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Das ist doch kein A
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Woa de Lodela


Beiträge: 1.538
Beitrag #21
RE: Das ist doch kein A
(17.04.13 02:14)yamada schrieb:  Ich interessiere mich auch, wie alt Woa de Lodela さん ist.

若いです hoho Ich habe mir als Kind die Schrift selber beigebracht, mit freundlicher Unterstützung meiner Oma. hoho

Falls es dich interessiert: In der Schule habe ich zuerst diese Schrift gelernt:

[Bild: Hamburger_Druckschrift_ab_2011.jpg]

Dann diese:

[Bild: Vereinfachte_Ausgangsschrift.png]

und anschließend habe ich mir die folgende beigebracht:

[Bild: La-ges.jpg]

Sütterlin kam etwas später, aber das kann ich nicht mehr richtig schreiben.
17.04.13 07:38
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Firithfenion


Beiträge: 1.221
Beitrag #22
RE: Das ist doch kein A
(17.04.13 07:38)Woa de Lodela schrieb:  Sütterlin kam etwas später, aber das kann ich nicht mehr richtig schreiben.

Also, das du dir Sütterlinschrift freiwillig selber beigebracht hast und nicht in der Schule lernen musstest, das war mir klar. Es gibt Fragen, die kann man sich mit etwas Logik auch selber beantworten.

Wir mussten in der Schule im Rahmen des Russischunterrichts die kyrillische Schreibschrift lernen. Schreiben kann ich sie auch nicht mehr, aber zumindest lesen. Vermutlich können das viele die in der ehemaligen DDR groß geworden sind.

An einem kleinen Zeitungsladen in meiner Nähe sah ich neulich ein paar Scherz-Postkarten. Unter anderem mit dieser Aufschrift:

дас
вирд дер весси ний ферстен!

Sowie:

Лис мир
дизе карте фор
унд их заге дир
вохер ду коммст

Truth sounds like hate to those who hate truth
17.04.13 16:01
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Woa de Lodela


Beiträge: 1.538
Beitrag #23
RE: Das ist doch kein A
@Firithfenion: Eigentlich war das an Yamada gerichtet, der mich nach meinem Alter fragte. Und du irrst dich, es gibt Leute um die 40, die Sütterlin (warum auch immer!) in der Schule gelernt haben. Als AG oder sonst was.

Kyrillisch kann ich auch lesen und schreiben (bin Wessi). hoho

"Das wird der Wessi nicht verstehen!

Lies mir diese Karte vor und ich sage dir, woher du kommst"

HAHAHA
17.04.13 16:39
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Nia


Beiträge: 3.681
Beitrag #24
RE: Das ist doch kein A
Die Schrift ist ein wenig groß geraten, Woa. zwinker

Ich weiß gar nicht, funkioniert hier im Forum auch [ bild = ]?

Wäre ja für solche Fälle gut zu wissen.

“A poet is a musician who can't sing.”
― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
17.04.13 20:34
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torquato


Beiträge: 2.747
Beitrag #25
RE: Das ist doch kein A
Der Film Schtonk!, der das Threadthema behandelt, wird heute um 20:15h auf dem BR ausgestrahlt, anläßlich des Todes des Dehbuchautors Helmut Dietl.

Die Nachgeborenen, die damit nichts anfangen können, sollten da vielleicht mal reinschauen... zwinker Der Film beleuchtet kongenial eine der größten Medienskandale der Nachkriegsgeschichte und ist leider nicht so häufig zu sehen.

Mal ehrlich. Wer von uns wäre nicht in Ehrfurcht erstarrt mit den Aufzeichnungen von 'Du-weißt-schon-wem' in den Händen? Wer hätte nicht versucht, den großen Raibach daraus zu machen..? Wer hätte sich von so blöden Lappalien, wie einzelnen Buchstaben ablenken lassen.... hoho
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.04.15 07:59 von torquato.)
02.04.15 07:57
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Firithfenion


Beiträge: 1.221
Beitrag #26
RE: Das ist doch kein A
Ich kann mich an diese Affäre erinnern. Allerdings waren meine Informationsmöglichkeiten damals stark eingeschränkt, da ich damals lebendig eingemauert war. Dennoch bekam ich die Angelegenheit aus dem heimlich geschauten "Westfernsehen" teilweise mit.

Ich erinnere mich an eine Gesprächsrunde in der ARD, (kurz nach der Veröffentlichung) in der auch der britische Historiker David Irving eingeladen war. Damals war er noch kein Auschwitzleugner, vertrat allerdings schon die Ansicht, Hitler hätte von den Massenmorden dort nichts gewusst. Angesprochen auf die Frage, ob er die Tagebücher für echt halte, drückte er sich um eine konkrete Antwort. Es war ersichtlich das er sich nicht sicher war und sich deshalb nicht festlegen wollte. "Vielleicht sind die Tagebücher echt, vielleicht aber auch nicht..." war seine recht allgemein gehaltene Antwort. Von den anderen Gesprächsteilnehmern, an deren Namen ich mich nicht mehr entsinne, kam aber auch nichts konkreteres.

Als dann einige Zeit später die Fälschung nachgewiesen wurde, frohlockten natürlich die hiesigen ostdeutschen Medien. Das auch heute noch existierende "Neue Deutschland" behauptete der Fälscher Konrad Kujau wäre ein fanatischer pöhser Neonazi der ständig in SS-Uniform durch die Gegend läuft, was ja nicht weiter auffällig wäre, da ja nach dem von der SED-Propaganda verbreiteten Weltbild in der Bundesrepublik (stets BRD genannt) ohnehin nur Neonazis, Arbeitslose oder Drogensüchtige auf den Straßen herumliefen.

Ein paar Jahre später konnte ich mir diesen Konrad Kujau dann mal als Gast in einer Sendung mit Thomas Gottschalk anschauen. Auf mich machte er keineswegs den Eindruck eines Neonazis, sondern eher den eines verschmitzten aber durchaus talentierten kleinen Ganoven der einen besonderen Sinn für schrägen Humor hat. Als Gastgeschenk für Thomas Gottschalk brachte er ihm eine von ihm selbst angefertigte "Fälschung" einer Mona Lisa mit den Gesichtszügen von Thomas Gottschalk mit. Ich fand das sehr witzig.

Truth sounds like hate to those who hate truth
02.04.15 19:15
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Reedmace Star


Beiträge: 182
Beitrag #27
RE: Das ist doch kein A
(02.04.15 19:15)Firithfenion schrieb:  

Oh, déjà vu.

(Nichts für ungut. Als torquato den Thread heute morgen reaktiviert hat, habe ich auch die alten Beiträge überflogen, und jetzt wirklich einen Moment gestutzt und mich gefragt, ob die Funktion Neue Beiträge kaputt ist. Jedenfalls bist du dir absolut treu geblieben.)

Zum Thema: ich habe mir den Film am Montag nach den Meldungen vom Tod Dietls noch einmal angesehen (habe ihn auf DVD). Was ich mich dabei gefragt habe ist, wie nahe seine Darstellung des Altnazimilieus der damaligen Realität kommt. Vermutlich wie so manch anderes in dieser Satire: näher, als man glauben möchte.

augenrollen „… Ich war nämlich dabei, als er’s gemalt hat!“
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.04.15 22:42 von Reedmace Star.)
02.04.15 22:11
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Firithfenion


Beiträge: 1.221
Beitrag #28
RE: Das ist doch kein A
(02.04.15 22:11)Reedmace Star schrieb:  
(02.04.15 19:15)Firithfenion schrieb:  

Oh, déjà vu.

(Nichts für ungut. Als torquato den Thread heute morgen reaktiviert hat, habe ich auch die alten Beiträge überflogen, und jetzt wirklich einen Moment gestutzt und mich gefragt, ob die Funktion Neue Beiträge kaputt ist. Jedenfalls bist du dir absolut treu geblieben.)

Ach herrje. Ich fange an mich zu wiederholen. Na ja, als dieser Thread hier aufgefrischt wurde, hatte ich wohl vergessen das ich das schon mal geschrieben habe.

Truth sounds like hate to those who hate truth
02.04.15 22:51
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torquato


Beiträge: 2.747
Beitrag #29
RE: Das ist doch kein A
Apropos Ganove und Kunstfälscher. Sagt Euch der Name Beltracchi etwas?

Von dieser riesen Kunstfälscher-Geschichte, die vor ein paar Jahren aufflog, habe ich zu der Zeit gar nichts mitbekommen. Erst neulich habe ich eine hervorragend gemachte Dokumentation darüber gesehen, die mich ziemlich beeindruckt hat. Kann ich nur empfehlen. Hier ein Trailer:



(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.04.15 23:25 von torquato.)
02.04.15 23:24
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Firithfenion


Beiträge: 1.221
Beitrag #30
RE: Das ist doch kein A
Tja, wer weiß schon was es noch so an Fälschungen gibt, die möglicherweise nicht aufgedeckt wurden und ihren Eingang in die offizielle Geschichtsschreibung gefunden haben.

Vor etlichen Jahren las ich mal eine sehr originelle Geschichte in einem Bastei-Comic der Reihe "Gespenstergeschichten". In einer fernen Zukunft ist die Menschheit ausgestorben und die Erde wird von Mutanten bevölkert, die in Vollschutzanzügen herumlaufen so das man ihr äusseres nur ahnen kann. In einem erloschenen Vulkan befindet sich ein riesiges Museum der Menschheit in dem Artefakte und Dioramen mit Wachsfigur-Menschen in verschiedenen Situationen dargestellt sind. Ein sich für sehr klug und gebildet haltender Museumsführer führt eine Gruppe ehrfürchtig zuhörender Besucher durch die Ausstellung und erklärt ihnen das Leben der Menschen. Der Gag: So gut wie alle Artefakte und Situationen der Menschheit wurden von den Mutanten falsch verstanden und fehlinterpretiert.

Beispielsweise kann man Dioramen mit Straßenszenen sehen, in denen ein Mann in Rokokokleidung mit einem New Yorker Polizisten diskutiert, während ein Straßenfeger in einem Apollo-Raumanzug die Straße fegt.
Eine Szene zeigt Menschen in einem Biergarten die Karten spielen.
Der Museumsführer: "Hier sehen wir ein finanzielles Zentrum. Das, was die Personen in den Händen halten, waren offizielle Zahlungsmittel. Man nannte es "Geld".

Eine Szene zeigt einen verliebten jungen Mann der ein Herz mit einem Pfeil in einen Baum ritzt.
Der Museumsführer: "Ein junger Krieger bei einem Stammesritual. Das Pfeilsymbol sollte dem Feind den Tod bringen."

Ein lederbekleideter, mit Ketten und badges ausstaffierter Rocker auf einem Motorrad.
Museumsführer: "Ein Ordnungshüter. Die Ketten und Abzeichen waren Symbole seiner staatlichen Macht."

Artefakt: ein Kamm
Museumsführer: "Unsere Wissenschaftler benötigten lange, um den Sinn dieses kleinen Artefaktes zu ermitteln. Es handelt sich um einen mechanischen Taschenrechner auf binärer Basis. Eine wirklich clevere Erfindung."

Artefakt: Ein Düsenjäger
Museumsführer: "Hier kommen wir zu den größeren Werkzeugen der Menschen. Es handelte sich um ein mobiles Gebläse das zur Trocknung großer Flächen eingesetzt wurde."

Artefakt: Ein hölzernes Klohäuschen, wie man es gelegentlich noch auf dem Lande findet. Auf dem boden liegen verstreute Zeitungen
Museumsführer: "Der Ort der inneren Einkehr. Hier meditierte der Mensch."

Das ganze war natürlich satirisch gemeint, dennoch frage ich mich gelegentlich, ob unser Geschichtsbild nicht auch ein wenig dem Geschichtsbild des imaginären Museumsführers in der Zukunft gleicht und ähnlichen Nonsens enthält, der uns nur mangels besseren Wissens als Wahrheit erscheint.

Truth sounds like hate to those who hate truth
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.04.15 00:01 von Firithfenion.)
03.04.15 00:01
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Das ist doch kein A
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