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Wasser in Japan?
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atomu


Beiträge: 2.664
Beitrag #11
RE: Wasser in Japan?
Also ich hatte nirgends Probleme mit dem japanischen Wasser, weder in Tokyo noch sonst wo. Chlorgeruch ist mir auch nie aufgefallen. Vielleicht geht mir da die nötige Sensibilität ab...

正義の味方
15.07.05 11:12
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Nora


Beiträge: 2.091
Beitrag #12
RE: Wasser in Japan?
Ich glaube, das hängt auch damit zusammen, welches Wasser man an seinem Heimatort gewöhnt ist. Soweit ich weiß, hat Berlin das "beste Wasser Deutschlands", und unsere Wasserwerke haben ziemlich ausgefeilte natürliche Reinigungsmethoden ohne Chlor. Deswegen schmeckt mir schon das Wasser z.B. in Rostock nicht, in Japan noch weniger.
Ungesund oder schlecht zum Zähneputzen ist es deswegen natürlich nicht.
15.07.05 11:17
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adv


Beiträge: 959
Beitrag #13
RE: Wasser in Japan?
@Nora: Da hast Du Recht. Ich bin ja von berufsmäßig mit Wasserqualität beschäftigt. Nun ist die Leitungswasserqualität in Berlin wirklich so außerordentlich gut, das keine Zusatzstoffe, wie Chlor, hinzugefügt werden brauchen. Da das Berliner Wasser außerdem ziemlich kalkhaltig ist, schmeckt es besonders gut. Als Berliner ist man daher an eine hohe Geruchs- und Geschmackqualität gewöhnt und verzieht an so manchen anderen Orten beim Leitungswassergenuß Mund und Nase.
Zur Ehrenrettung des japanischen Leitungswasser aber nun: Das wichtigste ist erstmal, das man praktisch jedes Leitungswasser aus einem japanischen Wasserwerk völlig gefahrlos trinken kann. (Japan wird fast zu hundert Prozent von Wasserwerken mit Trinkwasser versorgt. Nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerung pumpt sein Trinkwasser aus dem Grundwasser hoch oder bezieht es aus einer Quelle.) Das ist schon vor dem Hintergrund, das etwa 1,4 Milliarden Menschen zurzeit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben das Allerwichtigste (- wie ich aus eigener, leidgeprüfter Erfahrung sagen kann, da ich mir zB in Griechenland durch schlechtes Leitungswasser Paratypus zugezogen hatte und damit wochenlang in Süditalien im Krankenhaus liegen mußte -).

Zum anderen gibt es auch in Japan aufgrund regional unterschiedlicher, geologischer Verhältnisse große geschmackliche Unterschiede, wie in allen anderen Ländern auch. Gechlort wird aus hygenischen Gründen vor allem in Ballungsgebieten. z T habe ich in Japan geschmacklich hervorragendes Leitungswasser getrunken (Hakone, Kamakura) , z T störte mich auch die Chlorung in einigen Großstädten.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.07.05 15:12 von adv.)
15.07.05 12:37
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Botchan


Beiträge: 642
Beitrag #14
RE: Wasser in Japan?
huch

Wau, da staune ich Bauklötzer:
http://web.city.sapporo.jp/feature/info/04_04_27-1.html

Angeblich ist das Sapporoer Leitungswasser im landesweiten Vergleich SO toll, daß man es in Flaschen abfüllt... Offenbar bin ich (und mit mir etwa ein Dutzend ausländische Kommilitonen) wirklich zu überempfindlich... hoho
16.07.05 04:19
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Emiko


Beiträge: 128
Beitrag #15
RE: Wasser in Japan?
Hallo,

also sowohl in Oita Stadt (Kyuushuu) als auch in der Kumamoto'ischen und Wakayama'ischen tiefsten Provinz konnte ich Wasser trinken, ohne dass ich je irgendwelche Probleme hatte. Wenn ich dagegen an das von Bergen / Norwegen (Juckreiz und Hautroetungen) und das von Midwales (tagelang Verdauungsstoerungen) denke, dann bin ich mit dem hier in Japan doch sehr zufrieden. Allerdings werde ich staendig von Japanern darauf hingewiesen, dass da angeblich was im Wasser sein soll, dass schlecht fuer die Gesundheit sein soll. Ich dachte lange, dass sie vielleicht von Chlor reden, aber es scheint eher der moeglicherweise enthaltene Salzgehalt (塩分 enbun) zu sein. In 90% aller Haushalte, wo ich bis jetzt war, hatten sie etwas, dass sie "Salzfilter" genannt hatten.
Aber die waren auch nur in der Kueche, nie im Bad, und ich bezweifle, dass sich der Normaljapaner Wasser zum Mundspuelen aus der Kueche mitnimmt.

Viele Gruesse

Emiko
04.08.05 10:25
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edokko


Beiträge: 188
Beitrag #16
RE: Wasser in Japan?
Zitat:@Nora: Da hast Du Recht. Ich bin ja von berufsmäßig mit Wasserqualität beschäftigt. Nun ist die Leitungswasserqualität in Berlin wirklich so außerordentlich gut, das keine Zusatzstoffe, wie Chlor, hinzugefügt werden brauchen. Da das Berliner Wasser außerdem ziemlich kalkhaltig ist, schmeckt es besonders gut.
@adv
auf die Gefahr hin, dass ich nun offtopic werde:
kalkhaltiges Wasser als schmackhaft zu bezeichnen, finde ich schon ein wenig zweifelhaft, besonders weil Du ja mit Wasserqualität zu tun hast.
im Wasser gelöster Kalk - der für die Wasserhärte verantwortlich ist - beeinträchtigt den Geschmack insbesondere bei der Tee- und Kaffeezubereitung. Bei Blindverkostungen (einschließlich diverser Mieralwässer) konnte mehrfach, auch von Fachleuten ein Unterschied festgestellt werden - leider zu Ungunsten kalkhaltigem Leitungswasser und so manchen Mineralwasser.

Gut, das sagt noch nichts darüber aus, ob man dem Wasser etwas zugeben muß - Frage: woher bezieht Berlin sein Wasser?

nun zur ursprünglichen Frage: warum die Wasserqualität in Tokyo repektive Japan hinsichtlich dem Chlorgeschmack besser geworden sein soll. Hierzu kann ich verschiedenen Ansätze anbieten:
zum einen hat sich generell die (Oberflächen-) Wasserqualität in Japan verbessert (mehr gereinigtes Abwasser) was eine Reduzierung von Chlor die Folge haben kann
in der Vergangenheit wurde - nicht nur in J - viel zu viel Chlor zur Qualitätsverbesserung dem Wasser zugesetzt - dies wurde auch aus Kostengründen auf das Notwendigste minimiert
zum anderen haben sich auch die Aufbereitungstechniken gebessert und verändert: so ist es auch möglich durch UV-Bestrahlung das Wasser keimfrei zu machen

dass auf Hokkaido Wasser auch abgefüllt wird soll nicht weiter verwunderlich sein, schließlich handelt es sich hierbei um "alpines" Quell- und Begwasser, das auch in D und A industriell genutzt wird
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.09.05 01:42 von edokko.)
05.09.05 01:35
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edokko


Beiträge: 188
Beitrag #17
RE: Wasser in Japan?
Zitat:Ich dachte lange, dass sie vielleicht von Chlor reden, aber es scheint eher der moeglicherweise enthaltene Salzgehalt (塩分 enbun) zu sein. In 90% aller Haushalte, wo ich bis jetzt war, hatten sie etwas, dass sie "Salzfilter" genannt hatten.

Kann es vielleicht sein, dass es sich um Wasserfilter handelt, die mit Hilfe von Salzen (die als Katalysatoren dienen), unter anderem Kalk und Schwermetalle sowie andere ungewollte Chemikalien dem Wasser entziehen? Die werden auch hier in D angeboten und nicht wenige Zahnärzte (und Privathaushalte und natürlich auch andere) setzen diese Teile auch ein: ab ca. €2000.- zu haben; Das Salz ist alle paar Monate - abhängig vom Durchsatz - auszuwechseln.
05.09.05 01:41
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adv


Beiträge: 959
Beitrag #18
RE: Wasser in Japan?
@edokko: Die zweite Frage zuerst: Das Berliner Trinkwasser ist Grundwasser, das aus (eiszeitlichen) Sanden und Kiesen in 30-100m Tiefe stammt. Es ist jenach Einzugsgebiet 15-22° hart. Chor oder anderes wird nicht zugesetzt.

Zitat:@adv
auf die Gefahr hin, dass ich nun offtopic werde:
kalkhaltiges Wasser als schmackhaft zu bezeichnen, finde ich schon ein wenig zweifelhaft, besonders weil Du ja mit Wasserqualität zu tun hast.
im Wasser gelöster Kalk - der für die Wasserhärte verantwortlich ist - beeinträchtigt den Geschmack insbesondere bei der Tee- und Kaffeezubereitung. Bei Blindverkostungen (einschließlich diverser Mieralwässer) konnte mehrfach, auch von Fachleuten ein Unterschied festgestellt werden - leider zu Ungunsten kalkhaltigem Leitungswasser und so manchen Mineralwasser.

Das stimmt natürlich, ist aber ein anderes Thema, als der Eigengeschmack des Trinkwassers selbst. Härteres (natürlich nicht extrem hartes) Wasser empfinden die meisten Menschen als wohlschmeckend, bzw zu weiches Wasser als fade..

Ich bin selbst leidenschaftlicher Teetrinker und mache dasselbe, wie viele Japaner: Ich benutze zur (und nur zur) Tee- und Kaffeebereitung in der Küche einen kleinen Wasserfilter (= chemisch gesehen einen Ionenaustauscher, der den Härtegehalt des Wassers reduziert).
Der Grund ist einfach, das das Teearoma sich in zu kalkhaltigem Wasser nicht voll entfalten kann, da das Wasser durch den höheren Kalkgehalt zu stark gepuffert ist und damit nicht den für Tee idealeren (= etwas niederigeren) pH-Wert besitzt.

Das eine hat aber wie beschrieben nichts mit dem anderen zu tun. Hartes Wasser kann für den Tee selbst entkalken (dauert 1-2min), bei weichem Wasser ist das zwar nicht nötig, dafür schmeckt es aber, so wie es aus dem Hahn kommt, nicht.

Btw benutzen etliche Leute, auch in Japan, solche Filter auch, um Schwermetalle etc entfernen können, was bei gutem Trinkwasser logischerweise jedoch nicht nötig ist, sich aber bei schlechterer Wasserqualität oder schlechten Leitungen anbieten mag.
Ob die Leute in einzelenen Regionen Wasserfilter wegen des Kalkgehalts oder Befürchtungen bezüglich der Wasserqualität benutzen, läßt sich aus der Ferne leider hier nicht beantworten.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.09.05 13:51 von adv.)
05.09.05 12:49
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filter


Beiträge: 343
Beitrag #19
RE: Wasser in Japan?
Also ich würde aus gesundheitlichen Gründen immer zu irgendeiner Art von Filter raten, falls Leitungswasser in großen Mengen konsumiert wird. Zumindest sollte man das Wasser einen Moment laufen lassen, bevor man trinkt.
Selbst hier in Deutschland kann man in Mietshäusern nie ganz sicher sein (insbesondere beim Altbau) ob im Haus nicht Kupferrohre (noch ohne Patina) oder gar Bleirohre verbaut wurden. Da bekommt man dann keine Magen-Darm Grippe aber in 20 Jahren Krebs...
Also ich würde immer einen Filter benutzen.
11.09.05 15:44
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hyoubyou


Beiträge: 434
Beitrag #20
RE: Wasser in Japan?
Zähnegeputzt in Japan. Kein Hepathitis. hoho
Aber vielleicht bekomme ich in 20 Jahren Krebs, weil ich beim Zähneputzen etwas heruntergeschluckt habe. Die Frage wird dann sein: vom Wasser oder der Zahnpasta? kratz
Kann man von so etwas überhaupt langfristige Schäden bekommen? Ich war nie gut in Biologie.

Zum Trinken würde ich überall Wasser kaufen, so teuer ist das ja nirgendwo.

Zitat:Also ich würde immer einen Filter benutzen.
ja, das bist du schon deinem Namen schuldig!

没有銭的人是快笑的人
11.09.05 17:16
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Wasser in Japan?
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