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JLPT 2012
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.897
Beitrag #141
RE: JLPT 2012
Ich bin ja stark der Meinung, dass der Japanaufenthalt überbewertet ist. Ich kenne so viele Leute, denen das nichts genützt hat.
Die meisten Leute können auch auf einem relativ sicheren Niveau Englisch, ohne jemals lange in Amerika oder England gewesen zu sein. Mit Japanisch klappt das meiner Meinung nach genau so gut. Lese- und Hörmaterialien bekommt man auch hier genügend.
Klar gibt es dann immer noch viele Lücken, das möchte ich nicht leugnen. Um ein richtig umfassendes Japanisch zu können, sollte man dort schon gewesen sein, und mal den Alltag mitgemacht haben. Allerdings sind das doch eher kleinere Sachen, die man dann schnell lernen kann, wenn man schon gut Japanisch kann.

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16.11.12 00:43
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Norojika


Beiträge: 311
Beitrag #142
RE: JLPT 2012
Wieviel der Japanaufenthalt bringt, das hängt sehr davon ab, was man daraus macht. Wenn man natürlich die ganze Zeit nur mit Leuten zu tun hat, mit denen man Englisch oder die Muttersprache spricht (sofern die zwei nicht ohnehin identisch sind), dann kann man's vergessen. Wenn man sich hingegen japanischsprachige Freunde sucht, eventuell bei einer japanischen Gastfamilie lebt, dann kann man da sehr, sehr viel rausholen. Mir jedenfalls hat es ordentlich was gebracht.
Der Unterschied zu Englisch ist der, dass man in Deutschland schon im Alltag mit Englisch konfrontiert wird: Man denke nur an die ganze Werbung. Und sei es falsches Englisch, der Klang ist da und ein Bild vor Augen ebenfalls. Das hat man mit Japanisch nicht.
16.11.12 00:51
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Kasu


Beiträge: 379
Beitrag #143
RE: JLPT 2012
(16.11.12 00:43)Hellstorm schrieb:  Ich bin ja stark der Meinung, dass der Japanaufenthalt überbewertet ist. Ich kenne so viele Leute, denen das nichts genützt hat.
Die meisten Leute können auch auf einem relativ sicheren Niveau Englisch, ohne jemals lange in Amerika oder England gewesen zu sein. Mit Japanisch klappt das meiner Meinung nach genau so gut. Lese- und Hörmaterialien bekommt man auch hier genügend.
Klar gibt es dann immer noch viele Lücken, das möchte ich nicht leugnen. Um ein richtig umfassendes Japanisch zu können, sollte man dort schon gewesen sein, und mal den Alltag mitgemacht haben. Allerdings sind das doch eher kleinere Sachen, die man dann schnell lernen kann, wenn man schon gut Japanisch kann.
Ich finde den Aufenthalt auch aus dem sprachlichen Grund jetzt nicht gerade völlig unabdingbar, vor allem nicht, wenn man in einer größeren Stadt lebt in der sich auch ein paar Japaner aufhalten und man Sprachtandem machen kann. Allerdings ist der kulturelle und Alltagsfaktormeiner Meinung nach schon sehr wichtig.

Die meisten Sprachen, die man von sich aus und freiwillig lernt (und so ist es bei Japanisch ja doch meist), lernt man im Normalfall ja doch auch, weil man sich für die zugehörige(n) Kultur(en) interessiert. Und in so einem Kontext finde ich es dann irgendwie schon schade, wenn jemand eine Sprache lernt und nie mal Zeit in einem der zugehörigen Länder verbringt.

Es stimmt aber, dass ein Auslandsaufenthalt sprachlich nicht zwingend etwas nützen muss. Bei mir war es so, dass mir das erste der zwei Semester in Japan wirklich sehr sehr viel gebracht hat, das zweite aber dann überhaupt nichts mehr, einfach wegen der Einstufung in die Sprachkurse an der Uni dort. Für so richtig tolles Slangjapanisch oder so hatte ich auch einfach zu wenig tiefergehenden Umgang mit Japanern im Privaten außerhalb von Nomikais, da lerne ich sogar jetzt in Deutschland zurück echt wesentlich mehr.
Im Rückblick würde ich aber generell auch einiges anders machen beim ganzen Aufenthalt an sich, ich glaube aber, dass ich schon auch eben genau diesen Aufenthalt gebraucht habe um das zu wissen.
Kulturell hat mir das Ganze aber schon viel gebracht und das auch nicht nur im Hinblick auf japanische Kultur.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.11.12 17:03 von Kasu.)
16.11.12 09:34
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Hachiko


Beiträge: 2.585
Beitrag #144
RE: JLPT 2012
Ich hätte einmal die Gelegenheit gehabt für 2 Jahre nach Japan zu gehen, was ich in allerletzter Sekunde abblasen mußte,
weil mir plötzlich das bereits zugesagte Stipendium verwehrt wurde.
Sehr gerne wäre ich bereit gewesen mich eingehend mit Land und Leuten zu befassen und die japanische Sprache
aus japanischem Munde zu hören und diese auf diesem Wege zu internalisieren.
Ich kenne da meist sehr junge Leute, meistens Austauschschüler, die diese Chance nicht zu nutzen wissen oder wollen,
weil sie sich in ihrer Freizeit doch lieber unter sich treffen und gerne zusammen feiern.
So komplizierte Sprachen wie Japanisch oder Chinesisch lernt man anfangs am besten im Mutterland, indem man Kontakt
zur einheimischen Bevölkerung pflegt, ich nenne hier z.B. den Gemüsehändler, den Manga-Shop-Besitzer, die kleine
Sushi-Bar an der Ecke.
Hierzulande zu Japanern Kontakt zu pflegen ist nicht so einfach, denn man kann sich Bekanntschaften oder gar
Freundschaften nicht erzwingen und die meisten davon leben sowieso nur in Grossstädten wie etwa Düsseldorf,
Köln oder München.
An den entsprechenden Fakultäten geht es meist hektisch und anonym zu, also auch wieder nichts. Und wer
wie ich in einer mittelgrossen Stadt wohnt, kann all dies vergessen.
Bücher, Anime, Mangas, Videos können hilfreich sein, führen aber niemals zum Ziel, diese Sprache/n gut zu
beherrschen.
16.11.12 10:36
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.897
Beitrag #145
RE: JLPT 2012
Gerade am Anfang ist es aber so, dass man mit wenigen Japanischkenntnissen fast nichts versteht, und deshalb auch nicht wirklich gut wird. Meiner Meinung nach ist der Effekt wesentlich besser, wenn man schon ein gutes Niveau hat, so dass man den Großteil der Konversationen (sagen wir mal 70-80%) ohne Probleme versteht. Dann kann man nämlich wirklich die Sachen in Angriff nehmen, die man durch Selbststudium schwer meistern kann.

Umgekehrt sind aber (natürlich immer vom Lerntyp abhängig) auch zuhause in Deutschland sehr weite Schritte möglich. Selbst wenn man etwas falsch lernt, kann man das nachher immer noch korrigieren (Es ist natürlich schwierig, aber möglich).
Deshalb denke ich, ist es effizienter, den Japanaufenthalt dafür zu nutzen, mögliche Fehler zu beseitigen, anstatt wirklich noch vor Ort massig Vokabeln lernen zu müssen, die man auch durch das Internet oder durch Bücher in Deutschland hätte lernen können.
Für die meisten Leute ist es ja wahrscheinlich so, dass es nur eine Möglichkeit gibt, längere Zeit in Japan zu bleiben, und ich finde, dafür sollte man sich schon ausreichend vorbereiten, um die Zeit bestmöglich nutzen zu können.

Ich hatte das Phänomen mit Chinesisch: Nach einem Jahr Sprachkurs nach Taiwan für ein Jahr gegangen, und dort zu Beginn nichts verstanden. Ich war dann ein Jahr damit beschäftigt, mein Chinesischniveau zu verbessern, so dass ich dann am Ende des Jahres dort war, wo ich gerne am Anfang gewesen wäre. Sehr vieles davon hätte ich aber ohne Probleme zuhause lernen können.

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16.11.12 10:45
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Narutoforever


Beiträge: 123
Beitrag #146
RE: JLPT 2012
Dass man eine Fremdstprache nur bzw. in erster Linie in dem entsprechenden Land lernt, ist eine Glaubensfrage, gerade in Zeiten, wo man Radio und Fernsehen in der betroffene Sprache nach Belieben hören kann. Bei 8 Stunden am Tag im dauerhaften Kontakt mit der Sprache, bist du so gut dabei, wie in dem Land, wobei dir die negativen Erlebnisse erspart bleiben. In meiner Sprachschule hatten wir bis 7 Stunden am Tag dauerhaft Unterricht in Deutsch. Nach 3-4 Monaten hat man angefangen, die Sprache aktiv zu nutzen. Nach einem Jahr waren alle so weit, dass sie den Unterricht in Deutsch folgen konnten, was auch Sinn der Sache war. Ich habe viele Studentenanwärter gesehen, die nach 1 Jahr Aufenthalt in Deutschland deutlich weniger konnten. Eigentlich kenne ich niemanden, der in einem Jahr in Deutschland so viel gelernt hat, wie die Kinder damals im Auslandgrins
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.11.12 14:19 von Narutoforever.)
16.11.12 13:51
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Hachiko


Beiträge: 2.585
Beitrag #147
RE: JLPT 2012
(16.11.12 13:51)Narutoforever schrieb:  Dass man eine Fremdstprache nur bzw. in erster Linie in dem entsprechenden Land lernt, ist eine Glaubensfrage, gerade in Zeiten, wo man Radio und Fernsehen in der betroffene Sprache nach Belieben hören kann. Bei 8 Stunden am Tag im dauerhaften Kontakt mit der Sprache, bist du so gut dabei, wie in dem Land, wobei dir die negativen Erlebnisse erspart bleiben. In meiner Sprachschule hatten wir bis 7 Stunden am Tag dauerhaft Unterricht in Deutsch. Nach 3-4 Monaten waren alle flüssig in der Sprache. Nach einem Jahr waren alle so weit, dass sie den Unterricht in Deutsch folgen konnten, was auch Sinn der Sache war. Ich habe viele Studentenanwärter gesehen, die nach 1 Jahr Aufenthalt in Deutschland deutlich weniger konnten. Eigentlich kenne ich niemanden, der in einem Jahr in Deutschland so viel gelernt hat, wie die Kinder damals im Auslandgrins

Also wenn du mir sagen kannst bzw. willst, auf welchem Sender, sei es Radio oder
Fernsehen, ich die japanische Sprache rund um die Uhr hören kann, dann schalte ich sofort ein und
lasse das Gerät ununterbrochen laufen.
Befürchte jedoch, dass man ausser dem koreanischen Arirang, aus den USA gesendet,
hierzulande nichts zu lauschen bekommt.
16.11.12 14:06
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Narutoforever


Beiträge: 123
Beitrag #148
RE: JLPT 2012
Du brauchst keinen Sender. Auf youtube gibt es genug Material. Alles, was du brauchst ist, eine bzw. mehrere Playlist erstellen, die dir gut gefällt, und diese als eine Schleife laufen lassen, Lieder, japanisches Fernsehen, alles, was dir gefällt. Ist mit einem kleinen Aufwand verbunden, aber es ist nicht so, dass die Japaner YT nicht kennen oder nicht nutzen.
16.11.12 14:24
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.897
Beitrag #149
RE: JLPT 2012
Naja, Youtube ist doch wunderbar.

Ich glaube auch nicht, dass es sinnvoll ist, einfach nur 7-8 Stunden zuzuhören. Lieber ein bis zwei Stunden konzentriert etwas machen. Ich bin bei Sprachen ziemlich stark der Meinung, dass konzentriertes lernen besser ist, als nur teilzunehmen. D.h. dass selbst wenn man zwei Jahre in Japan lebt, täglich nur Japanisch spricht und auch etwas schreibt, kann es sein, dass man nicht so viel lernt, wie jemand, der in Deutschland „nur“ zwei bis drei Stunden an seinem Schreibtisch gezielt Grammatik und Vokabeln lernt.

Wenn man sieben Stunden pro Tag Radio hört ist das vielleicht nicht so effektiv, als wenn man zwei Stunden richtig lernt. Und mit Youtube ist es doch wirklich so einfach geworden, japanische Fernsehsendungen zu hören. Das Material bei Youtube reicht doch für mehrere Jahre sieben Stunden täglich Japanisch zu hören. Man muss es sich nur selber zusammenstellen, das ist der einzige Nachteil.

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16.11.12 14:27
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Narutoforever


Beiträge: 123
Beitrag #150
RE: JLPT 2012
Tja, das sind die Welten, die aufeinander prallen. Das konzentrierte Lernen (Hellstrom als Anhänger) gegen Lernen durch Nichtlernen (Naruto als Anhänger), wobei man sogar beides kombinieren kann, also 30 min konzentriertes Lernen und 30 min Lernen durch Nichtlernen. Die Wege, die nach Rom führen können, mögen unendlich viele sein. Lernen durch Nichtlernen basiert auf dem Gedanken, dass eine Steigerung der Quantität immer zu einem qualitativen Sprung führt, also die gute alte Dialektik, aber das lassen wir besser bei Seite.
16.11.12 16:17
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JLPT 2012
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