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"Haltbarkeit" binationaler Ehen
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Beitrag #61
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
(01.03.13 13:28)Yano schrieb:  Beim Thema Meinungsfreiheit geht es ... darum, für was du in den Knast kommst.
Schade, für die ganze verplemperte Zeit.
01.03.13 14:42
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Firithfenion


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Beitrag #62
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
(01.03.13 10:49)Interessierter schrieb:  Allein die Möglichkeit, den Tenno öffentlich zu kritisieren mag von einzelnen Japanern vielleicht als Meinungsfreiheit empfunden werden. Aber man kann sich in Japan unter mit Japanern nicht völlig zwanglos über japankritische Themen wie Fukushima, Verschuldung, ... unterhalten und so seine Meinung uneingeschränkt vertreten. Da spielt die japanische Denke der Menschen nicht mit. Kritisierst Du mein Volk, kritisierst Du mich.

Das ist doch aber hier in Deutschland keineswegs besser. Bis in die 90er Jahre hätte ich dir teilweise Recht gegeben, aber gerade in den letzten Jahren hat in vielen Medien ein gruseliger Prozeß der ideologischen Gleichschaltung stattgefunden. Zu den wichtigen Kernthemen gibt es kaum noch ernsthafte Diskussionen. Fast alle großen deutschen Zeitungen vertreten (mit leichten Nuancen) inzwischen die gleiche Meinung.

Egal ob es um Klima- und Energiepolitik, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Gewaltkriminalität, Euro-Transferunion, EU-Bürokratie und den ausufernden Sozialstaat geht, stets wird behauptet, so wie es derzeit in Deutschland gehandhabt wird, wäre es "Alternativlos" und wer etwas anderes behauptet, "gefährde den Frieden in Europa" und wäre ein "Rechtspopulist". Ist man erstmal als solcher abgestempelt, lebt man in Deutschland gefährlich.

Eine echte sachliche Diskussionskultur kann man in Deutschland kaum noch finden. Es erinnert immer mehr an die ehemalige DDR. Auch dort erzählte man uns einst, wer die Grenze in Frage stelle, und sich für die Wiedervereinigung einsetzt, wäre ein gefährlicher Demagoge und Brandstifter der den Weltfrieden gefährde und den dritten Weltkrieg provoziere. Der "antifaschistische Schutzwall" (sprich: die Mauer) wäre ohne alternative und würde den Frieden gerantieren. Wer möchte schon als neofaschistischer Demagoge abgestempelt werden? Also schwiegen die Menschen, obwohl sie innerlich das Gefühl hatten, das mit dieser Argumentation irgend etwas nicht stimmen konnte.

Mittlerweile bekommt man den Eindruck, das 1991 nicht die DDR der Bundesrepublik beigetreten sei, sondern es sieht immer mehr so aus, als ob die Bundesrepublik der DDR beigetreten wäre und ihr in punkto Medienpolitik immer mehr nachzumachen versucht.

Während das öffentlich-rechtliche Staatsfernsehen immer mehr der berüchtigen "Aktuellen Kamera" in der DDR ähnelt, hat das Internet mittlerweile die Rolle eingenommen, welches früher das einstmals für seine Objektivität geschätzte "Westfernsehen" in der DDR hatte.
01.03.13 14:48
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Yano


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Beitrag #63
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
Mediale Gleichschaltung war in D fast immer wie heute, sowohl in der DDR als auch in NS-Deutschland, und in J nicht groß anders.
Die interessante Frage ist doch, warum die BRD sich vorhalten lassen muß, Menschen für historisch-politische Aussagen für Jahre ins Gefängnis zu werfen (eine Praxis, die sie sogar noch anderen Staaten zum Vorwurf macht), und warum Japan kein Problem mit Meinungsäußerungsfreiheit hat.
01.03.13 15:37
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Interessierter
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Beitrag #64
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
(01.03.13 14:48)Firithfenion schrieb:  ... Wer möchte schon als neofaschistischer Demagoge abgestempelt werden? ...

Ich denke das zeigt ganz gut, was ich mit gefühlter Meinungsfreiheit meine.

Wir in Deutschland haben unser Verhalten im zweiten Weltkrieg als falsch anerkannt. Es gibt nicht wenige, die meinen dabei viel zu viel. Man kann hier schnell, wie schon gesagt, als neofaschistischer Demagoge abgestempelt werden.

Andererseits gibt es nicht wenige gebildete Japaner, die uns Deutsche für unseren Schritt beneiden, unter "Hitler" einen Schlussstrich gezogen zu haben. Die Tilgung japanischer Kriegsverbrechen aus japanischen Schulbüchern vor einigen Jahren wollten nicht alle Japaner. Aber nur wenige Japaner trauen sich hier in ihrer näheren Umgebung den Mund aufzumachen. Nicht wenige Japaner haben meine Anti-Koizumi-Einstellung um 2000 missbilligt, als er zum Yasukuni-Schrein ging und auf ausländische Schiffe vor der japanischen Küste schoss. Sie waren alle der Meinung, dass der wenigstens was tut.
01.03.13 16:55
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Yano


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Beitrag #65
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
(01.03.13 16:55)Interessierter schrieb:  Nicht wenige Japaner haben meine Anti-Koizumi-Einstellung um 2000 missbilligt, als er zum Yasukuni-Schrein ging und auf ausländische Schiffe vor der japanischen Küste schoss. Sie waren
Nach meinem kleinen Sprachtest so prunkvoll aufzutreten, macht Dich interessant. Sag mal ein bissi was über Dich. Bist Du ein in D bekannter Antifa-Extremo oder so was?
Im übrigen teile ich Deine Auffassung, daß in Japan durchaus solche Leute herumlaufen. Auch das Phänomen der Geschichtslosigkeit ist hier wie dort feststellbar.
01.03.13 17:18
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Beitrag #66
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
(01.03.13 17:18)Yano schrieb:  Sag mal ein bissi was über Dich. Bist Du ein in D bekannter Antifa-Extremo oder so was?
Nein, mich hat lediglich die anfängliche Aussage überrascht, dass in Japan angeblich mehr Meinungsfreiheit herrscht als in Deutschland. Ich hab zwar schon mit einer Menge Verschwörungstheretikern gesprochen, aber dass war mir neu.

In Japan scheint man genauso streng oder nicht streng zu sein, wie in Deutschland. Vor fünf Jahren konnte ich meiner Tochter noch sehr viele Lieder von お母さんと一緒 (tägl. Kindersendung auf NHK) auf YouTube zeigen. Heute werden diese Lieder gnadenlos gelöscht. Es kommt nicht einmal ein GEMA-Hinweis wie hier in Deutschland. Leidtragende war meine Tochter, denn die hat die Lieder, アイアイアイアイヤホホー geliebt.
01.03.13 17:49
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UnDroid


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Beitrag #67
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
(01.03.13 14:48)Firithfenion schrieb:  Mittlerweile bekommt man den Eindruck, das 1991 nicht die DDR der Bundesrepublik beigetreten sei, sondern es sieht immer mehr so aus, als ob die Bundesrepublik der DDR beigetreten wäre und ihr in punkto Medienpolitik immer mehr nachzumachen versucht.

Ist sie das nicht?
Warum ist dann der aktuelle Regierungssitz in der DDR und warum ist unsere Kanzlerin dann in der DDR aufgewachsen wo ihr der Kommunismus seit ihrer Geburt eingepredigt wurde? Verstehe ich nicht...

mfg
01.03.13 18:49
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Firithfenion


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Beitrag #68
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
(01.03.13 17:49)Interessierter schrieb:  Nein, mich hat lediglich die anfängliche Aussage überrascht, dass in Japan angeblich mehr Meinungsfreiheit herrscht als in Deutschland. Ich hab zwar schon mit einer Menge Verschwörungstheretikern gesprochen, aber dass war mir neu.

Dazu brauchst du kein Verschwörungstheoretiker zu sein. Es reicht, wenn du hier in Deutschland mit offenen Augen durch das Leben gehst.

Das viele Japaner es nicht mögen, wenn besserwisserische Ausländer ihnen erklären wollen, wie sie ihre Angelegenheiten regeln sollten, dann kann ich gut verstehen. Wenn mich etwas an meinen Deutschen Landsleuten stört, dann ist es dieser ständige Drang der ganzen Welt erklären zu wollen, was richtig und was falsch sein soll.

Dieses, und die Eigenschaft fast alles was wir tun, kompromisslos und auf eine extreme Art zu tun,hat uns Deutsche historisch schon oft in Schwierigkeiten gebracht. In Deutschland muss alles ins Extrem getrieben werden. Entweder eine totale Diktatur oder das totale Laissez-faire, das jeder Mörder und Kinderschänder mit Samthandschuhen angefasst wird und das Abbrennen von Autos als "Dummerjungenstreich" bewertet wird. Warum ist es den Deutschen nicht möglich, mal ein vernünftiges Mittelmass zwischen den Extremen zu finden?
01.03.13 18:59
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Beitrag #69
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
(01.03.13 18:59)Firithfenion schrieb:  Dieses, und die Eigenschaft fast alles was wir tun, kompromisslos und auf eine extreme Art zu tun,hat uns Deutsche historisch schon oft in Schwierigkeiten gebracht. In Deutschland muss alles ins Extrem getrieben werden. Entweder eine totale Diktatur oder das totale Laissez-faire, das jeder Mörder und Kinderschänder mit Samthandschuhen angefasst wird und das Abbrennen von Autos als "Dummerjungenstreich" bewertet wird. Warum ist es den Deutschen nicht möglich, mal ein vernünftiges Mittelmass zwischen den Extremen zu finden?
Sorry, dazu fällt mir nichts mehr ein, außer das:
http://lmgtfy.com/?q=Japan+Kriegsverbrechen
01.03.13 19:47
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Hachiko


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Beitrag #70
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
(01.03.13 18:59)Firithfenion schrieb:  .

Das viele Japaner es nicht mögen, wenn besserwisserische Ausländer ihnen erklären wollen, wie sie ihre Angelegenheiten regeln sollten, dann kann ich gut verstehen. Wenn mich etwas an meinen Deutschen Landsleuten stört, dann ist es dieser ständige Drang der ganzen Welt erklären zu wollen, was richtig und was falsch sein soll.

Dieses, und die Eigenschaft fast alles was wir tun, kompromisslos und auf eine extreme Art zu tun,hat uns Deutsche historisch schon oft in Schwierigkeiten gebracht. In Deutschland muss alles ins Extrem getrieben werden. Entweder eine totale Diktatur oder das totale Laissez-faire, das jeder Mörder und Kinderschänder mit Samthandschuhen angefasst wird und das Abbrennen von Autos als "Dummerjungenstreich" bewertet wird. Warum ist es den Deutschen nicht möglich, mal ein vernünftiges Mittelmass zwischen den Extremen zu finden?

Der Deutsche, besonders im Ausland, scheint stets der physiologischen Regel "Alles-oder-nichts" zu folgen,
alles muss für ihn maximal sein. Genforscher würden behaupten, dass dies kongenital bedingt ist und das
Individuum nichts dafür kann. Mag sein, dass die teutonische DNA etwas abweichend struktuiert ist.
Darüber könnte man ein Traktat verfassen.
01.03.13 20:04
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"Haltbarkeit" binationaler Ehen
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