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"Nein" sagen
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Gianni


Beiträge: 10
Beitrag #1
"Nein" sagen
Hallo zusammen

eigentlich wollte ich diesen Beitrag in die Rubrik "Leben und Reisen" stellen, aber das funktionierte irgendwie nicht, also nehmt es mir bitte nicht übel, wenn ich meine Frage stattdessen hier rein schreibe.

Also, folgendes: ich plane zur Zeit eine Reise nach Japan, da ich dort einige Leute kenne (Japaner natürlich). Geplant ist nun u.a. ein gemeinsames Essen und eventuell eine Übernachtung in einem Ryokan mit Quelle (Ito-Spa, falls es jemand kennt). Nun wollte ich wissen, wie ich allenfalls Sachen, die ich nicht machen will, ablehnen kann? Ich trinke z.B. keinen Alkohol; wie kann ich da den Sake ablehnen, ohne, dass ich zu unhöflich bin? Oder wie kann ich mich vorm Karaoke drücken?
Eine Kollegin, die mir per e-Mail planen hilft, bringt immer wieder Beispiele, was ich noch machen oder sehen könnte, aber wie beschrieben sind mir einige Sachen entweder zu weit entfernt oder interessieren mich eher weniger. Wie kann ich da einen ablehnenden Bescheid geben, ohne dass ich gleich wie ein Elefant im Porzellanladen wirke?
Vielleicht noch zur Info: die Japaner, die ich kenne, habe ich in Italien kennen gelernt, sie haben also "Kenntnisse" der europäischen Kultur. Vielleicht hat das ja auch Einfluss auf die Antwort?!

Vielen Dank für eure Hilfe

Gianni gähn
09.03.07 21:21
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zongoku
Inaktiv

Beiträge: 2.973
Beitrag #2
RE: "Nein" sagen
Um ein Getraenk zu verweigern, brauchst du nichts zu sagen. Es genuegt dass du die flache Hand mit dem Ruecken nach oben, ueber die Tasse oder das Glas legst.

Fuer Speisen, kannst du "moo kekkoo desu" sagen.

Beim Karaoke. "dekimasen" und fuchtelst mit der flachen Hand den Hndruecken zu dir gedreht hin und her.

Verzeihung = "sumimasen"
Danke = "arigatoo gozaimasu"
oder auch "domo"
Guten Tag = "konnichi wa"

Einen Globetrotter fuer jedes Land gibt es im Handel. Da sind diese Beispiele auch enthalten.

Ich kann gar kein japanisch. = "nihongo wa zenzen dekimasen"
Bitte sprechen sie Englisch = "eigo onegai shimasu"

Ja = "Hai".
"wakarimasu" = ich verstehe, und bedeutet auch "ja".
Nein = "iie"

Das letzte Wort eines Satzes welches du oft zu hoeren bekommst ist "ka".
Dies ist Stellvertretend fuer das Fragezeichen und wandelt den Satz in eine Frage.

wakarimasu ka. (hast du verstanden, was aber auch haben sie verstanden bedeutet)

Als Antwort sollte man (auch in der Schule) mit dem gleichen Wort antworten.

wakarimasu (ich habe verstanden)
wakarimasen (ich habe nicht verstanden). Wobei "iie" das gleiche bewirkt.

Es gibt so vieles zu sagen. Aber das hat keinen Zweck. Hol dir einen Reisefuehrer, dann wirst du alles bei Hand haben und waehrend des Fluges auch etwas studieren koennen.

Ganbatte ne. (Courage).
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.03.07 22:52 von zongoku.)
09.03.07 22:50
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Boku


Beiträge: 288
Beitrag #3
RE: "Nein" sagen
@zongoku
glaub nicht das es um eine Uebersetzung geht sondern eher um das "nicht unhoeflich sein"

Also:
Keinen Alc trinken wollen:
Sags einfach. Es gibt genuegend Japaner die auch nichts trinken.
Deren Argument dafuer ist die Unvertraeglichkeit von Alc die sie in der Jugendzeit mehrmals zum Entgiften ins Krankenhaus gebracht hat, oder ihr sportliches Engagement.

Allerdings solltest du das schon vor dem Besuch einer Kneipe irgendwie bekannt machen.
Jeder wird sich das merken und garantiert nicht boese sein wenn du ihn dann bei event. Vergessen zu spaeter Stunde nochmals darauf hinweist.

Dinge die du nicht machen willst:
Na ja, sags einfach oder such dir ne Ausrede.
(Keine Zeit, was anderes vor, Glaubensproblem, was weiss ich.)
Aber wie oben.
Versuch das schon so frueh wie moeglich and den Mann / Frau zu bringen so dass derjeniger erst gar nicht versucht dich zu etwas was du nicht magst einzuladen.

Ansonsten wie ueberall.
Du bist der (auslaendische) Gast, dir nimmt so schnell keiner was krumm.

Viel Spass
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.03.07 01:20 von Boku.)
10.03.07 01:19
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GeNeTiX


Beiträge: 456
Beitrag #4
RE: "Nein" sagen
@Gianni: Die beiden anderen haben eigentlich schon alles gesagt - keinen Alkohol trinken ist absolut kein Problem. Ich trinke auch keinen und entweder werden Dich die Leute danach fragen, nachdem Du den zweiten Softdrink bestellt hast, oder Du sagst es halt vorher... Manchmal kommen ein paar Sprüche (von meinen Kollegen muß ich mir immer anhören, dass ich ja auch das Küken sei, und bestimmt noch gar keinen Alkohol trinken darf [Ich bin auch in Japan seit 7 Jahren volljährig!] zwinker - ansonsten auch mal, "Du bist aber eine komische Deutsche" zwinker ) aber sicher nichts böse gemeintes.

Bei anderen Sachen kannst Du prinzipiell auch ablehnen, allerdings würde ich das in keinem Fall vorschnell tun. Karaoke gehört einfach dazu - wenn Du nur zuhören willst, wird Dich niemand zwingen, aber sich das mal anzugucken kann ich nur empfehlen, und meistens ist die Atmosphäre da auch so, dass man sich dann doch traut - außerdem wird meist zu zweit gesungen - alles halb so wild. Mir macht Karaoke mittlerweile richtig Spaß, auch wenn meine Stimme dafür völlig ungeeignet ist. rot
Wenn Deine Japanischen Freunde Dir etwas zeigen wollen, dann kann ich nur empfehlen, mitzumachen, außer es ist wirklich super weit weg, oder Du bist ganz sicher, daß das für Dich nichts ist etc.... Du bekomst dadurch sicher ein Japan zu sehen, was vielen Touristen verschlossen bleibt, die nur die Standard-Ziele abgrasen! Ich habe auch schon häufig gedacht "nee, darauf habe ich eigentlich gar keine Lust - was will die denn ausgerechnet da? oder auch "Da ist doch nichts!". Wenn Freundinnen von mir, mir irgendwas vorgeschlagen haben, wo wir unbedingt mal hingehen sollten. Bin aber bisher immer mitgegangen. Meistens waren das die spannendsten Ziele, weil sie irgendwie authentischer waren, als die Touristenattraktionen.
10.03.07 05:18
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Ex-Mitglied (bikkuri)
Unregistriert

 
Beitrag #5
RE: "Nein" sagen
Wieso vorm Karaoke drücken? Blamieren wird man sich nicht, denn keiner wird auch nur denken, dass der Andere schlecht singt. Karaoke ist ein gesellschaftliches Event, bei dem es um die Vertiefung der soz. Beziehungen geht, nicht um einen Gesangswettbewerb.
Ich muss gestehen, ich hatte vor meinem ersten Mal (Karaoke) auch ziemliche Hemmungen; mittlerweile bin ich der Erste der singt und der Letzte, den man von Mikro trennen muss. Und ich bin bin keiner, der zu den begnadeten Sängern gehört; eher begnadet unbegnadet. grins
10.03.07 09:25
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Boku


Beiträge: 288
Beitrag #6
RE: "Nein" sagen
@bikkuri
Schoen gesagt.
Mir hat mal ein Japaner erklaert Karaoke ist die Japanische Art sich den Druck des Altags zu entledigen weill es keinerlei Einschraenkugen gibt und man einfach der sein kann der man ist.
Je wilder, falscher und verrueckter umso besser die Stimmung.
Natuerlich wird eine gute Stimme gelobt, aber wichtig ist es nicht.

Wie bikkuri schon sagte, es dauert etwas bis man realisiert hat das man sich nicht blamieren kann. Danach machts aber dann richtig Spass.
10.03.07 12:04
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Gianni


Beiträge: 10
Beitrag #7
RE: "Nein" sagen
Vielen Dank für eure Antworten! Wie Boku richtig festgestellt hat, geht es nicht um Übersetzungen, sondern um "Verhalten". Trotzdem danke, zongoku :-)

Das mit dem Karaoke werde ich mir also nochmals überlegen...Wenn ich das aber nun richtig interpretiere, kann man beim Karaoke gar nichts falsch machen, d.h. sich zu peinlich benehmen, da es quasi "abseits" des Alltags stattfindet? Oder ist das zu weit gefasst?
10.03.07 15:01
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Shinja


Beiträge: 636
Beitrag #8
RE: "Nein" sagen
Vielleicht ist das tatsächlich etwas zu weit gefasst, du solltest dich schon noch ein bisschen an die allgemeinen Höflichkeitsregeln halten. Es ist allerdings irgendwie alles ein gutes Stück lockerer, finde ich persönlich. Durch Singen blamierst du dich aber definitiv nicht, es ist egal wie du singst. Irgendwie scheint es darum auch gar nicht zu gehen. Es ist irgendwie halt so, als wenn man in Deutschland zusammen einen trinken geht, bloß mit Singen nebenbei. Kein Singen ist aber ebenfalls kein Problem (ich habe es bisher noch immer abgelehnt, und außer von der Gaijin Gruppe wurde das auch immer kommentarlos akzeptiert. Ich singe halt nicht gerne, auch nicht wenn ich alleine bin.)

btw sind wir bisschen am Thema vorbei jetzt.

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From the moment you wake you shall seek the perfection of whatever you pursue.
14.03.07 07:47
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Zelli


Beiträge: 382
Beitrag #9
RE: "Nein" sagen
Die einzige Möglichkeit sich beim Karaoke zu blamieren ist wohl tatsächlich gar nicht zu singen. Auch wenn man nichts von seinen Begleitern deswegen zu hören bekommt, werden diese sich hinterher sicherlich fragen ob man auch wirklich Spaß hatte und schließlich ist es auch für sie langweilig, wenn eine® bloß dahockt und die Miene verzieht gähn
Auch allgemein finde ich ja, dass man die Neinsagerei nicht mit einzupacken brauch, wenn man nach Japan fliegt. Ganz besonders wenn sich von japanischer Seite extra Gedanken gemacht werden, was man seinem Gast bieten könnte. Außerdem sollte man Sätze wie "Das habe ich nicht bestellt, das bezahle ich nicht." umtauschen in "Das habe ich zwar nicht bestellt, aber ich probiere es trotzdem gerne mal." Man wird höchstwahrscheinlich positiv überrascht werden, so habe ich früher Fisch nicht leiden können und heute bin ich auf brutalst trockenen Sashimi-Entzug grr Und außerdem ist diese elende "Geiz ist geil" Mentalität in Japan noch nicht so ausgeprägt wie hierzulande. Wer nach Japan fährt muss bereit sein Geld anzufassen.
Die wohl beste Methode zu verhindern, daß man Dinge macht die man nicht will, ist selber Vorschläge zum Zeitvertreib zu machen. Wenn man sich vorher schon selber informiert hat was es so gibt zeigt man auch gleichzeitig seinen Gastgebern, dass man auch Interesse an ihrem Land mitgebracht hat zwinker
14.03.07 15:24
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Ex-Mitglied (bikkuri)
Unregistriert

 
Beitrag #10
RE: "Nein" sagen
Gut gesagt, Zelli. Es ist einfach bestimmender Teil einer Auslandsreise - und damit meine ich nicht den Exclusiv-Urlaub in einem von den primitiven Eingeborenen hermetisch abgeschirmten Resort - und besonders eines Aufenthalts in einer Gastfamilie, dass man seine Alltagsrituale (wobei ich nicht den Verzicht auf die tägliche Hygiene meine^^) und die eigenen Selbstverständlichkeiten zu Hause lässt und sich auf die fremden Umstände einlässt. Das gehört nicht nur zum guten Ton, sondern ist auch eine kleine Herausforderung sich selbst gegenüber. Wenn man ewig im engen Käfig seiner eigenen Unzulänglichkeiten sitzt, bleibt der Lernprozess aus. Was für einen Sinn macht dann so eine Reise? Ist ja nicht so, dass man einen permanenten Schaden vom Singen oder Trinken* bekommt.
Persönlich haben mir die notorischen Nein-Sager und Geizer in Japan immer den ein oder anderen Abend verdorben: "Ich bezahle nur das, was ich gegessen habe."; "Ich muss morgen früh raus, ich geh nicht mehr mit."; "Wenn wir nicht vegetarisch essen gehen, komme ich nicht mit." etc.bb (blabla)

(*= häufiger und exzessiver Missbrauch von Alkohol kann jedoch zu dauerhaften Schäden führen. zwinker )
15.03.07 16:42
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