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japanisch/koreanisch...was ist schwerer?
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Hellstorm
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Beitrag #11
RE: japanisch/koreanisch...was ist schwerer?
Ich hab mir mal ein Koreanischbuch kopiert und mir von einer Koreanerin die Hangeul beibringen lassen. Ich kann kein Koreanisch, also weiß ich nicht über das weitergehende.

Meine Punkte sind nur:

a) Die Schrift ist wesentlich einfacher. Die Hangeul lernst du ziemlich schnell. Ist auch wesentlich logischer aufgebaut. Ich hab uach mal auf einer Seite gelesen, wenn du keine Hanja lernen willst, mußt du das auch nicht. Und selbst wenn gibt es keine zig Lesungen. Mir kam es allerdings immer so vor, als ob mir ohne das Hanja was »fehlen« würde.
b) Die Aussprache ist die Hölle. Viele Konsonanten hat man hier einfach in keiner verwandten Sprache (Ich frag mich immer noch, wo der Unterschied bei ㄱ,ㄲ ㅋ liegt...). Andererseits ist das vielleicht doch besser, da du halt einen größeren Lautvorrat hast, der die Homophone etwas reduziert (auch wenns wohl doch immer noch viele sein sollen und keine Hanja dann benutzt werde). Das gleiche ist ja z.B. bei Chinesisch so, da hast du ja auch haufenweise komische Anlaute, aber das erleichtert ja im Grunde das doch. Auch wenns natürlich schwieriger zu lernen ist
c) die Grammatik kam mir am Anfang relativ gleich vor, z.b. gibts da auch ein Subjektpartikel wie =ga, oder ein Themapartikel wie =wa (dort allerdings nen oder so, 는), und Fragepartikel am Ende ist auch irgendwie =ga 까). Eine Koreanerin hat mir aber erzählt (Sie lernt Japanisch bei mir im Kurs), daß nachher die Grammatik doch schon stark abweichen soll, vor allem bei den Verben.

Aber eigentlich kommt es nur darauf an, was dich mehr fasziniert. Wenn dir Koreanisch keinen Spaß macht, wirst du es irgendwann auch nicht mehr weitermachen, das wette ich. Wenn dich Japanisch mehr fasziniert, dann mach das. Selbst wenn Koreanisch leichter sein soll, schwierig wird es trotzdem für einen Deutschen immer noch bleiben, auch wenn die Schrift dann nicht mehr so schlimm ist. Du brauchst halt Durchhaltevermögen für.

Wenn du von der „Nützlichkeit“ ausgehst, würde ich viellecith doch eher sagen, daß Koreanisch nützlicher ist. Man hat als Deutscher mit Koreanischkenntnissen schon einig Alleinstellungsmerkmal, würde ich mal behaupten. Sicherlich mehr als mit Japanisch. Auch wenn es vielleicht nicht so das Angebot an Medien gibt, aber da würde ich eh nicht von ausgehen. An sowas kommt man eigentlich immer ran, und wenn man von Anime absieht, kommt man hier in Deutschland auch nicht einfach an irgendwas japanisches ran. Aber Medien sind ja nicht wichtig, ein koreanishces Buch kannst du dir auch so importieren oder bei der koreanischen Wikipedia lesen.

Aber allgemein ist wirklich eher die Faszination für die Sprache wichtig. Japanishc hab ich z.B. damals angefangen, ohne irgendeinen PLan zu haben, einfach weil ich da mal reinschnuppern wollte, hab mir aber nie irgendein langfristiges Ziel gesetzt, und bin grade deshalb dran geblieben. Sonst hätte ich bestimmt verzweifelt alles sofort hingeschmissen, ich war aber immer übe rjeden kleinen Fortschritt dankbar, weil ich nicht wusste, wieviel noch kommt (Hätte ich das gewusst, hätte ich bestimmt nich tbis jetzt gelertn).

Koreanisch wollte ich halt auch mal lernen, aber... weiß nicht, es wäre nett das zu können, aber das interessiert mich einfach nicht. Und das Schriftsystem ist mir zu langweilig.
Deswegen fahr ich im Moment eher auf Chinesisch ab, weil da die Schrift einfach göttlichst ist zwinker

Das Problem bei ostasiatischen Sprachen ist aber glaube ich, wenn du da kein Studium anfängst, wirst du das nie richtig können. Und das ist vielleicht dann doch eher etwas, was dich motivieren könnte „Jetzt studier ich das schon, jetzt will ich das können“. Und dann wächst auch schon das Interesse daran.
Aber da du sagst, dass du das nebenbei neben dem Studium machen willst... ist die Frage, ob das so machbar ist. Ich muß da bei Japanisch aus eigener Erfahrung sagen, ohne Studium kommt man nie in irgendwelche nützlichen Regionen. Selbst mit Studium kann man danach nicht wirklich viel.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
27.02.08 23:14
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Jubilee


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Beitrag #12
RE: japanisch/koreanisch...was ist schwerer?
(27.02.08 17:02)diemiri schrieb:Ich habe mir aber sagen lassen, dass das "Höflichkeitssystem" im Koreanischen viel ausgeprägter als im Japanischen sein.

wieviele Höflichkeitsstufen gibt es denn im japanischen?
Ich lerne jetzt seit einem halben jahr Koreanisch, kann noch nichtmal die Höflichste Stufe ganz...und wenn ich damit nach Korea wollte (ich bin angehende Heilpädagogin) würde mich sowieso kein behindertes Kind oder Kleinkind verstehen augenrollen
27.02.08 23:33
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Jubilee


Beiträge: 7
Beitrag #13
RE: japanisch/koreanisch...was ist schwerer?
danke für die ausführliche Antwort, Hellstorm.

Hangeul kann ich inzwischen, also, lesen fließend, beim schreiben hapert es total...

Dein Ausspracheproblem kann ich gut verstehen. Ich lerne ja bei einem Muttersprachler, und bei ihm höre ich die Unterschiede eigentlich schon, ich komme nur im Eiffer des Gefechts nicht dazu alles umzusetzen, besonders bei so an sich simplen Unterschieden wie den beiden "o's"

Wäre schön, wenn es im Koreanischen nur ein Subjektpartikel und ein Fragepartikel gäbe...es gibt für alles unf jedes Partikel, am Ende, in der Wortmitte.....
es macht mir Spaß diese zu suchen und zu verwenden, aber damit auch noch einen vernünftigen Satz zu bauen?
Ich kann nach einem halben jahr immerhin sagen dass Apfeltee da ist augenrollen

Was die Faszination betrifft: ganz klar Japan.
Ich habe letzten Winter zwei Wochen in Korea verbracht und mich so danach verzehrt, nach Japan weiterzufliegen.
Nützlich...puh, was ist für mich als angehende Heilpädagogin schon nützlich? Ich weiß heute noch nicht wo ich irgendwann mal landen werde.
Im Moment sieht es so aus, dass ich eine koreanische Kirche besuche, die aber alles übersetzt. Bis ich dort wirklich genug verstehe bin ich aus dieser Stadt längst wieder weg.
Aber ich bin jeden Tag auf japanischen Homepages diverser Bands, da wäre es definitv gut japanisch lesen und ein bisschen verstehen zu können...nützlich in dem Sinn ist das jetzt nicht, aber es ist mein Hobby und ich hätte mehr davon.

Mir geht es ja nicht um Bücher oder Zeitungen, sondern um Homepages und Musik, und da ist recht gut an japanisches ranzukommen, viel eher als an koreanisches...
27.02.08 23:44
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shinobi


Beiträge: 920
Beitrag #14
RE: japanisch/koreanisch...was ist schwerer?
Die Frage ist wirklich müßig, welche Sprache schwieriger ist.
Koreanisch hat übrigens auch Kanji, nur benutzen sie es im Alltag nicht oft.
Dass Koreanisch 7 Höflichkeitslevel hat, ist auch müßig, weil es äußerst selten ist, dass man mehr als 2 braucht.
Als Ausländer braucht man auch im Japanischen nur 2 von 3 (damit wäre die Frage beantwortet), falls man dort nicht geschäftlich aktiv ist. Und selbst dann nicht.

Zitat: Ich lerne jetzt seit einem halben jahr Koreanisch, kann noch nichtmal die Höflichste Stufe ganz...und wenn ich damit nach Korea wollte (ich bin angehende Heilpädagogin) würde mich sowieso kein behindertes Kind oder Kleinkind verstehen

Das ist ja alles eine Frage des Grades.
Es geht immer recht schnell, die Grundbegriffe einer Sprache zu lernen, Höflichkeiten auszutauschen und die nötigsten Dinge zu artikulieren. Mehr darf man für den Anfang nicht erwarten. Man darf da nicht zu streng zu sich sein.
Bis zu dem Punkt, dass man einer Alltagsunterhaltung folgen kann, vergehen Jahre! Und wenn man nicht mehrere Monate in diesem Land lebt, besser 1 - 2 Jahre, lernt man weder Japanisch, Koreanisch noch Chinesisch richtig zu verstehen. Sprache ist ja keine Einbahnstraße und das Hörverständnis ist immer die größte Hürde, zumindest in den ostasiatischen Sprachen. Das muss einem klar sein, wenn man beginnt.

Im übrigen sage ich immer wieder:
Für Japanisch muss man Feuer und Flamme sein!
Schwierig hin oder her, teuer, langwierig... das ist einem dann irgendwie egal.
28.02.08 00:03
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.904
Beitrag #15
RE: japanisch/koreanisch...was ist schwerer?
Zitat:Mir geht es ja nicht um Bücher oder Zeitungen, sondern um Homepages und Musik, und da ist recht gut an japanisches ranzukommen, viel eher als an koreanisches...

Hm, die Sache ist aber, wenn du so eine Sprache lernst, wirst du dich nicht auf Homepages und Musik beschränken können (bzw. wollen).

Da gibt es ja einfach nicht soviel „Material“ sag ich mal zum lesen. Um Texte oder halt ganze Bücher zu lesen wirst du wohl nicht herum kommen beim lernen.

Andererseits ist es natürlich auch dei Frage bei dir, wenn du halt hauptsächlich Heilpädagogin werden willst, ist es die Frage, ob du Japanisch irgendwann so gut können wirst, um Musik oder Webseiten verstehen zu können.

Auch noch mal an meinem Beispiel zu illustrieren:

Ich habe knapp 2 1/2 Jahre in der VHS Japanisch gelernt. Kanji konnte ich danach vielleicht 150 oder so. Vokabeln weiß ich nicht. Grammatik war auch nicht soviel.
Ich konnte vielleicht ganz grob Hallo sagen und ein paar kleinere Sachen, aber im Grunde nicht viel. Das wusste ich da aber nicht.
Dann hab ich halt angefangen zu sutdieren, und fast der gesamte VHS-Stoff wurde im erstne Semester durchgezogen.
Jetzt bin ich im dritten Semester, und ohne jedes zweite oder dritte Wort in einem Wörterbuch nachzuschlagen kann ich immer noch keinen Text vernünftig verstehen (aber es wird besser). Und ich habe 8-9 Stunden in der Woche Japanisch.

Gesprochenes verstehe ich praktisch nichts. Das kommt aber auch davon, daß ich nicht mit Muttersprachlern zu tun habe. Wenn ich mir einen Liedtext anhören würde, verstehe ich absolut nichts. Zumal da teilweise etwas ungewöhnliche Grammatik benutzt wird (Wie bei unseren Liedern ja teilweise auch).

Im Japanischen hast du übrigens auch überall Partikel. So ist das nunmal bei diesen Sprachen, denke ich zwinker Das finde ich aber zumindest irgendwie einfacher als die Wörter alle zu konjugieren (hatte jetzt letztens mal Lateinkurs... grausig. Lieber bei dem Genitiv einfach ein =no hinterhängen, anstatt die Form selber zu ändern).


Was ich aber im Grunde sagen will, ist: Wenn du Japanisch nur so nebenbei lernen willst, wird es bestimmt 5-6 Jahre dauern (schätze ich jetzt mal), bis du irgendwas kannst. Das Problem ist leider auch, daß es abseits der Uni irgendwann gar keine Angebote an Sprachkursne gibt. Und selbst die Uni (zumidnest bei mir) bietet ab einem bestimmten Level nichts mehr an, dann wird man allein gelassen (man bekommt allerdings die Methoden beigebracht, sich den rest selber zu erschließen). Wenn du so langfristig planen willst – nur zu. Vielleicht packt dich dann irgendwann der Eifer und du willst aus dem Hobby mehr machen.

Ansonsten, fang doch Japanisch einfach an. Guck, was dir besser gefällt und mach dann das, was du willst.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
28.02.08 00:15
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tlnn


Beiträge: 169
Beitrag #16
RE: japanisch/koreanisch...was ist schwerer?
Kann nur unterschreiben, was viele vor mir besser gesagt haben. Ich kann ebenfalls beide Sprachen lesen und radebreche in Japanisch schon etwas fortgeschrittener. Mein Bruder wohnt in Seoul, meine Familie hat seit 40 Jahren intensive Beziehungen zu Japan.

Stell dir vor es ist Wundertag und du kannst beide Sprachen fliessend. Welche Lektüre wählst du?
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.02.08 00:28 von tlnn.)
28.02.08 00:26
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Jubilee


Beiträge: 7
Beitrag #17
RE: japanisch/koreanisch...was ist schwerer?
(28.02.08 00:26)tlnn schrieb:Stell dir vor es ist Wundertag und du kannst beide Sprachen fliessend. Welche Lektüre wählst du?

Japanisch, definitiv! Dann könnte ich endlich all die Blogs ohne idiotisches Übersetzungsprogramm lesen, das aus einem takehito einen Takehomo macht augenrollen

@Hellstorm: wie meinst du das, dass einem die lektüre ausgeht? Mir geht es momentan in erster Linie um Musikzeitschriften, Lieder und Blogs der Musiker, da wird ja stetig nachschub geliefert kratz
Ich hab nicht unbedingt vor, Romane auf Japanisch zu lesen, das mach ich was Fremdsprachen angeht nur auf englisch...
28.02.08 09:43
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Shino
Ex-Mod

Beiträge: 2.330
Beitrag #18
RE: japanisch/koreanisch...was ist schwerer?
Hallo Jubilee,

also ich würde mir auch keine Gedanken über den Schwierigkeitsgrad einer Sprache machen. Eigentlich hast du deine Frage schon eingangs selbst beantwortet: "Mein Herz schlägt nicht so für Koreanisch..."

Und da du momentan mehr Interesse am Japanisch hast, nutze das doch einfach und fange an. Du wirst dann nach einiger Zeit selbst beurteilen können, ob dir das liegt und es dir der Mühe wert ist.

So bin ich letztendlich auch dazu gekommen und lerne - mit einigen Aussetzern und Hängern, die wohl dazugehören - seitdem aber immer weiter. Und je mehr ich lerne, desto mehr Freude macht es mir. Letztens hatte ich mir sogar überlegt, ob ich nicht noch in eine andere asiatische Sprache reinschnuppern sollte (Koreanisch, Thai, Chinesisch? zwinker ).

Vielleicht kommst du ja auch wieder nach einiger Zeit auf Koreanisch zurück, wer weiß? Mach´s einfach.

人生に迷うときもあるけど笑っていれば大丈夫
01.03.08 20:33
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icelinx


Beiträge: 716
Beitrag #19
RE: japanisch/koreanisch...was ist schwerer?
Mir sagte eine Japanischlehrerin, dass man Chinesisch studieren sollte, wenn man noch tiefer in die Sprache bzw. die Schrift eintauchen will. Koreanisch wäre sicherlich interessant, wenn man die ähnliche Grammatik studieren will. Also eher 'was für die Analytiker............. zwinker
01.03.08 20:45
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tomijitsusei


Beiträge: 402
Beitrag #20
RE: japanisch/koreanisch...was ist schwerer?
@Hellstorm
Zitat: Ich muß da bei Japanisch aus eigener Erfahrung sagen, ohne Studium kommt man nie in irgendwelche nützlichen Regionen. Selbst mit Studium kann man danach nicht wirklich viel.

Denkst du nicht, dass das ein wenig viel Pauschalisierung ist?
Von mir selbst weiß ich zu berichten, dass auch ohne Studium (oder wenn man etwas ganz anderes studiert) man durchaus Japanisch auf ein Niveau bringen kann, das einem auch beruflich von Nutzen sein kann. Nur den Sprachaufenthalt drüben kann man sicherlich schwer missen.
Ich bin auch nicht der Meinung, dass Studenten der Japanologie einen großen Heimvorteil haben oder überhaupt besser Japanisch sprechen als andere, die die Sprache lernen.

七転び八起き
02.03.08 01:25
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japanisch/koreanisch...was ist schwerer?
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