Antwort schreiben 
Japanologie - ein zweites Studium?
Verfasser Nachricht
Woa de Lodela


Beiträge: 1.538
Beitrag #21
RE: Japanologie - ein zweites Studium?
(05.02.14 10:23)Hachiko schrieb:  Wie sagt das etwas veraltete Sprichwort so schön: Wir lernen nicht für die Schule, sondern fürs Leben.
Ich glaube kaum, dass jemand alleine des Studiums wegen studiert, sondern sich vielmehr das Ziel setzt, einen Studienabschluß
mit entsprechender Zertifizierung zu erreichen.

Du wirst lachen, aber genau das trifft auf viele Leute zu, die Japanologie studieren wollen. Es geht dann wirklich um das Studium an sich, nicht um die Berufsperspektiven. Da reichen dann die üblichen Beschwichtigungen à la "man findet schon Arbeit, als Lektor, oder in internationalen Unternehmen" um nicht weiter über das leidige Thema der Berufswahl nachzudenken. Auch der Einwand "die meisten finden dann zwar Arbeit, aber die hat häufig gar nichts mehr mit Japan zu tun" (den man auch von Uni-Seite zu hören bekommt) hält sie nicht davon ab. Du siehst, es geht hier in erster Linie eben nicht um den späteren Beruf.

@Ahri:
Ahri schrieb:Meinst du, dass es für mich eher Sinn machen würde, japanisch "nebenbei", also durch Sprachkurse zu erlernen?

Ja, das macht durchaus Sinn. Klar.
05.02.14 17:21
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Nia


Beiträge: 3.698
Beitrag #22
RE: Japanologie - ein zweites Studium?
Vielleicht kannst du ja auch erstmal ein wenig in deinem Beruf Fuss fassen und nebenher dich mit Japan als Hobby beschäftigen. Wenn du erstmal (mehr) Erfahrung in deinem Beruf hast und die Augen nach japanbezogenen Möglichkeiten aufhälst, vielleicht zeigt sich ja dann da doch eine Möglichkeit.
Auch japanische Animes wollen übersetzt werden... synchronisiert etc. Auch das muss organisiert werden. Vielleicht gibts ja da einen Teilbereich, der deinem Studium entspricht.

“A poet is a musician who can't sing.”
― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
05.02.14 21:59
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.901
Beitrag #23
RE: Japanologie - ein zweites Studium?
(05.02.14 15:09)Ahri schrieb:  @Koumori:
Genau, der Bedarf ändert sich in der Tat sehr häufig. Aus diesem Grund habe ich irgendwie noch die Hoffnung, dass der berufliche Bedarf in der Japanologie-Branche (was für ein Ausdruck, aber du weißt was ich meine rot) auch noch steigt, genau wie mit China. Aber darauf zu setzen wäre wohl wie Lotto spielen.

„Auch noch steigt?“ Ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen, aber weißt du überhaupt was Japan ist? Das ist ein Land auf dem absteigenden Ast, und das nicht zu wenig. Ich würde eher darauf wetten, dass das in den nächsten 30–40 Jahren eher in der Bedeutungslosigkeit (naja, so extrem nicht ganz, aber ungefähr) versinken wird.

Und auch über China wird immer wieder als Zukunftsmarkt blabla gesprochen. In meinen Augen stimmt das vorne und hinten nicht. Chinesisch ist genau wie Japanisch ein absolutes Nischenfach.

Du darfst übrigens nicht vergessen, dass wenn du dich so dermaßen auf Japanisch einlässt, du dich dann eventuell auch damit anfreunden musst, in Zukunft dort zu leben. Kannst du das? Insbesondere der Winter bei Minusgraden in der eigenen Wohnung ist sehr angenehm hoho

(05.02.14 15:09)Ahri schrieb:  Ich möchte mich bedanken, dass du deine Erfahrungen offen mit mir teilst. Deinen Vorschlag, den vernünftigen Weg zu gehen und erstmal das aufzugreifen, was ich bereits erreicht habe, um mir "Japan" als Hobby zu gönnen, werde ich definitv gut überlegen. Die Medienbranche ist etwas, mit dem ich mich bereits in meinem Studium angefreundet habe, obwohl ich am Anfang Zweifel hatte und es auch eher meine Eltern waren, die gesagt haben, dass ich etwas in der BWL-Richtung machen soll. Ich habe mich vor drei Jahren dann für Medienwirtschaft (die einen großen BWL-Teil beinhaltet) entschieden. Vielleicht ist es wirklich sinnvoller, meine Interessen in einem Hobby auszuleben, anstatt es zu einem schwierigen beruflichen Werdegang zu machen. Ich verspreche, dass ich mich mit dieser Möglichkeit befassen werde!

Überleg dir doch immer mal deine anderen Interessen oder Hobbies. Magst du Englisch? Wenn ja, wieso hast du kein Anglistik studiert? Machst du gerne Sport? Wieso hast du dich nicht auf deine Profisportkarriere konzentriert? Kochst du gerne? Wieso keine Kochlehre begonnen?

Was ich damit sagen möchte: Man kann Japanisch wunderbar als Hobby lernen und das ist gar nicht „schlechter“. Die Uni bietet zwar einigen netten Komfort, d.h. den hochqualitativsten Japanischunterricht den man in Deutschland bekommen kann (auch wenn er immer noch sehr schlecht ist), und auch Möglichkeiten in Richtung Austauschstudium, die man sonst schwer bekommt. Aber man kann auch wunderbar ohne Uni lernen. Die Uni bietet ja auch nur die Basis der Sprache, danach muss man immer ganz alleine lernen.


(05.02.14 15:09)Ahri schrieb:  @Reizouko:
"Willst du denn japanisch lernen oder ueber Japan lernen?" - Na am besten beides! hoho
Ich hab die Kultur und alle anderen Aspekte, die ich bereits genannt habe, aus Bequemlichkeit nicht noch einmal aufgezählt, ich dachte es wäre eine unnnötige Wiederholung. Das es zu einem Missverständnis kommt, war nicht meine Absicht. Das ich sowohl alles erdenklich mögliche über die Kultur Japans (mit all' ihren Facetten) kennenlernen, als auch japanisch beherrschen möchte, daran hat sich nichts geändert.

Du weißt aber schon, dass man im Japanologiestudium nicht wirklich die „Kultur“ Japans kennenlernt? Da musst du dann Hausaufgaben über die Frauenbewegung in der Muromachi-Zeit schreiben, aber insbesondere von der gegenwärtigen japanischen Kultur bekommt man dort in der Regel nicht viel mit.

„Japanische Kultur“ zu lernen halte ich zwar für sehr wichtig, da man sonst – selbst bei perfekten Sprachkenntnissen – nur „leeres“ Japanisch spricht, aber keine Themen, über die man sich mit einem Japaner unterhalten kann, kennt. Aber ehrlich gesagt ist es da doch irgendwie wichtiger, die aktuellen TV-Shows oder alle Episoden von Ultraman zu kennen als irgendwas spezielles, was selbst Japaner nicht kennen (Oder hast du dich schon einmal interessiert mit einem Ausländer über die deutsche Architektur im 15. Jahrhundert unterhalten?). Zwar muss man einen Grundstock an Japanwissen mit bringen, aber den kann man auch wunderbar alleine durch Bücher lernen. In der Uni wird einem ja auch nicht alles in den Hintern geschoben, sondern man muss sich selber dafür interessieren und die Sachen lernen.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
06.02.14 11:29
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Karriereberater
Gast

 
Beitrag #24
RE: Japanologie - ein zweites Studium?
(06.02.14 11:29)Hellstorm schrieb:  „Auch noch steigt?“ Ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen, aber weißt du überhaupt was Japan ist? Das ist ein Land auf dem absteigenden Ast, und das nicht zu wenig. Ich würde eher darauf wetten, dass das in den nächsten 30–40 Jahren eher in der Bedeutungslosigkeit (naja, so extrem nicht ganz, aber ungefähr) versinken wird.
Ohne Dir jetzt zu nahe treten zu wollen, aber ich denke nicht, dass Japan auf dem absteigenden Ast ist. Wenn man sich den aktuellsten Rüstungsreport ansieht, dann spricht das eher dafür, dass Japan zu den Wurzeln zurückkehrt. Oder warum sollten es sonst 51 Milliarden in den Aufbau seiner Streitkräfte. Es ist zwar ein bischen beängstigend, aber es ist so.

Es wird in Japan wie schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts sein, die Großen verdienen das große Geld und die Kleinen zahlen die Zeche.

Meiner Meinung nach wird Japan 2014 am Aktienmarkt stark zulegen. Das sieht zumindest auch die deutsche Börse so:
http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachri...tien+61884
(Kauft deswegen aber bloß nicht japanische Aktien)
Die meisten Firmen scheinen aufgrund diverser aufeinanderfolgender Umstände wie Krisen und Katastrophen extrem unterbewertet zu sein. Das wird value-forcierten Investoren wie Buffet nicht lange verborgen bleiben. Und dann dürften die Firmen wieder ausreichend Potential haben, um sich weiter zu entwickeln.

Außerdem haben mir einige Koreanern und Chinesen vor ein paar Monaten mal gesagt, dass sie auf den starken Mittelstandes in Japan neidisch sind. So eine Aussage hatte ich in Bezug auf Japan noch nicht gehört. Aber es stimmt. Japans Mittelstand ist nicht klein. Der einzige Unterschied zu Deutschland ist, dass er international noch nicht sehr vertreten ist. Das wird sich aber über kurz oder lang ändern. Davon bin ich überzeugt. Und hier sehe ich sehr viele Möglichkeiten für japanophiles Fachpersonal insbesondere aus Deutschland. Nur, das Credo bleibt immer dasselbe, der reine Japanologe wird hier sicher keinen Blumentopf gewinnen. Schon in der Meij-Zeit hat Japan keine Japanologen ins Land geholt, sondern technische, wirtschaftliche, soziologische, medizinische, ... Fachkräfte.
06.02.14 12:46
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Hachiko


Beiträge: 2.596
Beitrag #25
RE: Japanologie - ein zweites Studium?
(06.02.14 12:46)Karriereberater schrieb:  Ohne Dir jetzt zu nahe treten zu wollen, aber ich denke nicht, dass Japan auf dem absteigenden Ast ist. Wenn man sich den aktuellsten Rüstungsreport ansieht, dann spricht das eher dafür, dass Japan zu den Wurzeln zurückkehrt. Oder warum sollten es sonst 51 Milliarden in den Aufbau seStreitkräfte investieren.

Die Crux an der ganzen Sache ist, dass die Geschichtserziehung in Japan sehr mangelhaft ist. Einige Politiker, darunter Abe, geben nicht mal zu, dass es je eine Invasion in die asiatischen Nachbarländer gegeben hat, sondern nennen es eine Befreiungsaktion von westlicher Besatzung,
gleichzeitig aber eine Revanche seitens China, das längst schon zur Weltmacht Nr. 1 avanciert ist, fürchten. Daher rüstet Japan
so stark auf und aus keinem anderen Grund mehr.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.02.14 15:59 von Hachiko.)
06.02.14 14:39
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
UnDroid


Beiträge: 385
Beitrag #26
RE: Japanologie - ein zweites Studium?
(06.02.14 14:39)Hachiko schrieb:  gleichzeitig aber eine Revanche seitens China, das längst schon zur Weltmacht Nr. 1 avanciert hat, fürchten. Daher rüstet Japan
so stark auf und aus keinem anderen Grund mehr.
Japan gehört politisch gesehen (mehr oder weniger) zum Westen und gegen den Westen fängt man aktuell keinen Krieg an.
1. Wirst du die nächsten 1000 Jahre als böser, böser Diktator in den Geschichtsbüchern stehen (siehe Deutschland)
2. Fängst du einen Krieg gegen die halbe Welt an.

Wie sich Japan zudem auf dem Weltmarkt entwickelt, bleibt abzuwarten. Das kann keiner vorhersehen.

mfg
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.02.14 16:04 von UnDroid.)
06.02.14 16:02
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
torquato


Beiträge: 2.780
Beitrag #27
RE: Japanologie - ein zweites Studium?
(06.02.14 14:39)Hachiko schrieb:  Daher rüstet Japan so stark auf

Das kann man so nicht stehen lassen. Die tatsächlichen Zahlen sagen nämlich etwas ganz anderes.

Japans Militärhaushalt ist über die letzten 15 Jahre stabil geblieben. Effektiv gab es sogar eine leichte Verringerung, ganz entgegen dem sonstigen Trend der Industrie- und Schwellenländer.

Dem steht gegenüber das alle Ostasiatischen Nachbarländer, wie die Philipinen, Thailand, Vietnam und besonders China in diesem Zeitraum ihre Ausgaben stark erhöht haben. China hat überhaupt den größten Anstieg weltweit zu verzeichnen, von fast 200%!
Japan bildet also gerade bei den Militärausgaben eine löbliche Ausnahme.

Erst jetzt mit Abe hat Japan zum ersten Mal in den letzten 15 Jahren seine Rüstungsausgaben merklich gesteigert. Aber auch dies nur relativ bescheiden.

Ich kann nur jedem empfehlen, der sich dafür interessiert, sich die entsprechenden öffentlichen Berichte des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) anzuschauen. Für einen ersten Überblick faßt das die Deutsche Wikipedia für das Jahr 2008 zusammen. http://de.wikipedia.org/wiki/Verteidigungsetat#2008
06.02.14 16:45
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Hachiko


Beiträge: 2.596
Beitrag #28
RE: Japanologie - ein zweites Studium?
@torquato

Lies dir bitte genau den letzten Satz meines Posts durch, da wollte ich sagen, dass Japan deshalb aufrüstet, weil es sich von
sämtlichen Anrainerstaaten militärisch bedroht sieht, primär von China.
06.02.14 17:20
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
torquato


Beiträge: 2.780
Beitrag #29
RE: Japanologie - ein zweites Studium?
Sorry, das habe ich so nicht ganz rausgelesen. Sicher, die Anhebung der Japanischen Militärausgaben ist klar eine Reaktion auf das wachsende Chinesische Drohpotential. Aber in Zahlen ist das trotzdem bei weitem keine starke Aufrüstung.
06.02.14 17:40
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Woa de Lodela


Beiträge: 1.538
Beitrag #30
RE: Japanologie - ein zweites Studium?
Rangfolge der Handelspartner im Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland 2012:

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/...cationFile
06.02.14 20:20
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Japanologie - ein zweites Studium?
Antwort schreiben 


Möglicherweise verwandte Themen...
Thema: Verfasser Antworten: Ansichten: Letzter Beitrag
Mein Studium remikun 57 6.241 23.11.17 05:36
Letzter Beitrag: Eijuusha
Japanologie - und dann? Leyata 32 6.506 15.07.14 15:00
Letzter Beitrag: Hellstorm
Fragen zum Studium Timäh95 1 662 25.09.13 22:00
Letzter Beitrag: Hachiko
Japanologie Studium yohaole 23 5.535 13.06.08 12:03
Letzter Beitrag: Bitfresser
Japanologie hat keine Zukunft !? Dozent 62 28.475 10.03.07 22:43
Letzter Beitrag: Cloudzero