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"Haltbarkeit" binationaler Ehen
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Firithfenion


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Beitrag #71
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
(01.03.13 18:47)Interessierter schrieb:  Sorry, dazu fällt mir nichts mehr ein, außer das:
http://lmgtfy.com/?q=Japan+Kriegsverbrechen

Ja und wozu soll das gut sein? Sind wir jetzt wieder bei dem Spielchen angelangt sich Gegenseitig die Vergangenheit vorzurechnen nach dem Motto: "andere haben auch schlimme Sachen gemacht".

Ebenso wie wir Deutschen, haben auch die Japaner eine wechselvolle und widerspruchsvolle Geschichte hinter sich. Es gibt Parallelen zwischen unseren Völkern. Seit Deutsche und Japaner sich kennen, haben sie sich trotz aller Fremdartigkeit doch irgendwie gegenseitig angezogen gefühlt. Der japanische Schriftsteller Yukio Mishima drückte es in einem Interview einmal so aus: "Unsere (also die japanische) Gesellschaft wird von zwei widersprüchlichen Elementen beherrscht: Eleganz und Brutalität". Das war bei uns Deutschen in unserer langen Geschichte oft ähnlich. Deshalb haben Japaner eher Verständnis für die wiederspruchsvolle Geschichte unseres Landes als andere Nationen. Allerdings ist es den Japanern gelungen, ihre eigenen widersprüchlichen Elemente in wesentlich konstruktivere Bahnen zu lenken, während wir Deutschen immer noch von einem Extrem ins andere hüpfen und uns für keinen klaren Weg entscheiden können. Das ist gefährlich in einer Welt die sich rasant verändert und klare Entscheidungen verlangt. So wie es gegenwärtig aussieht, sind wir tatsächlich dabei, uns und unser Land abzuschaffen.
01.03.13 20:07
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Yano


Beiträge: 2.134
Beitrag #72
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
Eine kurze Nachschau ergab, daß weder Wadoku noch das (sehr gute) DEUTSCH-JAPANISCH(ES) RECHTSWÖRTERBUCH von Bernd Götze und laut Goo keine einzige japanische Website den Begriff "Propagandadelikt" kennen.
In Japan scheint es so zu sein, daß der Meinungsäußerungsfreiheit zwar Schranken gesetzt sind, aber naturrechtlich, nicht ideologisch. Das heißt, man darf nicht wirkmächtig zu Mord etc. anstiften, und der Staat behält sich vor, wirkmächtige Versuche seiner Abschaffung zu verfolgen.
Das ist rechtsstaatlich und vernünftig.
In D hingegen könnte man ein dickes Buch schreiben, in dem jeder Satz ein strafbewehrtes Propagandadelikt ist. Und die Abschaffung der Verfassung Deutschlands steht schon in seiner Verfassung. 天哪!

Edit Tippfehler
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.03.13 14:04 von Yano.)
02.03.13 12:38
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Firithfenion


Beiträge: 1.225
Beitrag #73
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
(02.03.13 12:38)Yano schrieb:  In D hingegen könnte man ein dickes Buch schreiben, in dem jeder Satz ein strafbewehrtes Propagandadelikt ist. Und die Abschaffung der Verfassung Deutschlands steht schon in seiner Verfassung. 天哪!

Man erinnere sich nur, wie Ex-Bundeskanzler Schröder erfolgreich gegen eine Presseagentur klagte, die über seine gefärbten Haare schrieb. Er sah seine Persönlichkeitsrechte verletzt, und ihm wurde Recht gegeben. Es kommt in Deutschland immer öfter vor, das Persönlichkeitsrechte über die Meinungsfreiheit gesetzt werden.

Es gibt inzwischen sogar einen Begriff dafür, der sich von dem Namen eines besonders umstrittenen Richters ableitet: Buskeismus. http://buskeismus-lexikon.de/

In NRW planen die Grünen die Eidesformel "Zum Wohle des deutschen Volkes" für den NRW Landtag abzuschaffen. Schaut man sich ihre Politik an, dann ist das nur logisch und konsequent. Ehrlicherweise sollten sie diesen Satz dann ganz einfach durch "zum Schaden des deutschen Volkes" ersetzen.
http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichte...62,1922964

(02.03.13 13:17)Hachiko schrieb:  Wie wahr, in Deutschland ist es zwischenzeitich schon rechtlich grenzwertig, wenn man das Kind beim
Namen nennt.

Einer der Gründe warum ich japanisch lerne, besteht auch darin, das man durch eine Fremdsprache seine Informationsmöglichkeiten drastisch erweitert. Früher war es nicht so einfach, an ausländische Publikationen zu kommen, aber wer heute, im Internetzeitalter, eine Fremdsprache beherrscht, kann sich sofort aktuelle Nachrichten aus diesem Sprachraum auf dem Rechner anzeigen lassen.

Ich bin einfach über das Stadium hinaus, das ich mir im zwangsgebührenfinanzierten Staatsfernsehen von Leuten wie Illner und Mayschberger die Welt erklären lassen möchte.

Natürlich behaupte ich nicht, das Russia Today, CNN, Al Jazeera oder japanische Sender prinzipiell objektiver sind das deutsche Fernsehen. Aber die Mischung machts! Was der eine verschweigt, zeigt der andere. Wer sich bei ausländischen Sendern informiert, merkt schnell das auch die deutschen Medien bestimmte Fakten ihren Lesern und Zuschauern gern verschweigen und vorenthalten und zwar in keinem geringeren Ausmass, als dies ausländische Sender tun.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.03.13 13:44 von Firithfenion.)
02.03.13 13:05
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Sanyuu


Beiträge: 104
Beitrag #74
RE: "Haltbarkeit" binationaler Ehen
Naja, das ist immer so. In der Vielheit liegt die Wahrheit. Das liegt auch daran, dass es einem Menschen eigentlich unmöglich ist, eine vollkommen neutrale Berichterstattung zu sehen.

Ich persönlich glaube die Rückentwicklung der Meinungsfreiheit hängt letztlich mit dem Mauerfall zusammen. Dieser führte nämlich zu folgenden Effekten:
1) Der (scheinbare) Niedergang der Atomaren Bedrohung, die steht's dafür gesorgt hatte, das Beschäftigung mit der aktuellen Politik lebensnotwendig war, weil es einem in dem Fall das "die da oben" einen Fehler machen, ja selber getroffen hätte.
2) Der Niedergang des Kommunismus, die dazu führt, dass sich der Kapitalismus quasi als "einzig richtige" Ordnung durchsetzte.
3) Der Verlust eines deutlichen Negativbeispiels in Sachen Meinungsfreiheit (d.h. der Ostblock), wodurch man natürlich demonstrativ alle richtig machen musste.
4) Allgemeines Erschlaffen der Wirtschaft. Die Leute sind erst an ihrem eigenem materialistischen Erfolg interessiert, auch zu Ungunsten einer eigenen politischen Meinung.

Naja jetzt sind wir aber weit vom Thema aus der Überschrift abgekommen.

神は昊から土に降る。
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.03.13 22:40 von Sanyuu.)
03.03.13 22:35
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"Haltbarkeit" binationaler Ehen
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