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Japanologie-Studium
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cat


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Beitrag #11
RE: Japanologie Studium
Warum geht es eigentlich beim Japanologiestudium soviel um die Sprache? Sollte es da nicht eher um Kultur, Geschichte, Literaturwissenschaften gehen? Wir mir jemand erzählt, er fängt an Anglistik zu studieren ohne Englisch zu können oder jemals in einem englischsprachigen Land gewesen zu sein, wird der im besten Fall Kopfschütteln ernten. Ich glaube, bei vielen Sprachen sind gewisse Grundlagen sogar Voraussetzung zum Studienantritt - warum habe ich das Gefühl, dass viele Japanologie als akademischen VHS-Kurs verwenden?
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.05.13 11:12 von cat.)
20.05.13 11:06
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Horuslv6


Beiträge: 1.829
Beitrag #12
RE: Japanologie Studium
Leider besteht schon etwa um die Hälfte eines Japanologiestudiums (je nach Uni bestimmt aber auch vielleicht anders) daraus, die Sprache zu lernen. Ich denke, dass es sich dabei um den größten Block handelt.
20.05.13 12:05
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abc
Gast

 
Beitrag #13
RE: Japanologie Studium
Nur damit hier kein Missverständnis entsteht: Im Studium der Japanologie muss man genau so viele Scheine (Seminare mit Hausarbeiten) machen wie in jedem anderen geisteswissenschaftlichen Studium (also beispielsweise Anglistik oder Germanistik) auch. Die Sprachausbildung kommt zusätzlich hinzu. Selbiges gilt u.a. für Sinologen, Koranisten, Turkologen, Indologen, Finnougristen, Tebetologen.
20.05.13 22:49
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Kasu


Beiträge: 379
Beitrag #14
RE: Japanologie Studium
(20.05.13 10:10)Hellstorm schrieb:  Außerdem ist Japanisch mit Latex eine Qual, das geht in Word viel besser (wobei man in der Japanologie ja eh nur in Umschrift schreibt).
Dafür gibt es doch Packages, bzw. kann man auch statt LaTeX XeTeX verwenden und eine Schriftart für CJK definieren oder eine nehmen, die gleich alles hat. Noch einfacher geht es mit LyX, das benutze ich im Übrigen gerade für meine BA-Arbeit. Man spart sich meiner Meinung nach schon eine ganze Reihe Formatierung, weil man vieles eben nur einmal machen muss und nicht 1000mal.
Wobei ich auch mit OpenOffice ganz gut klar komme so an sich und da auch schon vieles geht. Generell habe ich bei LyX aber tatsächlich weniger Friemelei.
Allerdings gehöre ich wohl auch zu den 1% der Geisteswissenschaftler, die mit Computern umgehen können.

Mich wundert aber, dass du sagst, man schreibe in der Japanologie "nur in Umschrift" kratz Ich habe ehrlich gesagt noch nie eine (neuere, dass das vor 50 Jahren nicht Standard war, ist natürlich klar) japanologische Arbeit gesehen, in der gar keine japanische Schrift vorkam. Meist werden doch Namen oder Begriffe genannt, die auch originalsprachlich wiedergegeben werden oder auch etwas japanisches zitiert, oder japanischsprachige Quellen verwendet, etc.
20.05.13 23:00
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Reizouko


Beiträge: 634
Beitrag #15
RE: Japanologie Studium
(20.05.13 11:06)cat schrieb:  Warum geht es eigentlich beim Japanologiestudium soviel um die Sprache? Sollte es da nicht eher um Kultur, Geschichte, Literaturwissenschaften gehen? Wir mir jemand erzählt, er fängt an Anglistik zu studieren ohne Englisch zu können oder jemals in einem englischsprachigen Land gewesen zu sein, wird der im besten Fall Kopfschütteln ernten. Ich glaube, bei vielen Sprachen sind gewisse Grundlagen sogar Voraussetzung zum Studienantritt - warum habe ich das Gefühl, dass viele Japanologie als akademischen VHS-Kurs verwenden?

Eigentlich wollte ich mit meinem Post genau das ausdrücken. Nur irgendwie haben sich alle an dem Wort Hausarbeit aufgehängt und nicht gesehen, dass ich Hausarbeit stellvertretend für alles im Japanologiestudium genannt habe, das nicht japanische Sprache ist. Es unterscheidet sich natürlich von Uni zu Uni, aber es geht in der Regel im Japanologie Studium nicht so sehr um die Sprache wie viele meinen. Das ist vielleicht die ersten 2,3 Semester noch richtig, aber später hat man, je nach Uni, sehr wenig oder gar keinen Sprachunterricht mehr. Und wer meint japanisch lernen ist aufwendig (was ich nicht abstreiten will) der soll mal versuchen ernsthaft eine Hausarbeit zu schreiben.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.05.13 04:43 von Reizouko.)
21.05.13 04:42
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Woa de Lodela


Beiträge: 1.538
Beitrag #16
RE: Japanologie Studium
(20.05.13 22:49)abc schrieb:  Nur damit hier kein Missverständnis entsteht: Im Studium der Japanologie muss man genau so viele Scheine (Seminare mit Hausarbeiten) machen wie in jedem anderen geisteswissenschaftlichen Studium (also beispielsweise Anglistik oder Germanistik) auch. Die Sprachausbildung kommt zusätzlich hinzu.

Die Sprachkurse kommen nicht zusätzlich hinzu, sondern sind Teil des gesamten Studiums. Die Credit Points werden ja anhand des Arbeitsaufwands berechnet. Das mit den Seminaren und Hausarbeiten stimmt auch nicht unbedingt, es kommt auf den Standort und den Studienschwerpunkt an. Im Schwerpunkt Sprachwissenschaft schreibt man z.B. kaum Hausarbeiten.

In anderen fremdsprachlichen Philologien hat man übrigens auch Sprachkurse. Nicht so viele wie in der Japanologie, wo man eben sprachlich bei null anfängt, aber die sind auch Teil des Studiums. Die bestehen dann z.B. aus Grammatikübungen, Übersetzungsübungen und Übungen für mündliche Kommunikation.

Zitat:Tebetologen.

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cat schrieb:Warum geht es eigentlich beim Japanologiestudium soviel um die Sprache? Sollte es da nicht eher um Kultur, Geschichte, Literaturwissenschaften gehen? Wir mir jemand erzählt, er fängt an Anglistik zu studieren ohne Englisch zu können oder jemals in einem englischsprachigen Land gewesen zu sein, wird der im besten Fall Kopfschütteln ernten. Ich glaube, bei vielen Sprachen sind gewisse Grundlagen sogar Voraussetzung zum Studienantritt - warum habe ich das Gefühl, dass viele Japanologie als akademischen VHS-Kurs verwenden?

Schulsprachen hatte man eben schon in der Schule, und deshalb werden Kenntnisse vorausgesetzt. Allerdings ist dies nicht immer so, man kann an einigen Unis z.B. Romanistik auch ohne Vorkenntnisse studieren, muss dann allerdings 1-2 Semester Sprachkurse in der jeweiligen Sprache besuchen, um bestimmte (meist sprachpraktische) Veranstaltungen belegen zu dürfen. In verwandten Sprachen erreicht man das entsprechende Niveau jedoch viel schneller, in Sprachen wie Japanisch braucht man eben mehr Sprachausbildung.

Reizouko schrieb:Das ist vielleicht die ersten 2,3 Semester noch richtig, aber später hat man, je nach Uni, sehr wenig oder gar keinen Sprachunterricht mehr.

Normal sind es die ersten vier Semester durchgehend richtig viel (8-10 SWS), an einigen Unis danach auch noch (aber dann nur noch 4 SWS oder so). Es ist doch nur logisch, dass dann andere Dinge nicht gemacht werden können. Wie willst japanische Quellen lesen ohne Sprachkenntnisse?
21.05.13 05:28
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.898
Beitrag #17
RE: Japanologie Studium
(20.05.13 23:00)Kasu schrieb:  Dafür gibt es doch Packages, bzw. kann man auch statt LaTeX XeTeX verwenden und eine Schriftart für CJK definieren oder eine nehmen, die gleich alles hat. Noch einfacher geht es mit LyX, das benutze ich im Übrigen gerade für meine BA-Arbeit. Man spart sich meiner Meinung nach schon eine ganze Reihe Formatierung, weil man vieles eben nur einmal machen muss und nicht 1000mal.
Wobei ich auch mit OpenOffice ganz gut klar komme so an sich und da auch schon vieles geht. Generell habe ich bei LyX aber tatsächlich weniger Friemelei.
Allerdings gehöre ich wohl auch zu den 1% der Geisteswissenschaftler, die mit Computern umgehen können.

Naja, das ist aber alles immer noch ein totaler Hickhack. Klar geht das zu einem gewissen Maße, aber eher schlecht als recht.
Ich sage ja nicht, dass Latex nicht auch viele Vorteile bringt, aber es als Wunderlösung anzupreisen stimmt nicht. Man merkt dem Programm wirklich sein Alter an. Ich finde, Latex sollte zwar vom Prinzip her erhalten bleiben, aber mal komplett von Grund auf neu aufgebaut werden, und vor allem mal anständig durchdacht werden. Viele Sachen, die man heutzutage per Pakete integrieren muss, sollten direkt in Latex sein. Auch ein passender grafischer Editor für manche Fälle wäre sehr sinnvoll (z.B. dass Tabellen direkt grafisch gesetzt werden).

Zitat:Mich wundert aber, dass du sagst, man schreibe in der Japanologie "nur in Umschrift" kratz Ich habe ehrlich gesagt noch nie eine (neuere, dass das vor 50 Jahren nicht Standard war, ist natürlich klar) japanologische Arbeit gesehen, in der gar keine japanische Schrift vorkam. Meist werden doch Namen oder Begriffe genannt, die auch originalsprachlich wiedergegeben werden oder auch etwas japanisches zitiert, oder japanischsprachige Quellen verwendet, etc.

So wie ich das bis jetzt gesehen habe, ist fast in jedem Fall kursiv gesetztes Japanisch ausreichend. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie ich dazu stehen soll: Zum einen ist Japanisch schon bequem, allerdings sehen japanische Zeichen in einem deutschen Text unglaublich hässlich aus, und als halbwegs qualifizierter Mensch braucht man das ja eh nicht, sondern kann auch einfach die Umschrift lesen.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
21.05.13 11:09
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Kasu


Beiträge: 379
Beitrag #18
RE: Japanologie Studium
(21.05.13 11:09)Hellstorm schrieb:  So wie ich das bis jetzt gesehen habe, ist fast in jedem Fall kursiv gesetztes Japanisch ausreichend. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie ich dazu stehen soll: Zum einen ist Japanisch schon bequem, allerdings sehen japanische Zeichen in einem deutschen Text unglaublich hässlich aus, und als halbwegs qualifizierter Mensch braucht man das ja eh nicht, sondern kann auch einfach die Umschrift lesen.
Ich muss ganz ehrlich nochmal sagen, dass ich mich wirklich nicht erinnern kann, einen neueren Text ohne japanische Zeichen gesehen zu haben. Wobei es vielelicht auch von der Uni abhängig sein könnte...? Allerdings fällt mir auch kein neueres Buch oder Fachartikel ein, bei dem ich das gesehen hätte.
Bei uns ist es jedenfalls absolutes Muss, wichtige Begriffe auch in japanischen Zeichen anzugeben, es sei denn, es wäre wirklich technisch nicht möglich. Wer es nicht im Text drin haben möchte, kann es auch in eine Fußnote schreiben. Hässlich finde ich das aber eigentlich ganz und gar nicht, das fußt aber ohnehin sicher eher auf persönlichem Geschmack. Und gerade für qualifizierte Menschen sind doch genau die Kanji wichtig, wenn man an die vielen Homonyme denkt.
Ich musste auch vor kurzem im Praktikum Abschlussarbeiten (BA, MA, Dr.) mit Japanbezug durchsehen und habe nur 1 oder 2 gesehen, in denen gar keine japansiche Schrift vorkam. Die waren allerdings auch nicht in Japanologie. Daher ist es mir wirklich neu, dass das nicht Standard sein soll.
Darf man fragen, wo du studierst?

EDIT: Das soll jetzt aber auch nicht heißen, dass ich der Meinung bin, man sei ein schlechterer Japanologe, wenn man keine japanische Schrift in seine Arbeiten einbaut. Ich kenne es nur wirklich überhaupt nicht anders.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.05.13 14:19 von Kasu.)
21.05.13 14:05
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.898
Beitrag #19
RE: Japanologie Studium
In Bochum, allerdings nicht Japanologie.

Naja, es ist immer zielgruppenspezifisch und vom Fach selber abhängig. Bei mir würden zusätzliche japanische Zeichen keinen großartigen Gewinn bringen, aber ich hatte wenn eh fast nur im Literaturverzeichnis Japanisch drin. Ich habe ab und an auch mal vorher ein paar japanische Wörter mit Zeichen angegeben, aber mir jedes Mal gedacht, dass es eigentlich total unsinnig ist: Wenn ich da beispielsweise als spezielles Wort ringi seidō (稟議制度) habe, gibt es da im Grunde keinen Mehrwert, das in Kanji anzugeben: Leute, die genügend Japanisch können, kennen das Wort sowieso. Leute, die kein Japanisch können, können mit den Kanji nichts anfangen. Im Grunde bleibt also nur die Gruppe von Leuten, die zwar ein bisschen Japanisch können, aber nicht speziell das Wort kennen (=Studenten). Naja, man kann auf die Rücksicht nehmen, man kann aber von denen auch einfach erwarten, dass sie es vielleicht schaffen, das kurz im Wörterbuch nachzuschlagen. Viel wichtiger fände ich da, die Längungsangabe nicht wegzulassen. Und wenn man für den Dozenten schreibt (also eine Hausaufgabe) kann man sich ja sowieso sicher sein, dass der Dozent das Wort bereits kennt, deswegen ist die Angabe der Zeichen auch unnütz.

Ich habe übrigens noch nie Bücher gesehen, wo die japanischen Zeichen angegeben wurden. Maximal habe ich manchmal gesehen, dass es im Anhang ein Glossar mit japanischen Begriffen gibt. Aber da frage ich mich immer, für was die Bücher sein sollen: Sollen die sich mit dem Thema beschäftigen oder sollen die Japanisch beibringen?

Japanisch im Text ist aber wirklich sehr hässlich. Kanji passen optisch einfach gar nicht zu lateinischen Buchstaben. Die sind zu groß, sehen ganz anders aus und fallen sofort auf.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.05.13 14:32 von Hellstorm.)
21.05.13 14:31
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Woa de Lodela


Beiträge: 1.538
Beitrag #20
RE: Japanologie Studium
Je nach Fachgebiet können rômaji sogar zwingend erforderlich sein (z.B. in der Linguistik, wenn man morphologische Analysen anfertigen will). Die japanische Schrift wäre hierfür denkbar ungeeignet. Es hätte keinen Mehrwert, die japanische Schrift auch noch anzuführen. In wissenschaftlichen Arbeiten muss man ja nicht beweisen, dass man Japanisch schreiben und lesen kann.
21.05.13 15:33
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Japanologie-Studium
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