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Pilgerweg "Saigoku" in Kansai
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Yano


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Beitrag #31
RE: Pilgerweg "Saigoku" in Kansai
(04.10.14 21:57)Hachiko schrieb:  Deshab habe ich auch hier nachgefragt wie es wäre, wenn man einen treuen Hund dabeihätte, die Resonanz blieb bisher allerdings aus.
Das ist halt auch wieder so eine Geschichte ala kein Schwein macht sowas.
Vermietern traditionell eingerichteter Wohnungen (Tatami) sind zwar Hunde weniger verhaßt als Katzen, wir aber haben beides bei unseren Mietern. Ich war nie in einem Ryokan, das sich als hundefreundlich bezeichnet hat, das ist ja auch z.B. in Österreich eher eine neuere Zeiterscheinung. Ich habe kaum je einen Hund in der japanischen Eisenbahn gesehen und auch nicht auf dem Gelände eines Tempels (Hühner schon).
Wahrscheinlich (ich sag das mal sanft) ist das Pilgern mit Hund ein ambitioniertes Vorhaben, das sorgfältiger Planung bedarf. Am ehesten geht das in Shikoku wohl in der nordwestlichen Gegend, die ist touristisch einigermaßen erschlossen.
04.10.14 23:42
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torquato


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Beitrag #32
RE: Pilgerweg "Saigoku" in Kansai
(04.10.14 21:35)Yano schrieb:  "Mittelgroße Bären", "120 cm" usw. Fällt mir schwer zu glauben. Von so kleinen Bärchen auf Shikoku habe ich noch nie etwas gehört, das wäre ja kaum doppelt so groß wie ein Waschbär. Allerdings sah ich Bären auf Hokkaido, und die waren nicht mittel- sondern groß; so groß, wie man sich amerikanische Grizzlybären vorstellt, aufgerichtet geschätzt über zwei Meter, fünf Zentner schwer. Nein, selber genau nachgemessen habe ich nicht.
Aber nochmal: ich bin hunderte Kilometer durch (grob gesagt) das nordöstliche Drittel von Shikoku gewandert (also von Takamatsu fast durch ganz Ehime und bis in die Mitte, ganz an die Südküste bin ich nicht mehr gekommen und an die Westküste auch nicht) und bin dabei keinem einzigen Pilger begegnet, der in der Uniform auf der Landstraße zu Fuß unterwegs war. Gastfreundschaft habe ich erlebt, aber auch viel Einsamkeit. Manchmal hätte ich mir einen Weggenossen gewünscht, aber das ist eine romantische Vorstellung, die im vorigen Jahrhundert unrealistisch wurde. Ist in D nicht groß anders.

Nochmal zu den Schwarzbären auf Shikoku: Die Japanische Website des Japanischen WWF schreibt sogar von nur 110 bis 130 cm. 日本に生息する2種のクマ

Auf Hokkaido sind das ja auch Braunbären und keine Schwarzbären. Die werden in der Tat (gleiche Quelle) so 200 - 230 cm groß. Daß es zwischen diesen Arten so einen Größenunterschied gibt, war mir aber auch nicht bekannt.

Ein englischsprachiger Artikel des Japanischen WWF (Mother and cubs of Japanese Black bear in Shikoku Island filmed for the first time in history) spricht von einer geschätzten Gesamtpopulation von Schwarzbären auf Shikoku von maximal 20 bis 30 Exemplaren, die sich auch noch auf mehrere Gebiete verteilen. Die Überlebenschancen dieser Spezies scheint angesichts dessen für die Zukunft eher gering. traurig
Die Wahrscheinlichkeit, einem solchen Tier auf Shikoku bem Wandern zufällig zu begegnen, geht analog wohl aber auch eher stark gegen Null.

Naja, immerhin hat sich für Dich das Lesen des Forums doch in diesem Punkt gelohnt. Immerhin hast auch Du jetzt noch was Neues über die Insel gelernt und weißt jetzt, daß es da so 'kleine' Bären vereinzelt noch gibt. zwinker

Das mit der Einsamkeit kann ich mir gut vorstellen. Ich denke, der Filmbeitrag von NHK erweckt da auch ein kleines bißchen einen falschen Eindruck. Das ist auf keinen Fall eine riesige Massenbewegung, bei der man sich über die Hacken läuft.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.10.14 15:32 von torquato.)
05.10.14 11:26
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Hachiko


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Beitrag #33
RE: Pilgerweg "Saigoku" in Kansai
(04.10.14 23:42)Yano schrieb:  . Ich war nie in einem Ryokan, das sich als hundefreundlich bezeichnet hat, das ist ja auch z.B. in Österreich eher eine neuere Zeiterscheinung. Ich habe kaum je einen Hund in der japanischen Eisenbahn gesehen und auch nicht auf dem Gelände eines Tempels (Hühner schon).
Wahrscheinlich (ich sag das mal sanft) ist das Pilgern mit Hund ein ambitioniertes Vorhaben, das sorgfältiger Planung bedarf. Am ehesten geht das in Shikoku wohl in der nordwestlichen Gegend, die ist touristisch einigermaßen erschlossen.

Eigentlich gar nicht nur in Österreich, habe schon mal eine grössere Wanderung durch Friesland in Begleitung eines Berner Sennenhundes unter-
nommen und die Leute, bei denen wir Kost und Logie erhielten, waren eher von dem Tier angetan. In Bayern, da in der Gegend vom
Großen Arber, konnte ich ähnliche Erfahrungen machen. In den Ardennen und der Schweiz wars ähnlich, nur in südlicheren Ländern sollte man nur als Angehöriger der Spezies Homo sapiens nach einer Beherbergung suchen, Viecher sind da gar nicht willkommen. allerdings habe
ich in Italien schon mal gesehen, dass so ein Fiffi eine Kirche betreten durfte, was bei uns wiederum undenkbar ist.
Andere Länder/Kulturen, andere Sitten eben.
Auf jeden Fall werde ich mich langsam kundig machen, wie es diesbezüglich in Japan ausschaut, denn so ein Unternehmen würde mich
schon jucken.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.10.14 13:20 von Hachiko.)
05.10.14 12:55
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Yano


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Beitrag #34
RE: Pilgerweg "Saigoku" in Kansai
(05.10.14 12:55)Hachiko schrieb:  Auf jeden Fall werde ich mich langsam kundig machen, wie es diesbezüglich in Japan ausschaut, denn so ein Unternehmen würde mich
schon jucken.
Ich bin ziemlich sicher, daß keiner der Forumsteilenehmer jemals mit Hund von D nach J ist. Meine Frau hat mal zwei junge Katzen (natürlich türkische Angorakatzen) aus der Türkei mitgebracht. Die waren in einem Käfig, der noch als Handgepäck durchging. Das jedenfalls war unproblematisch.
Aber mit einem vielleicht 25 kg schweren Bernhardiner nach J fliegen, in verschiedenen Ryokans und Minshukus übernachten und schließlich mit zwei Hunden nach D heimkehren, da muß man alles lange vorher absprechen und es kann dann doch Pannen geben. Wahrscheinlich nicht ganz billig aber letztlich wohl machbar.

P.S.
Du weißt schon, daß die Präfektur Kochi früher Tossa hieß. Von Matsuyama aus zwei, drei Tagesmärsche. Dort lassen sie in Art wie Zirkusvorstellung die Kampfhunde gegeneinander kämpfen. Ist nicht jedermanns Sache.
05.10.14 15:21
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Hachiko


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Beitrag #35
RE: Pilgerweg "Saigoku" in Kansai
Wie ich bereits im Beitrag 21 bemerkte, möchte ich mir gerne einen Akita in Japan anschaffen, um ihn dann, wenn es überhaupt
möglich sein sollte, nach D zu bringen, wo ihm ein gutes und behütetets Daheim sicher sein würde. Diesmal hätte ich aber lieber
eine Hündin, weil diese sanfter im Gemüt sind und nicht gleich auf jede Rüden-Rauferei eingehen, was meinem Hach das Leben kostete, auch wenn er den Streit nicht initiiert hatte.

Und wo sind denn die beiden Miezen, die deine Frau nach Japan gebracht haben, hoffentlich verstehen die sich mit der weissen Katze, die wo immer so artig "miau" gesagt hat.
05.10.14 17:00
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Yano


Beiträge: 2.117
Beitrag #36
RE: Pilgerweg "Saigoku" in Kansai
Naja, wenn Du fragst. Die eine ist in D, schon zehn Jahre. Sie ist verfeindet mit der Katze des Nachbarn, ist aber relativ intelligent und verfügt über ein entsprechend größeres Revier. Sie hinterläßt, typisch, überall im Haus Haare. Wir haben uns einen extra teuren Staubsauger angeschafft. Die andere ist von zwei Dobermännern gemeinschaftlich zerrissen worden, ich habe sie mit gebrochener Wirbelsäule zum Tierarzt bringen müssen.
Aber: Du hast doch nicht im Ernst vor, zu Fuß von Shikoku nach Akita zu gehen? Zu Fuß nach Honshu ist seit ein paar Jahren zwar nicht mehr unmöglich, sondern touristisch erschlossen aber insgesamt sind das so viele Kilometer. Ich bin damals immer am Abend spätestens des zweiten Tages mit Bus und Bahn wieder heim, das waren maximal 60 km, das reicht für Shikoku, und ich hatte daraufhin genug davon für ein paar Tage.
05.10.14 18:08
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Nia


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Beitrag #37
RE: Pilgerweg "Saigoku" in Kansai
Der Kurzclip über die Schwarzbären hat aber keinen Ton, oder nur bei mir nicht?

“A poet is a musician who can't sing.”
― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
05.10.14 19:44
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Hachiko


Beiträge: 2.585
Beitrag #38
RE: Pilgerweg "Saigoku" in Kansai
@Yano

Das mit der zerrissenen Katze tut mir wirklich leid.

Natürlich habe ich nicht vor von Shikoku nach Akita zu wandern, bin ja kein Marco Polo.
Aber einen in Japan geschlüpften Akita hätte ich mir schon gerne angeschafft, wenn ich schon dort bin.
Zu meinem hier in D geborenen geriet ich deshalb, weil meine Nachbarn das reinrassige Pärchen, das sie ihrerseits von
einer Japanreise mitbrachten, nicht haben rechtzeitig kastrieren lassen und somit mit 6 Pupperl beschert wurden.
So kann man unvorhergesehenerweise auf den japanischen Hund kommen.
05.10.14 21:43
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nomin


Beiträge: 134
Beitrag #39
RE: Pilgerweg "Saigoku" in Kansai
Mir wurde gesagt, dass es auf Shikoku Bären gibt.
Allerdings schätze ich die als für den Menschen wenig gefährlich ein, da sie m.E. ausreichend sonstige Nahrungsquellen finden und nach dem o.g. link zudem eine sehr kleine Population existiert, die nicht zwingend auf die Nahrungsquelle Mensch angewiesen ist.

Ich weiß sicher, dass es in der Präfektur Nagano Bären gibt und dort wird jedem Waldwanderer sehr nahe gelegt, ein Glöckchen mitzunehmen, damit der Bär frühzeitig informiert wird. Jedes Jahr gibt es dort Verletzte oder sogar Tote durch Bärenangriffe.
Das Glöckchen am Wanderstab mag daher durchaus Sinn machen.


Was den Hund auf der Wanderung angeht, so habe ich meine Zweifel, ob das eine gute Idee ist. Die Suche nach Unterkunft wird vermutlich sehr schwer werden und ich wollte das nicht vorab von D aus organisieren (was eh nicht funktionieren würde. Die ersten Unterkünfte vielleicht noch, aber spätestens nach eine Woche ist der ganze Zeitplan eh dahin).

@Yano - ich weiß zwar nicht, was Du für Waschbären kennst, aber zwischen einem Waschbär und einem Bär mit "nur" 120 cm besteht doch noch ein gewisser Größenunterschied. hohohoho
06.10.14 10:51
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tanuki


Beiträge: 2
Beitrag #40
RE: Pilgerweg "Saigoku" in Kansai
Nochmals zurück zu den Glöckchen am Pilgerstab: Der Pilgerstab heisst Shakujou (錫杖) und man findet eine englischsprachige Erklärung unter http://www.aisf.or.jp/~jaanus/deta/s/shakujou.htm. Da kann man nachlesen, dass die Tradition nach Indien zurückreicht, wo man wohl auch nicht unbedingt Bären, aber vielleicht anderes wildes Getier verscheuchen wollte. Der Shakujou ist übrigens nicht der Pilgerstab der Pilger auf den Shikoku-88 Pilgerweg. Die benutzen einen Kongo-zue, zu dem es einen englischsprachigen Wikipedia-Eintrag gibt: http://en.wikipedia.org/wiki/Kongo-zue.
06.10.14 21:34
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Pilgerweg "Saigoku" in Kansai
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