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Nationale Krankenversicherung - gibt es "Ergänzungen"?
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Kasu


Beiträge: 380
Beitrag #1
Nationale Krankenversicherung - gibt es "Ergänzungen"?
Also ich werde demnächst zwei Semester in Japan studieren und die japanische Uni verlangt von mir, dass ich in die Nationale Krankenversicherung eintrete.

Die übernimmt ja, wenn ich richtig informiert bin, 70% der anfallenden Behandlungskosten. 70% sind aber eben nur 70% und nicht 100...
Klar, das ist wahrscheinlich einfach "Verwöhntheit", weil gesetzliche Krankenversicherungen hier ja fast alles übernehmen, aber Ärzte sind ja meistens nicht gerade billig (und in Japan sind deren Tarife doch sicher noch höher als hier...?) und ich habe wirklich Angst, dass ich im Falle einer Krankheit (krank werde ich zwar eigentlich selten, aber man weiß ja nie, wie ungewohnte Umgebung, anderes Klima etc. auf einen einwirken) plötzlich all mein Geld loswerde.

Daher meine Frage: gibt es eventuell Versicherungen, die die restlichen 30% übernehmen? Auslandskrankenversicherungen übernehmen ja meistens dann auch wieder alles und das wäre ja doppelt gemoppelt, da ich in die NHI von der japanischen Uni aus eintreten muss.
Kennt sich jemand aus?

Oder kosten japanische Ärzte doch so wenig, dass ich mir eigentlich keine Sorgen machen muss? Gibt es Tabellen für die durchschnittlichen Kosten im Netz?
06.07.11 17:23
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KV
Unregistriert

 
Beitrag #2
RE: Nationale Krankenversicherung - gibt es "Ergänzungen"?
Diese Versicherungen gibt es in Japan von (meist) auslaendischen Anbietern. Ich rate dir davon dringend ab. Die Bedingungen der meisten Anbieter sind mit extrem niedrigen Obergrenzen versehen. Das heisst die zahlen nur bis zu einem bestimmten Betrag (20万、50万 etc.).
Das steht in keinem Verhaeltnis zu den Praemien und hilft im Extremfall (1000万 aufwaerts) ziemlich wenig.

Allgemein sind Versicherungen in Japan keine Versicherungen, sondern extrem teuere Sparvertraege. Die meisten Produkte zahlen nicht mal in einer Extremsituation (mehrmals Krebs und einen Hirntumor bis zum Tod) die einbezahlten Beitraege zurueck, da im Kleingedruckten (fast immer) Hoechstbetrage stehen mit denen sich die Gesellschaften absichern.

Mein Tip: Nimm die gesetzliche Versicherung mit den 70% und zahl deine 30% beim Arzt. Je nach Laenge deines Aufenthalts und deinen Anschlussplaenen ist eventuell eine Anwartschaftsversicherung in Deutschland ratsam (falls noetig).

In einem Extremfall uebernimmt die Stadt einen Grossteil der 30%. Aber ich gehe mal davon aus, dass du in solch einem Fall ohnhin wieder das Europa zurueck kommst.
Unnötiges Komplett-Zitat des vorhergehenden Beitrages entfernt.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.07.11 11:27 von Shino.)
07.07.11 09:30
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.895
Beitrag #3
RE: Nationale Krankenversicherung - gibt es "Ergänzungen"?
Du könntest allerdings natürlich trotzdem noch in eine deutsche Auslandskrankenversicherung eintreten. Das wäre dann zwar doppelt gemoppelt, allerdings sind die oft ziemlich günstig für Austauschstudenten - gerade eben weil du ja, wie du selbst sagst, nicht oft krank wirst. Ich glaube, für die Versicherungen sind Austauschstudenten immer sehr willkommen, da die wahrscheinlich nur in den wenigsten Fällen wirklich das ganze in Anspruch nehmen.

Ich hatte meine Auslandskrankenversicherung für ca. 30€/Monat. Klar, das läppert sich dann bei einem Jahr auch wieder auf ca. 350€, aber wenn du beunruhigt wegen den 70% ist, wäre das vielleicht eine Alternative. Und die dt. Krankenversicherungen zahlen ja doch schon relativ problemlos. (Gut, bei mir war es nur Schweinegrippe und einmal schmerzhaftes Bein, da war es insgesamt nicht so teuer, aber das Geld habe ich ohne Probleme sofort wiederbekommen).
Da müsste man natürlich trotzdem mal gucken, wie dort die Obergrenzen sind.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
07.07.11 09:42
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KV
Unregistriert

 
Beitrag #4
RE: Nationale Krankenversicherung - gibt es "Ergänzungen"?
Lass die Krankenversicherung einfach weg. Die japanische Versicherung reicht vollkommen aus (fuer Japaner reicht sie jedenfalls).

Ich weiss, als Deutscher ist es schwierig sich der "German Angst" und dem Drang auch noch das letzte Lebensrisiko mit einer unnoetigen Versicherung abzudecken zu widersetzen, jedoch sollte man die Kirche im Dorf lassen und mal fuer ein Jahr das sozialisitsche Deutschland hinter sich lassen und Japan geniesen.

grins
09.07.11 09:07
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Kasu


Beiträge: 380
Beitrag #5
RE: Nationale Krankenversicherung - gibt es "Ergänzungen"?
KV: Ich denke nicht, dass meine persönliche Angst um mein Geld eine "German Angst" ist. (Als Vertreter der typischen German Angst würde ich momentan nichtmal nach Japan gehen, zumal es in meiner Familie diesbezüglich viel Geschrei und Entrüstung gab)
Wenn ich sehen würde, wie viel ärztliche Behandlungen in Japan so kosten (Es gibt doch sicherlich, ähnlich wie hier auch, Tariftabellen? Weiß jemand, ob man die einsehen kann?) und es gar nicht so viel wäre, wie ich momentan befürchte, wäre das auch schon ganz anders.
Momentan ist mene Befürchtung einfach die, dass ich mir mit einer Erkältung schon ein massives Loch in die Kasse reißen könnte. Und mit der im Hinterkopf würde ich wahrscheinlich in der ganzen Zeit in Japan nicht ein einziges Mal zum Arzt gehen, selbst wenn es mir richtig dreckig ginge. Wie gesagt, ich gehe wirklich nicht vom Extremfall aus, ich habe einfach nur Bedenken, durch den Auslandsaufenthalt, der ja ohnehin schon so billig nicht ist, mich bzw. meine Familie zu verschulden.
09.07.11 09:22
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Basti


Beiträge: 123
Beitrag #6
RE: Nationale Krankenversicherung - gibt es "Ergänzungen"?
Wenn du ne Erkältung hast wirst du nicht so viel bezahlen, wie du denkst. Mit der nationalen Krankenversicherung sind es sicherlich zwischen 1000 und 1500Yen mit Medizin zusammen. Falls du geröntgt werden musst sind dann etwa 500 bis 1000Yen mehr. Also das ist der 30% Anteil der nationalen Krankenversicherung. Preise die ich zahlen musste im Winter und als ich vor zwei Monaten ne Erkältung hatte die leider so nicht abklingen wollte und ich deswegen zum Arzt musste. Preise jedenfalls hier beim Arzt in Kumamoto-Stadt.
Was du bezahlst bei nem Bruch oder einem gesamten Durchcheck weiß ich nicht.

Doch wenn du nen Austauschjahr an einer Uni machst kann auch sein, dass du kostenlos beim Uniarzt bei Kleinigkeiten wie einer Erkältung behandelt werden kannst. Und dir bei Fragen wenn du kränkelst geholfen werden kann. Als ich an der Uni Kumamoto ein Jahr im Austausch war war das jedenfalls möglich, was ich bei nem lang anhaltenden Husten auch in Anspruch nahm.

Es ist nicht nur von der Uni Pflicht sondern auch von japanischen Gesetz her Pflicht geworden als Ausländer in die nationale Krankenversicherung einzutreten egal ob du für deine Absicherung eine Auslandskrankenversicherung besitzt oder nicht.

Wichtiger ist eher, dass du dir für dich passende Medikamente eher mitbringst falls du bspw. öfters Kopfschmerztabletten oder so benötigst. Hier sind die Inhaltsstoffe recht gering. Auch bei Medikamenten vom Arzt sind die nicht so stark wie in Deutschland.
09.07.11 15:15
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KV
Unregistriert

 
Beitrag #7
RE: Nationale Krankenversicherung - gibt es "Ergänzungen"?
@Kasu: grins Dein letzter Beitrag koennte im Woerterbuch als Beispiel fuer die "German Angst" stehen.

"Tariftabellen einsehen", "eine Erkaeltung koennte ein tiefes Loch in meine Finanzen reissen", "meine Famile muesste sich verschulden" etc.

Du gehst nach nach Japan ! Nicht nach Afrika auf Loewenjagd.

Die Betraege, die du beim Artzt in Japan zahlst sind laecherlich. Alles was extrem wird zahlt sowieso die Stadt.
10.07.11 02:05
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Shino
Ex-Mod

Beiträge: 2.330
Beitrag #8
RE: Nationale Krankenversicherung - gibt es "Ergänzungen"?
KV, das kann man auch anders sehen. Selbst in Deutschland machen einen normale Arztbesuche nicht arm, die Sätze teilweise sind lächerlich gering, daher müssen Internisten etc. so viele Patienten "durchziehen".

Was aber durchaus eine empfindliche Lücke in den Finanzteppich reißen kann, sind z. B. (Notfall-)Operationen, Krankenhausaufenthalte, Rücktransporte ins eigene Land etc. pp. Unfälle gibt´s übrigens überall. Und dagegen sichert man sich ab. Deiner Argumentation zu Folge dürftest du eigentlich auch in Deutschland keine Krankenversicherung bezahlen...ist das so? Wenn doch: "German Angst" zunge (und sage jetzt nicht, dass das nicht ginge...dann erkläre ich dir, wie das geht. Da kannst du viel Geld sparen.)

Nein, das hat nichts mit "German Angst" zu tun (ein meiner Meinung nach inzwischen überstrapazierter Begriff) sondern mit reiner Vernunft (Kasu schrieb ja auch, er wolle nicht seine Familie belasten). Und so teuer ist eine Auslandsversicherung nicht.

Und dein Argument, dass alles, was extrem wird, "sowieso" die Stadt bezahlt...wo steht das bitte? Dann wäre Japan ja diesbezüglich ein Schlaraffenland. Übrigens ist das in Deutschland ganz genauso, wenn eine Rechnung nicht beglichen werden kann. Nur ob "die Stadt" damit glücklich ist, das steht auf einem anderen Blatt; keinesfalls ist das die Regel. Letzendlich zahlt das der Steuerzahler und als solcher finde ich deine Ansicht...ähm...na ja, ich spare mich weitere Ausführungen. Außerdem: Ich würde gerne im Falle einer notwendigen Operation in Deutschland operiert werden, was einen Rücktransport notwendig macht - etwas, das durch eine gute Auslandskrankenversicherung abgedeckt wird.

Wie schnell so etwas gehen kann, hatte ich während eines Japan-Urlaubes selbst erleben müssen, als ich auf einem rutschigen Waldweg fast einen tiefen Abhang hinuntergestürzt wäre und mir dabei meinen Arm schwer angeschlagen hatte (es hat 3 Jahre gedauert, bis er wieder richtig und schmerzfrei funktionierte) oder ein anderes Mal, als sich bei einem Bauarbeiter, der im 2. Stock an der Außenmauer arbeitete, die Werkzeugtasche gelöst hatte und äußerst knapp hinter meinem Kopf (ich konnte den Luftzug noch spüren) hinunterkam und dann auf den Gehweg aufschlug...also erzähl mir nichts davon, dass Unfälle vollkommen unwahrscheinlich sind.

Letztendlich muss jeder selbst einschätzen, wieviel ihm der eventuelle Notfall wert ist. In deinem Fall nichts, du lässt diese Dinge lieber "die Stadt" bezahlen (sehr sozial, finde ich), andere sorgen halt vor. Dagegen ist nichts einzuwenden, finde ich.

人生に迷うときもあるけど笑っていれば大丈夫
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.07.11 09:20 von Shino.)
10.07.11 06:56
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tlnn


Beiträge: 169
Beitrag #9
RE: Nationale Krankenversicherung - gibt es "Ergänzungen"?
(10.07.11 02:05)KV schrieb:  Du gehst nach nach Japan ! Nicht nach Afrika auf Loewenjagd.

Die Betraege, die du beim Artzt in Japan zahlst sind laecherlich. Alles was extrem wird zahlt sowieso die Stadt.

Ja, dann nenn doch Orte, wo man die lächerlich tiefen Beiträge an den Arzt einsehen kann. Würde ohne Zweifel noch einige interessieren.

(06.07.11 17:23)Kasu schrieb:  Oder kosten japanische Ärzte doch so wenig, dass ich mir eigentlich keine Sorgen machen muss? Gibt es Tabellen für die durchschnittlichen Kosten im Netz?

Ein absolut normales Ansinnen, wenn man beschränkte Mittel zur Verfügung hat. Und von German Angst keine Spur.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.07.11 09:56 von tlnn.)
10.07.11 09:56
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shakkuri


Beiträge: 1.387
Beitrag #10
RE: Nationale Krankenversicherung - gibt es "Ergänzungen"?
Vielleicht können Shinobi oder Hyoubyou mal angeben, was die Angelegenheit damals gekostet hat und wie die finanzielle Abwicklung so über die Bühne ging? Fänd' ich durchaus mal interessant...

接吻万歳
10.07.11 10:55
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Nationale Krankenversicherung - gibt es "Ergänzungen"?
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