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Studium oder nicht Studium...
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Aveneer


Beiträge: 2
Beitrag #1
Studium oder nicht Studium...
Konnichiwa,

ich plage mich seit einiger Zeit mit dem Versuch, mein Studium endlich mal ein bischen zu systematisieren und weiß im Moment nicht wirklich weiter. Vielleicht habt ihr ja eine Idee! Die Ausgangssituation ist etwa wie folgt:

Ich studiere momentan im 1. Semester Philosophie (Magister-HF) und Modernes Japan (Magister-NF) in Düsseldorf. An beidem hab ich eigentlich viel Spaß, nur muß man sich ja schon eingestehen, daß man damit wohl eher auf eine Taxifahrerkarriere zusteuert (ohne den Taxifahrern zunahe treten zu wollen - die meisten machen einen ganz guten Job!). Deshalb überlege ich mir zur Zeit, mich umzuorientieren - Jura, Informatik oder Master-Studium von Philosophie und ner Naturwissenschaft stehen zur Zeit hoch im Kurs.

Mein Hauptproblem ist aber, daß ich Japanisch eigentlich nicht aufgeben will, weils mir viel Spaß macht und ich gern mal nach Japan gehen würde. Die Frage ist also: Kann man - wenn man etwa Jura studiert - noch genug japanisch nebenbei lernen, um Chancen auf ein Stipendium zu haben? Anders gefragt: Gibt es Kurse, die ähnlich intensiv wie die Japanisch-Kurse an der Uni sind, die eine Immatrikulation nicht explizit vorschreiben?

Meine Ideen verlaufen von diesen Semesterferien-Intensivkursen angefangen über "Kurse für alle Fakultäten" (weiß jemand, wie intensiv bzw. wenig intensiv die sind?) bis hin zu der Idee, einfach stur weiter die Sprachvorlesungen zu besuchen, ohne überhaupt für ModJap eingeschrieben zu sein. Soweit das eben aufgrund zu erwartener Kollisionen mit dem "normalen" Studium möglich ist.

Hat jemand einen Ratschlag, wie man das am besten angeht, immer einmal vorausgesetzt, daß ausreichend Motivation und Arbeitswille vorhanden ist? Ich möchte nämlich nicht nach 2 Semestern Japanisches Sprachstudium auf VHS Niveau zurückfallen, wo ich jedes Jahr mal eine neue Vokabel lerne.

Vielen Dank im Voraus grins

Jan
27.11.03 23:12
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Ulf


Beiträge: 29
Beitrag #2
RE: Studium oder nicht Studium...
Wenn du Japanisch "nur so" weitermachst, kann es passieren, dass dir früher oder später die Zeit dafür ausgeht. Eine Fächerkombination, bei der das fürs Studium anerkannt wird, wäre bestimmt die bessere Lösung. In Hamburg kann man zum Beispiel Informatik mit Japanologie als Nebenfach studieren.

Ich hatte das damals überlegt... Aber die 2000 Kanji haben mich dann doch abgeschreckt.
27.11.03 23:47
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Coovey


Beiträge: 164
Beitrag #3
RE: Studium oder nicht Studium...
Naja, du solltest aber immer daran denken, dir nichts aufzubrummen auf das du nach einiger Zeit eh die Lust verlieren wirst. Egal, ob Jura so gefragt ist oder nicht. Mit "Japanologie-Studium, aber was danach?" Fragen hab ich extra früh schon meine Professoren genervt, und die eine Ausage hat mir doch sehr geholfen, mich doch für ein Japanologie Studium zu entscheiden. Er erzählte mir, dass er mittlerweile seit 20 Jahren unterrichtet und keiner der Abgänger, die seit dieser Zeit ihren Abschluß gemacht haben, sind nach dem Studium arbeitslos geworden. Das ist alles nur eine Frage, wie flexibel du dich bei den Bewerbungen anstellst.

Ich denke, du solltest auch nicht mit Japanologie aufhören. Okey, ich stelle es mir sehr sehr hart vor, all dies gleichzeitig zu machen, aber sofern du nicht in in Eile bist dein Studium möglichst schnell abzuschließen, ist das durchaus machbar. Ich weiß zwar nicht, wie es bei dir in Düsseldorf ist, aber bei uns kannst du auch noch im Hauptstudium ein zweites Nebenfach oder eben ein zweites Hauptfach belegen und dann sind in der Regel die größten Sprachkurse durchgepaukt.

Also ich würde auf jeden Fall versuchen durchzuhalten. Wenns nicht klappt, kannst du eines der Fächer immer noch streichen, aber wenn du es nicht wenigstens versuchst, wirst du es vielleicht später bereuhen! zwinker Versuch einfach deine Lernzeit zu strecken indem du vielleicht die angeforderten Scheine in 6 Semestern statt den üblichen 4 oder 5 Semestern holst. (Versteht mich wer? Hab irgendwie das Gefühl ich würde wirres Zeug plaudern hoho '' )

Und wegen den Stipendium: Also das für den DAAD muss sowieso auf deutsch geschrieben werden, da solltest du nur deinem Professor nen hohen Check geben, damit er deine Sprachbeurteilung gut ausfallen lässt zunge und wenn das alles nichts hilft, geh auf eine Partneruni, die erlassen in der Regel die Studiengebühren und besorgen dir eine billige Bleibe - das hilft schon ungemein!
blablabla. Ich glaub, ich geh schlafen! hoho
28.11.03 04:06
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Aveneer


Beiträge: 2
Beitrag #4
RE: Studium oder nicht Studium...
Erstmal: Vielen Dank für die Antworten grins

Ein Informatik-Studium mit Japanologie zu verbinden ist sicherlich nicht schlecht; wieviel Zeit würde man denn mit Japanisch verbringen? Und wär der Info-Abschluß dann Diplom oder was anderes? Wenn ja wär das ja schonmal eine ganz gute Methode, um die Möglichkeit abzudecken, daß ich ne Nat-Wis studiere.
Sehr gelegen würde mir natürlich auch komme, falls es irgendeine Uni in Deutschland gäbe, an der man Jura (auf Staatsex, nicht dieser internationales Recht-Kram) und Japanologie studieren könnte. Da müsst ich mal googlen...

Die andere Möglichkeit bestünde ja darin, Japanischkurse für alle Fakultäten zu besuchen. Kennt sich jemand damit aus und weiß, ob die eher VHS oder eher Studiumniveau haben?

@Coovey:

Das Japanologie-Studium gefällt mir sicherlich gut, und vielleicht sind die Arbeitsmarktchancen auch gar nicht soo fürchterlich wie man hört. Allerdings glaube ich einfach, daß ich mein Interesse an Japanologie fürs erste auf die Sprache herunterschrauben kann. Sprich: Eigentlich möchte ich erstmal "nur" Japanisch lernen. Wenn man Japanologie studiert wird man sich aber zwangsläufig irgendwann auch mit anderen Dingen beschäftigen, etwa Kultur und Geschichte, also Dingen, die ich mir genausogut im privaten anlesen kann.
Letztenendes möchte ich also gar nicht so sehr Japanologie studieren. Was ich erstmal will ist Japanisch lernen, allerdings so intensiv und schnell, wies geht.

Mal Nebenbei: Wie groß ist der Kultur- und Geschichtskundeanteil an euren Hochschulen?

Die Idee, Japanisch als Nebenfach zu belegen, wär natürlich optimal. Das Prolem damit ist nur, daß ich mich so schlecht mit den Abschlüssen auskenne, daß ich schlicht und ergreifend nicht weiß, ob man - etwa im Falle von Informatik (Diplom) und Jura (Staatsexamen) - überhaupt Nebenfächer in deinem Sinne wählen kann, oder ob sich das nur auf Magister und Bacherlor/Master bezieht. Ulf meinte, mit Info gings; ob der Abschluß allerdings Dipl. ist hat er noch net gesagt.

Daß ich nicht mich jetzt nicht auf etwas einlassen sollte, das gute Arbeitsmarktchancen und ein ödes Studium verspricht, ist klar. Ich versuche für den Moment einfach mal, möglichst viele Optionen zu sammeln.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.11.03 11:56 von Aveneer.)
28.11.03 11:55
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Coovey


Beiträge: 164
Beitrag #5
RE: Studium oder nicht Studium...
Also ich studiere in Hamburg und bei uns ist die Japanologie im Hauptstudium fast nur auf Geschichte ausgelegt. Wirtschaft oder dergleichen wird eigentlich nur in Form von Proseminaren angeboten. Für viele wirkt das ziemlich abschreckend ("Ieh, Geschichte!") aber ich find's goil hoho Mit Wirtschaft kann man mich zudem auch jagen...
Soweit ich's aus meiner Japanologie kenne, gibt es viele, die nur das Grundstudium machen und danach aufhören. Zum einen eben, weil sie reißaus vor der Geschichte machen *g* zum anderem aber auch aus deinen Beweggründen.
Ich würde mir einfach mal einen deiner Professoren zur Brust nehmen und sie fragen, wie intensiv du mitmachen musst, bei uns zB gibt es einige Fälle, die Japanologie nur so nebenbei machen - Haupt und Nebenfächer sind andersweitig belegt - und unsere Sensei machen das auch mit.

Was Intensiv-Kurse angeht, so weiß ich, dass unser Professor, sowas auch hin und wieder macht. Der Spaß ist leider nicht ganz billig, für Studenten soll es alleine schon irgendwas zwischen 300 und 400 Euro kosten. Der Unterricht selber geht dann auch nur 2 oder 3 Wochen (weiß nicht mehr so genau) aber dafür knallhart. Jeden Tag - auch Wochenende - wird dann von morgends bis abends japanisch gepaukt. Wenn du damit dann fertig bist, hast du das Niveau eines Uni-Semesters. Soll recht gut funktionieren, auch wenn ich mir das schwer vorstellen kann O_o' ...
28.11.03 15:54
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Ma-kun
Administrator

Beiträge: 2.020
Beitrag #6
RE: Studium oder nicht Studium...
Ich habe am Japanzentrum der Uni München Japanisch für alle Fakultäten besucht. Das Niveau war durchaus das einer Universität. Interessant sind vor allem die Landeskundestunden, in denen man sehr viele nützliche Floskeln und Verhaltensweisen lernt. Es ist zwar so, daß es nur 4 Semesterwochesntunden (ohne Landeskunde) sind, aber da sich das Lernprogramm (früher zumidest) sehr stark an der Praxis orientiert hat, war es ein sehr niveauvoller Unterricht, der zu schenllen Erfolgen geführt hat. Ursprünglich wurde dieses Zentrum ja auch gegründet, um dieJapanologie zu öffnen und einige Japanologen haben das Angebot auch germe wahrgenommen, die höheren Kurse zu besuchen, um Japanisch sprechen zu können.
Leider ist man in letzter Zeit wieder zu einer sprachwissenschaftlichen Ausrichtung zurückgekehrt. Nicts gegen Sprachwissenschaftler, aber wenn ich eine solche Perspektive wünschte, würde ich gleich Japanologie studieren. Im Unterricht wird nun mit etwas mehr Fachbegriffen herumhantiert und etwas mehr Deutsch gesprochen.

Kurz und gut. Das Niveau wird wahrscheinlich auch bei Dir der einer Uni entsprechen. Ob die Sache etwas bringt, mußt Du aber selbst herausfinden. Das hängt von den Dozenten ab (die am Japanzentrum als Praktiker früher besser waren als die der Japanologie), von der Ausrichtung und natürlich auch vom Niveau der Mitstudenten. Du kannst Dich doch mal probehalber dieses Semster hineinsetzen (mit dem Dozenten abklären) und dann fürs nächste Semester entscheiden.
28.11.03 21:50
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lupan


Beiträge: 3
Beitrag #7
RE: Studium oder nicht Studium...
Von Bonn weiss ich,
japanisch wuerde 10 Wochenstunden bedeuten.
es ist eher sprachwissenschaftlich orientiert als
landeskundlich. Soweit ich weiss.
mit info oder einer anderen nat-wissenschaft kann
ich nur sagen, fuer ein stipendium wird es wahrscheinlich
nicht reichen. Es sei denn du bist ein absoluter Mathe-
crack, der den Matheanteil mit links schmeisst.
30.11.03 01:16
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Anonymer User
Unregistriert

 
Beitrag #8
RE: Studium oder nicht Studium...
Hallo Jan,
etwas spät, aber vielleicht liest du meine Antwort ja noch irgendwann.
Ich studiere BWL in Bayreuth und belege nebenbei einen Sprachkurs in Japanisch. In 2 Jahren sollen wir den Japanese Language Proficiency Test Stufe 1 ablegen. Falls dir das bei der Vorstellung, wie das Niveau so ist, hilft.
Bin noch ganz am Anfang (erst ein Semester Japanisch), deswegen kann ich noch nicht allzu viel dazu schreiben!

Lg
Johanna
17.01.04 01:12
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MIFFY


Beiträge: 601
Beitrag #9
RE: Studium oder nicht Studium...
@Johanna
Wow, nach 2 Jahren JLPT 1. Wieve Stunden die Woche habt ihr denn da Japanisch?
17.01.04 03:52
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Koorineko


Beiträge: 913
Beitrag #10
RE: Studium oder nicht Studium...
@Aveneer: Grundsätzlich weiss man nie ob in 5 oder 10 Jahren noch das gleiche "hoch im Kurs" steht wie heute! Die Trends sind doch immer schlechter langfristig auszumachen.
Auf der einen Seite ist es schon vernünftig, etwas "handfestes" zu lernen, auf der anderen sollte man schon das tun, was einem liegt und Spaß macht, schließlich wird man noch die nächsten 40 (oder 50? *g*) Jahre damit zu tun haben. Selbstverständlich mit permanenter Flexibilität im Job. zwinker
Als Kompromiss denke ich, daß sich Informatik, Jura (welch ein Spagat!) so wie andere "bodenständige" Studiengänge sich nicht schlecht anhört, doch mit einem "exotischen" Zusatzwissen kannst du dich immer im Fachbereich spezialisieren, eine Kernkompetenz aufbauen und einer von wenigen gefragten Spezialisten in einer Nische werden!
Engpasskonzentrierte Strategie nennt man dass. ^-^
17.01.04 05:47
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Studium oder nicht Studium...
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