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Soll man den Leuten Tattoos ausreden?
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Yano


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Beitrag #1
Soll man den Leuten Tattoos ausreden?
Von Hellstorm: Dieses Thema wurde von dem Thread Zeichen für "Oma im Herzen" abgetrennt.


Was dieses Tätowieren für eine Zeiterscheinung ist. In alter Zeit hat eine Tätowierung eine Aussage gemacht, die die anderen z.B. in der Badeanstalt verstanden haben. Etwa "ich bin zur See gefahren", "ich war im Gefängnis","ich hab schon mal einen Menschen getötet", oder auch "ich bin Christ", besonders in J "ich gehöre einer Verbrechergruppe an".
Das ist in D vor 4 bis 6 Jahrzehnten aus der Mode gekommen, aber jetzt ist es in veränderter Form wieder da. Jetzt wollen die Leute in der Badeanstalt Botschaften verkünden, die sie schon selber nicht verstehen.
Und warum man sich in D eine ganze Schublade voller Besteck ins Gesicht tackert, obwohl man doch einen Studienabschluß hat - ich werde ins Grab sinken, ohne das jemals verstanden zu haben.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.12.14 19:46 von Hellstorm.)
25.12.14 16:24
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Reizouko


Beiträge: 634
Beitrag #2
RE: Zeichen für "Oma im Herzen"
Ich denke genau das ist das Problem: Es wird immer erwartet, dass man eine "Aussage" macht. Warum kann man nicht einfach machen, was einem gefaellt, ohne dass es irgendeine "Aussage" hat?
Was Piercings mit Studienabschluss zu tun haben verstehe ich auch nicht so ganz.
25.12.14 16:31
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Yano


Beiträge: 2.102
Beitrag #3
RE: Zeichen für "Oma im Herzen"
(25.12.14 16:31)Reizouko schrieb:  Ich denke genau das ist das Problem: Es wird immer erwartet, dass man eine "Aussage" macht. Warum kann man nicht einfach machen, was einem gefaellt, ohne dass es irgendeine "Aussage" hat?
Was Piercings mit Studienabschluss zu tun haben verstehe ich auch nicht so ganz.

Nein, sonderlich erwartet wird das garnicht, aber man kann nicht nicht kommunizieren. Ein bißchen ist immer, und mehr kannste jederzeit machen. Und mit den ganzen Eisen in der Fresse erzählst du jedem, auch wem, der damit nicht behelligt werden möchte, daß du dich einer bestimmten sozialen Schicht zugehörig fühlst, für die ein Studienabschluß nicht typisch ist.
Es gibt durchaus einen Unterschied zwischen D und J hinsichtlich der Handhabung von Symbolen. Deutsche neigen sehr dazu, Symbole als Symbole zu verstehen. Japaner weniger, es gibt Symbole und Gesten, deren Sinn niemandem bewußt ist und niemanden interessiert, und die doch oft zu beobachten sind.
25.12.14 17:34
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Firithfenion


Beiträge: 1.214
Beitrag #4
RE: Zeichen für "Oma im Herzen"
Ich habe aber auch den Eindruck, das dieser Hype mit den Tätowierungen seinen Zenit langsam überschritten hat. Eine Zeitlang konnte man gerade hier in Berlin an allen möglichen Ecken plötzlich Tatoo-Studios aus dem Boden schießen sehen, das scheint langsam abzuebben, die ersten verschwinden langsam wieder von der Bildfläche.

Dazu kommt, das die die mit diesem Trend anfingen, langsam älter werden und selber Kinder haben und diese machen ja oftmals gerne genau das Gegenteil von dem was ihre Eltern machen. Cosma Shiva Hagen sagte beispielsweise mal, das sie einen bürgerlichen Lebensstil einschlug, um sich von ihrer ausgeflippten Mutter abzuheben und durch diese Eigenständigkeit besser als unabhängige Person wahrgenommen zu werden. Entsprechend könnten tätowierte Eltern auf ihre Kinder den Effekt haben, das diese eben genau deswegen wünschen keine Tätowierungen zu haben.

Dazu kommt, das die jüngeren sehen, das Tätowierungen bei älter werdenden Menschen nicht mehr schön aussehen, spätestens wenn die Rose am Oberschenkel wegen der Cellulitis wie ein vergammelter Blumenkohl am Stiel aussieht, könnte das den Imitationsdrang der neuen Generation dämpfen.

Truth sounds like hate to those who hate truth
25.12.14 17:44
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Anryo
Unregistriert

 
Beitrag #5
RE: Zeichen für "Oma im Herzen"
Ganz ehrlich: Was geht es euch an, was Menschen mit ihrem Körper machen?

Wenn jemand Piercings besitzt, hat dies nichts mit einer sozialen Schicht zu tun. Man sollte sich da eher überlegen, ob man als Kind nicht zu stark indoktriniert wurde bzw. der eigene Bildungsgrad vielleicht einen gewissen Hochmut mit sich brachte.
Und dass Tattoos im Alter nicht so schön aussehen... seien wir mal ehrlich, wer sieht denn bitte mit 50 Jahren noch gut aus? Meiner Meinung nach sehen die meisten Menschen schon mit 30 nicht mehr ganz so überragend attraktiv aus. Da spielt es nun doch wirklich keine Rolle, ob da jemand eine Tätowierung besitzt oder nicht. Weiterhin ist es nicht mein Problem. Wenn sich jemand Schriftzeichen auf den Körper tackern möchte, bitte. Wie könnte ich mich über so etwas aufregen? Bzw. müsste ich mich da nicht eher fragen, ob ich mich aufregen will?
Nur um es klarzustellen, ich besitzte weder Tatoos noch Piercings. Nicht weil ich das Gefühl habe, ich muss meinen höheren Bildungsgrad im Äusseren wiedergeben (Eher im Gegenteil, ich läufe lieber als Pesudohippie herum als je in meinem Leben einen Anzug tragen zu müssen), sondern rein aus Bevorzugung.

Ünglücklicherweise meinen heute viele Menschen, dass sie Menschen nach simplen Handlungen bzw. Erscheinungen beurteilen können. Jemand mit einer schlechten Orthographie im Internet ist nicht immer dumm. Entweder ist die Person zu jung, um richtig zu schreiben (Betrifft vor allem Leute aus den jüngeren Kreisen), die Person hat ganz einfach keine Lust sich bei der Rechtschreibung Mühe zu geben oder hat nun mal Mühe mit der Rechtschreibung. Beim letzten Grund heisst es noch lange nicht, dass die Person im Allgemeinen dumm ist, sondern dass sie nun mal eine Schwäche besitzt.
30.12.14 20:16
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torquato


Beiträge: 2.733
Beitrag #6
RE: Zeichen für "Oma im Herzen"
(30.12.14 20:16)Anryo schrieb:  seien wir mal ehrlich, wer sieht denn bitte mit 50 Jahren noch gut aus?

Öhh... George Cloney vielleicht?

Insgesamt verändert sich der Blickwinkel, wenn man selber älter wird.

Das Problem bei Tattoos ist, daß sie nicht frisch gestochen bleiben. Abgesehen von der Veränderung der Haut, 'verwaschen' sie selbst mit der Zeit. Ich halte es für legitim hier darauf hinzuweisen.

Ältere Menschen, die es gut meinen mit der jungen Generation, weisen darauf hin. Die anderen sagen "Stich Dir 豚肉. Damit machst Du nichts falsch."

Der TE hat sich hier nicht wieder gemeldet. Damit scheint das Thema sowieso erledigt.
30.12.14 22:17
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Yano


Beiträge: 2.102
Beitrag #7
RE: Zeichen für "Oma im Herzen"
(30.12.14 20:16)Anryo schrieb:  Ünglücklicherweise meinen heute viele Menschen, dass sie Menschen nach simplen Handlungen bzw. Erscheinungen beurteilen können. Jemand mit einer schlechten Orthographie im Internet ist nicht immer dumm. Entweder ist die Person zu jung, um richtig zu schreiben (Betrifft vor allem Leute aus den jüngeren
Es bleibt einem doch nichts anderes übrig und war auch früher nicht anders. Wir passen in D mehr aufeinander auf als in J. Das wird kritisiert, aber in J doch auch freundlich aufgenommen, wenn man zu erkennen gibt, daß einem interessiert, ob der Nachbar noch am Leben ist.
Wenn einer nicht einmal 2000 Kanjis kennt, kann das trotzdem ein erfolgreicher Geschäftsmann voller Lebensweisheit sein, der etliche Kinder auf einen guten Weg gebracht und seine Eltern bis ins Grab gepflegt hat, ja. Oder auch nicht. Man merkt das bei einer neuen Bekanntschaft in Sekundenschnelle, heutzutage auch ein wenig an der Rechtschreibung im Internet.
Meine Frau z.B. erkennt bei Nachbarn jede Schwangerschaft im Frühstadium, wo man (z.B. ich) noch nichts sieht, sie ist ein herumlaufender Schwangerschaftstest. Das ist den Frauen durchaus peinlich, manchmal.
Deine Ururur-... (5000 mal ur) - Großeltern waren Menschen mit Herz und Verstand
30.12.14 22:21
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Nia


Beiträge: 3.673
Beitrag #8
RE: Zeichen für "Oma im Herzen"
Ich denke es ist nichts falsch daran, darauf aufmerksam zu machen, dass Tätowierungen nun mal nicht am nächsten Tag von alleine verschwinden.
Sicherlich, jeder sollte das selbst wissen und bedenken (können).
Manchen stehen manche Tätowierungen ja auch. Aber auch diese müssen nachgestochen werden, vernichtet werden oder sie verblassen. Das ist nun mal Fakt. Dessen muss man sich bewusst sein.

Wiederum kenne ich auch ein Beispiel von einem jungen Teeniemädchen die sich Tätowierungen machen lassen hat, die jetzt zu ihr passen. Steht ihr auch.
Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dies noch passt, wenn sie einmal 60 ist.
Hier liegt nicht der Fakt vor das verblassende Tätowierungen abschrecken. Ihre Eltern haben beide Tätowierungen.

Außerdem gibt es ja auch Alternativen. Man kann sich ja auch was aufmalen (lassen) oder eben so diese 12 Tages Abwaschtatoos.^^ Klar ist das nicht das gleiche. Trotzdem.

“A poet is a musician who can't sing.”
― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.12.14 00:08 von Nia.)
30.12.14 22:51
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Firithfenion


Beiträge: 1.214
Beitrag #9
RE: Zeichen für "Oma im Herzen"
(30.12.14 22:17)torquato schrieb:  Das Problem bei Tattoos ist, daß sie nicht frisch gestochen bleiben. Abgesehen von der Veränderung der Haut, 'verwaschen' sie selbst mit der Zeit. Ich halte es für legitim hier darauf hinzuweisen.


Das sehe ich ebenso. Wer möchte, kann auch gerne mal einen Hautarzt konsultieren, was der denn von Tätowierungen hält und warum. Weiterhin sollte man auch mal darauf hinweisen, das für einen Japanfan Tätowierungen nicht unbedingt ratsam sind, weil sie in Japan nicht immer gerne gesehen sind und man damit auch Probleme bekommt wenn man mal in ein Onsen oder ein öffentliches Badehaus möchte.

Im Grunde ist es mir egal was jeder mit seinem Körper macht, dennoch ist es gut auch einmal gegenteilige Argumente kennen zu lernen, bevor man sich für eine Sache entscheidet. Damit später niemand herumschreit: "Das habe ich nicht gewusst!" "Warum hat mir das keiner gesagt?!" So wie die Leute die die Zigarettenindustrie verklagen wollen weil sie angeblich nicht wussten das Rauchen schädlich ist oder die Mac Donalds verklagen wollen weil es ihnen angeblich keiner gesagt hat das tägliches verschlingen von Max-Burgern + Megaportionen Pommes Frites zu Übergewicht führen können, oder diejenigen die angeblich nicht wussten das ausgeschenkter Kaffee heiß ist und zu Verbrühungen führen kann wenn man ihn sich über die Hose schüttet.

Die Leute wollen die Freiheit haben alles mit ihrem Körper zu machen, was ja prinzipiell richtig sein mag, aber wenn irgendwelche gesundheitlichen Probleme durch selbstverschuldete Handlungsweisen auftreten, dann finden die gleichen Leute es plötzlich selbstverständlich, das die von uns allen mitfinanzierten Krankenkassen für die Behebung ihrer selbstverschuldeten Probleme aufkommen sollen.

Truth sounds like hate to those who hate truth
31.12.14 00:37
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Yano


Beiträge: 2.102
Beitrag #10
RE: Zeichen für "Oma im Herzen"
(31.12.14 00:37)Firithfenion schrieb:  Wer möchte, kann auch gerne mal einen Hautarzt konsultieren, was der denn von Tätowierungen hält und warum.
Bei uns hier der einzige Hautarzt für stuckara 40.000 Leute, da kriegst du einen Termin in zwei Monaten. Das ist nicht ganz einfach für mich, weil Hautprobleme, die rausgeschnitten gehören doch ziemlich runterziehen können.
Ein bißchen habe ich den Eindruck, daß die ärztliche Versorgung in J eher etwas besser ist als in D. Überall gibt es kleine Allgemeinkliniken, Praxisgemeinschaften, wo man als Patient ohne Anmeldung nicht arg lange warten muß, wenn die Stammgäste durch sind. Aber dann kannst du an einen Arzt geraten, der ein Doofi ist, und wenn du Glück hast, das auch selber weiß.
Einmal war ich in T bei einer Hautärztin, das war OK, wenig Wartezeit, kompetente Diagnose und Behandlung. Aber warum man allen wartenden Patienten meine Diagnose in die Ohren brüllt (war bissi peinlich), das lege ich ab in den Ordner "kulturelle Unterschiede". Auch die Gemeinschaftspantoffeln erachte ich bei einer Hautarztpraxis für suspekt.
31.12.14 05:42
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Soll man den Leuten Tattoos ausreden?
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