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jap. Kampfsport
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Smiling_Aiki


Beiträge: 82
Beitrag #1
jap. Kampfsport
Hallo, Liebe Mitglieder dieses Forums !

Übt eigentlich ausser mir noch jemand hier Japanischen Kampfsport aus (z.B. Aikido oder Jiu-Jitsu) und hat vielleicht schon mal in Japan trainiert oder sonst Lust, sich darüber auszutauschen ?
Gehört zwar nur am Rande unter "Japanische Sprache" aber eigentlich doch zur japanischen Kultur . . . und immerhin gibt es dort auch eine Menge Vokabeln zu lernen grins

Würde mich freuen, von Euch zu lesen !

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08.01.04 16:08
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Toji


Beiträge: 603
Beitrag #2
RE: jap. Kampfsport
Hallo Aiki

ich mache ein wenig Karate, allerdings einen seltenen Stil: Koryu-Uchinadi. Das ist ein System, das weniger auf das Sture lernen von Katas, sondern auf deren Anwendung mit Angriff und Verteidigung, Hebeln und Würfen am Partner zu tun hat. Immer orientiert auf Selbstverteidigung. Das leichteste und logischste System, dass ich bisher gesehen habe. Ausgedacht hat sich das ganze Patrick McCarthy, ein Neuseeländer. Seine Gemeinde ist recht klein, aber einer seiner Schüler ist Berliner, und der wiederum unterrichtet meine Lehrer hier in Potsdam. *gg*
08.01.04 18:54
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Smiling_Aiki


Beiträge: 82
Beitrag #3
RE: jap. Kampfsport
Hi, Toji !

Karate habe ich auch mal gemacht, aber nie wirklich lang genug, um weiter zu kommen.
Habe dreimal bei verschiedenen Trainern angefangen, und jedesmal bevor ich weit genug für Prüfungen etc. war, wurde der Kurs eingestellt oder ich bin umgezogen.
War aber jedesmal Shotokan.

Aber was Du schreibst über Hebel und Würfe hört sich an, als wäre es nah am Jiu-Jitsu ?
Ist bei Euch der Schwerpunkt mehr auf dem sportlichen Teil, oder befasst Ihr Euch auch mit Philosophie und Umfeld ?

Wie meinem Avatar-Kanji zu entnehmen ist, betreibe ich Aiki-Jitsu, das ist eine härtere Variante des Aikido. Und das beste ist, daß wir auch Techniken aus anderen Stilrichtungen sowie Waffen integrieren und großer Wert auf Harmonie der Bewegungen gelegt wird.

Seit wann betreibst Du Deinen Stil ?

mfG

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09.01.04 00:01
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Toji


Beiträge: 603
Beitrag #4
RE: jap. Kampfsport
Ich habe vorher Goju-Ryu und auch Shotokan gemacht. Und zu den Prüfungen muss ich sagen, dass ich zwar scharf auf Gürtel war, aber nach einigen besuchten Trainingsseminaren doch festgestellt habe, das das ganze ein kapitalistischer Affenzirkus ist, der mich im Erlernen der Technik, beim Trainieren von Körper und Geist also, nicht weiterbringt. Ich spare mir das Geld daher und laufe immernoch mit nem weißen Gürtel rum. Was ich jedoch nicht als Nachteil empfinde. Er hält den Gi genausogut zusammen wie alle anderen Farben.

Diesen Stil betreibe ich jetzt seit fast einem Jahr. Das Herzstück davon sind einige Drills, ich glaube es sind 13 an der Zahl, die allerdings sehr variabel sind. Sei verändern sich von Zeit zu Zeit und man ist frei, sich selbst auszudenken, wie sie effektiver oder an anderer Stelle anzuwenden sind. Man versucht in den Anwendungen dieser Drills vor allem, die Möglichkeiten des Angrefers möglichst schnell zu blockieren, seine Bewegungsfreiheit einzuschränken und ihn zu fixieren. Aber nicht nach dem Jûdo-Muster 'greifen, werfen, unten halten', sondern schon im stehen und während man sich beharkt. Dazu muss der andere einen angreifen, denn es handelt sich fast ausschließlich um Kontertechniken. Und es wird der Umgang mit Schlägen, Tritten, Stößen, Festhalten an Kleidung und Extremitäten etc. besprochen... also ist es auch sehr straßentauglich. Die Techniken sind sehr stark auf die Anatomie des Körpers abgestimmt. Man muss wissen wo welche Nerven sitzen, welche Hebel wie effektiv sind usw. und in welcher Situation man sie leicht anwenden kann. Viele Dinge sind auch einfach zur Irritation des Gegners, falls man feststeckt und sich befreien muss. Mir macht es jedenfalls sehr viel Spaß.

mfG

PS: Wenn mans genau nimmt, gehört der Gürtel auch nicht zum Karate. Der wurde ja erst im 20. Jhd. dazugedichtet, damit die Japaner wieder eine Hierarchie mehr hatten und es als Sport anerkannt war usw...
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.01.04 18:46 von Toji.)
09.01.04 18:41
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Smiling_Aiki


Beiträge: 82
Beitrag #5
RE: jap. Kampfsport
Das mit den Prüfunge sehe ich grundsätzlich ähnlich, aber irgendwann möchte ich selbst Sensei werden und einen schwarzen Gürtel tragen, und dafür sind die Kyu-Grade leider unerläßlich . . .

Übrigens habe ich gehört, daß es selbst "schwarze" Gürtel früher nicht gab. das waren einach weiße, die durch den ständigen Gebrauch und das Blut der Gegner irgendwann schwarz aussahen . . .

Zum Glück ist unser Sensei jetzt auf ein innovatives und in Japan verbreitets Prüfungssystem umgestiegen: der Prüfling weiß nämlich vorher gar nicht, daß er geprüft wird, sondern bekommt hinterher gesagt: übrigens, das war deine Prüfung, möchtest Du Urkunde und Gürtel ? (die kosten natürlich wieder, aber es geht)

Aber es würde mich mal interessieren, ob es bei Euch ein "Programm" mit Bezeichnung der Techniken gibt und wie Die bei Euch heißen. Hättest Du sowas als Datei zum mailen ?
Ich stelle nämlich manchmal fest, daß identische Techniken verschiedene Namen haben - wie kommt das wohl ? kratz

Ciao

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09.01.04 19:43
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Toji


Beiträge: 603
Beitrag #6
RE: jap. Kampfsport
Namen sind auch nur Geschmackssache. Ich weiss zum Beispiel einen seltsamen Unterschied zwischen Wado Ryu und Shotokan. Da werden 'uchi uke' und 'soto uke' nämlich genau umgekehrt bezeichnet. Die einen sagen 'uchi uke' weil er nach Innen geht und die anderen sagen zur gleichen Technik 'soto uke' weil er von Außen kommt. Der gleiche dreher bei der Technik die von Innen nach Außen geht.

Ne Datei mit allen Techniken usw. habe ich aber leider nicht. Müsste ich mal meinen Trainer fragen.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.01.04 00:10 von Toji.)
10.01.04 00:09
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Anonymer User
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Beitrag #7
RE: jap. Kampfsport
KYUDO
Der Weg mit dem Bogen.
Ich hab den 2. Dan ergattert, danach waren mir die Pruefungen zu materialistisch, also schiess ich einfach so. Ist ein DO, geht also das ganze Leben.
Macht im Forum noch jemand Bogenschiessen? Dann koennten wir einen neuen Thread aufmachen.
Gruss
Kyudo Ni-Dan
13.01.04 09:54
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Smiling_Aiki


Beiträge: 82
Beitrag #8
RE: jap. Kampfsport
Wo übst Du Deinen "Weg" aus ?
Grundsätzlich würde mich das auch mal reizen, aber leider habe ich einfach nicht die Zeit, es ausdauernd zu betreiben.
Manchmal hält einen der Zwang des Geldverdienens echt von den interessanten Dingen des Lebens ab . . . zwinker
Wie läuft bei Euch der Weg vom Anfanger zum Dan ab ?
Je besser ihr schießt, um so höher werdet Ihr graduiert ?
oder gibt es auch hier verschiedene Techniken, die man nach und nach beherrschen muß ?

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13.01.04 11:47
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Anonymer User
Unregistriert

 
Beitrag #9
RE: jap. Kampfsport
Kyudo
Es gibt einige unterschiedliche Schulen, insbesondere beim Hochheben des Bogens unterscheidet man die "senkrecht hoch" und die "seitlich hoch" Schulen. Siehe diese HP
http://www.kyudo.jp/main.html
fuer einiges mehr.
In den Hochschulen ist Kyudo meist nur ein Sport zum Treffen, es gibt erst mal KYU fuer Anfaenger, danach die DAN.
Fuer Erwachsene in einem Dojo geht es meist mit dem DAN los, der erste wenn man die Grundhaltung und das SAHO, also das Gehen, Stehen, Sitzen im Dojo gelernt hat. Beim zweigen Dan muss man schon einmal treffen. Beim Dritten DAN dann alle zwei schuesse. Nach dem 5. Dan kann man selbst Leherer werden, da muss aber die Haltung und alles Stimmen.
Das wichtigst beim Kyudo schien mir immer das SAHO, also der gute Benimm. Ich habe das nach der Ogasawara-Schule gelernt, ziemlich streng und am Anfang mehr Musleklater in den Beinen als in den Armen! Allein vom Sitzen zum Stehen, das 100 mal hintereinander, da zittern die Knie.
Ich habe in Kamakura am Hachiman-Shrein geuebt. Heute hab ich in meinem Garten einen "Makiwara", einen dicken Strohballen zum Ueben. Man steht nur eine Bogenlaenge davon entfernt, das Ueben ist nich wegen dem ZIELEN sondern wegen der inneren und ausseren Haltung.
Im Dojo ist der Abstand zum Ziel dann 28 Meter.
Man macht eigentlich immer nur das gleiche, eingeteilt in acht Schritte
一、足踏み(あしぶみ)
二、胴造り(どうづくり)
三、弓構え(ゆがまえ)
四、打起し(うちおこし)
五、引分け(ひきわけ)
六、会(かい)
七、離れ(はなれ)
八、残心(残身)(ざんしん)
Das Zanshin ist das schwierigste, weil man da nicht MOGELN kann. Einfach nur stehen nach dem Schuss, aber WIE!
Diese Acht Schritte beeinflussen dann auch das Alltagsleben, jedenfalls sagt mein Meister, Kyudo hoert nicht am Ausgang des Dojo auf, sondern da gehts eigentlich erst richtig los.
Wie man das in den Alltag integriert, als Lebensweg, das ist wichtiger als einen Dan haben oder nicht.
Jeder Schuss ist ein neuer Schuss, ohne vorher oder hinterher. Also eine festgefrorene Zeit, eine Ewigkeit, ein SCHUSS.
Kennst Du das Buch von Herrigel ZEN in der Kunst des Bogenschiessens? Das ist die Interpretation eines Europaers, aber ganz gut zur Einfuehrung. (Ich hab uebrigens einen Bogen von Herrigel an meiner Wand!)
Das wars erst mal. Muss Schneeschippen gehen.
NI=DAN
14.01.04 04:31
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MidareHimiko


Beiträge: 8
Beitrag #10
RE: jap. Kampfsport
hm..ich hab "nur" drei japanische Sportarten zur Auswahl (wobei ich nur eine davon machen dürfte wenn ich wollte):
Kendo(<--zu brutal und zu "Auf den Kopf schlagen fixiert)
Kyudo
Aikido (<--darf ich machen tut ja nicht weh)
Das "machen" dürfen bei mir liegt an meinem Vater. Er war einige Zeit Judomeister und hat ein paar Mal Aikido und Kendo gemacht. Kendo mag er nicht weil er glaub man kann das als Mädchen nicht machen.....(Eltern...*seufz*) Aikido findet er aber ganz toll.
Ich würde gern alles drei mal versuchen.
28.02.04 23:53
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jap. Kampfsport
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