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Japanische Vergangenheit...
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Anarchy


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Beitrag #61
RE: Japanische Vergangenheit...
@Botchan

Ich bitte dich, mich damit nicht zu provozieren oder zu beleidigen, nur weil ich andere Meinung habe. Ich möchte nur eine Diskussion fühlen.

Zitat: Ja, das ist ein wichtiger Punkt. Vielleicht fühlt sich "Anarchy" auch deswegen von dem ganzen Problem so betroffen, weil da gesagt wird, die japanische Armee habe solche Verbrechen begangen.

Ich habe überhaupt nicht gesagt, dass Japan damit aus der Verantwortung entkommen kann. Natürlich muss Japan oder Japaner sie Tragen. Es ist gar nicht gemeint, dass die japanische Armee tugenthaft war. Sondern ist es nur gemeint, dass Japaner manchmal zuviele Verantwortung trägt, auch für was Japan gar nicht getan hat. Ich kann kein Masochismus akzeptieren.

Zitat:Ich glaube, in Japan sind viele Leute (noch) nicht bereit, sich wirklich damit auseinanderzusetzen, was von Japanern im Pazifischen Krieg angerichtet wurde.

Es kann sein, dass wir einigermaß noch nicht dazu bereit sind. Aber wenn man nicht weiß, was zu entschuldigen, wie kann man damit auseinanderserzen?

Zitat:Außerdem, warum haben Koreaner so eine lange Zeit, etwa 30 Jahre, darüber geschwiegen? Als ein Japaner die Volkskleidung eines aus koreanischer Familie stammten Mädchen mit Schere in Tokyo geschnitten hatte, hatten viele koreanische Bürger am nächsten Tag japanische Botschaft in Seoul umgegeben.Wenn viele Koreanerin zwangsweise als Trostfrauen arbeiten sollten, hätten sie sofort nach dem Kriegsende reagiert.

Anarchy
04.04.04 13:45
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Botchan


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Beitrag #62
RE: Japanische Vergangenheit...
@Anarchy:

Ich wollte Dich sicher nicht persönlich beleidigen oder provozieren. Entschuldige bitte, wenn meine Postings so auf Dich gewirkt haben.

Du hast am Anfang geschrieben, daß Du zu der Geschichte mit der Koreanerin etwas sagen wolltest, weil Du nicht dulden willst, daß die "Würde" (der Japaner / japanischen Armee / japanischen Regierung) beschädigt wird.

Ich bin kein Spezialist auf dem Gebiet des Großen Pazifischen Krieges. Deswegen kann ich auch nicht viel mehr tun, als hier das wiederzugeben, was in renommierten Geschichtsbüchern steht. (Das Buch, aus dem ich zitiert habe, ist ein neues und von der internationalen Fachwelt hoch gelobtes.) Ich kann wenig zu Deinen Zitaten sagen, weil ich einfach zu wenige genaue Kenntnisse dazu habe.

Aber um die "Würde" des japanischen Kaiserreiches im Pazifischen Krieg zu beschädigen, ist diese eine Geschichte (bei all ihrer Problematik) völlig unbedeutend. Während der Zeit dieses Krieges sind von japanischer Seite aus SO VIELE grausame und unmenschliche Verbrechen verübt worden, daß es mehr als genug sind, um ihr jede Würde zu nehmen. Japan hat diesen Krieg begonnen, Japan hat in diesem Krieg unsägliches Leid über unzählige Menschen gebracht. Von der japanischen Armee sind während dieses Krieges Millionen von Menschen, darunter ungezählte Zivilisten (Männer, Frauen, Kinder), getötet, gefoltert und vergewaltigt worden. Sie dienten bei lebendigem Leibe als "Übungspuppen" zu Schwert- und Bajonett-Übungen, wurden als Zwangsarbeiter nach Japan deportiert usw. usw. In Bezug auf die Trostfrauen ist es meiner Meinung nach weniger wichtig, wie sie in diese Bordelle kamen, als vielmehr, wie sie dort von den japanischen Soldaten behandelt wurden.

All diese Verbrechen waren "würdelos". Die japanische kaiserliche Armee hat sich in diesem Krieg sehr würdelos verhalten. Da ist die Sache mit den Trostfrauen nur ein weiteres Teil in diesem Puzzle. Selbst wenn es diese Sache nicht gegeben hätte, wäre an der kaiserlichen Armee keine "Würde" mehr zu finden, die man beschädigen könnte.

Natürlich sind die Japaner von heute nicht verantwortlich für die Taten der Japaner von damals. (Genausowenig, wie die Deutschen von heute für die Taten der Deutschen im 2. Weltkrieg verantwortlich sind.) Aber die Leute von heute (Japaner und Deutsche) sind dafür verantwortlich, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Und diese Vergangenheit WAR "würdelos". Die deutsche Wehrmacht war eine "würdelose" Armee und die kaiserliche Armee Japans war es auch.

Das hat NICHTS damit zu tun, ob die heutigen Japaner oder Deutschen "würdelos" sind! Wenn Du schreibst, daß Du diese Geschichte widerlegen willst, weil sie die Würde der heutigen Japaner beeinträchtigen könnte, dann ist das merkwürdig. Denn wenn wir unsere heutige Würde von den Taten unserer Vorfahren ableiten würden, dann hätten wir sowieso keine "Würde".


====

Und zur Frage, warum diese Frauen so lange geschwiegen haben, gibt es - wie ich durch kurze Recherche im Internet herausgefunden habe - sehr viel Material. Zum Beispiel folgenden Artikel:

Opfer und Täter hüllen sich in Schweigen

In keiner der koreanischen Familien, die eine Tochter durch die "Jungfrauenabgabe" verloren haben, fragt jemand, was ihr geschehen war. Natürlich schweigen die japanischen Täter. Auch die alliierten Befreier schweigen, obwohl Beweise existieren, obwohl GIs Frauen aus Bordellen befreit haben. Vor dem Internationalen Militärgerichtshof für Fernost von 1946 bis 1948 in Tokyo stehen zwar Täter vor Gericht, nicht aber jene Generäle, die die sexuelle Versklavung von 200000 Frauen geplant und organisiert haben. Auch die Frauen schweigen. Viele brechen den Kontakt zu ihren Verwandten ab; sie empfinden das Schweigeverbot als ebenso unerträglich wie die Furcht, ihre "Schande" könnte ans Licht kommen.

Die Konspiration des Schweigens stößt die Frauen in Armut, in Einsamkeit. Kaum einer gelingt es, eine Familie nach den Regeln der streng patriarchalischen, konfuzianisch geprägten koreanischen Gesellschaft zu gründen. Eine Frau aber ist nichts ohne einen Mann, ohne Kinder. Viele sind unfruchtbar aus den Vergewaltigungslagern zurückgekehrt. In einer paradoxen Umkehr nehmen sie die Schuld auf sich: Sie haben versagt. Manche torkeln, wenn sie sich nicht ganz zurückziehen, von Mann zu Mann; hin- und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach Geborgenheit und gesellschaftlicher Anerkennung einerseits und dem Ekel vor der sexuellen und emotionalen Berührung mit dem anderen Geschlecht.

(Quelle:http://www.geo.de/GEO/kultur_gesellschaft/gesellschaft/2002_09_GEO_trostfrauen/page2.html?linkref=geode_pager)

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Und noch ein interessanter Artikel zum "Frauentribunal 2000" in Tôkyô, in dem es genau um dieses Thema ging.
http://home.snafu.de/watchin/II_April_20...rsklav.htm

===
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.04.04 19:17 von Botchan.)
04.04.04 14:41
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Beitrag #63
RE: Japanische Vergangenheit...
Also, ich habe mir jetzt mal einen Stahlhelm aufgesetzt und traue mich hier rein, um ganz kurz zu bemerken (falls gestattet), dass man hier vielleicht etwas weniger emotional diskutieren sollte. Das von japanischer, wie auch von deutscher Seite in Zeiten des Krieges unmenschliche Verbrechen begangen wurden, möchte hier wohl auch niemand bestreiten.
Finde es da etwas unnötig, den Einzelheiten ganze Passagen zu widmen und dies durch Augenzeugenberichte etc. noch zusätzlich zu unterstreichen. Da hätten vielleicht auch zwei Sätze Gegendarstellung, oder auch ein kleiner Hinweis auf einen Link genügt. Ja, ich weiß, dieses Thema ist so komplex, dass man versuchen muß, nicht vom Kern der Sache abzukommen, aber unnötige Emotionalitäten verkomplizieren das Ganze hier glaube ich erheblich.

Zudem scheint hier auch ein sprachliches Mißverständnis vorzuliegen, denn ich habe Anarchy auch so verstanden, dass er im Prinzip nur eine -nach seiner Ansicht- von den Medien verdrehte Tatsache in gerade Bahnen bringen wollte. Das war für mich ein sehr interessanter Ansatz und ich hoffe, dass sich hier vielleicht noch ein Fachkundiger zur Antwort finden wird. Ich für meinen Teil habe zum allgemeinen Thema "Japanische Kriege" auch nicht mehr als ein paar Reportagen gesehen und einige Artikel gelesen ... kann also bezüglich der "Trostfrauen"-Problematik auch nicht viel sagen. Finde es aber trotzdem gefährlich, sich mit Bezug auf nur eine Quelle in eine solche Diskussion zu stürzen. Natürlich ist Elise Tipton eine anerkannte Wissenschaftlerin, aber sie ist auch eine Frau ... und zwar eine mit chinesischer Abstammung, oder? Ich bin mir hier allerdings nicht sicher ... offiziell gilt sie als Australierin; manchmal auch als Amerikanerin ... irgendwie sind sich die Medien da nicht so ganz einig. Im Internet ist merkwürdigerweise kein CV von ihr veröffentlicht. Weißt Du da mehr, Botchan? Wäre nett, wenn Du mir noch eine Info geben könntest und natürlich

wie immer
nix für ungut
AU
04.04.04 19:17
Botchan


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Beitrag #64
RE: Japanische Vergangenheit...
Nun ja. "In die Diskussion stürzen" wollte ich mich eigentlich nicht mit dieser einen Quelle. Das Problem meinerseits war, daß ich Anarchys ursprünglichen Beitrag offenbar mißverstanden habe, indem ich glaubte, er bestreite, daß es von offizieller Seite eingerichtete Prostitution gegeben habe. Und gegen DIESE These hatte ich das Zitat aus Tiptons Buch (ich hätte auch jedes andere nehmen können, denn das steht überall) ins Feld geführt. Er meinte aber offenbar, daß diese eine Frau keine von der Regierung gezwungene Prostituierte gewesen sei. Dieses Mißverständnis haben wir geklärt, und ich entschuldige mich noch einmal dafür, daß ich es mißverstanden hatte.

Wenn es Anarchy also nur darum gegangen wäre, den einen Fall dort zu "korrigieren", dann hätten wir die Diskussion dazu beenden können. Es mag stimmen, was er sagt, es mag auch stimmen, was die anderen sagen. Wer weiß... ABER:

Dann sagte Anarchy noch, er wisse, daß es solche Bordelle gegeben habe, aber er bestreite, daß die dort "gehaltenen" Frauen von offizieller Seite zum Dienst in diesen Bordellen gezwungen worden sind. Das ist - nach allem, was ich darüber weiß (und nach allem, was man sich auch in kurzer Zeit in diversen Werken darüber aneignen kann) - falsch, aber nichtsdestoweniger der Standpunkt der japanischen Regierung, seitdem zum ersten Mal entsprechende Untersuchungen gefordert worden sind. Das ein Standpunkt, der von vielen Zeugen, mit vielen Beweisen, von vielen Historikern und in vielen Büchern (daß ich wieder Tipton anführte, lag an meiner Faulheit, jetzt noch andere Texte abzutippen - man findet sie aber problemlos in kurzer Zeit), von der UNO, von Amnesty International und von diversen anderen nationalen wie internationalen Organisationen der japanischen Regierung vorgeworfen wird. Denn alles was man dazu findet, spricht dafür, daß selbstverständlich Frauen zum Dienst in diesen Bordellen gezwungen wurden - und zwar nicht nur von ihren Eltern oder ihrer finanziellen Not (was auch ein Zwang ist, aber darum geht es nicht). Hätten diese Frauen wieder gehen können, wenn sie gewollt hätten? Hat man diese Frauen für ihren "Dienst" irgendwie vergütet?

Zum Status von Elise Tipton kann ich nur sagen, daß sie an der University of Sidney (Australien) lehrt, daß sie schon viele Publikationen vorgelegt hat und daß gerade ihr Buch "Modern Japan" von Japanologen in aller Welt mit positiven Rezensionen überschüttet wurde. Ich habe dieses Buch deswegen zitiert, weil ich es vor kurzem gelesen und noch auf meinem Schreibtisch habe. Für andere Zitate müßte ich in die Bibliothek gehen, aber wenn das gewünscht wird, werde ich das tun und sie hier posten... denn es gibt ihrer zahlreiche (und auch von Männern, wenn Du meinst, daß es sich eine international renommierte Wissenschaftlerin leisten könnte, aus "Geschlechtsgenossinnensympathie" die Tatsachen zu verdrehen)...

Nix für ungut,
Botchan.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.04.04 20:15 von Botchan.)
04.04.04 19:44
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Anarchy


Beiträge: 99
Beitrag #65
RE: Japanische Vergangenheit...
@Botchan

Bitte gib mir bißchen Zeit, meine weitere Antwort zu schreiben.
Aber ich komme bestimmt wieder hier, Ok?

@AU

Zitat:Zudem scheint hier auch ein sprachliches Mißverständnis vorzuliegen, denn ich habe Anarchy auch so verstanden, dass er im Prinzip nur eine -nach seiner Ansicht- von den Medien verdrehte Tatsache in gerade Bahnen bringen wollte.

Genau!

Anarchy
04.04.04 20:47
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Denkbär


Beiträge: 677
Beitrag #66
RE: Japanische Vergangenheit...
Ja, ähem, zum Thema hab ich auch nicht viel hinzuzufügen, außer, dass es offenbar für jede Nation genauso schwer ist mit einer schlechten Vergangenheit umzugehen wie für jede einzelne Person. Ich wollte aber nur kurz was sagen zu:
Zitat: Natürlich ist Elise Tipton eine anerkannte Wissenschaftlerin, aber sie ist auch eine Frau ... und zwar eine mit chinesischer Abstammung, oder?
Nämlich: Warum müssen sich denn Frauen immer noch beweisen, während Ansichten oder wissenschaftliche Ergebnisse von Männern meistens unreflektiert übernommen werden??? Hätte ein Mann es geschrieben, wäre es wissenschaftlich, aber weil es eine Frau war, muss man erst mal entkräften, dass hier 'nur' eine durchgeknallte Feministin am Werk war.
04.04.04 20:50
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Beitrag #67
RE: Japanische Vergangenheit...
Nein, ich wollte damit natürlich nicht sagen, dass eine "international renommierte Wissenschaftlerin aus "Geschlechtsgenossinnensympathie" die Tatsachen zu verdreht" und ich habe auch nix gegen Frauen (da würde ich mir ja selbst ins Knie schießen zwinker ) Wollte eigentlich nur damit andeuten, dass man seine Quellen immer genau prüfen sollte/in Frage stellen sollte. Tipton z. B. arbeitet m. W. sehr stark in Richtung Gender; hat Bücher wie "Women in Japan" etc. geschrieben. Finde eben, dass in vielen Fällen der Autor/in nicht gerade unerheblich ist und bei manchen Themen macht es für mich sogar einen riesengroßen Unterschied, ob eine Abhandlung von Männlein/Weiblein, Japaner oder Deutschen (wie auch immer) verfaßt wurde. Denke einfach, man muß immer beide Seiten betrachten, egal wie hoch jemand von rechts oder links gelobt wird. Ein Buch ist und bleibt eben immer noch nur ein Buch; ein Mittel, mit dem ich meinen eigenen Wissens-Horizont erweitere; meine Meinung jedoch bilde ich mir immer noch selbst.

An den Fakten kommt man selbstverständlich nicht vorbei, Botchan, da hast Du völlig Recht, ebenso wie Anarchy, der seine Thesen teils ganz korrekt belegt hat. Wollte nur darauf hinweisen, dass wenn man nur ein Buch (oder meinetwegen auch ganz viele Bücher zu einem Thema liest) man sich stets die eigene Meinung erhalten sollte, sonst weiß man irgendwann vor lauter Forscherei gar nicht mehr, ob man nun was eigenes konstatiert, oder nur mal wieder jemanden zitiert.

That's all
AU
05.04.04 00:15
Anarchy


Beiträge: 99
Beitrag #68
RE: Japanische Vergangenheit...
@Botchan

Osokunarimashita.

Zitat: Ich wollte Dich sicher nicht persönlich beleidigen oder provozieren. Entschuldige bitte, wenn meine Postings so auf Dich gewirkt haben.

Dankeschön, nett von dir. Das nehme ich zur Kenntnis.

Zitat:Du hast am Anfang geschrieben, daß Du zu der Geschichte mit der Koreanerin etwas sagen wolltest, weil Du nicht dulden willst, daß die "Würde" der Japaner / japanischen Armee / japanischen Regierung beschädigt wird.

Hier gibt es ein Missverständnis. Ich habe nie gesagt, dass ich die Würde japanischer Armee oder japanischer Regierung schützen oder verbessern will. Außerdem bin ich nicht unverschämt genug, das zu sagen, dass in den Kriegszeiten ehrmalige japanische Armee oder Regierung unschuldig gewesen war. Wie früher gesagt, gebe ich zu, dass Japaner an Verbrechen während Kriegszeiten denken muss. Aber ich kann auch nicht eine gefälschte Lüge von "Trostfrauen, die damals von der Regierung abgeführt oder entführt wurden" als die wahre Geschichte akzeptieren, die man für ewig erzählen muss.

Ich erlaube mir nochmals von mir zu zitieren.

Zitat:Aber ich kann nicht Geduld haben, dass diese nach dem Krieg von einem verrückten Japaner erfundene und von einer Zeitung weiterentwickelte Geschichte weiter in die Zukunft als Tatsache erzählt wird, damit unsere Würde für ewig vergewaltigt wird.

Diese Geschichte, die ich als Vergewaltigung an unserer Würde genannt hatte, hat schon die ganze Welt erfaßt, ohne die Wahrheit zu bestätigen. Denk doch daran, wenn man plötzlich eine Verantwortung tragen müsste, obwohl er keine Attentat begangan hätte.

Zitat:Ich bin kein Spezialist auf dem Gebiet des Großen Pazifischen Krieges. Deswegen kann ich auch nicht viel mehr tun, als hier das wiederzugeben, was in renommierten Geschichtsbüchern steht. (Das Buch, aus dem ich zitiert habe, ist ein neues und von der internationalen Fachwelt hoch gelobtes.) Ich kann wenig zu Deinen Zitaten sagen, weil ich einfach zu wenige genaue Kenntnisse dazu habe.

Dann empfehle ich dir, auch andere Quelle zu finden und zu analisieren. Ich bin auch kein Spezialist auf dem Gebiet. (Das hast Du doch schon einige Quelle von deiner Seite gefunden, während ich sooo langsam schreibe...)
Aber ich habe Informationen der beiden Seite gelesen. Wenn du Lust darauf hast, versuch die Matelliere von "meiner Seite". Ob ein Buch entweder neues oder von Fachwelt gelobtes ist, ist weder ein Beweis, dass du Recht hast, noch interessiert mich. Wenn man so denkt, dass die Wahrheit nur durch die Authorität gefunden werden kann, hätte der Geozentrismus oder ptolemätische Lehre die Welt beherrscht. Solange ich dein erstes Zitat gelesen habe, das ist nur ein Kopie der Aussage von Yoshida und Frau Kim. Wie geschrieben, hat Yoshida genehmigt, dass er in seinem Buch gelogen hat und Frau Kim hat gesagt, dass sie nicht abgeführt sondern von ihrer Eltern verkauft wurde.

Zitat:Aber um die "Würde" des japanischen Kaiserreiches im Pazifischen Krieg zu beschädigen, ist diese eine Geschichte (bei all ihrer Problematik) völlig unbedeutend.Während der Zeit dieses Krieges sind von japanischer Seite aus SO VIELE grausame und unmenschliche Verbrechen verübt worden, daß es mehr als genug sind, um ihr jede Würde zu nehmen.


Eine motionale oder moralische Meinung, würde ich sagen.
Damit meinst du, dass ich deswegen meine Meinung über die abgeführte Trostfrauen unbedingt leungnen muss? Du sagtest, als ob ich nur das japanische Keiserreich schützen wollte. Du hättest völlig Recht und ich müßte schweigen, wenn ich behauptet hätte, dass das Kaiserreich komplett unschultig gewesen wäre.

Aber nein, nein! Mir ist auch schon klar, was Japan auch Verbrechen verübt hatte und dadurch die Würde der Koreaner beschädigt worden war. Hauptsache, dass Japan nicht eine Verantwortung für Kriminalität tragen müssen, die er nicht begangen hatte. Das ist meine einzige Meinung darüber. Grausamkeit des Krieges interessiert mich nicht. Ich weiß es schon.

Außerdem du versuchst, zu einer Vermutung führen, dass Japan schlecht gewesen war (nicht einzige aber Tatsache) und deswegen auch diesen "Verbrechen" auch begangen haben muss (Das kann ich nicht dulden). So habe ich verstanden. Im Hinblick auf Völkerrecht hat japanische Regierung schon die staatliche Wiedergutmachung 1965 durchgeführt. Wenn du im moralischen Bereich diskutieren möchtest, würde ich sagen, dass es vermutlich mehr als 500 Jahre braucht, alle moralische Probleme zu lösen. Du hast darauf noch nicht geantwortet. Bitte sag etwas, egal welche Meinung.

Zitat:Japan hat diesen Krieg begonnen, Japan hat in diesem Krieg unsägliches Leid über unzählige Menschen gebracht. Von der japanischen Armee sind während dieses Krieges Millionen von Menschen, darunter ungezählte Zivilisten (Männer, Frauen, Kinder), getötet, gefoltert und vergewaltigt worden.

Japan hat den Pazifischenkrieg am 8. December 1941 begonnen. In diesem Punkt bleibt kein Raum zum Diskutieren. Aber hast Du bisher daran geglaubt oder darüber gelernt, warum dieser verdammten Krieg begonnen hat? Kennst du Inhalt von "Hal Note"? Übrigens deiner zweiten Meinung nach musst Du auch sogenannten Kriegsverbrechen von Allierten wie zum Beispiel Atombomben, Vergewaltigung kritisieren. Dadurch sind auch unschuldige Zivilisten in Achsenmächte getötet, gefoltert und vergewaltigt worden. Was hälst Du davon? Ich finde es sehr traurig, aber gleichzeitig denke ich, dass es natürlich jedem Staat beim Krieg passieren kann und heutzutage leider unvermeidlich geworden ist. Naja, dies sind nicht Themen.

Zitat:Sie dienten bei lebendigem Leibe als "Übungspuppen" zu Schwert- und Bajonett-Übungen, wurden als Zwangsarbeiter nach Japan deportiert usw. usw.

Sehr fürchtbar. Bedauericherweise wurde es auch in Vietnam, beim Golf Krieg usw. wiederholt.

Zitat:In Bezug auf die Trostfrauen ist es meiner Meinung nach weniger wichtig, wie sie in diese Bordelle kamen, als vielmehr, wie sie dort von den japanischen Soldaten behandelt wurden.

Weil wir jetzt mit der Existenz dieser von der Regierung abgeführten Trostfrauen beschäftigt sind, halte ich es für sehr wichtig, ob sie entführt oder abgeführt worden sind. Sonnst können wie die Diskussion nicht mehr führen, glaube ich.

Zitat:All diese Verbrechen waren "würdelos". Die japanische kaiserliche Armee hat sich in diesem Krieg sehr würdelos verhalten. Da ist die Sache mit den Trostfrauen nur ein weiteres Teil in diesem Puzzle. Selbst wenn es diese Sache nicht gegeben hätte, wäre an der kaiserlichen Armee keine "Würde" mehr zu finden, die man beschädigen könnte.

Es geht leider gar nicht darum, ob die japanischer Armee tugenhaft gewesen war.
Auch nicht will ich die Würde in japanischer Armee finden.
Frage ist jetzt die Existenz der abgeführten Trostfrauen.

Zitat:Natürlich sind die Japaner von heute nicht verantwortlich für die Taten der Japaner von damals. (Genausowenig, wie die Deutschen von heute für die Taten der Deutschen im 2. Weltkrieg verantwortlich sind.) Aber die Leute von heute (Japaner und Deutsche) sind dafür verantwortlich, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Und diese Vergangenheit WAR "würdelos". Die deutsche Wehrmacht war eine "würdelose" Armee und die kaiserliche Armee Japans war es auch.

Ich finde es auch. Aber ich kann weder die gefälschte Verantwortung tragen noch der Nachwelt sie erzählen.

Zitat:Das hat NICHTS damit zu tun, ob die heutigen Japaner oder Deutschen "würdelos" sind! Wenn Du schreibst, daß Du diese Geschichte widerlegen willst, weil sie die Würde der heutigen Japaner beeinträchtigen könnte, dann ist das merkwürdig. Denn wenn wir unsere heutige Würde von den Taten unserer Vorfahren ableiten würden, dann hätten wir sowieso keine "Würde".

Danke für den ersten Satz. Es freut mich wirklich.
Meiner Meinung nach beeinträchtigt sie die Würde sehr heute noch. Ich habe es satt. Aber nur meine persönliche Meinung zu äußern ist unfair. Am nächsten Mal zeige ich dir deswegen die Beispiel der Nebenwirkungen von Beeintächtigung. Ich schreibe auch bestimmt über die zitierte Quelle schreiben, die bei der Bearbeitung neu gezeigt hast.

Aber bitte lass mich heute ins Bett gehen. Ich bin schon müde...

Anarchy

P.S. eine empfohlene Literatur
-INTERNATIONAL MILITARY TRIBUNAL FOR THE FAR EAST-
DISSENTIENT JUDGMENT OF JUSTICE PAL (Englisch)
ISBN4-336-04110-5
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.04.04 00:50 von Anarchy.)
05.04.04 00:47
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Botchan


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Beitrag #69
RE: Japanische Vergangenheit...
Ich bitte um Nachsicht, aber ich möchte aus dieser Diskussion aussteigen.
Ich weiß, daß mir das als Kapitulation ausgelegt werden kann... und in gewissem Sinne ist es das auch - jedoch nicht inhaltlich, sondern mental.

Angeregt durch diese Diskussion hier habe ich mich gestern den ganzen Tag bis spät in die Nacht hinein mit dem Thema "Trostfrauen" beschäftigen müssen. Eigentlich war Sonntag... aber ich habe ihn nicht genießen können. Ich habe alle Bücher, die mir hier greifbar waren, durchforstet und die entsprechenden Artikel gelesen, und anschließend habe ich im Internet weiterrecherchiert... Stunden um Stunden. Mein Herz raste.

Irgendwann habe ich mich gezwungen, damit aufzuhören, und an etwas anderes zu denken. Aber es hat nicht geklappt. Mein Herz kam nicht zur Ruhe, und meine Gedanken glitten immer wieder zu den Trostfrauen zurück. So habe ich dann weitergelesen. Und je mehr ich las, desto deutlicher wurde mir die ungeheure Widerlichkeit dieser Geschichte.

Niemand kann mir weismachen, daß irgendeine Frau (aus welcher Not auch immer!) auf eigene Entscheidung in solche Bordelle gegangen ist.
Niemand kann mir weismachen, daß irgendwelche Eltern (aus welcher Not auch immer!) auf eigene Entscheidung ihre Tochter in diese Hölle geschickt haben.
Die Haltung "Ja, die Japaner hatten diese Bordelle. Ja, die Japaner haben die Frauen dort bestialisch mißhandelt. Aber genaugenommen sind sie oder ihre Eltern selbst daran schuld, denn die Japaner haben niemanden gezwungen, in ihre Bordelle zu kommen, um sich da bestialisch mißhandeln zu lassen" ist mir völlig unbegreiflich. Glaubt das jemand wirklich???

Ich bin mir sicher, daß ich - zumindest in absehbarer Zukunft - dazu nichts mehr werde schreiben können, ohne daß mein inzwischen abgrundtiefer Ekel vor diesem Thema offen hervorbricht.

Ich hatte, als ich mein erstes Posting in diese Diskussion setzte, meine "Coolness" stark überschätzt. Das Thema hat mich doch weit mehr mitgenommen, als ich je gedacht hätte. Ob mich jemand deswegen ein Weichei nennt, ist mir auch egal.

Ich bitte nochmals um Pardon, wenn ich zum Thema "Trostfrauen" hier nichts mehr schreiben werde. Im Interesse der Wiedererlangung meines seelischen Gleichgewichts werde ich diesen Thread nicht wieder öffnen.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.04.04 07:25 von Botchan.)
05.04.04 06:41
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Beitrag #70
RE: Japanische Vergangenheit...
@Botchan: Wenn Du sagst, dass Dich das Thema zu sehr mitnimmt und Du deswegen aussteigen möchtest, finde ich das völlig ok. Es gehört m. E. auch viel Mut dazu zuzugeben, dass man mit zuviel Emotionalität bei der Sache ist; es einen persönlich "auffrist" und man deswegen nicht mehr sachlich argumentieren kann. Finde es dann auch besser "aufzugeben". Mir ist es bei Themen wie Nanking, Hiroshima/Nagasaki auch schon ähnlich ergangen. Irgendwann braucht man einfach mal Abstand, um dann später die Dinge in neuem Licht zu betrachten. Das Thema hier ist harter Tobak und kann nach meiner Meinung ohne detaillierte (und zeitaufwendige!) Nachforschungen so nicht weiter fortgeführt werden. Fand es trotzdem eine sehr interessante Diskussion, weil sie (wenn auch nur personenabhängig) deutlich den japanischen und deutschen Blickwinkel dokumentiert.

@Anarchy: Danke für die Literatur-Empfehlung; das Buch klingt in der Tat lesenswert und für die Erwähnung der "Hal Note", die in diesem ganzen Thread nicht fehlen darf. Pearl Harbour, das "pazifische Hintertürchen" der USA in den Krieg einzutreten, sollte man natürlich auch berücksichtigen. Falls Dir zum Thema "Trostfrauen" auf Anhieb noch Informationsquellen einfallen, so wäre es nett, wenn Du sie bei Gelegenheit noch posten könntest.

EDIT: Eine kleine Korrektur muß ich hier allerdings gerechterweise noch einfügen ... habe zu schnell mit meiner Aussage bezüglich des von Anarchy erwähnten Buches i. S. Tokyo Trials geschossen. Hatte im Autor "Pal" nicht sofort DEN Pal, nämlich Radhabinod Pal erkannt. Den indischen Richter, der sich im Prozeß als einziges Mitglied der internationalen Jury auf Tojo's Seite schlug. Hier wird natürlich genau das andere Extrem beschrieben und darf auch keinesfalls als mustergültige Quelle hier so stehen bleiben. Aber so war es ja auch nicht von Anarchy gemeint; ebensowenig wie von Botchan mit Tipton's Werk. Wäre wie gesagt schön, wenn jemand noch interessante andere Literatur hierzu posten könnte.
05.04.04 13:25
Japanische Vergangenheit...
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