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Wie beginnt man wirklich richtig?
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Kanoe


Beiträge: 1
Beitrag #1
Wie beginnt man wirklich richtig?
Guten Abend oder Morgen oder Mittag :D

Seit ca 5 Monaten lerne ich im schleppenden Tempo Japanisch im Selbststudium. Ich habe das schon vorher in der 9. Klasse mal angerissen, hab allerdings sehr früh wieder aufgehört, da ich zum einen damals etwas faul wahr, was lernen anging und die Schule hat mir zu viel Zeit geraubt. Da sich beides nun geändert hat, seit ich mein Fachabi mache, habe ich mich seit den Sommerferien wieder rangesetzt und gelernt. Leider mit nur wenigen Erfolgen.
Inzwischen habe ich mir ein Lehrnbuch dazu geholt (Japanisch Schritt für Schritt Band 1), mit dem ich besser zurecht komme als mit dem zusammengesammelten Lektionen. Gramatik wie auch Kana und teils Kanji sind verständlicher, dennoch frage ich mich ob das so der richtige Weg für den Beginn ist. Kana kann ich beide lesen (lesen nicht verstehen) und wenn ich Musik höre oder Filme, Anime oder TV Shows gucke verstehe ich manches Bruchstückhaft, was wohl eher daran liegt das ich seit dem ich 10 bin Anime mit Untertiteln gucke und J-Rock höre und man dann einfache häufig genutze Floskeln automatisch lernt.

Deswegen würde ich gerne andere fragen die die Sprache im Selbststudium gelernt haben, wenn auch nur am Anfang, wie sie begonnen haben und was geklappt hat und vorallem auch was garnicht geklappt hat. Außerdem wie kann man Konverstion üben ohne Partner? Oder Aussprache allgemein? Ich habe oft das Gefühl, dass ich das komplett falsch mache, obwohl ich in der Theorie alles verstanden habe.

Ich bedanke mich für alle Antworten :)

Liebe Grüße
Kanoe
06.11.16 23:52
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DigiFox


Beiträge: 174
Beitrag #2
RE: Wie beginnt man wirklich richtig?
Ganz alleine fand ich immer unmöglich, gerade wenn man in der Umgebung keine Freunde hat, mit denen man japanisch auch sprechen kann.

Ich hab eine Sprachschule in Göttingen einmal in der Woche im Privatunterricht besucht. Währendessen habe ich zu Hause massig Kanji und Vokabeln gelernt und Texte übersetzt.
Texte habe ich auch gelesen, aber das war noch alles sehr einfach und normal spricht so kein Japaner.
Lernbücher waren u.a. Grundkenntnisse Japanisch 1 und Grundkenntnisse Japanisch 2 aus dem Buske Verlag, was ziemlich anspruchsvoll war, gerade bei der Menge der Kanji.
Das hat mich aber umso mehr motiviert damals und habe viel gelernt.
Das habe ich ein Jahr oder zwei Jahre lang gemacht.

Danach war ich fast ein Jahr in Japan, habe erst eine Sprachschule besucht und hatte auch eine Gastfamilie, aber am Ende habe ich in einer Fabrik als einziger aus Europa gearbeitet.
Schwer fand ich damals halt den Dialekt in Gifu, was ich vorher in keinem Lehrbuch mal gelernt hatte bzw. lernen wollte.

Nachdem ich wieder in Deutschland war, habe ich mit meiner japanischen Freundin dann lange zusammen gewohnt, noch ab und zu Privatunterricht bei einer Japanerin besucht, was mir verglichen mit Göttingen damals aber nicht wirklich viel geholfen hat, weswegen ich doch alleine lerne.

Heute schaue ich japanisches Fernsehen und versuch neben der Arbeit noch viel zu lernen und zu wiederholen.

Was ich bereue....
Habe damals viele Vokabeln ohne einen Beispielsatz, also einfach nur die Übersetzung gelernt.
Auch Kanji immer im Zusammenhang lernen, also z.B. 到 und 倒 oder 喜 und 嬉

Gerade wenn man alleine lernt sollte man zuerst auch mal wissen, was für ein Lerntyp man ist http://www-de.scoyo.com/eltern/lernen/le...bestimmung
Wenn man dauernd alleine lernt, aber eher der kommunikative Lerntyp ist, dann dauert es unnötig länger.

Das einfachste ist es halt sich japanische Untertitel zu einer Serie oder auch Anime im Netz zu suchen, an dem man selbst Interesse findet, es schaun und dann versuchen alles zu verstehen und was man nich versteht halt zu lernen.
Auch Netlix bietet ein paar Serien mit japanischen Untertiteln an oder halt auch was aus Japan importieren, was aber teuer ist.
Es dauert, aber am Ende versteht man mehr und mehr und irgendwann auch mal alles.
07.11.16 12:52
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fuyubi


Beiträge: 78
Beitrag #3
RE: Wie beginnt man wirklich richtig?
Also ich habe auch im Selbststudium begonnen, hatte allerdings von Anfang an Kontakt zu Japanern. Ich weiß jetzt nicht, wo du wohnst, aber wie wäre es, wenn du dir einen Tandempartner suchst? Wenn du in der Nähe einer großen Stadt bist, sollte das kein Problem sein. Selbst manche kleineren Städte, wenn sie typische Austauschunis sind, haben immer Austauschstudenten da. Ansonsten bietet das Internet auch tolle Möglichkeiten, zB in sozialen Netzwerken gibt es Tandem- und Skype-Tandem-Gruppen, soweit ich weiß. Oder es gibt Websites und Apps, die sich auf Sprachaustausch spezialisiert haben, da müsste dir aber jemand anders weiterhelfen.

Ansonsten kann ich dir nur raten: probier alles Mögliche aus und halte dich an das, was dich weiterbringt. Wenn du merkst, dass du dich zu irgendeiner Methode zwingen musst und/oder sie macht dir gar keinen Spaß, lass es einfach sein. Das ist der große Vorteil am Selbststudium. Wenn du Freude an Anime hast, mach das zB weiter! grins
Ich könnte dir auflisten, was ich schon alles gemacht habe (zumindest was ich nicht schon vergessen habe kratz), aber da jeder da auch anders ist, hilft dir das evtl. gar nicht. Nur eine Sache: die Anmerkung von DigiFox

Zitat:Habe damals viele Vokabeln ohne einen Beispielsatz, also einfach nur die Übersetzung gelernt.
Auch Kanji immer im Zusammenhang lernen, also z.B. 到 und 倒 oder 喜 und 嬉

Das kann ich so nur unterschreiben. Zumal man viele japanische Wörter nicht adäquat übersetzen kann und einen Satzzusammenhang braucht, um sie zu verstehen.
08.11.16 19:55
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Colutea


Beiträge: 28
Beitrag #4
RE: Wie beginnt man wirklich richtig?
Ich lerne Japanisch seit fast einem Jahr im Selbststudium, hatte mittendrin aber auch ne Pause von zwei Monaten oder so (weil ich auf ein Buch gewartet habe).
Also der erste Schritt ist, lerne Kana. Aber das hast du sowieso schon gemacht. Anschließend suchst du dir ein gutes Textbuch, welches auch gerne auf Englisch sein kann. Ich hab mir die deutschen damals auch alle angeschaut, aber die waren jetzt nicht so das, was ich mir unter einem sehr guten Buch vorgestellt hab. Ich will die ja nicht schlecht reden - aber... irgendwie sind das mehr halbe als ganze Sachen. (No offense, arbeitet jemand damit gut, dann soll er das tun - für mich war das nichts).

Wenn du mit Englisch kein Problem hast (ich hatte nach 6 Jahren Schulenglisch am Gymnasium, ca. B1-B2 Level) mit Genki angefangen. Es gibt auch noch Minna no Nihongo (das es sogar auf Deutsch gibt), aber das ist laut meinen Recherchen schlechter fürs Selbststudium geeignet, da komplettes Buch auf japanisch, kompliziertere Erklärungen, etc. Kommt aber auch auf den Geschmack drauf an. Dann gibts noch Japanese for Busy People.. Das ist aber nur interessant, wenn man arbeitet und nicht zur Uni/Schule geht. Ich selber gehe in die zwölfte Klasse, bin deshalb noch Schüler und kann also ein Buch nehmen, welches auf diese Zielgruppe ausgerichtet ist, weil die Vokabeln u.U. für mich interessanter sind. So kam ich zu Genki. Ich habe die alte Edition günstig auf EBay bekommen und die Audio Files bei YouTube gefunden.

OHNE DIE AUDIO-FILES BIST DU AUFGESCHMISSEN IM SELBSTSTUDIUM! Ich bin auch kompletter Autodidakt und da ists sehr wichtig, dass du die Audio Files hast. Das schöne bei Genki: Ca. 85% der Übungen im Textbuch haben begleitende Audiofiles. Beispielsweise ist da die Übung lerne die Zahlen. Die CD liest dir die Angaben vor. Also z.B. ichi *piep* In diesem Piep-Ton musst du dann die Lösung reinsagen. Nach genug Zeit, aber nicht zu viel, wird dir die Lösung vorgesagt. Somit kannst du überprüfen, ob du das richtig gesagt hast. Tja, leider auch nur sehr subjektiv, aber ich hab die Erfahrung mit diversen Englischlehrern gemacht, dass die sich noch weniger um die Aussprache scheren und nur gravierendes korrigieren. Von dem her dürftest du als Autodidakt hier nicht soo den Nachteil haben. Das Problem sind die Tandemübungen. Ich mach sie z.Zt. alleine oder überspringe sie. Dadurch, dass ich das Workbook hab, ist das nicht so schlimm. Alternative: Such dir einen Tandempartner, der mit dir die Übungen machen kann. Muttersprachler über iTalki würd ich erst nehmen, wenn du wirklich schon Genki I+II MINDESTENS beendet hast - meine Erfahrung ist, wenn du wenig kannst, dann wirst du so 90% Deutsch reden und 10% Japanisch, von dem du nur die Hälfte verstehst. Deshalb wen suchen, der das gleiche Buch hat und in etwa gleich weit ist wie du. Wenn du ein bekanntes Buch hast, wie Genki, dann dürfte das leichter sein, als wenn du ein exotisches Textbuch hast. Workbook brauchst du übrigens auch unbedingt.

Soo... Ansonsten so schaut bei mir autodidaktisch lernen täglich mind. 1 Stunde lang aus:
- Memrise benutzen (ich lern damit alle meine Vokabeln. Der Vorteil: die nutzen so ein Karteikastensystem, d.h. sogar uralte Vokabeln werden abgefragt)
- Kanji Senpai 10 min (N5 Kurs. Kostet ca. 2,70€, nicht die Welt). Lernt dir die Kanji und auch das Schreiben dieser + Lesungen. Auch so ne Art Karteikastensystem, wobei du hier keine gezielten Kanji wiederholen kannst, was vllt. ein Nachteil sein KANN
- Genki
-> Wenn ich eine neue Lektion anfang: Text lesen. Mit der CD mitsprechen, selber lesen. Vokabeln hab ich dazu aber vorher schon mit memrise gelernt. Anschließend Vokabeln reinziehen im Buch, da ich vllt. bei memrise nur zufällig was richtig gehabt haben könnte und doppelt hält besser, right? hoho
- nächster Tag: 1 Grammatik pro Tag (also ein Punkt der Grammatik der Lektion) reinziehen. Mal zwei, mal sitz ich zwei Tage an ner Grammatik, kommt auf den Punkt drauf an. Anschließend mach ich die Übugen aus dem Text- und Workbook dazu
- ich mach solang mit der Grammatik weiter, bis ich die Übungen dazu fertig hab. Zum Schluss mach ich noch die Review-Exercises. Am Ende der Lektion lern ich die Kanji. Mag umstritten sein, aber da ich bei Kanji dreigleisig fahr (Genki + Workbook, Kanji Look & Learn + Workbook (das Workbook reicht, das Textbuch brauchst du nur, wenn du mit Mnemonic besser lernen kannnst9, Kanji Senpai) kenn ich die Kanji eh schon und mach dann die Übungen entsprechend dazu.
- wenn ich die Kanji fertig hab für die Lektion und auch die Review Exercises geht es weiter mit dem nächsten Text und das mach ich immer so weiter, bis zum Ende xD

Ich hab mir aber noch Shin Nihongo Mon 500 bestellt. Das ist eigentlich ein Buch zur Vorbereitung für JLPT N5-N4. Aaaber ich erhoffe mir daraus nach Beendigung von Genki 1+2 zu schauen, ob ich das was ich gelernt hab tatsächlich verstanden hab und wenn ich JLPT N5-N4 bestehen würde, dann denk ich, hab ich gute Taten geleistet. Ansonsten Grammatik in Genki weiderholen. Alternativ kann man auch in Tae Kims Grammar Guide nachschauen, aber der ist völlig anders strukturiert als Genki, also lieber zum Nachschlagen, aber nicht zum Lernen. Mit der oben beschriebenen Strategie schaff ich Japanisch neben der Schule (trotz anstehendem Abitur) zu lernen. Sollte ich mal keine Zeit für das Textbuch haben: Die Vokabeln wiederholen mach ich am Handy dennoch. Wenn ich Ferien hab, machc ich mehr pro Tag, aber mein Plan ist so ausgelegt, dass ich varriieren kann.

WICHTIG: Lerne wirklich jeden Tag. Wenn du es nicht tust, endest du in einem Teufelskreislauf. Solltest du weitere Fragen haben, dargst du dich gerne an mich wenden weg. Detaisl zu Genki oder Kanji-Look and Learn und den dazugehörigen Workbooks oder sonst was.
Aber das ist jetzt nur meine Methode, wie ICH lerne und wie es für MICH funktioniert. Ich lese gerne. Hab mir deshalb Japanese Graded Readers bestellt. Als Selbstmotivation. Aber wenn du lesen gar nicht magst, dann funktioniert das bei dir evtl. gar nicht. Es gibt Leute, die lernen mit Japanese Pod 101 allein vom Hören. Für mich ist das z.B. nichts, ich brauch Übungen. Der Schlüssel - probiere aus. Viele Bücher gibts gebraucht auf eBay und in Unibibliotheken. Für die Unibibliothek kann man sich einen Ausweis machen lassen, auch als Nichtstudent, normalerweise grins Viel Glück!
28.11.16 22:16
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