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Das ist doch kein A
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Nia


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Beitrag #31
RE: Das ist doch kein A
Das ist wie mit dem Spinat und dem immens hohen Eisengehalt. Das Gerücht hält sich ja bis heute.
Sicher, Spinat hat nicht wenig Eisen, aber nicht so viel, wie ihm zugeschrieben wird.
Schuld war ja da ein Kommafehler in einem medizinischem Werk.

“A poet is a musician who can't sing.”
― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
03.04.15 00:12
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torquato


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Beitrag #32
RE: Das ist doch kein A
@Firith
Erinnert mich an die Deutung von vor- und frühgeschichtlichen archäologischen Ausgrabungen. Da wird auch immer ziemlich wild über rituelle und spirituelle Zusammenhänge spekuliert. Ich hab da so das Gefühl, die wahre Bedeutung ist oft viel banaler.
Bei der Venus vom Hohlefels z.B. wird von Fruchtbarkeitssymbol und Talisman und dergleichen rumgeraten. Ich halte es durchaus für möglich, daß das einfach nur ein kleines Kinderspielzeug ist. Der gute Onkel hat in der Höhle seiner kleinen Nichte wahrscheinlich einfach nur 'ne Playmobil-Figur geschnitzt...
Warum so einfach, wenn's auch kompliziert geht?
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.04.15 01:03 von torquato.)
03.04.15 00:32
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Nia


Beiträge: 3.637
Beitrag #33
RE: Das ist doch kein A
Die Wahrheit verwäscht sich eben manchmal etwas.
Wie zum Beispiel auch hier. hoho
Uralt, ich weiß.




“A poet is a musician who can't sing.”
― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
03.04.15 01:01
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torquato


Beiträge: 2.703
Beitrag #34
RE: Das ist doch kein A
(03.04.15 00:01)Firithfenion schrieb:  Tja, wer weiß schon was es noch so an Fälschungen gibt, die möglicherweise nicht aufgedeckt wurden und ihren Eingang in die offizielle Geschichtsschreibung gefunden haben.

Im Falle des o.g. Beltracchi dürfte das zumindest noch so eine ganze Menge sein, die sich unbemerkt in dem Besitz von Privatsammlern oder gar Museen befindet.

Die Frage ist aber auch: Ist so eine Fälschung, Kopie oder Imitat oder Nachempfindung gleich vollkommen wertlos? Die zeitgenössische US-Künstlerin Elaine Sturtevant z.B. hat eigentlich zeitlebens nichts anderes getan, als andere Künstler zu fälschen, bzw. zu kopieren - das allerdings unter ihrem eigenen Namen. Ein Künstler wie Warhol hat den eigenen Schöpfungswert daran erkannt und ihr z.B. auch noch seine originalen Siebdruckvorlagen zur Verfügung gestellt. Diese 'Kopien', bzw. Original-Sturtevants werden inzwischen selber für über USD 100.000 das Stück gehandelt, teilweise für mehr als das 'Original'. Andere Künstler haben aber auch wütent um sich herum geklagt.

Was der Kujau oder auch der von mir erwähnte Beltracchi so veranstaltet haben, besonders abseits des eigentlichen Malens, um die Bilder auch auf den Markt zu bringen, hat irgendwie schon wieder einen eigenen besonderen künstlerischen Wert, wie ich finde. Zumindest ist es als unbeteiligter und ungeschädigter aus der Ferne betrachten richtig komisch. grins

Elaine Sturtevant (USD 125.000):

[Bild: elaine_sturtevant_study_for_warhol_flowe...45076h.jpg]

Andy Warhol (USD 62.500):

[Bild: andy_warhol_flowers_d5622307h.jpg]
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.04.15 04:15 von torquato.)
03.04.15 03:57
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Firithfenion


Beiträge: 1.201
Beitrag #35
RE: Das ist doch kein A
(03.04.15 03:57)torquato schrieb:  Die Frage ist aber auch: Ist so eine Fälschung, Kopie oder Imitat oder Nachempfindung gleich vollkommen wertlos?

Gute Frage. Wenn jemand in der Lage ist, ein Kunstwerk so nachzubilden, das man einen Kunstexperten oder gar chemische Analysen und Altersbestimmungsmethoden benötigt um es vom Original unterscheiden, wieso ist es dann nichts wert? Es zeigt wie sehr wir uns von Ruhm und großen Namen beeindrucken lassen.

Es erinnert mich an eine Folge der TV-Serie "Lieber Onkel Bill" die ich als Kind sehr gerne sah. Onkel Bill, ein Junggeselle und wohlhabender Architekt lebt in einer sehr großen New-Yorker Appartment Wohnung zusammen mit einem britische Butler und den drei Kindern Cissy (etwa 17) Jody und Buffy (etwa 7). Seine Bruder und dessen Frau waren bei einem Unfall ums Leben gekommen, so das er die verwaisten Kinder bei sich aufnahm.

Eines Tages bekommt Onkel Bill von einer Freundin, einer Kunsthändlerin, eine kleine präkolumbianische Tonfigur geschenkt, die eine Art Pferd oder Hund darstellt. Buffy und Jody gefällt die Figur so gut, dass sie sie in die Schule mitnehmen. Dabei geht sie leider kaputt. Damit es niemand merkt, versuchen sie die Teile zusammen zu kleben, was aber mislingt. Buffy erinnert sich das sie in der Schule schon mal was mit Lehm gebastelt haben und schlägt vor eine ähnliche Figur komplett neu herzustellen was auch getan wird. Niemand scheint es zu merken bis eines Tages die Freundin die Figur von Onkel Bill kurzzeitig zurück leihen möchte, um sie in einer New-Yorker Kunstausstellung anderen Kunstexperten zu zeigen. Die Figur geht in die Ausstellung.

Zuhause fragen Buffy und Jody was eine Kunstausstellung ist und was Kunstexperten sind. Onkel Bill antwortet: "Es gibt böse Menschen die Kunstwerke fälschen und Kunstexperten sind Menschen, die solche Fälschungen erkennen, so das man die bösen Menschen dann ins Gefängnis bringen kann. Die Kinder werden knallrot und informieren Onkel Bill über ihre Tat.

In der Kunstausstellung scheint es derweil jedoch niemand zu merken, alle Bewundern die Kunstfertigkeit des präkolumbianischen Künstlers, der dieses Kleinod geschaffen hat. Als die Freundin von Onkel Bill informiert wird, bekommt sie einen Wutanfall und will es nicht glauben das weder sie noch einer der Kunstexperten diese Fälschung bemerkt haben soll. Sie fällt in aggressive Schimpftiraden gegen die kleinen Kinder, Buffy und Jody. Onkel Bill ist darüber verärgert und erkennt, das eine Frau mit so wenig Verständnis wohl nicht die richtige Partnerin für ihn und die Kinder sein kann, womit die Folge endet.

Truth sounds like hate to those who hate truth
03.04.15 11:13
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Das ist doch kein A
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