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Lebensgewohnheiten
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Woa de Lodela


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Beitrag #51
RE: Lebensgewohnheiten
(06.01.15 13:00)Hachiko schrieb:  Naja, wenn ich dieses Ausscheidungsprodukt an den Händen kleben hätte würde ich mir einfach dieselbigen unter Verwendung von Warmwasser und Seife am Waschbecken reinigen und gut ist es.

Genau das meine ich ja. Die Hand würde man sofort gründlich mit Wasser und Seife reinigen. Und an einer anderen Stelle des Körpers nimmt man es dann weniger genau.
06.01.15 14:00
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Hachiko


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Beitrag #52
RE: Lebensgewohnheiten
(06.01.15 14:00)Woa de Lodela schrieb:  Genau das meine ich ja. Die Hand würde man sofort gründlich mit Wasser und Seife reinigen. Und an einer anderen Stelle des Körpers nimmt man es dann weniger genau.

Doch ich schon unter Verwendung von feuchtem Klo-Pa, kann ich nur empfehlen. Langsam entwickle ich mich zum Propagandisten für Hakle.hoho
06.01.15 14:30
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Hellstorm
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Beitrag #53
RE: Lebensgewohnheiten
(06.01.15 12:59)Kikunosuke schrieb:  Toto verlangt in Europa eben richtige Mondpreise. Wir hatten mal einen Kunden der sowas wollte, der hat sich dann allerdings für die günstigere Lösung von Geberit entschieden. Klar, die haben letztendlich nur nachgebaut, aber auch auf den letzten Messen hatte ich jetzt nicht den Eindruck als gäbs bei den japanischen Herstellern da irgendeine ernsthafte Verkaufsstrategie für Europa oder das nichtasiatische Ausland generell. Zudem gibts keine Geräuschprinzessin.

Ich versteh gar nicht wieso. Klar ist das bei der hiesigen Toilettenkultur (oder der Abwesenheit derselben) sicherlich etwas schwierig, aber ich wüsste nicht, dass es komplett unmöglich sein sollte. Gut, wahrscheinlich ruhen sich die Hersteller einfach auf dem bequemen japanischen Markt aus.

Aber ich habe z.B. bei Hornbach ein OEM aus Hongkong entdeckt, das sieht fast 1:1 wie die einfachen japanischen Versionen aus. Oder es gibt auch http://www.popodusche.de (toller Name...), das ist auch wie in Japan. Ich glaube nicht, dass beides in Deutschland gebaut wird. Das werden hundertprozentig irgendwelche asiatischen OEMs sein. Deswegen sieht das auch fast 1:1 wie in Japan aus.

Der Preis ist zwar höher als in Japan (400€ eben), aber immer noch zähneknirschend bezahlbar. Ich sehe nur höchstens das Problem, dass ich nicht weiß, wie zuverlässig die Dinger sind. Wenn die nach 1 Jahr schon kaputt sind, ist das ja auch doof.

Und in Deutschland hat man ja oft das Problem mit den Unterputz-Tanks und der fehlenden Steckdose neben der Toilette. Gut, wenn man ein Eigenheim hat, kann man das eventuell noch baulich angehen, aber in Mietwohnungen geht es eben nicht immer. Schade.

Diese deutschen Versionen würde ich persönlich nicht nehmen. Die sind mir trotz des lächerlichen Preises von der Funktionsvielfalt den japanischen Versionen arg unterlegen.

Was ich persönlich mal ausprobieren möchte, ist so eine Klobrille aus Korea zu importieren. Die haben ja auch 220 oder 230V und, wie ich mal gehört habe, sollen dort Washlets auch einigermaßen verbreitet sein. Vielleicht kriegt man da auch vernünftige japanische Markenware für bezahlbaren Preis, der dann auch in Deutschland läuft. Problem ist halt nur die koreanische Beschriftung, da versteht man ja nichts hoho

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
06.01.15 14:53
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Woa de Lodela


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Beitrag #54
RE: Lebensgewohnheiten
(06.01.15 14:30)Hachiko schrieb:  Doch ich schon unter Verwendung von feuchtem Klo-Pa, kann ich nur empfehlen. Langsam entwickle ich mich zum Propagandisten für Hakle.hoho

Das ist natürlich schon besser, aber würde dir das Hakle auch zur oben angesprochenen "Reinigung der Hand" reichen? Mir nicht. Außerdem hat man da hinterher immer noch die Duftstoffe und Reinigungsstoffe auf der Haut, die sich in den Tüchern befinden. Fände ich auch nicht so toll.
06.01.15 16:12
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Kikunosuke


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Beitrag #55
RE: Lebensgewohnheiten
Die Frage ist auch ob der koreanische Aufsatz dann auf die deutsche Schüssel passt. Zudem wird der kaum eine Zulassung nach DVGW (Absicherung der Trinkwasserinstallation gegen Verunreinigungen etc.) und VDE haben, heißt du darfst den in Deutschland gar nicht verwenden. Da wäre dann ein Auslaufhahn mit Schlauch (wie's der Scheich macht) die günstigere Lösung. Zudem sind die Washlet-Klobrillen auch kleiner als das was man in Deutschland so hat, für übergewichtige Leute ist so eine Klobrille dann oft zu klein und unangenehm.

Zitat:Ich sehe nur höchstens das Problem, dass ich nicht weiß, wie zuverlässig die Dinger sind. Wenn die nach 1 Jahr schon kaputt sind, ist das ja auch doof.

Mehr elektronische Teile sind freilich anfälliger als ein stinknormaler Spülkasten. Man muss es regelmäßig säubern da's sonst unappetitlich wird (nur schnell WC-Reiniger rein geht nicht mehr) etc. Das ist einfach eine Mentalitätsfrage, kaum ein Deutscher gibt hunderte von Euro für die Toilette aus, und wenn dann ists für Designkeramik. Man verbringt da schließlich nicht täglich mehrere Stunden drauf. Zumindest ich nicht.
06.01.15 16:39
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Yano


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Beitrag #56
RE: Lebensgewohnheiten
(06.01.15 14:53)Hellstorm schrieb:  Was ich persönlich mal ausprobieren möchte, ist so eine Klobrille aus Korea zu importieren. Die haben ja auch 220 oder 230V und, wie ich mal gehört habe,
Bist Du ein Fan von Dr. K. aus Fukushima? Der hielt die winterkalten Klos in J für eine wesentliche Ursache für Bluthochdruck und hat dringend wenigstens zu elektrisch beheizten Klobrillen geraten. In seinem Haus waren die Toilettenräume nachgerade dominierend, im Obergeschoß drei nebeneinander, alle beheizt, normal hat der Japaner sowas nicht.
Sein Buch さらば高血圧 ist leider nicht zu finden, ist ja auch schon vor ca. 40 Jahren erschienen, mein Exemplar ist auch irgendwie weg, und im Netz finde ich nur seine Tochter Hitomi, die es zu einer gewissen Berühmtheit gebracht hat, und mit der ich eine Zeitlang zusammengewohnt habe aber nie liiert war, sondern mit ihrer Schwester.
06.01.15 16:46
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Hellstorm
Moderator

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Beitrag #57
RE: Lebensgewohnheiten
(06.01.15 16:39)Kikunosuke schrieb:  Mehr elektronische Teile sind freilich anfälliger als ein stinknormaler Spülkasten. Man muss es regelmäßig säubern da's sonst unappetitlich wird (nur schnell WC-Reiniger rein geht nicht mehr) etc. Das ist einfach eine Mentalitätsfrage, kaum ein Deutscher gibt hunderte von Euro für die Toilette aus, und wenn dann ists für Designkeramik. Man verbringt da schließlich nicht täglich mehrere Stunden drauf. Zumindest ich nicht.

Das stimmt. Ich bin mittlerweile auch etwas dagegen, dass in Japan alle öffentlichen Klos nur noch Washlets sind. Selbst in Japan werden die nicht so gut gereignet wie sie es sollten. Da die Brillen dann noch aus zwei Lagen zusammengesetzt sind, hat man im Innenbereich am Kleberand oft einiges unangenehmes Zeug hängen. Da würde ich mir normale Klobrillen eher wünschen (Leider sind das dann in Japan oft diese amerikanischen Dinger wo vorne offen ist *bäh*).

Ach, es gibt einige Leute, die da mehrere Stunden drauf verbringen (Aber so ein Washlet ist doch eh nur für zwei Momente gut: Beim Draufsitzen damit es warm ist, und beim Heruntergehen, damit es sauber ist hoho). Ich glaube das Problem ist einfach, dass Klo eben ein Tabuthema ist. Scheint sich aber ja ein wenig zu wanden, feuchtes Klopapier hat ja mittlerweile doch auch einigen Erfolg. Wenn man so viel Geld für Handys oder anderen Krimskrams ausgibt, dann kann man im Grunde auch mal etwas Geld für einen sauberen Allerwertesten ausgeben. Wird sich bei anständiger Pflege ja wohl auch lange halten.

Hier hab ich mal einen guten Text darüber gelesen:
海外で普及しない「ウォシュレット」が日本では大流行した6つの理由

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.01.15 16:53 von Hellstorm.)
06.01.15 16:48
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Yano


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Beitrag #58
RE: Lebensgewohnheiten
(06.01.15 16:48)Hellstorm schrieb:  Ach, es gibt einige Leute, die da mehrere Stunden drauf verbringen (Aber so ein Washlet ist doch eh nur für zwei Momente gut: Beim Draufsitzen damit es
Mehrere Stunden? Aber bestimmt nicht in J. Die Räume sind zu klein für ein Bücherregal. Ok, ein Smartphone kann man grad noch mitnehmen.
Früher hat man in D, weil Stoffwindeln arbeitsintensiv waren, das Kleinkind getopft, mit Literatur versehen und es mußte (neben dem Ofen in der Küche) solange sitzenbleiben, bis das Ereignis eingetreten war. Nach dieser prägenden Erfahrung hat sich in D mancher der jetzt aussterbenden Generation sein Klo als kleine Bibliothek eingerichtet.
Wie man das in ganz alter Zeit machte, weiß ich weder für D noch für J. Abhalten vermutlich und Windeln waschen. Meiner Seel, was habe ich Windeln gewaschen, zwei Abende in der Woche, Kochwäsche, also Windeln und Kleidungsstücke, die schon durch die Waschmaschine waren, mußte sein. Man hat damals öfter Kinder in besonders verwaschenen und ausgeleierten Klamotten gesehen, das war Neurodermitis.
Man wollte nicht dauerhaft Cortison, da kam kurz nach 2000 Tacrolimus, wirksam und macht nicht gleich was kaputt. Das wollte mein Sohn aber auch nicht für alle Zeiten. Immer ging es ihm in J besser, weiß der Geier warum, und so ist er in J geblieben.
:
Was anderes, die flachen Druckspüler der Hockklos hatten ja einen Betätigungshebel wenig über Bodenniveau. Die Universität Ichigaya hat ein hoch offizielles Schild angebracht. Du sollst den Spülhebel nicht mit dem Fuß betätigen. Freche Studenten hatten ein Schild danebengehängt, du sollst die Spülung mit dem Kopf betätigen.
08.01.15 02:53
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torquato


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Beitrag #59
RE: Lebensgewohnheiten
(08.01.15 02:53)Yano schrieb:  das Kleinkind getopft, mit Literatur versehen und es mußte (neben dem Ofen in der Küche) solange sitzenbleiben, bis das Ereignis eingetreten war. Nach dieser prägenden Erfahrung hat sich in D mancher der jetzt aussterbenden Generation sein Klo als kleine Bibliothek eingerichtet.

Ich habe nie verstanden, warum sich einige Leute eine Zeitschrift schnappen und für gefühlte Stunden auf dem Klo verschwinden. Das ist ein wirklich origineller Erklärungsansatz. zwinker Da könnte sogar etwas dran sein.

Ein guter Freund von mir, in der Tat etwas älter, hat wirklich eine halbe Bibliothek auf dem Örtchen rumliegen. Die Literaturauswahl ist aber so schlecht, daß der Kopf den Ort eher noch schneller verlassen möchte.

Zwei von 5 Gastfamilien in Japan von früher wohnen in sehr traditioneller Japanischer Bauweise, ein Tempel und ein traditionelles Stadthaus. Damals gab es in beiden Häusern diese traditionellen Hockklos. Immerhin war mir aus Italien- und Frankreichurlauben dieses Prinzip bekannt, so daß sich der Kulturschock in diesem Bereich zumindest in Grenzen gehalten hat. Mittlerweile haben beide Familien diesen Teil ihrer Häuser modernisiert.

Diese Washlets finde ich immer noch sehr befremdlich. Daß die Japaner aber auch immer gleich vom einen Extrem ins nächste springen müssen... kratz Irgendwie hat man da das Gefühl, man müsse erst ein akademisches Seminar bestehen, bevor man sein Geschäft erfledigen dürfe... grins

Ein anderes Thema: Diese komischen Sitz-Bezüge in den Japanischen Taxis erinnern mich an Häkeldecken bei Großmuttern in meiner Kindheit. Als ich damals noch ganz frisch in Japan war und ganz neu in einer Familie, mußte ich quasi zwei Termine gleichzeitig wahrnehmen. Um das zu bewerkstelligen, wurde ich chauffiert. Einige Zeit hatte ich gedacht, daß wäre der Privatchauffeur der Familie gewesen. Ich konnte das einafch nicht einordnen. Distinguireter Herr im Anzug mit weißen Handschuhen und eben diese Häkel-Kopfstützenbezüge, die man im normalen öffentlichen Raum ja nicht erwartet. Später wurde mir klar, daß das eine ganz normale Taxifahrt war. grins
08.01.15 05:15
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Yano


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Beitrag #60
RE: Lebensgewohnheiten
(08.01.15 05:15)torquato schrieb:  Ich habe nie verstanden, warum sich einige Leute eine Zeitschrift schnappen und für gefühlte Stunden auf dem Klo verschwinden. Das ist ein wirklich origineller Erklärungsansatz. zwinker Da könnte sogar etwas dran sein.

Außerdem, zumindest wenn du mehrere solcher Örtlichkeiten hast, kannst du dich legitim einsperren und damit den Anspruch stellen, auch am hellichten Tag einfach mal eine zeitlang in Ruhe gelassen zu werden.

:Zwei von 5 Gastfamilien in Japan von früher wohnen in sehr traditioneller Japanischer Bauweise, ein Tempel und ein traditionelles Stadthaus. Damals gab es in beiden Häusern diese traditionellen Hockklos. Immerhin war mir aus Italien- und Frankreichurlauben dieses Prinzip bekannt, so daß sich der Kulturschock in diesem Bereich zumindest in Grenzen gehalten hat. Mittlerweile haben beide Familien diesen Teil ihrer Häuser modernisiert.

Die japanischen Hockklos mit Druckspüler haben weniger Platz gebraucht als die heutigen Schüsseln. Das führt zu dem Problem, daß nach der Umrüstung auf die Schüssel die Räumlichkeit eigentlich zu klein ist.

: Diese Washlets finde ich immer noch sehr befremdlich. Daß die Japaner aber auch immer gleich vom einen Extrem ins nächste springen müssen... kratz Irgendwie hat man da das Gefühl, man müsse erst ein akademisches Seminar bestehen, bevor man sein Geschäft erfledigen dürfe... grins
Als die aufkamen, kursierte unter uns Expats der Spruch Never touch any button.

:Ein anderes Thema: Diese komischen Sitz-Bezüge in den Japanischen Taxis erinnern mich an Häkeldecken bei Großmuttern in meiner Kindheit.
Ganz einfach zu erklären: viele Japaner schlafen schnell ein, wenn sie gefahren werden, und ein signifikanter Anteil sabbert im Schlaf.
08.01.15 09:22
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Lebensgewohnheiten
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