deren Sprache interessierst, heißt das doch nicht, dass du - selbst wenn die Vorurteile stimmen würden, und es DEN typischen Japaner oder Chinesen geben würde - deren schlechte oder guten Eigenschaften annimmst. Das ist ja im Prinzip die ultimative Form der Diskriminierung, in der nicht nur ein bestimmter Personenkreis selbst, sondern auch alle die mit ihm zu tun haben diskriminiert werden (Diskriminierung geht ja in beide Richtungen). Denke/hoffe nicht, dass irgendein Personaler solche Flausen im Kopf hat.

Beim Signaling geht es nur um den Aufwand, den jemand betreibt, bzw. ein gewisses Ergebnis von dem du auf die "Kostenfunktion" (hier mit Zeitaufwand als Kosteneinheit) und damit auf die Fähigkeiten (hier die Lerngeschwindigkeit, Zeitmanagement-Fähigkeiten) schließen kannst, da von Ihnen der individuelle Preis (Zeitaufwand pro Lernheinheit) den jeder zahlen muss abhängt. Jemand der sehr viel gelernt hat signalisiert also herrausragende Fähigkeiten, da es sich für jemanden der nicht so gut ist, selbst wenn er das Lernpensum schaffen würde, vom Aufwand her nicht lohnen würde. Sry, für den VWLer-Schmons.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.05.10 01:45 von gakusei.)
12.05.10 01:41
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tlnn


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Beitrag #17
RE: Japanisch gut später für wirtschaftliche Berufe
Seh ich auch nicht so. Die Frage war provokativ gemeint. Aber das ist, was mir in Vorstellungsgesprächen begegnet. Vorurteile wirken, wenn sie nicht reflektiert werden. Natürlich musst du trotzdem noch durch das Assessment Center durch. Aber klug eingesetzt, ist es hier zumindest ein klarer Asset.
12.05.10 23:09
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noosy


Beiträge: 5
Beitrag #18
RE: Japanisch gut später für wirtschaftliche Berufe
Ich finde Japanisch ist total schwer zu lernen, und wenn ich sehe wie viele Menschen es aus Japan gibt, die mühelos und schnell Deutsch lernen, dann verliere ich die Motivation. Denn ein Arbeitgeber wird ja wohl genügend Native Speaker finden, die viel besser übersetzen können als ich es jemals können werde :-(
09.06.10 10:43
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tc1970


Beiträge: 216
Beitrag #19
RE: Japanisch gut später für wirtschaftliche Berufe
Können Japaner wirklich leicht deutsch lernen ?

Wenn ich an meine Studienzeit zurückdenke, gab es sehr viele Chinesen in der Uni-Bibliothek, die auch deutsch konnten. Japaner sind mir aber nicht begegnet.

Vielleicht ist der Vergleich zwischen Japanisch und Chinesisch so ähnlich wie der Vergleich zwischen Spanisch und Norwegisch.

Spanisch wird von viel mehr Menschen gesprochen als Norwegisch. Wenn man aber nach Norwegen auswandert und Norwegisch kann, hat man wahrscheinlich einen höheren Lebensstandard als in Südamerika (oder auch Deutschland.)
09.06.10 13:31
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.897
Beitrag #20
RE: Japanisch gut später für wirtschaftliche Berufe
Ich glaube, das liegt dann aber eher daran, dass allgemein eher weniger Japaner eine Fremdsprache lernen.
Außerdem kann es sein, dass Deutsch in China eher chic ist.

Ich habe schon viele ältere Japaner getroffen, die extrem gut Deutsch konnten. Ich glaube, damals war das dort einfach populärer.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
11.06.10 02:45
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Japanisch gut später für wirtschaftliche Berufe
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