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Karriere in Japan? Japanologie!
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dieLegende


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Beitrag #31
RE: Karriere in Japan? Japanologie!
(27.01.19 11:54)Hellstorm schrieb:  Was mich noch interessiert: Weißt du wie dein Job später aussehen wird? Wirst du dann eher mathematisch etwas machen, oder doch eher Richtung Kunde?

Ich hatte in der Uni eine Vorlesung zur Finanzmathematik (wo wir irgendwas mit Optionen programmiert haben - glaube ich hoho), und das war gefühlt die schwierigste Veranstaltung die ich je in meiner Unikarriere hatte. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das als typischer Geisteswissenschaftler, der nie was mit Mathe zu tun hatte, lernen kann. Es fehlen ja wirklich alle Grundlagen in der höheren Mathematik - und ich finde, es ist sehr schwierig (wenn nicht unmöglich), das noch nebenbei anständig zu lernen.
Vielleicht gibt es dafür dann doch wieder spezialisierte Leute aus den Naturwissenschaften/Mathematik? Weißt du da was zu?

Da mir meine genaue Arbeitsadresse noch nicht mitgeteilt wurde, kann ich noch nicht zu 100% sagen wie mein Job in den ersten Jahren aussehen wird. Jedoch, laut den Unterlagen fürs Visum, soll mein Job in den Bereich 国際金融/International Finance und nicht 営業/Sales fallen, was den Rahmen schon einmal gut einschränkt. Zudem habe ich während der Bewerbungsphase und auch danach immer wieder betont, dass ich gerne ins Trading gehen möchte. Weil ich außerdem noch vor der Zusage eine exklusive Führung durch die Tradingabteilung mit machen durfte, zu der insgesamt nur 9 Studenten eingeladen waren, kann ich mir vorstellen, dass die Chancen nicht allzu gering sind, dass ich letztendlich tatsächlich dort lande.

Das schreiben von Algorithmen, etc. machen darauf spezialisierte Profis aus den Naturwissenschaften/Mathematik/Informatik. Damit werde ich nichts zu tun haben. Die einfache Berechnung von Optionsscheinen und Futures, etc. hingegen hab ich aber bereits im Rahmen meiner Brokerprüfung(一種外務員資格試験)bereits gelernt. Aber höhere Mathematik kann man das nicht wirklich nennen.


(27.01.19 16:07)Yano schrieb:  
(27.01.19 11:08)dieLegende schrieb:  Das hört sich nach einer sehr bubbligen Episode an (Oder ist das, vom letzten halben Satz abgesehen, ein Zitat aus einem Werk Murakamis?

Bubblig? -- Könnte man sagen, wenn du das Zeitalter meinst.
Als ich die Anekdote hingeschrieben habe, dachte ich, eigentlich ist das murakamesk wie überhaupt besagte kleine Schwester mit dem 300-Man-Altpapierhändler, die es später zu einem gewissen Bekanntheitsgrad gebracht hat.
Wie das so ist mit vielen Mädels vom Land, wenn sie in der Großstadt "studieren" und ihnen jemand eine Wohnung bezahlt, das habe ich gleich in meinem ersten Jahr in Japan kennengelernt. Es hat mich damals auch irritiert, für wie naiv die ihre Eltern hielten. Als ich dann selber zur Elterngeneration gehörte, und darüber gesprochen wurde, die bildhübsche Cousine auf die Universität in Osaka zu schicken, mußte ich sehen, die waren tatsächlich so naiv und hatten höchstens Bedenken, weil doch in der Metropole so viele Autos herumfahren...

Genau das meinte ich. Man hört ja immer nur die Gerüchte/Geschichten aus der Großstadt und fragt sich ob das wirklich Japan ist. Hier in Tsukuba existiert sowas alles nicht. Ich bin mal gespannt was ich alles erleben werde, sollte ich ab April/Mai wirklich in Tokyo arbeiten...
31.01.19 08:11
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Hellstorm
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Beitrag #32
RE: Karriere in Japan? Japanologie!
(31.01.19 08:11)dieLegende schrieb:  
(27.01.19 11:54)Hellstorm schrieb:  Was mich noch interessiert: Weißt du wie dein Job später aussehen wird? Wirst du dann eher mathematisch etwas machen, oder doch eher Richtung Kunde?

Ich hatte in der Uni eine Vorlesung zur Finanzmathematik (wo wir irgendwas mit Optionen programmiert haben - glaube ich hoho), und das war gefühlt die schwierigste Veranstaltung die ich je in meiner Unikarriere hatte. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das als typischer Geisteswissenschaftler, der nie was mit Mathe zu tun hatte, lernen kann. Es fehlen ja wirklich alle Grundlagen in der höheren Mathematik - und ich finde, es ist sehr schwierig (wenn nicht unmöglich), das noch nebenbei anständig zu lernen.
Vielleicht gibt es dafür dann doch wieder spezialisierte Leute aus den Naturwissenschaften/Mathematik? Weißt du da was zu?

Da mir meine genaue Arbeitsadresse noch nicht mitgeteilt wurde, kann ich noch nicht zu 100% sagen wie mein Job in den ersten Jahren aussehen wird. Jedoch, laut den Unterlagen fürs Visum, soll mein Job in den Bereich 国際金融/International Finance und nicht 営業/Sales fallen, was den Rahmen schon einmal gut einschränkt. Zudem habe ich während der Bewerbungsphase und auch danach immer wieder betont, dass ich gerne ins Trading gehen möchte. Weil ich außerdem noch vor der Zusage eine exklusive Führung durch die Tradingabteilung mit machen durfte, zu der insgesamt nur 9 Studenten eingeladen waren, kann ich mir vorstellen, dass die Chancen nicht allzu gering sind, dass ich letztendlich tatsächlich dort lande.

Das schreiben von Algorithmen, etc. machen darauf spezialisierte Profis aus den Naturwissenschaften/Mathematik/Informatik. Damit werde ich nichts zu tun haben. Die einfache Berechnung von Optionsscheinen und Futures, etc. hingegen hab ich aber bereits im Rahmen meiner Brokerprüfung(一種外務員資格試験)bereits gelernt. Aber höhere Mathematik kann man das nicht wirklich nennen.

Ok, dann ist es aber doch auch nicht groß anders als in Deutschland, nur dass hier eben der Wald- und Wiesenstudiengang, mit dem man später mal alles machen kann, BWL ist (wobei ich mich frage, was man jetzt in BWL konkretes fachlich mehr lernt als z.B. in Japanologie). All die „härteren“ Sachen in Japan sind dann ja letztendlich doch auch wieder nur für Absolventen mit dem richtigen Studiengang zugänglich.

Als ich mal bei einem Automobilzulieferer vor Ort war, standen auf der Selbstvorstellungsliste der Entwicklungsabteolung auch nur überall „Habe Maschinenbau (o.ä.) an Uni XYZ studiert“. Von Germanistik war dort nie die Rede. Da wollen die Firmen wohl doch auch nichts beibringen.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
31.01.19 12:18
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Yano


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Beitrag #33
RE: Karriere in Japan? Japanologie!
(31.01.19 08:11)dieLegende schrieb:  Hier in Tsukuba existiert sowas alles nicht. Ich bin mal gespannt was ich alles erleben werde, sollte ich ab April/Mai wirklich in Tokyo arbeiten...
Das Tsukuba scheint ja eine Art Elfenbeinturm zu sein. Aber jetzt, Junge, kommt für Erwachsene. Freu dich drauf!
31.01.19 20:36
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dieLegende


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Beitrag #34
RE: Karriere in Japan? Japanologie!
(31.01.19 12:18)Hellstorm schrieb:  
(31.01.19 08:11)dieLegende schrieb:  
(27.01.19 11:54)Hellstorm schrieb:  Was mich noch interessiert: Weißt du wie dein Job später aussehen wird? Wirst du dann eher mathematisch etwas machen, oder doch eher Richtung Kunde?

Ich hatte in der Uni eine Vorlesung zur Finanzmathematik (wo wir irgendwas mit Optionen programmiert haben - glaube ich hoho), und das war gefühlt die schwierigste Veranstaltung die ich je in meiner Unikarriere hatte. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das als typischer Geisteswissenschaftler, der nie was mit Mathe zu tun hatte, lernen kann. Es fehlen ja wirklich alle Grundlagen in der höheren Mathematik - und ich finde, es ist sehr schwierig (wenn nicht unmöglich), das noch nebenbei anständig zu lernen.
Vielleicht gibt es dafür dann doch wieder spezialisierte Leute aus den Naturwissenschaften/Mathematik? Weißt du da was zu?

Da mir meine genaue Arbeitsadresse noch nicht mitgeteilt wurde, kann ich noch nicht zu 100% sagen wie mein Job in den ersten Jahren aussehen wird. Jedoch, laut den Unterlagen fürs Visum, soll mein Job in den Bereich 国際金融/International Finance und nicht 営業/Sales fallen, was den Rahmen schon einmal gut einschränkt. Zudem habe ich während der Bewerbungsphase und auch danach immer wieder betont, dass ich gerne ins Trading gehen möchte. Weil ich außerdem noch vor der Zusage eine exklusive Führung durch die Tradingabteilung mit machen durfte, zu der insgesamt nur 9 Studenten eingeladen waren, kann ich mir vorstellen, dass die Chancen nicht allzu gering sind, dass ich letztendlich tatsächlich dort lande.

Das schreiben von Algorithmen, etc. machen darauf spezialisierte Profis aus den Naturwissenschaften/Mathematik/Informatik. Damit werde ich nichts zu tun haben. Die einfache Berechnung von Optionsscheinen und Futures, etc. hingegen hab ich aber bereits im Rahmen meiner Brokerprüfung(一種外務員資格試験)bereits gelernt. Aber höhere Mathematik kann man das nicht wirklich nennen.

Ok, dann ist es aber doch auch nicht groß anders als in Deutschland, nur dass hier eben der Wald- und Wiesenstudiengang, mit dem man später mal alles machen kann, BWL ist (wobei ich mich frage, was man jetzt in BWL konkretes fachlich mehr lernt als z.B. in Japanologie). All die „härteren“ Sachen in Japan sind dann ja letztendlich doch auch wieder nur für Absolventen mit dem richtigen Studiengang zugänglich.

Als ich mal bei einem Automobilzulieferer vor Ort war, standen auf der Selbstvorstellungsliste der Entwicklungsabteolung auch nur überall „Habe Maschinenbau (o.ä.) an Uni XYZ studiert“. Von Germanistik war dort nie die Rede. Da wollen die Firmen wohl doch auch nichts beibringen.

Joa, das mit dem "Wald-und Wiesenstudiengang" trifft eigentlich ganz gut. Nur, dass hier sämtliche Studiengänge zu den "Wald- und Wiesenstudiengängen" zählen, und man mit den Naturwissenschaftlichen noch in weitere Bereiche gehen kann.


(31.01.19 20:36)Yano schrieb:  
(31.01.19 08:11)dieLegende schrieb:  Hier in Tsukuba existiert sowas alles nicht. Ich bin mal gespannt was ich alles erleben werde, sollte ich ab April/Mai wirklich in Tokyo arbeiten...
Das Tsukuba scheint ja eine Art Elfenbeinturm zu sein. Aber jetzt, Junge, kommt für Erwachsene. Freu dich drauf!

Tsukuba hat bei gerade einmal 230.000 Einwohnern drei Universitäten, ist die Stadt mit der höchsten Quote an Personen mit Doktortitel weltweit und neben den Unis und JAXA sind die Hauptarbeitgeber die verschiedenen Forschungsinstitute welche hier massenhaft ansässig sind. Natürlich ist das ein Elfenbeinturm hier. zwinker
01.02.19 06:52
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