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Last Samurai - ラスト・サムライ
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Imoto-chan


Beiträge: 29
Beitrag #31
RE: Last Samurai - ラスト・サムライ
Also, Informationen über Scientology bekommen ist nun wirklich nicht so schwer, daß das an 99% aller Menschen vorbeigeht, aber ich denke auch, daß das mit der Qualität des Films nicht wirklich was zu tun hat.

Mir hat er gefallen, obwohl ich auch den Eindruck hatte, daß hier "die gute alte Zeit" sehr romantisch verklärt wird, wie das eigentlich immer der Fall ist, wenn man nur einen kleinen Ausschnitt betrachtet und dieser obendrein eine gute Geschichte präsentieren soll, die nun mal dramatische Höhepunkte haben muß (sonst will das ja keiner sehen). Ich denke aber auch, daß John Clavells "Shogun" irgendwie ein realistischeres Bild präsentiert hat. Aber das war auch eine Serie, da hatten die Autoren mehr Zeit für Details. Witzig fand ich an letzterem vor allem, daß in der Fernsehfassung fast ausschließlich die Perspektive des Engländers präsentiert wird, der die Japaner (zunächst mal) für wilde Barbaren hält, während mir das Buch eigentlich genau den umgekehrten Eindruck vermittelt hat - der Engländer und seine Kumpel sind in den Augen der Japaner eher kulturlose Primitivlinge... naja, das klang ja in "Last Samurai" auch an grins
25.01.04 18:24
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SethsRefugium


Beiträge: 71
Beitrag #32
RE: Last Samurai - ラスト・サムライ
Also ich wollte auch mal gerade loswerden, dass ich total begeistert bin von dem Film.
Dieser Film hat es auch fertig gebracht mich so dermaßen für Japan zu interessieren, dass ich vielleicht nächstes Jahr mal eine kleine Reise machen werde.

フロリアン カステル furorian kasuteru
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SethsRefugium
27.01.04 18:54
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sacha


Beiträge: 237
Beitrag #33
RE: Last Samurai - ラスト・サムライ
Ich habe mir den Film aus dem Internet heruntergezogen, weil ich vom Trailer sehr fasziniert war, und ihn umbedingt sehen wollte.

Ich fand den Film nicht sehr gut, weil er ein sehr verklärtes Bild einer japanischen Epoche gibt, die es so nicht gab. und auch nur über einen Teil der japanischen Bevölkerung spricht.

Wir sollen ja nicht vergessen, dass wir hier am Beginn der Meiji-Era stehen, in der die Privilegien einer Kaster, nämlich der Samurais abgeschafft wurden, um Platz zu machen für einen demokratischen Staat. Es wurde den Samurais verboten die Schwerter zu tragen und die Haare mussten sie sich auch schneiden. Und hier sehen wir eine letzte Bastion die für Ihre Vormachtsstellung kämpft. Die Samurais haben in dem Dord ja nicht als Bauern gearbeitet, sondern haben sich in der Schwertkunst gewidmet.

Wie sehr ich die Samurais auch faszinierend finde, und das Buch von Clavell "Shogun" eines meiner Lieblingsbücher ist, so bin ich doch realist genug auch die andere Seite zu sehen. In den 250 Jahren seit der sengokujidai (Zeit der Kriege) die mit der Schalcht bei Sekigahara ihr Ende fand hat sich die ganze Kriegerkaste sehr korrumpiert.

Das 'Japan' dass man ihm Film findet, existiert wirklich nur noch im Film (der übrigens in Neuseeland gedreht wurde) und die Wirklichkeit Heute ist eine ganz andere.

Gruss
Sacha

Schweizer sollen ja keinen Humor haben. Das finde ich aber nicht lustig....
08.02.04 14:52
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X7Hell


Beiträge: 671
Beitrag #34
RE: Last Samurai - ラスト・サムライ
@sacha
Zitat:Ich habe mir den Film aus dem Internet heruntergezogen, weil ich vom Trailer sehr fasziniert war, und ihn umbedingt sehen wollte.

Dann hättest du dir ihn im Kino ansehen sollen. grr
Dein kritischer Kommentar ist durchaus angebracht, aber teilweise ähnlich verallgemeinernd und einseitig wie der Film selbst auch.
Ich persönlich fand die erste Hilfe des Films sehr gelungen, und bei weitem nicht so unrealistisch wie viele meinen. In der zweiten Hälfte wurde der Film dann aber doch zu schwarz-weiß-zeichnend und pathetisch. Schade eigentlich.
Mit der nötigen kritischen Distanz betrachtet, war es aber immer noch ein gelungener Action-Film.
08.02.04 15:10
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Murasaki Shikibu


Beiträge: 3
Beitrag #35
RE: Last Samurai - ラスト・サムライ
Nun kommen wir mal zu meinem ersten Beitrag. Ich hoffe, dass er keine tendenziellen Strömungen für meine nächsten aufweist ...

Wie's scheint, hat der Film ja doch etliche Bewunderer, so dass ich mir vielleicht Mühe geben sollte, Kritik möglichst zurückhaltend anzubringen.

Das Positive zuerst: Er ist gut fotografiert. Dagegen kann man sicherlich nichts sagen. Was die prophezeiten Oskars betrifft, könnte ich mir auch maximal in dieser Kategorie vorstellen, dass minimale Hoffnungen bestehen. Was die schauspielerischen Leistungen betrifft, finde ich das Niveau dann doch eher Videothekenkonform. Meines Erachtens nach, sind die Charaktere sehr flach gezeichnet und scheinen eher benötigtes Beiwerk, da man wohl doch keinen Kurzfilm machen wollte. Der Film ist mit einem zweifelhaften Pathos überfrachtet, dass weder heute besonders benötigt wird (auch nicht um Japaner an ihre Vergangenheit zu erinnern) noch in den zeitgeschichtlichen Rahmen passt, und auch nirgendwo erklärt wird. Für jemanden, der sich weniger mit japanischer Geschichte und insbesondere der Meiji-Restauration auskennt, werden die Ursachen der Konflikte weder angesprochen noch dieselben in irgendeiner Form aufgelöst - was allerdings dazu führt, dass Aktion an Aktion gereiht bleibt, ohne Verbindung. (Man könnte im Konflikt Samurai - Kaiser genausogut eine nuancenverschobene, aber doch angelehnte Robin Hood - Richard Löwenherz Geschichte sehen. by the way - kennt irgendjemand "Der Kaiser und sein Attentäter" über Shin Shi Huang Di? Da sieht eine fiktive Geschichte, in der Vergangenheit angesiedelt, irgendwie schlüssiger aus.). Der Film erscheint mir einfach zu zweidimensional nach den alten "Western- oder Gangster-Spielregeln" aufgebaut - gut gegen böse, schwarz und weiss, kurzer Spannungsaufbau und Gemetzel, gut gewinnt am Ende auf jeden Fall und kriegt auch noch die Dorfschönheit. Cut. Im Kasten.
Beim Verlassen des Kinos hatte ich das merkwürdige Gefühl, dass der Regisseur ein blutiges, ehrtriefendes und archaisches Gemetzel in seinem Kopf herumspuken hatte und den Rest des Filmes einfach drumherumgebaut hat, um diese Szene zu verwirklichen. Täusche ich mich?

Ich habe diesen Film vor drei Wochen gesehen und kann mich an Details (ausser den Overkill am Ende) an fast nichts mehr erinnern. Habe ich den Film nicht verstanden, und wenn ja, warum nicht?

Danke für die Hilfe.
Murasaki Shikibu
09.02.04 22:30
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Anonymer User
Unregistriert

 
Beitrag #36
RE: Last Samurai - ラスト・サムライ
@Murasaki Shikibu

Besser hätte ich es nicht formulieren können... ganz meine Meinung.
Mir gehts mit dem Film übrigens genauso, dass ich ihn vor ca. 2 Wochen gesehen habe und mich an keine Details mehr erinnern kann. Als mich mal letztens jemand fragte wie ich diesen Film eigentlich fände, konnte ich eigentlich nur mit "ein bisschen langweilig..." antworten.
11.02.04 19:29
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SethsRefugium


Beiträge: 71
Beitrag #37
RE: Last Samurai - ラスト・サムライ
Ich kann garnicht verstehen, warum ihr den Film nicht so toll findet, ich kann mich an etliche kleine Details noch erinnern. Also bei mir hat der Film einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wenn ich zurück denke werde ich immer sagen, diese Musik, diese Bilder, diese Atmosphäre, gigantisch.

Aber jeder hat ja seine eigene Meinung und so will ich keinen dazu zwingen, den Film gut zu finden. Vielleicht ist es auch ein Unterschied, ob man Japaner (oder allgemein Asiat) ist oder nicht. Als Asiat hat man glaube ich einen ganz anderen Draht zu solchen Filmen.

Mich hat die Kultur auch einfach extrem fasziniert.
Und ich fand den Film nicht eine Sekunde langweilig.

So, das wollte ich noch sagen.

@Murasaki Shikibu
Den Film "Der Kaiser und sein Attentäter" kenn ich noch nicht, ich weiß nur, dass es im Prinzip die gleiche Geschichte wie bei "Hero" sein soll. Den hab ich gerade heute nochmal gesehen (hab ihn mir nämlich auf DVD gekauft). Zu dem kann ich nur sagen, dass er einfach absolut einzigartig ist. So etwas hab ich bisher noch nicht gesehen. Die farbliche Gestaltung der Kostüme und der Schauplätze, die Effekte, extrem oscarverdächtig.

フロリアン カステル furorian kasuteru
alias
SethsRefugium
12.02.04 00:01
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Koorineko


Beiträge: 913
Beitrag #38
RE: Last Samurai - ラスト・サムライ
Ich glaube dass sich einige verirrt haben:

Das Haus in dem ihr ward heisst "Kino" und nicht "Historisches Museum" !!!
Seid ihr wirklich von der Sorte die jeden Kinofilm auseinanderreissen, gierig darauf warten dass irgendeine Szene unlogisch ist???
Historischer Hintergrund und erfundene Geschichte. Na und?
Ist das der erste Film wo es so ist? bestimmt nicht!!!

"Von Winde verweht" war auch erfunden, pathetisch und bunt. Keiner hat gefragt, wie historisch die Details sind!!!
Weil der Film einfach schön war!!!

Und "Last Samurai" war auch schön, so wie "Ying Xiong" (Hero), denn auch der wahr unlogisch und historisch (oh je!!!) bestimmt total falsch.

Einfach einmal das nächste Mal das Geschichtsbuch zuhause lassen und mit dem Herzen ins Kino gehen und den Verstand ruhig einmal in den 1. Gang zurückschalten. ^^;;

Ja, Mr. Refugium. Auch ich fand den Film keine Sekunde lang langweilig!!! grins



Zitat:Mich hat die Kultur auch einfach extrem fasziniert.
Und ich fand den Film nicht eine Sekunde langweilig.

So, das wollte ich noch sagen.
12.02.04 03:27
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Murasaki Shikibu


Beiträge: 3
Beitrag #39
RE: Last Samurai - ラスト・サムライ
@Koorineko

Du hast sicherlich gelesen, warum ich den Film für mich als Durchschnitt einstufe - die Story ist mir einfach zu flach, genauso wie die Zeichnung der einzelnen Charaktere. Das hat in erster Linie mal nichts mit der korrekten geschichtlichen Darstellung zu tun. Ein Spielfilm ist per se immer Fiktion, das habe ich schon begriffen - allerdings bringt der erwähnte "Hero" oder "Der Kaiser und sein Attentäter" die Kraft auf, um den Kern herum eine Geschichte zu erzählen, die entweder berührt, oder aber zumindest fesselt. Das geht mir bei "Last Samurai" etwas ab. (Apropos "Hero" - das ist eine verfilmte Legende, die sich um Personen vor 2200 Jahren rankt. Da bestand schätzungsweise vom Anspruch der Regisseure her, von vorn herein ein Unterschied. Und auch bei "Der Kaiser und sein Attentäter" handelt es ich bei den Hauptfiguren, Schauplätzen und Grundgerüst um existente Fakten, ohne dass es nötig war, die Story durch allerhand Firlefanz aufzupeppen.)

Was die "Detail- und Geschichtskritik" am Ende trotzdem berechtigt erscheinen lässt, sind die Postings und Meinungen von begeisterten "Last Samurai"-Sehern, die möglicherweise auf diesem Film ihr Japanbild aufbauen. Sollte in solchen Fällen nicht ein vorsichtiges "Achtung! Film kann zu einem etwas verzerrten Geschichtsverständnis führen!" angebracht sein. Jemand, der sich aus Passion mit Japan beschäftigt, sollte vielleicht auch ein Interesse an den Fakten dahinter haben. Oder nicht?

Murasaki Shikibu
12.02.04 10:46
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SethsRefugium


Beiträge: 71
Beitrag #40
RE: Last Samurai - ラスト・サムライ
@Koorineko
Recht so! Genau mit der Einstellung seh ich mir Filme an - mit dem Herzen. Endlich mal einer, der mich versteht. Man muss soetwas wie Regen durch sich hindurch fließen lassen.

Wenn ich mir jeden Film so kritisch betrachten würde, würde es doch keinen Spaß mehr machen. Was jetzt nicht heißen soll, dass ich keinen Standpunkt bei Filmen einnehme. Ich kritisiere auch Filme. Ich hab sogar meine hochheiligen "Herr der Ringe"-Verfilmungen kritisiert. Aber vielleicht denke ich auch etwas anders in der Hinsicht, denn ich bin ein sehr toleranter Mensch mit viel Geduld und Ruhe. Vielleicht sehe ich über manche Sachen hinweg und denk mir einfach, "und wenn schon, mag die Story vielleicht partiell von der Wirklichkeit abweichen oder manchmal ein wenig aufgebläht sein, dennoch ist sie wunderschön geschrieben".

Was die Charaktere anbetrifft finde ich, dass gerade die Hauptcharaktere sehr gut beschrieben sind, vor allem Nathan Algren (Tom Cruise). Ein Mann, der bei dem Völkermord (Indianer) hautnah dabei war und grausamen Befehle seines Generals befolgen musste. Wie dieser Mann sich, um die Bilder zu vergessen, dem Alkohol hingab. Sehr schön finde ich dann die Wendung, wo er bei Katsumoto (Ken Watanabe) quasi langsam in die Wirklichkeit geholt wird und seine Bilder vergessen kann. Außerdem sind es nicht sehr viele Charaktere, die ausführlich beschrieben werden müssten. Die Samurai finde ich auch sehr gut beschrieben, denn soweit ich weiß, waren diese nicht offen, da sie nicht zu viel von sich und ihrer Persönlichkeit preisgeben wollten. Damit sie keine verwundbare Stelle aufwiesen.
Und auch der Simon Graham (Timothy Spall), der am Anfang Nathan Algren in Japan begrüßt, wird auch sehr schön dargestellt, obwohl er eine gar nicht so große Rolle hat.

Wenn ich sagen müsste, welche Stelle mir am besten gefallen hat, so würde ich sagen, viele, doch eine fand ich besonders schön Komponiert. Das war die Stelle, wo Nathan von Taka in die Rüstung von ihrem Mann eingekleidet wird und sie um ihn herum geht, um seine Kleidung zu richten. An der Stelle ist es wie, als wenn die Musik den Bilder ein Liebesgeständnis machen würde. Man hört quasi das Herzklopfen. Und dann, bei der Stelle wo sie sich küssen, hält die Musik inne, um den Moment nicht zu zerstören - sagenhaft.

Soviel dazu.

フロリアン カステル furorian kasuteru
alias
SethsRefugium
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.02.04 12:00 von SethsRefugium.)
12.02.04 11:51
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Last Samurai - ラスト・サムライ
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