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Qualifikationen der VHS-Lehrer/innen
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taakefjell


Beiträge: 35
Beitrag #1
Qualifikationen der VHS-Lehrer/innen
Hallo erstmal!
Heute habe ich mich über die nächsten Volkshochschulkurse in Japanisch informiert, und bin auf 2 gestoßen, die sich zeitlich ausgehen würden, und auch garnicht so weit weg wären.
Was mich etwas stuzig gemacht hat war, dass der Vorname der Lehrer/Innen beide Male Japanisch war, und der Nachname ganz typisch deutsch.
Ich hab mir jetzt gedacht dass die eventuell hierher geheiratet haben, hier jetzt leben und weil sie halt Japanisch können, ihre Muttersprache "weitervermitteln", das Geld dafür ist sicher nicht schlecht.
Auch als ich das letzte mal einen Kurs dort besucht habe... Der Lehrer war ein Japanologie Student, Japanisch hat er wahnsinnig gut können, aber wie er es vermittelt hat war... naja (Jetzt wo ich ein Buch lese und mich ein wenig auskenne, hab ich verstanden was er damals zu erklären versuchte hoho ).

Welche Qualifikationen müssen VHS Lehrer also mitbringen? Magister Titel? Abgeschlossenes Studium in einem Fach?
Hat vielleicht schon jemand gute/schlechte Erfahrungen mit VHS Kursen? (Meiner war damals nur einige Wochen lang, zu wenige Teilnehmer)

Danke schonmal!
Gruß

Titel
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.01.05 17:17 von Nora.)
17.01.05 04:36
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Denkbär


Beiträge: 677
Beitrag #2
RE: Qualifikationen der VHS-Lehrer/innen
Soweit ich weiß, kann jeder sich erstmal bei der VHS als Kursleiter bewerben. Eine Freundin von mir ist Englisch-Kursleiterin. Sie hat zwar einen Magistertitel in Englisch, aber viel wichtiger bei der Bewerbung war, dass sie schon Nachhilfekurse gegeben hat und gut mit Leuten umgehen kann. Sie hätte die Leitung auch ohne Studium bekommen. Sie hat einen kurzen Lehrgang mit dem vorgegeben Lehrbuch erhalten und bei ihrem ersten Kurs jemanden an der Seite gehabt, der ihr half.

Wenn ein Kursleiter Japaner ist und Deutsch ausreichend beherrscht, wird der-/diejenige sicher mit Kusshand genommen, auch ohne Studium. Schließlich wird für den Kurs "Bienenzüchten leichtgemacht" jeder Bienenzüchter vor dem studierten Theoretiker vorgezogen.

(Diese Angaben erfolgen ohne Gewähr.)
17.01.05 15:30
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taakefjell


Beiträge: 35
Beitrag #3
RE: Qualifikationen der VHS-Lehrer/innen
Hmmm...
Im großen und ganzen: Ist VHS ihr Geld wert, oder eher nicht?
17.01.05 20:20
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Anonymer User
Unregistriert

 
Beitrag #4
RE: Qualifikationen der VHS-Lehrer/innen
:l0a_d1v: Beitrag von:"X2" Mit Bienenzüchtung kenne ich mich nicht so aus, aber generell hat Theorie-Kenntnis noch niemandem geschadet.
Ein deutscher Lehrer mit guten Japanischkenntnissen, kommunikativer Persönlichkeit, gutem Theoriewissen und didaktischen Fertigkeiten kann ein viel besserer Lehrer sein als eine Muttersprachlerin. Aber woher soll man das wissen?
Wichtige Fragen (außer Ausbildung) wären: Wie lange hat er/sie Lehrerfahrung, wie gefällt einem das gewählte Lehrbuch, wie bildet er/sie sich weiter, gefällt mit die Persönlichkeit, wie alt sind die anderen Teilnehmer und welche Motivation haben sie.
Bei größeren VHS kann man unter Alternativen wählen, aber auch dazu muss man erst mal einen Kurs gemacht haben.
Nur das steht meist nicht im Katalog. Da ist es schon leichter, die richtige Uni zu finden. Eine einfache Antwort gibt es leider nicht. Aber welche Alternativen hast Du sonst?
17.01.05 21:11
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CoriLo


Beiträge: 81
Beitrag #5
RE: Qualifikationen der VHS-Lehrer/innen
Wenn man überlegt, dass man nirgendwo sonst für so wenig Geld einen Sprachkurs bekommt, würde ich mal sagen: Ja, die VHS ist ihr Geld wert. Ob sie letztendlich "preiswert" oder nur "billig" ist, ist wie X2 schon sagte, vom Kursleiter abhängig. Mir persönlich hat die VHS eine Menge gebracht. Allein schon zu bedenken ist, dass ein Lehrbuch oder eine Lektions-CD deine Aussprache nicht korrigieren wird. Sich nur auf die VHS stützen ist aber wohl auch nicht das Wahre.
Gruss
CoriLo

Ich denke viel an die Zukunft, weil das der Ort ist, wo ich den Rest meines Lebens verbringen werde (Woody Allen)
17.01.05 21:22
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Nilyveth


Beiträge: 4
Beitrag #6
RE: Qualifikationen der VHS-Lehrer/innen
Meine Güte, dazu habe ich eine Anekdote beizusteuern o_O

Gerade heute habe ich mich über Kombinationsmöglichkeiten für einen Magisterstudiengang Japanologie informiert. Mein (kleinstädtischer) Studienberater hatte mir vor Monaten schon Deutsch als Fremdsprache - DaF schmackhaft gemacht, was eigentlich schon meine perfekte, bevorzugte Kombi ergab. Nun hab ich mich informiert über das was in DaF-Kreisen teilweise so abgeht und bin absolut geschockt.

In den Foren der Seite http://www.deutsch-als-fremdsprache.de tauschen sich DaF-Dozenten (also Leute *schon mit Abschlüssen*, nicht wie hier gößtenteils Studis/Studienanfänger) über ihre Erlebnisse aus, und, es mag sein das die da besonders schwarz malen, aber augenscheinlich ist es heutzutage keineswegs selbstverständlich, an einer VHS oder sonst einer Einrichtung in der Sprachkurse angeboten werden, einen <b>qualifizierten</b> Lehrer gewährleistet zu haben. Es gibt augenscheinlich keine Festlegung, die Personen dazu berechtigt bzw. ihnen verwehrt, eine Fremdsprache zu unterrichten (mal abgesehen von richtigen Schulen und, hoffentlich, Universitäten) - konkret auf das Beispiel DaF angewendet: der eigentliche Job der DaFler, Leuten aus dem Ausland Deutsch beizubringen, wird von VHS UND öffentlichen Bildungsträgern etc bevorzugt an unausgebildete "Billigkräfte" vergeben. *Wenn* ein DaFler eine Anstellung findet, dann bekommt er meist keinen festen Arbeitsvertrag. Damit auch kein geregeltes Einkommen, sondern nur ein "Honorar", und jetzt der Clou: diese studierten, gebildeten Leute arbeiten teilweise zu Stundensätzen von 5-8 Euro!!! (und das als Freiberufler, d.h. das Arbeitsamt und die BfA liegen dir ständig in den haaren und wollen Geld). Vergeich: bei uns im Kaufland gibts 6 Euro die Stunde für Regale einräumen.
Naja, für *den* Preis (oder ehr noch "günstiger") kann man natürlich auch gleich unstudierte von "nebenan" nehmen die die betreffende Sprache, aus welcher Quelle auch immer, beherrschen (besonders im Bezug auf den Deutschunterricht hierzulande scheint wohl jeder deutsche Muttersprachler geeignet zu - und kann! - unterrichten) oder eben, wie in Taakefjells Fall, Studenten, die meist keinerlei Erfahrung mit dem Unterrichten bzw es überhaupt nicht in ihrem Studiumsspektrum drin haben. Tja, daher kommen die Dumping-Preise. Und daran geht momentan augenscheinlich ein Berufszweig zugrunde.
Ein Hoch auf die deutsche Wirtschaft.

Also: das beste ist wahrscheinlich, vorher bei der VHS vorbei und sich den Lehrer anzuschauen, nachzufragen, was sind die Kompetenzen. Eine professionelle Ausbildung, also sowas wie ein Pädagokig- oder Lehramt-Studium kann man wahrscheinlich gar nicht erst erwarten, aber wenn man dann noch Leute vorgesetzt bekommt die von der Sprache selbst nicht wirklich Ahnung haben, sollte man sich das zweimal überlegen.
18.01.05 01:54
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taakefjell


Beiträge: 35
Beitrag #7
RE: Qualifikationen der VHS-Lehrer/innen
Natürlich, worauf es bei einem Lehrer ankommt ist mir klar, ob es der durchschnittliche VHS Lehrer hat, ist die Frage.
@ Nilyveth: Genau das. Sowas befürchte ich...

Am meisten würden jetzt Erfahrungsberichte helfen glaube ich. Einen positiven haben wir ja schon.
Noch besser wäre es, wenn vielleicht sogar jemand die VHS kennt, aber ich bezweifle dass es hier noch eine/n Wiener/in gibt :/
18.01.05 04:36
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komixx


Beiträge: 134
Beitrag #8
RE: Qualifikationen der VHS-Lehrer/innen
Also ich war auch in einem VHS-Kurs bei einer Muttersprachlerin. War auch ganz gut, aber hatte halt wirklich den "typischen VHS-Style"...also so wie ich es kennengelernt habe. Es ging nicht wirklich voran, wurde viel zwischendrin geredet, etc.

Wobei der Erfolg eines VHS-Kurses meiner Meinung genauso von den Schülern abhängt wie vom Lehrer selber. Das ist auch das Hauptproblem bei der VHS: Die Leute gehen mit absolut unterschiedlichen Erwartungen rein! Der eine will richtig loslegen, weil er unbedingt Japanisch lernen will, der andere verliert nach der 2. Stunde das Interesse und macht nicht mehr wirklich mit und wieder jemand anderes ist vielleicht einfach Rentner und freut sich außer Haus zu sein *g*

Was ich damit sagen will: Hängt viel von Dir selber ab! Sinnvoll find ich es allemal, gerade am Anfang um ein bissi Struktur reinzukriegen ins Lernen und so den Startschuss zu setzen.

Und zu guter Letzt kannst du es ja auch sicherlich so machen, dass du Dich anmeldest und Dir meinetwegen die erste Stunde anschaust und danach entscheidest ob du weitermachst. So war es jedenfalls bei mir!

Viel Spaß grins

..ooOOoo..ooOOoo..

mfg
komixx
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.01.05 12:41 von komixx.)
18.01.05 12:40
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taakefjell


Beiträge: 35
Beitrag #9
RE: Qualifikationen der VHS-Lehrer/innen
Okay, danke für deinen Beitrag grins
"Antesten" würde ich ja auch gern, ich glaub aber nicht dass das möglich ist... Bezahlen muss ich vor der ersten Stunde.

Schöne Grüße
18.01.05 13:23
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newbabe


Beiträge: 65
Beitrag #10
RE: Qualifikationen der VHS-Lehrer/innen
Ich habe auch schon diverse VHS-Kurse besucht. Die Kurse von Muttersprachlern, sprich JapanerInnen, waren zwar didaktisch nicht der Bringer und auch etwas langsam, aber man konnte wenigstens sicher sein, dass die Lehrer wissen, wie man richtig japanisch spricht.
Anders war es bei einem Vorbereitungskurs für der JLPT. Es waren nur 2 Termine, die von einer Deutschen gehalten worden sind. Dieser Kurs war sehr enttäuschend. Es ging um den Hörverständinsteil des JLPT. Das heisst, wir haben uns alte Kassetten angehört und dann die Aufgaben gemacht. Die Lehrerin hatte wohl auch keine Lösung und hat sich die Kassetten vorher immer selber angehört und die vermutlich richtige Lösung rausgeschreiben. Das Problem war, diese Lösungen waren zum Teil falsch. Das ist natürlich ziemlich ärgerlich, wenn man sich darauf verlässt, das richtig zu lernen.
Ausserdem hat sie immer "schto" gesagt für "hito". Ich habe dann mal einen Japaner gefragt, was denn "schto" heisse und er antwortete, dass sei Kindersprache für "hito". Die Lehrbücher sind sich dabei aber auch nicht einig, von daher wollte ich das nur mal anmerken.

Fazit: Es kommt wirklich immer auf den VHS-Kurs an, den Du erwischst: Auf den Lehrer, auf die Leute und auf das Lehrbuch. Aber ich denke, eins habe viele Kurse gemeinsam: sie sind eher darauf ausgelegt, neben der Arbeit zu lernen und das kann doch ein sehr langsames Tempo sein.
18.01.05 13:38
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Qualifikationen der VHS-Lehrer/innen
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