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naranu
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Azumi


Beiträge: 434
Beitrag #1
naranu
Beispiele:
ままにならぬは浮き世の習い。
mama ni naranu ha ukiyo no narai.
思いのままにならぬ娑婆に生きて。
omoi no mama ni naranu shaba ni ikite.

Das "Verb" nara-nu (sollen müssen) sieht mir verwandt aus mit nara-nai.
Hat dieses Wort mit "nara" zu tun und wenn ja, woher stammt die Endung "nu" und was bedeutet sie?

熟能生巧
03.12.04 14:44
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Bitfresser


Beiträge: 1.702
Beitrag #2
RE: naranu
Zongoku hat mal einen <a href="http://www2.alc.co.jp/ejr/index.php?word_in=%82%C8%82%E7%82%CA&amp;word_in2=%82%A0%82%A2%82%A4%82%A6%82%A8&amp;word_in3=PVawEWi72JXCKoa0Je">schoenen Link[/url] gepostet. Das Woerterbuch soll angeblich 800.000 Eintraege haben. Vielleicht hilft es bei Deiner Frage weiter.</a>

If you have further questions ...
03.12.04 14:59
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tomijitsusei


Beiträge: 402
Beitrag #3
RE: naranu
Ich würde einfach sagen, -nu ist eine alte Form der Verneinung.
吠える犬は噛まぬ Hunde, die bellen, beißen nicht.

七転び八起き
03.12.04 15:03
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Ex-Mitglied (bikkuri)
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Beitrag #4
RE: naranu
"nu" ist die ugs. Variante im bungo von "zu", einer Negation. Seit der Muromachi-Zeit wurde in einigen Gegenden Japans auch das heutige "nai" verwendet. "nu" ist in diesem Fall an die Indefinitform (mizenkei) von "nari" angeschlossen.
Mit "müssen" hat das nichts zu tun.
03.12.04 15:54
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Anonymer User
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Beitrag #5
RE: naranu
:l0a_d1v: Beitrag von:"X1"
Zitat:"nu" ist die ugs. Variante im bungo von "zu",
Das ist keine Variante, sondern die Rentaikei (Adnominalform) des Hilfsverbs der Negation (shûshikei oder Satzschlussform zu), die hier der Nominalisierung dient, damit "mama ni naranu" (auch ohne ni gebräuchlich) mit wa markiert das ThemaSubjekt der folgenden Aussage "ukiyo no narai [nari]" werden kann.
03.12.04 19:33
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Anonymer User
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Beitrag #6
RE: naranu
:l0a_d1v: Beitrag von:"X1" Noch den Übersetzungsversuch dazu "Dass etwas nicht so kommt, wie es soll, ist halt so in unserer vergänglichen Welt"
03.12.04 19:36
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Beitrag #7
RE: naranu
Zitat:Das ist keine Variante, sondern die Rentaikei (Adnominalform) des Hilfsverbs der Negation (shûshikei oder Satzschlussform zu)

Ich habe "naranu" als isoliertes Wort betrachtet. "nu" ist auch als shûshikei einsetzbar und dann ist es eine Alternative zu "zu".
Im Zusammenhang mit dem Beispiel hast Du natürlich recht. "nu" ist die reguläre rentaikei von "zu".
03.12.04 21:37
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Anonymer User
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Beitrag #8
RE: naranu
:l0a_d1v: Beitrag von:"X1" Ich will keine Haarspalterei betreiben, aber 'nu' als eine "umgangssprachliche Variante [von 'zu'] in Bungo" gibt es (auch bei einem isolierten Wort) nicht und auch kein 'nu', das als shûshikei einsetzbar wäre. Was Du meinst, ist vielleicht eine Verwendung von 'nu' im modernen Japanischen (besonders West-Japanisch) auch am Satzschluss ("boku ni wa wakaran"), aber auch dann wird daraus keine shûshikei. Ferner kann 'nu' im Zshg. mit kakari-musubi am Satzschluss statt 'zu' stehen - aber wiederum als rentai-kei. Stimmt's?
04.12.04 01:33
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Beitrag #9
RE: naranu
Bei Lewin wird "nu" auch als shûshikei aufgeführt.
04.12.04 02:30
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Datenshi


Beiträge: 819
Beitrag #10
RE: naranu
@Azumi
Ein kurzer Blick in ein kokugo jiten wirkt da Wunder. Ich versteh nicht, warum kaum jemand das Angebot der vollkommen kostenfrei nutzbaren KJ wahrnimmt. (Links habe ich afair auch mal gepostet und andere Leute ebenfalls. Sollten also noch im Forum zu finden sein, ansonsten halt direkt suchen... dürfte auch nicht länger als 4-5 Sekunden dauern.)


Zu der nu/zu-Sache:
Das mit der "ugs. Variante" stimmt so nicht, wie X1 ja auch schon sagte, man braucht sich auch nur mal Texte aus dem KJ (=Klassisches Japanisch) anzusehen. Dort werden teils im selben Satz beide Negationen verwendet und das hat dort rein gar nichts mit "Umgangssprache ja/nein?" zu tun. Vielmehr wurde -An.u nur adnominal oder in nominalisierender Funktion gebraucht, wohingegen -Azu adverbal und finit verwendet wurde. Sollte der Gebrauch im KJ mal davon abweichen, hängt es meist mit Korrelationspartikeln, die eine adnominale Flexionsform verlangen (=zo z.B. zu sehen in …ただ有明の月残れ [HNIS, #81]), zusammen.

Zu beachten sind allerdings Klamotten wie =be.si, vor denen immer eine Form im Finiten Präsens (ich folge hier absichtlich der Rickmeyer-Terminologie aus seiner Einführung in das Klassische Japanisch um erst gar nicht dem Schwachsinn der Schulgrammatik zu verfallen; diese ist ja nicht in der Lage, derartiges zu sagen, nein, hier müssen je nach Flexionsklasse Unterscheidungen vorgenommen werden: "べし folgt der 連体形 von ラ変 und der 終止形 sonstiger Verben"... toll, oder?) stehen muß. Im konkreten Falle müßte es also V+An.u=be.si lauten, wobei das -u dann zwangsläufig dem Finiten Präsens und nicht dem Adnominalen Präsens entsprechen muß. Man sieht, das Suffixverb -An.u hat also durchaus neben der adnominalen Präsensform auch eine des finiten Präsens. Daher rührt dann wohl auch die Angabe von (ぬ) (also wirklich in Klammern) als 終止形 bei den "Flexions"-Angaben zu ず in 古語辞典 etc.

Aufpassen muß man allerdings, denn worüber redet ihr gerade? KJ? Bungo? Pseudo-Bungo der Neuzeit? Fürs KJ wäre z.B. der erste Satz ganz oben schlichtweg Nonstandard. Für neuere Sachen, die mittels Anlehnung an die Schriftsprache Niveau heucheln wollen, findet man -An.u auch durchaus in wirklich finiter Position, also am Satzschluß (also nicht nur vor =be.si oder so und auch nicht im Zusammenhang mit Korrelation).

Keine Ahnung, auf welche Zeit Lewin sich da bezieht, aber mit Einschränkungen (s.o.) würde dies fürs KJ ja auch stimmen, für neuere Pseudo-Schriftsprache sowieso.


@bikkuri
Hast du einen Beleg für deine Aussage mit der Muromachi-Zeit? Das erscheint mir doch etwas arg früh. Wäre interessant, sollte es wirklich so sein, aber ich bezweifle es ehrlich gesagt.
Wie dem auch sei, jedenfalls enthält selbst heutiges -Ana.i wie in ならない das o.g. Suffixverb -An.u. Aber darum gehts hier ja nicht, lassen wirs also.


Interessant übrigens, wie viele der 1000+ Mitglieder sich an solchen Threads hier beteiligen! Aber ich erspar mir mal den Rest, der noch in meinem Hinterkopf umherwabert...

種種求生剥逆剥阿離溝埋屎戸上通通婚馬婚牛婚鷄婚犬婚之罪類
04.12.04 13:16
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naranu
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