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Diverse Fragen zu einem Bachelor-Studium an einer japanischen Universität
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Kasu


Beiträge: 379
Beitrag #21
RE: Diverse Fragen zu einem Bachelor-Studium an einer japanischen Universität
(06.03.17 09:26)dieLegende schrieb:  Wenn du jedoch bei Studienbeginn schon 24, 25 oder so bist (wo ich mir gar nicht mehr sicher bin, ob man in Japan dann überhaupt noch zugelassen wird), dann würde ich es sein lassen.
Ganz kurzer Einwurf nur, weil ich mich bei meinem Auslandssemester an der Handai genau darüber gewundert habe: man wird auch mit Mitte/Ende 20 in Japan noch zum Studium zugelassen, jedenfalls hatte ich jemanden in ner Gruppe in der ich war, der war im 3. Jahr und 29 Jahre alt, bei Studienbeginn also wohl 26 und hatte seit Oberschulabschluss bis Aufnahme des Studiums durchgehend gearbeitet. Das läuft dann aber über shakaijin-nyūgaku oder so.
Es gab auch mehrere Herren im Rentenalter, die noch ein Bachelor- oder Masterstudium absolvierten.
15.03.17 08:08
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dieLegende


Beiträge: 118
Beitrag #22
RE: Diverse Fragen zu einem Bachelor-Studium an einer japanischen Universität
(15.03.17 08:08)Kasu schrieb:  
(06.03.17 09:26)dieLegende schrieb:  Wenn du jedoch bei Studienbeginn schon 24, 25 oder so bist (wo ich mir gar nicht mehr sicher bin, ob man in Japan dann überhaupt noch zugelassen wird), dann würde ich es sein lassen.
Ganz kurzer Einwurf nur, weil ich mich bei meinem Auslandssemester an der Handai genau darüber gewundert habe: man wird auch mit Mitte/Ende 20 in Japan noch zum Studium zugelassen, jedenfalls hatte ich jemanden in ner Gruppe in der ich war, der war im 3. Jahr und 29 Jahre alt, bei Studienbeginn also wohl 26 und hatte seit Oberschulabschluss bis Aufnahme des Studiums durchgehend gearbeitet. Das läuft dann aber über shakaijin-nyūgaku oder so.
Es gab auch mehrere Herren im Rentenalter, die noch ein Bachelor- oder Masterstudium absolvierten.

Ja, 社会人受験 gibts auch. Vorraussetzung dafür ist halt, dass man schon gearbeitet hat (Lebenslauf und ähnliches muss dafür eingereicht werden). Wenn man noch nicht gearbeitet hat liegt das Maximalalter, meines Wissens nach, bei 22.

Ich hab hier bei mir im Studiengang einen älteren Herren mit Enkelkindern, welcher nach dem Austritt aus dem Arbeitsleben noch weiterlernen wollte. :-)
15.03.17 09:45
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Heimweh
Gast

 
Beitrag #23
RE: Diverse Fragen zu einem Bachelor-Studium an einer japanischen Universität
Hallo Legende,

Nur mal so am Rande: was ist an der deutschen Gesellschaft so schlimm?
15.03.17 12:18
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dieLegende


Beiträge: 118
Beitrag #24
RE: Diverse Fragen zu einem Bachelor-Studium an einer japanischen Universität
(15.03.17 12:18)Heimweh schrieb:  Hallo Legende,

Nur mal so am Rande: was ist an der deutschen Gesellschaft so schlimm?

An der deutschen Gesellschaft ist nichts "schlimm"!
Es ist nur die Frage ob sie zu einem passt oder nicht. Nur weil man mit Sportart/Musik X nichts anfangen kann, heißt es nicht partout, dass es schlechter als anderer Sport oder andere Musik ist.

Ich habe einfach nur für mich herausgefunden, dass die deutsche Gesellschaft nichts für mich ist, und ich auf Dauer in einer solchen nicht glücklich werde. Genauso habe ich aber auch Freunde die am liebsten jedes Jahr so oft wie möglich nach Japan reisen möchten, es sich bei bestem Willen jedoch nicht vorstellen können hier zu leben.

Es ist schwierig so ein Gefühl in passende Wort zu fassen, aber ich denke, dass es wohl am ehesten an der Denkweise und der Wertvorstellungen der Menschen liegt.
Ich habe während meines Austauschjahres zum Beispiel für mich gemerkt, dass die Art und Weise der Kommunikation für mich wesentlich angenehmer ist.
Aus eurozentrischer Sicht wird gerne gesagt, dass die japanische Art und Weise der Kommunikation unglaublich umständlich und unnötig kompliziert ist. Das kann gerne so sein, und ja manchmal ist die Art und Weise wie an einer Problemlösung gearbeitet wird unglaublich ineffizient. Aber dennoch ist für mich persönlich die Kommunikation in Deutschland wesentlich anstrengender.

Falls ich es jemals schaffen sollte dieses Gefühl in einen kurzen, leichtverständlichen Satz zu packen, dann greife ich deine Fragestellung noch mal auf! grins

Lg
15.03.17 12:49
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Heimweh
Gast

 
Beitrag #25
RE: Diverse Fragen zu einem Bachelor-Studium an einer japanischen Universität
Hallo Legende,

Ganz fremd ist mir dieses Gefühl nicht aber es wurde mir von meinem ersten japanischen Arbeitgeber gründlich ausgetrieben. Mittlerweile arbeite ich zum Glück für eine amerikanische Firma in Tokyo mit einem amerikanischen HR-System.
15.03.17 12:56
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dieLegende


Beiträge: 118
Beitrag #26
RE: Diverse Fragen zu einem Bachelor-Studium an einer japanischen Universität
Das ist jetzt für mich auch in so fern interessant, dass ich bis jetzt nur ganz wenige Leute getroffen haben die ähnlich wie ich denken/ticken, und noch keiner davon angefangen hat zu arbeiten. Da für mich in einem Jahr auch langsam 就活 ansteht, wäre es für mich auch interessant mal von einem Nicht-Japaner zu hören wie anstrengend das Arbeitsleben hier ist! Natürlich erst einmal davon abhängig auf welchem Weg du hier deinen ersten Arbeitgeber gefunden hast, und wie das dann vergleichbar wäre...
15.03.17 13:40
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Heimweh
Gast

 
Beitrag #27
RE: Diverse Fragen zu einem Bachelor-Studium an einer japanischen Universität
(15.03.17 13:40)dieLegende schrieb:  Das ist jetzt für mich auch in so fern interessant, dass ich bis jetzt nur ganz wenige Leute getroffen haben die ähnlich wie ich denken/ticken, und noch keiner davon angefangen hat zu arbeiten. Da für mich in einem Jahr auch langsam 就活 ansteht, wäre es für mich auch interessant mal von einem Nicht-Japaner zu hören wie anstrengend das Arbeitsleben hier ist! Natürlich erst einmal davon abhängig auf welchem Weg du hier deinen ersten Arbeitgeber gefunden hast, und wie das dann vergleichbar wäre...
Ich hab "ganz normal" shuukatsu gemacht. Wochenende für Wochenende handschriftliche Lebensläufe verfasst, zahllose Seminare von Firmen und mindestens doppelt so viele Vorstellungsgespräche absolviert. Ich hab viele, viele Intelligenz- und Persönlichkeitstests ablegen müssen. Aufsätze geschrieben. Es war eine fürchterliche Tortur. Ich hoffe für dich, dass das mittlerweile besser geworden ist.

In meiner japanischen Firma war es dann ziemlich trostlos. Miese Atmosphäre und alle demotiviert. Trotzdem hat jeder abgewartet bis der eigene Chef gegangen ist um nach Hause zu gehen. Der CEO ist also immer zuerst gegangen, dann die Abteilungsleiter, schließlich die Teamchefs und ganz am Ende die einfachen Angestellten wie ich. Viel zu tun gab es nicht aber es war zermürbend die Zeit totzuschlagen und Gehaltserhöhungen etc. wurden nach Sympathie vergeben. Viele der Nomikai waren verpflichtend und mussten aber aus eigener Tasche bezahlt werden. Das Gehalt war übrigens auch miserabel.

Der einzige gute Punkt war, dass ich mir gewisse Fähigkeiten für den Lebenslauf aneignen konnte, mit denen ich es dann nach 2 Jahren letztendlich in eine internationale Firma geschafft habe. Hier ist zwar auch nicht alles Gold aber eine japanische Firma werde ich mir sicher nicht nochmal antun. Gerade auch weil viele Ausländer dasselbe zu erzählen haben und ich mit meinen Erlebnissen nicht alleine bin.
15.03.17 15:36
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Diverse Fragen zu einem Bachelor-Studium an einer japanischen Universität
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