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Flora und Fauna
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Yano


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Beitrag #31
RE: Flora und Fauna
Fugu ist nichts besonderes.
So dünne Scheibchen kriegt man frei im Laden und tut man in die Suppe.
Nie habe ich Fugu als großes Kino selbst erlebt.


Kaihori aber oftmals! Da tappsen wir durch den nassen Strand und puhlen die Muscheln raus, "Vongole" heißen die auf Deutsch. Wir haben hier (Shikoku, Nordküste) einen Tidenhub von wohl zwei Meter, das ist auf Sandstrand viel Fläche. Ma erwischt in zwei Stunden reichlich eine volle Portion pro Person.
Eine Delikatesse, die so frisch im Alpenland keinem König zugänglich ist.
07.11.12 23:54
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Hachiko


Beiträge: 2.596
Beitrag #32
RE: Flora und Fauna
Na, na, da muss ich dich aber ein bisserl korrigieren, Vongole stammt eindeutig aus dem Italienischen, nur haben es
etwa ein Schubeck oder Witzigmann versucht diese zu verdeutschisieren.
Im übrigen vermisse ich die Spaghetti a le Vongole, die meine Oma so
einmalig zubereiten konnte.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.11.12 00:10 von Hachiko.)
08.11.12 00:07
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torquato


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Beitrag #33
RE: Flora und Fauna
(07.11.12 23:54)YANO schrieb:  Fugu ist nichts besonderes.
So dünne Scheibchen kriegt man frei im Laden und tut man in die Suppe.
Nie habe ich Fugu als großes Kino selbst erlebt.


Kaihori aber oftmals! Da tappsen wir durch den nassen Strand und puhlen die Muscheln raus, "Vongole" heißen die auf Deutsch. Wir haben hier (Shikoku, Nordküste) einen Tidenhub von wohl zwei Meter, das ist auf Sandstrand viel Fläche. Ma erwischt in zwei Stunden reichlich eine volle Portion pro Person.
Eine Delikatesse, die so frisch im Alpenland keinem König zugänglich ist.

Vongole ist natürlich Italienisch. Bezeichnet die Familie der Veneridae. Auf Deutsch sind das die Venusmuscheln.

Kann mir gut vorstellen, wie so ein Strandspaziergang schmecken muß. Als wir auf Klassenfahrt auf Kyushu waren haben wir am Strand mit Netzten gefischt und die Fische gleich vor Ort filetiert und gegessen. Köstlich!

(07.11.12 11:23)Norojika schrieb:  Bei diesen "heiligen Rehen" handelt es sich übrigens gar nicht um Rehe, sondern um Hirsche. Die Art heißt Sika-Hirsch (cervus nippon, der Name ist vielleicht abgeleitet vom japanischen しか?).

Das ist richtig. Echte Rehe, wiss. Capreolus capreolus, gibt es in Japan nicht.

Die Japaner subsumieren sprachlich wie die Engländer auch die Reh- und Hirschgattungen unter der gemeinsamen Familienbezeichnung "Hirsche" (Cervidae).

Sika ist tatsächlich = シカ. Erklärt sich durch altertümliche Transkription "sa, si, su, se, so".
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.11.12 00:27 von torquato.)
08.11.12 00:11
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torquato


Beiträge: 2.788
Beitrag #34
RE: Flora und Fauna
(07.11.12 20:52)Nia schrieb:  虫 ist mir heute beim lernen begegnet. ^^
In Japan erste Grundschulklasse. Als Kanji unbedingt lernen, weil es auch ein häufiges Radikal ist. Z.B. in Fällen wie どく = Deutschland/Deutsch, das berühmte "Hundeinsekt". ;-)

(07.11.12 21:02)Hachiko schrieb:  Dann gäbe es da auch eine Diskussion über die Viehzucht, beispielsweise über die
Rinder, die den Züchtern eine Menge Geld einbringen, weil ihr Fleisch in Nobelrestaurants

Ich glaube, die Viehzucht hast Du jetzt schon zum zweiten Mal erwähnt. Erzähl doch einfach Mal! Ich kenne mich auf dem Gebiet ohnehin so gut wie gar nicht aus. Wenn es dann um etwas speziell Japanisches geht, bin ich komplett raus. Außer natürlich, es landet auf meinem Teller... mmmh *lecker*
Also, schreib einfach was zur Viehzucht. Ich bin neugierig...
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.11.12 07:15 von torquato.)
08.11.12 07:05
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global mind


Beiträge: 173
Beitrag #35
RE: Flora und Fauna
(07.11.12 22:25)Norojika schrieb:  Zur Schlange: Gleich auf meinem ersten Japanbesuch hatte ich eine Begegnung mit einer Mamushi, einer Viper. Das war in Hiroshima auf dem Land, und dieses hübsche Tierchen, dem ich neugierig hinterher ging, beeilte sich, möglichst rasch von mir wegzukriechen.
Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht bewusst, dass Japan Giftschlangen hat und noch viel weniger, dass das Gift der mamushi マムシ 蝮 stärker ist als das der habu ハブ(die ich auch nicht kannte).

Bis auf die habu (die hier nicht heimisch sein sollte) habe ich jetzt so gut wie alle Schlangen durch. Die Begegnungen sorgten oft fuer unfreiweillige Pulsbeschleuniger meinerseits und spielten sich sowohl in der Natur als auch im Hausflur bzw. Treppenhaus ab. Die meisten Schlangen hielten sich mit dem Zeigen von Emotionen zurueck und fast schien ich ihnen egal. Bei einigen war es aber auch anders, die Bandbreite der an den Tag gelegten Emotionen ging dabei von wuetendem rasseln ueber feurige Bissattacken bis hin zu einem winden in Schmerzen. Zuletzt gesehen, bei der Schlange, die letzten Sonntag unter meinen Autoreifen kam. Aus der Ferne sah sie aus wie von Wind und Regen auf die Strasse gepeitschter Stock. Ausweichen ging wegen des Gegenverkehrs nicht. Dumm gelaufen.

Besonders in Erinnerung geblieben sind mir:
- die yamakagashi, die ich mit einem Arbeitskollegen mal aus einer oeffentlichen Toilette entfernen musste. Ich erstarrte beim Anblick meiner erste Giftschlange, die gut und gerne einen Meter lang war. Mein Kollege hingegen hatte keine Probleme und ergriff sie ziemlich furchtlos. Heldenhaft.
- die mamushi, der ich, als ich beim Joggen am Wegesrand eine kurze Pause einlegte, auf den Kopf strullerte
- die mamushi, die mein Chef mit ins Buero brachte und die spaeter dann auf seinem Grill landete. Wie sie geschmeckt hat weiss ich genauso wenig, wie der angebliche mamushi Schnaps. Ich mag keine Schlangen, schon gar nicht auf meinem Teller oder in meinem Glas.
- die kleine shimahebi, die sich in unserem Treppenhaus auf dem Weg in den zweiten Stock befand, als ich ihr mutig und zu allem entschlossen mit einem Besen entgegentrat, um sie zurueck auf den Parkplatz zu befoerdern.
- das Riesenviech, ueber dessen Schwanz ich beim Joggen fast gestolpert waere. Will mir gar nicht ausmalen, wie der Rest dazu ausgesehen haben mag. Anaconda laesst gruessen. Zum Glueck war sie schneller im Busch verschwunden, als ich Angst bekommen konnte. Mein Puls war trotzdem im Bereich eines Rennwagens und das Training somit im Eimer.

Edit: meine Schlangenfiebel mit interessanten Infos und vielen Bildern: http://baikada.com/JSM/archives/1980 bzw. http://baikada.com/pocketsnake/PC/
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.11.12 08:17 von global mind.)
08.11.12 07:37
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torquato


Beiträge: 2.788
Beitrag #36
RE: Flora und Fauna
(07.11.12 21:21)Hellstorm schrieb:  Man muss von Tieren und Pflanzen aber keine Kanji können, da die immer in Katakana geschrieben werden.
Klar, die typischen Sachen wie 鯨、犬、猫、狼 sollte man vielleicht schon noch können, aber 海老、海豚、鱘 oder 蠅捕草 usw. brauchst du (wahrscheinlich) nicht zu können.

Andererseits sollte man えび、イルカ、チョウザメ、ハエトリグサ (gut, das letzte nicht unbedingt hoho) vielleicht doch noch können, aber das ist dann einfaches Vokabel lernen, was sich auch nicht von anderen Sprachen unterscheidet.

Man kann davon natürlich die Kanji lernen, aber die kann oft eh kein Japaner. Wenn du sowas lernen willst, wäre der Kanji Kentei Stufe 1 das richtige für dich (Achtung: 6000 Kanji. Das ist eine harte Nuss zwinker).

Der JLPT fragt übrigens nicht ab, was ein チョウザメ ist, sondern da geht es um Sprichwörter und andere nützliche Vokabeln. Fische sind nützlich zu können, wenn man die essen möchte, aber ansonsten ist es ziemlich unnütz. Kannst du die denn alle auf Englisch? Dort werden die ja auch nicht in einer Prüfung abgefragt.

Richtig, die wichtigsten Fischnamen, die man im Japanischen Alltag kennen sollte, sind die auf der Speisekarte im Sushirestaurant, bzw. -lieferservice.

Der Vergleich mit dem Englischen ist auch gut. Mit "mackerel" und "herring" können die meisten, rein aufgrund der sprachlichen Verwandtschaft wohl nach etwas anfangen, aber spätestens ab "cod"* dürfte es da schon wirklich schwierig werden.
Ich meine, Tier- und Pflanzennamen gehören in einer Fremdsprache einfach zu den schwierigsten Vokabeln, und speziell Fischnamen garantiert zu den allerschwierigsten.

Danke übrigens für den くじら. Das Zeichen für diesen "Hauptstadtfisch" kannte ich nicht. Muß ich mir merken. Vor ein paar Jahren wurde mir eine Portion zum Essen angeboten. Ist wirklich Fleisch, nicht Fisch. Den Japanischen Hype darum kann man nicht verstehen. Selbst ein alter zäher Bock, gut mariniert kann besser schmecken... Ich schweife ab. Es geht hier ja nicht um Delikatessen, sondern um Flora und Fauna...


*Kabeljau/Dorsch
08.11.12 07:45
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Norojika


Beiträge: 311
Beitrag #37
RE: Flora und Fauna
Fische sind auf Japanisch nochmal schwieriger, weil sie mitunter, je nach Alter, auch noch mehrere Namen haben...

Danke, global mind, für die Schlangengeschichten :-) Zur yamagakashi steht in meinem Tierführer, dass man sie keinesfalls berühren sollte, und dass sie ein Gift verspritzt, das bei Berührung mit den Augen zur Erblindung führen kann... Erfreulich.
08.11.12 10:37
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Hachiko


Beiträge: 2.596
Beitrag #38
RE: Flora und Fauna
(08.11.12 07:05)torquato schrieb:  
(07.11.12 20:52)Nia schrieb:  虫 ist mir heute beim lernen begegnet. ^^
In Japan erste Grundschulklasse. Als Kanji unbedingt lernen, weil es auch ein häufiges Radikal ist. Z.B. in Fällen wie どく = Deutschland/Deutsch, das berühmte "Hundeinsekt". ;-)

(07.11.12 21:02)Hachiko schrieb:  Dann gäbe es da auch eine Diskussion über die Viehzucht, beispielsweise über die
Rinder, die den Züchtern eine Menge Geld einbringen, weil ihr Fleisch in Nobelrestaurants

Ich glaube, die Viehzucht hast Du jetzt schon zum zweiten Mal erwähnt. Erzähl doch einfach Mal! Ich kenne mich auf dem Gebiet ohnehin so gut wie gar nicht aus. Wenn es dann um etwas speziell Japanisches geht, bin ich komplett raus. Außer natürlich, es landet auf meinem Teller... mmmh *lecker*
Also, schreib einfach was zur Viehzucht. Ich bin neugierig...

Um deine Neugierde zu befriedigen erwähne ich das Kobe-Rind, zur Rasse der
Tajima-Rinder gehörend, dessen zartes und wunderbar marmoriertes Fleisch
ein wahrer Genuss sein soll und nur in Nobelrestaurants angeboten wird, kein
Wunder, bei einem kg-Preis von bis zu 800 Euro.
Gerade in der Gegend von Fukushima züchtet man diese Tiere.

Was mir zu diesem Thema gerade noch einfällt, das japanische Landwirtschaftsministerium hat zumindest
bis vor kurzer Zeit sogar Gaijins erlaubt auf Hokkaido Grund und Boden zu erwerben unter der Voraussetzung,
dass dort u.a. Rinder gezüchtet werden.
Und der Boden dort eignet sich besonders für den Anbau verschiedener Getreidesorten und Buchweizen.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.11.12 11:52 von Hachiko.)
08.11.12 11:28
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Narutoforever


Beiträge: 123
Beitrag #39
RE: Flora und Fauna
[/quote='torquato']
Ich meine, Tier- und Pflanzennamen gehören in einer Fremdsprache einfach zu den schwierigsten Vokabeln, und speziell Fischnamen garantiert zu den allerschwierigsten.

[/quote]

Ja, ich staune heut' über die englische Variante der Kapstachelbeere*, die bei mir einfach Psysalis heißt, und mit den Kornelkirschen wollen wir gar nicht anfangen. Alle Deutschen denken, dass sie giftig sind und versuchen, mich zu retten, wenn ich dabei bin, eine zu essengrins Bis jetzt kenne ich keinen Deutschen, der dieses Wort kennt, ist aber nicht schlimm, weil kein Mensch in Deutschland (und in großen Teilen der Welt) dieses Wort je brauchen wird (liegt an der Wildfrucht, sie ist für viele Menschen das Gegenteil von köstlichgrins

*[cape gooseberry-ランダムハウス英和大辞典]

Ja, ich kann mir vorstellen, dass so etwas nicht Prüfungsthema wird. Es ist, sagen wir, unfair gegenüber dem Prüfling. Als geübter Prüfling in Fremdsprachen, ist es mir sogar bewusst, dass es sich nicht gehört, Witze über Prüfungswissen zu reißen, wenn die Prüfung vor der Tür steht und der Mut zur Lücke immer größer wirdgrinsgrinsgrinsgrinsgrins Wer sich aber aufgrund meiner Empfehlung auf N1 vorbereitet, dem ist nicht (mehr) zu helfenhoho Und ich muss mich schon Gedanken machen, wie man ein Witz besser als Witz und nicht als Meinung tarnt.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.11.12 13:03 von Narutoforever.)
08.11.12 12:56
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Yano


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Beitrag #40
RE: Flora und Fauna
Soweit ich unterrichtet bin, ist der Erwerb frei angebotener Immobilien durch Ausländer generell erlaubt.
Es gibt jedoch subventionierte Agrarflächen, bei deren Kauf die Landwirtschaftskammer einen Genehmigungsvorbehalt hat, damit sich keine Spekulanten billig Bauerwartungsland hinlegen und dann verwildern lassen.
08.11.12 13:37
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Flora und Fauna
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