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Sammlungsthread für Erfahrungen und Methoden
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yamaneko


Beiträge: 2.773
Beitrag #21
RE: Sammlungsthread für Erfahrungen und Methoden
Für mich war Sprachenlernen ein nebenberufliches Hobby durch viele Jahrzehnte. Methode: ein Kurs mit Tonträgern, Grundwortschatz aus Lehrbüchern wiederholen, ohne "auswendig zu lernen", dann LESEN, LESEN, LESEN ohne Rücksicht auf Verluste. Nach 10 Romanen und einem Buch Fachliteratur habe ich eine neue Sprache begonnen.
Dort, wo das nicht möglich war, weil die Kurse im Selbstunterricht nicht gereicht haben, habe ich auf der Uni inskribiert: Arabisch, Hebräisch, Altgriechisch, Japanisch und Spanisch zur Vorbereitung der DELE_Prüfungen.
Japanisch habe ich einige Jahre gelernt, nach 12 Tagen Japan und die Folgen.
Thread-12-Tage-Japan-und-die-Folgen?highlight=12 Tage Japan und die Folgen
Auslandsaufenthalte: ich habe einen Verwandten, der hat in Wien studiert, in Berlin die Diplomarbeit geschrieben, in Brünn die Doktorarbeit, in Paris die Habilitation. 13 Monate war er zu einem Postgraduate-Studium in Tokio (ohne ein Wort Japanisch gelernt zu haben. Trotzdem hat er angebotenen Unterricht nebenbei konsummiert und Prüfungen gemacht).
Auf der Uni hatte ich einen besonders lernunwilligen Kollegen, der gerne Aufgaben abgeschrieben hat, nie vorbereitet war. Nach einem Jahr Abwesenheit war er der Klassenbeste bis zum Ende des Studiums. Geheimnis: er war ein Jahr in Japan und hat dort als Kellner gearbeitet.
Ich bin überzeugt, dass man gerade für Japanisch den Aufenthalt im Land dringend braucht (ich habe seit Jahren keinen Kontakt mit Japanern)traurig

Wichtiger Rat bei diesem Thread: NICHT ZUVIEL IN FOREN ÜBER JAPANISCH AUFHALTEN, MEHR ZEIT ZUM LERNEN AUFWENDEN!!
yamaneko ist damit einverstanden

30.12.13 09:22
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Woa de Lodela


Beiträge: 1.538
Beitrag #22
RE: Sammlungsthread für Erfahrungen und Methoden
(29.12.13 21:00)Yano schrieb:  Aber viele, auch ich, haben so eine Proficiency-Schwelle erlebt, nach deren Überwindung das Weiterlernen von alleine geht (was natürlich durch aktives Studieren zu beschleunigen ist). Das muß irgendwie ein lernpsychologischer oder hirnorganischer Vorgang sein, der auf beglückende Weise eine Tür aufmacht vom Sprachlernzentrum im Gehirn zum Sprachkönnzentrum. Dieser Übergang ist meinem Erleben nach sehr kurz gewesen. Und während dieser paar Tage kam ich plötzlich in die Lage, z.B. auch längere Bahndurchsagen vollständig zu verstehen - habe den Inhalt aber sofort wieder vergessen. Das war auf der Reise nach Sapporo und hat den ängstlichen Australier, der sich an mich gehängt hatte, schier zur Verzweiflung getrieben.

Das nennt man Epiphany-Moment. Geschieht meist wirklich von heute auf morgen, plötzlich ergibt der Schwall an bisher unverständlichen Lauten Sinn und man versteht mehr oder weniger alles, ohne überlegen zu müssen. Habe ich auch so erlebt, nur noch nicht mit Japanisch.

yamaneko schrieb:Ich bin überzeugt, dass man gerade für Japanisch den Aufenthalt im Land dringend braucht (ich habe seit Jahren keinen Kontakt mit Japanern

Ich bleibe dabei, dass man es nicht braucht. Japanisch lesen, schreiben, hören und sprechen kann man ja theoretisch überall. Es gibt einen Japanisch-Dolmetscher in München, der schon als solcher gearbeitet hat, ohne je einen Fuß auf japanischen Boden gesetzt zu haben. Das sind natürlich Ausnahmen, aber trotzdem gibt es sie.

Zitat:Wichtiger Rat bei diesem Thread: NICHT ZUVIEL IN FOREN ÜBER JAPANISCH AUFHALTEN, MEHR ZEIT ZUM LERNEN AUFWENDEN!!

Da stimme ich auch uneingeschränkt zu. hoho
30.12.13 10:08
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Hachiko


Beiträge: 2.596
Beitrag #23
RE: Sammlungsthread für Erfahrungen und Methoden
(30.12.13 10:08)Woa de Lodela schrieb:  
(29.12.13 21:00)Yano schrieb:  Aber viele, auch ich, haben so eine Proficiency-Schwelle erlebt, nach deren Überwindung das Weiterlernen von alleine geht (was natürlich durch aktives Studieren zu beschleunigen ist). Das muß irgendwie ein lernpsychologischer oder hirnorganischer Vorgang sein, der auf beglückende Weise eine Tür aufmacht vom Sprachlernzentrum im Gehirn zum Sprachkönnzentrum. Dieser Übergang ist meinem Erleben nach sehr kurz gewesen. Und während dieser paar Tage kam ich plötzlich in die Lage, z.B. auch längere Bahndurchsagen vollständig zu verstehen - habe den Inhalt aber sofort wieder vergessen. Das war auf der Reise nach Sapporo und hat den ängstlichen Australier, der sich an mich gehängt hatte, schier zur Verzweiflung getrieben.

Das nennt man Epiphany-Moment. Geschieht meist wirklich von heute auf morgen, plötzlich ergibt der Schwall an bisher unverständlichen Lauten Sinn und man versteht mehr oder weniger alles, ohne überlegen zu müssen. Habe ich auch so erlebt, nur noch nicht mit Japanisch.

yamaneko schrieb:Ich bin überzeugt, dass man gerade für Japanisch den Aufenthalt im Land dringend braucht (ich habe seit Jahren keinen Kontakt mit Japanern

Ich bleibe dabei, dass man es nicht braucht. Japanisch lesen, schreiben, hören und sprechen kann man ja theoretisch überall. Es gibt einen Japanisch-Dolmetscher in München, der schon als solcher gearbeitet hat, ohne je einen Fuß auf japanischen Boden gesetzt zu haben. Das sind natürlich Ausnahmen, aber trotzdem gibt es sie.

Zitat:Wichtiger Rat bei diesem Thread: NICHT ZUVIEL IN FOREN ÜBER JAPANISCH AUFHALTEN, MEHR ZEIT ZUM LERNEN AUFWENDEN!!

Da stimme ich auch uneingeschränkt zu. hoho

Gebe ebenfalls zu mich zu viel und manchmal unnütz in diesem Forum aufgehalten zu haben, bin aber denjenigen, die mir hilfreich zur
Seite gestanden haben, auch künftig zu Dank verbunden.

あけましておめでとおうございます。
30.12.13 14:22
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Nia


Beiträge: 3.697
Beitrag #24
RE: Sammlungsthread für Erfahrungen und Methoden
Foren sind nicht so schlecht als Lernaspekt, wie hier dargestellt.
Ich, für meinen Teil, kann sagen, dass ich nie soweit gekommen wäre, wie ich bin, wenn ich nicht hier wäre.
Nicht dass das jetzt besonders weit ist. Trotzdem.
Ich hatte nicht vor mich mit Kanji zu befassen, mal als Beispiel. Bzw. hatte mir gesagt, 'mal sehen wie weit ich komme, Kanji aber ganz bestimmt nicht. Das kann ich nie.'

Nur mal so am Rande. Da muss jeder für sich selbst schauen.

“A poet is a musician who can't sing.”
― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
30.12.13 20:58
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Vlad


Beiträge: 98
Beitrag #25
RE: Sammlungsthread für Erfahrungen und Methoden
So ich würd mich jetz gerne auch zu diesem Thema äußern, auch wenn ich noch ein unerfahrener Anfänger bin wenn man mich mit anderen Leuten hier vergleicht!
Zu meiner Methodik, aber zuerst eine kleine Vorgeschichte: Zuerst hatte ich angefangen mit dem Programm "Rosetta Stone" japanisch zu lernen. Hatte halt damals so einen Anreiz bekommen, hat mir auch eine Zeitlang spaß gemacht aber, irgendwann war mir das dann doch sehr unverständlich da ich nur Romaji gelesen und nachgesprochen habe. Ich konnte die Zusammenhänge nicht mehr erkennen, da es praktisch nur auswendig lernen war. Damals hatte ich für eine kurze Zeit aufgegeben...

Doch irgendwann entschloss ich mich es doch noch mal zu Versuchen, diesmal aber anders. Hab von einem Script von einer Duisburger Uni gelesen und hab sie mir gleich besorgt!
Ich find in diesem Script ist das meiste sehr gut erklärt und enthält auch genug Übungen...
Seit ca 3 Monaten befasse ich mich mit diesem Script und finde diese Kombination aus Grammatik lernen, Kanji-lernen und dann dies alles in Übungen noch mal zu vertiefen und einzuprägen, richtig gut....

Meine Erkenntnis und mein Rat(vorallem an Neulinge):
Meine Erfahrungen haben mir gezeigt das es nichts bringt irgendwelche Sätze auswendig zu lernen, oder nachzusprechen!
Wenn ihr wirklich an der japanischen-Sprache u. der Kultur interessiert seit, dann lernt bitte die Kanjis und die Grammatik!
Am Anfang ist es sehr schwer sich die ganzen Kanjis einzuprägen. Doch je mehr man kann desto leichter wird es, weil man die Sprache im allgemeinen dann besser versteht... Ich hatte schon mehrere Punkte wo ich fast aufgegeben hatte, doch jetzt steh ich an einem Punkt wo ich mir sage: Es lohnt sich nicht mehr Aufzugeben!

Gebt nicht auf! Versucht die Methode zu finden die euch am besten passt (am besten ihr kombiniert mehrere)!
Und immer schön üben, und nicht nur lesen sondern selber schreiben!!!!!

Ich kling jetzt so, als ob ich angeben will oder sowas... Auch wenn ich noch nicht solange japanisch lerne, konnte ich all diese Sachen erkennen und würde sie auch gerne mit euch teilen!

Und noch was zu den Erfahrungen von anderen Usern: Jeder Mensch ist ein Individuum, jeder kann auf seine eigene Weise am besten lernen. Der ein oder andere kann Sprachen nicht so gut lernen für den anderen ist es ein klacks! Ich für meinen Teil bevorzuge wohl eher das akademische und gründliche lernen (z.B von einem Script aus einer Uni). Die anderen mögen es eher mit Auswendig lernen von Sätzen usw....
Wenn man nicht weiterkommt mit dem japanisch sollte man alles noch mal überdenken und anschauen wie man lieber lernen sollte...
03.01.14 16:30
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Hibachi


Beiträge: 6
Beitrag #26
RE: Sammlungsthread für Erfahrungen und Methoden
Ich kann dazu auch nur sagen, dass man mit Rosetta Stone wirklich gut lernen kann, wenn man es richtig macht.
Dass man Rosetta Stone nicht als einziges Lernmittel benutzen kann, sollte aber wohl klar sein.
Besonders für die, die kein oder wenig englisch können, finde ich Rosetta Stone gut, auch wenn ich selber gut englisch kann, weil ich bis jetzt wirklich nur sehr wenige gute deutsche Materialien gefunden habe.
Schade eigentlich, ich finde man sollte sich mal dransetzen und diese ganzen englischen Materialien mal auf deutsch übersetzen.
Nebenbei: Rosetta Stone ist wohl gerade bei Amazon noch eine Woche um 40% reduziert (Quelle: japanischlernen.eu).
Ich weiß nicht, ob das ein Dauerangebot ist, aber so wie es aussieht wohl nicht.
Ich hab dafür zumindest noch mehr bezahlt, aber darüber will ich mich nun nicht aufregen hoho
Letztenendes kann ich aber Vlad nur zustimmen, es kommt immer auf die Person an und jeder lernt halt mit anderen Sachen besser.
Ich komme zum Beispiel überhaupt nicht mit Pimsleur klar :o
09.01.14 16:47
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Nia


Beiträge: 3.697
Beitrag #27
RE: Sammlungsthread für Erfahrungen und Methoden
Womit ich nicht so ganz klar komme, ist mit den gramatikalischen Begriffen im englischen Lernen, wenn da dann steht die und die Form und das fachlich ausgedrückt habe ich das noch nicht so drauf, welche gemeint ist.
Nicht immer, aber kommt vor. So in workbooks.
Klar, gibts auch immer wieder Vokabeln die ich nicht kann.
Ist eben die Frage, wie man mit sowas umgeht.

“A poet is a musician who can't sing.”
― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
09.01.14 17:36
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Sammlungsthread für Erfahrungen und Methoden
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