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Nach Japan auswandern? Japanischer Staatsbürger werden?
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Shino
Ex-Mod

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Beitrag #21
RE: Nach Japan auswandern? Japanischer Staatsbürger werden?
(03.01.12 20:35)KISU schrieb:  Die Leute haben nunmal träume, fühlen sich hier unwohl,unverstanden, gelangweilt,perspektivenlos.

(04.01.12 08:47)irgendwer schrieb:  Wieso reagieren manche so hart auf solch Gefasel? Ganz einfach, wer es in Deutschland nicht schafft, der schafft es in Japan erst recht nicht.
So sieht´s aus, irgendwer. Das war auch mein erster Gedanke, als ich den Beitrag von KISU gelesen habe.

Einen Traum zu haben und ihn zu verwirklichen heißt genau das: Die Augen nicht vor der Wirklichkeit zu verschließen, sich den tatsächlichen Gegebenheiten zu stellen, sich im Vorfeld über die möglichen Probleme klar zu werden, sich über die tatsächliche Umsetzung des Vorhabens Gedanken zu machen und einen Plan aufzustellen, mit welchem man es auch tatsächlich erreichen kann. Das Leben in Japan hat so gut wie nichts mit dem zu tun, was die Menschen hierzulande im Allgemeinen darunter verstehen. Und andersherum ist es in Deutschland nicht so schlecht, wenn man mal genau hinsieht.

Natürlich gibt es auch Beispiele von Auswanderern, die einfach so in ein anderes Land gezogen sind - z. B. weil sie ihrer großen Liebe nachfolgen wollten - und bei denen es dann auch geklappt hat. Aber wenn man dann genauer hinsieht, gab es in diesem Fällen oft einige vorteilhafte bis glückliche Umstände, die zum Erfolg beigetragen haben. Es gibt aber auch genug Beispiele (wahrscheinlich viel mehr sogar), bei denen das so nicht funktioniert hat. Ich bin in Japan auch einigen von denen begegnet und alle hatten eines gemeinsam: Sie führen ein hartes, arbeitsreiches und entbehrungsreiches Leben. Aber sie leben in Japan.

Und so ganz nebenbei: Weshalb nur suchen sich Leute (es tut mir leid, aber auch das fällt auf), die es nicht geschafft haben, die deutsche Sprache und deren Rechtschreibung wenigstens einigermaßen zu beherrschen, gerade ein Land aus, in welchem man zusätzlich zu einer exotischen Fremdsprache auch noch ein recht kompliziertes Schriftsystem erlernen muss, dessen Aneignung ein hohes Maß an Disziplin, Lernbereitschaft und Zeitaufwand erfordert?

Warum wir so antworten, liegt an den Beiträgen selbst: Vollgespickt mit Rechtschreibfehlern und dürftigen Formulierungen werden Klischees vertreten und Japan als das gelobte Land dargestellt, in das man gerne auswandern möchte, weil hier in Deutschland ja alles so schlecht sei (umgekehrtes Klischee: Hier ist alles schlecht, dort ist alles gut). Kaum ein Beitrag, in welchem sich jemand im Vorfeld schon einmal intensiv mit der Thematik des Auswanderns im Allgemeinen und nach Japan im Besonderen auseinandergesetzt hätte und hier im Forum einige ernsthafte Fragen stellt, die er sonst nirgends erhalten konnte und über die man hier genauso ernsthaft diskutieren könnte. Stattdessen werden wir angegriffen, weil die Leute sich aus ihren Luftschlössern geworfen fühlen...

(03.01.12 20:35)KISU schrieb:  ich finde es immer wieder sehr schade das hier Menschen die Interesse an das auswandern haben,schnellstmöglich der Wind aus den Segeln genommen wird. -Warum- ? Weil Ihr denkt dem fragesteller geht es hier soviel besser als in Japan ? Soo.. ?
Ja, ich denke tatsächlich, dass vieles in Deutschland auch gerne in den Dreck geredet wird. Auch wenn Deutschland so seine Probleme hat und hier auch einiges verbesserungswürdig ist, geht es uns in Deutschland allgemein noch recht gut. Das kann nicht der Grund sein, dieses schöne Land zu verlassen. Wer das so sieht, verschließt die Augen vor der Realität und ist irgendwelchen Klischees aufgesessen - und er sollte sich besser ein anderes Land als gerade Japan aussuchen.

Ein Land verlassen zu wollen, kann verschiedene Gründe haben. Ich kann mich gerade an keinen Auswanderer-Beitrag erinnern, der außer Allgemeinplätzen eine klare Aussage dazu getroffen hätte, warum er überhaupt "weg" oder "hier abhauen" will und weshalb die beanstandeten Dinge im Wunschland besser wären. Ich vermute, die meisten wissen selbst nicht genau, warum sie Deutschland überhaupt verlassen wollen. Das eigene Versagen reicht m. E. als Grund für mich nicht aus. Wer hier "unwohl, unverstanden, gelangweilt (und) perspektivenlos" fühlt, dem wird es im Ausland bzw. in Japan wahrscheinlich genauso ergehen.

(03.01.12 20:35)KISU schrieb:  Weil da die Miete in Ballungszentren teurer sind als bei uns ? Weil das Bier teurer ist und dazu noch mies schmeckt ? Du längere arbeitszeiten hast wie hier , und Krankmachen ist schon überhaupt nicht drin ?
Da sind schon einige der Klischees:
Ich bezahle in meinem kleinen Ort nicht viel weniger für ein Bier (5+ Euro für 1/2 Liter), als ich es in Tokio auch bezahlt hatte (600 - 700 Yen). Leider hat sich das Verhältnis in letzter Zeit zu unserem Ungunsten stark verändert (100 Yen = 1 Euro - letztens war der Euro sogar nur noch 99 Yen wert...).

Und wer sagt eigentlich, dass japanisches Bier mies schmeckt? Hast du mal verschiedene probiert? Ich trinke, z. B. Yebisu sehr gern. Aber es gibt außer den Japan-typischen Getränken, wie z. B. Sake und Shōchū, auch weitere gute Biere und Spirituosen in Japan (du solltest mal einen schönen, alten Suntory-Malt-Whisky probieren...), sogar einige einheimische Weine (die ich allerdings noch nicht probiert habe).

Was die Arbeitszeiten angeht...nun, auch das sollte man differenziert betrachten. Da gibt es übrigens tatsächlich etwas, das sich in den letzten Jahren in Deutschland zum Nachteil entwickelt hat und dazu führt, dass immer mehr Menschen in Deutschland unter dem Burnout-Syndrom leiden. Ich selbst kenne einige von ihnen. Mehrarbeit gibt´s also hüben wie drüben und wer in Deutschland in den Ballungszentren wohnt, zahlt auch hohe Mieten, nimmt lange Fahrtzeiten in Kauf und muss ggf. zu Stoßzeiten in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit und wieder nach Hause fahren. Was die übrigen Zeiten angeht, wie z. B. Urlaub, Feiertage, Krankheiten etc. pp. so ist das ein eigenes Thema für sich, das sich genauso wenig mit dem Klischee "hier ist es toll, dort ist es schwierig" abhandeln lässt.

Und so schlecht steht Japan diesbezüglich im internationalen Vergleich gar nicht da. Hier wie dort gibt´s Jobs unter bescheidenen Arbeitsbedingungen, schlechter Entlohnung und weiteren Nachteilen. Und wenn du dem Land bzw. der Wirtschaft nichts weiter zu bieten hast, als deinen Wunsch, dort leben zu wollen, dann wirst du dich wahrscheinlich eher in den Jobs unter bescheideneren Bedingungen wiederfinden (wenn überhaupt).

(03.01.12 20:35)KISU schrieb:  Egal welcher Grund einen zum abhauen hier treibt, bitte respektiert das doch erstmal, und haut nicht nur mit "Knallharten Fakten" um euch, wie es "vielleicht" euch passiert ist,oder was Ihr von anderen gehört oder auch nur gelesen habt.Das muss nicht JEDEN passieren, und das muss nicht JEDEN stören!
Mal abgesehen davon, dass du mit deinem "vielleicht" unterstellst, dass hier einige einfach nur aus Jux und Dollerei irgendwelche Dinge behaupten: Was möchte denn jemand, der in einem solchen Forum Fragen zu diesem Thema stellt? Im besten Fall - und ich gehe davon aus - möchte er Aussagen von Leuten haben, die den Schritt schon unternommen haben und hören, mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatten, damit er sich besser darauf vorbereiten kann oder einfach mal eine andere Meinung zu hören, die Dinge unter einem anderen Aspekt betrachten zu können.

Was würde es bringen, wenn jemand schriebe, er würde "nun endlich im Land der Samurai und Geishas leben, hätte einen tollen Job, eine liebende Japanerin an seiner Seite, wunderbare Kinder und dass seine Träume in Erfüllung gegangen wären" und dass es sich lohnen würde, diesen Schritt unbedingt zu tun? Nein, die Realität sieht anders aus und ist sehr individuell - womit ich wieder zu meiner eingangs erwähnten These über das Verwirklichen von Träumen komme.

(03.01.12 20:35)KISU schrieb:  Das muss nicht JEDEN passieren, und das muss nicht JEDEN stören!

Ich lese mir so Oft ich sie finde auswanderungsberichte - Blogs, gerade über/aus Japan Stundenlang durch,halte aber alles was ich lese zu mindestens 90% für eine reine Subjektive Erfahrung oder Meinung.
Nein, nicht jedem muss es schlecht ergehen, aber auch nicht jedem glückt das Auswandern! Wohl dem, der gut vorbereitet ist. Wenn du 2x im Jahr einen jeweils 1-monatigen Urlaub in Japan machen kannst, zusätzlich zu Leben, Wohnung, Familie (?), Auto, Versicherungen, Freizeit etc. pp., dann kann ich dich zu deinem Job und deinem Verdienst nur beglückwünschen und frage mich, warum du überhaupt auswandern möchtest?

Aber sei´s, wie es sei: Keiner will hier irgendjemanden von irgendetwas abbringen. Jeder soll tun, was ihm beliebt. Aber wenn die Beitragschreiber keine (subjektiven) Antworten auf ihre Beiträge haben wollen bzw. nur das lesen möchten, was sie eh schon denken, dann frage ich mich, wozu sie überhaupt Fragen zu dem Thema stellen?

Sorry, vielleicht etwas scharf formuliert, aber das hatte sich schon länger angestaut...

人生に迷うときもあるけど笑っていれば大丈夫
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.01.12 15:10 von Shino.)
04.01.12 12:51
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nomin


Beiträge: 134
Beitrag #22
RE: Nach Japan auswandern? Japanischer Staatsbürger werden?
Also ich muss sagen, dass ich mir die Beiträge der Auswanderungswilligen immer sehr gern durchlese - allein der Unterhaltung wegen. hoho
In den seltensten Fällen sind das Beiträge, in denen der Schreiber differenziert auf die Vor- und Nachteile einer Auswanderung nach Japan eingeht, sondern in Japan einfach nur das gelobte Land sieht, wo Milch und Honig (und meistens noch die Belehrung durch einen Meister) fließen. Da kann ich nur sagen - wandere dahin aus und werde glücklich!
Aber komm nicht heulend und zähneklappernd zurück und berichte, wie hässlich, unfreundlich und ekelhaft doch dieses Land sei. Bevor mir einer nun vorwirft, ich würde verallgemeinern - ich kenne persönlich einen Fall, in dem es genau so ablief, wie von mir beschrieben.

Ich kenne beide Seiten ein bisschen und wage zu behaupten, dass D zum Leben nicht das schlechtere Land ist.
04.01.12 15:03
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Shino
Ex-Mod

Beiträge: 2.330
Beitrag #23
RE: Nach Japan auswandern? Japanischer Staatsbürger werden?
Hier mal ein Beitrag, der in diese Richtung geht...

Thread-Wenn-nichts-so-richtig-klappt

人生に迷うときもあるけど笑っていれば大丈夫
04.01.12 15:16
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KISU


Beiträge: 3
Beitrag #24
RE: Nach Japan auswandern? Japanischer Staatsbürger werden?
Hallo, Danke für eure zahlreichen , und gerade dir Shino für deinen sehr ausführlichen und zeitraubenden kommentar.Ich werd später noch was dazu schreiben.

Aber guckt mal was ich hier gefunden habe. Konnte ich selber kaum glauben.Japan nach einer HSBC Bank Studie als Auswanderungsland auf Platz 1 !! ??
Aber lest selbst unter -

http://reisen.t-online.de/kein-heimweh-i...9160/index
11.01.12 18:28
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Cara


Beiträge: 31
Beitrag #25
RE: Nach Japan auswandern? Japanischer Staatsbürger werden?
Da steht nichts über die Nationalität der Befragten.
11.01.12 19:06
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WedgeAntilles


Beiträge: 104
Beitrag #26
RE: Nach Japan auswandern? Japanischer Staatsbürger werden?
Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. hoho
T-Online beruft sich wohl auf diese Daten: http://www.expatexplorer.hsbc.com/#/countries
Da steht Japan bei mir aber "nur" auf Platz 10 von 31 (lässt man mal den Quatsch wie Swimming Pool und Yacht weg, ist es Platz 7). Allerdings kann man das ganze extrem verschieben, je nachdem welche Einstellungen man da wählt. Für die Aussagekraft fehlen imo aber viele wichtige Daten zu den Befragten (Ausbildung, Sprachkenntnisse, überhaupt mal die Anzahl der Befragten pro Land (3500 Befragte kann ja auch 3470 UK-Einwanderer bedeuten),...). Deutschland schneidet z. B. quasi nur schlechter ab als Japan, weil der Einkommens-Score so schlecht ist. Da würde mich mal interessieren, wie das zustande kommt. Wäre ja denkbar, dass es sich bei den Leuten, die nach Deutschland ausgewandert sind, beispielsweise um nicht/schlecht Ausgebildete handelt, die hier nur schlecht bezahlte Tätigkeiten ausüben, während die Japanauswanderer alles Direktoren sind.
Beim Erlernen der Sprache steht Japan da übrigens auf dem letzten Platz...
11.01.12 19:20
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Horuslv6


Beiträge: 1.829
Beitrag #27
RE: Nach Japan auswandern? Japanischer Staatsbürger werden?
Die Statistik ist ziemlich genial, wenn man einige Länder vergleicht. Es ergeben sich einige interessante Daten, wie z.b. besonders für mich: "Learning local language: DE vs CH" zeigt tatsächlich das Problem der verwendung des Schweizerdeutschen als "inoffizielle" und "unlernbare", aber als "Zwangsprache" des Altags. Ist für Ausländer immer schwer.
Abgesehen davon, dass diese Datensammlung offenbar nicht darauf abzielt, besonderes wissenschaftlich unangefochten zu sein, sind die gemessenen Faktoren eher subjektive und wichtige für eben Auswanderer. Ich würde der Statistik allerdings auch nicht trauen.
12.01.12 18:08
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RinShimaoka
Gast

 
Beitrag #28
RE: Nach Japan auswandern? Japanischer Staatsbürger werden?
@ global mind

Man sieht dass du keine Frau bist und noch keinerlei Erfahrungen in der Hinsicht gemacht hast. Ich aber schon und darum steigere ich mich in das Thema vielleicht etwas mehr rein, das kann schon sein.

Ich habe auch keine Lust mit dir lange zu diskutieren weil du ja scheinbar sowieso alles weißt ^^ Muss dir also nichts erklären.

Und zum Thema Rassismus: Menschschen können sich wehren und sich selber helfen, oder es zumindest versuchen. Tiere nicht.

Und wenn du die Reportage gesehen hast, dass ich gepostet habe, dann siehst du auch wie es um den "Auländerinnen-Fanatismus" mancher Japaner steht.

PS Die Wortwahl mancher Menschen (Bullshit?) lässt auf Intelligenz und Debattierfähigkeiten schließen.


*auf deren
25.01.12 02:36
Nach Japan auswandern? Japanischer Staatsbürger werden?
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