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Kanji,Hiragana und Katakana,...aber Kanji ?
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moshi-moshi


Beiträge: 40
Beitrag #1
Kanji,Hiragana und Katakana,...aber Kanji ?
Hallo ihr!
Ich weis nicht so recht was jetzt Kanji,Hiragana und Katakana ist.Klar ich weis schon das Hiragana Schriftzeichen sind (phonetische Silbenschrift), die keine geraden Striche kennt und Katakana verwendet man bei Fremdwörtern,Ortsnamen,Fremdsprachen ausländische Personen und so,aber wenn ich jetzt zum beispiel : watashi schreibe dann ist

1 Hiragana: わたし
2. Katakana ワタシ
und Kanji wäre jetzt nur ein schriftzeichen , Warum ?
30.09.03 15:39
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murasame


Beiträge: 200
Beitrag #2
RE: Kanji,Hiragana und Katakana,...aber Kanji ?
weil, wie du bereits gesagt hast, kana phonetisch sind und sich die Laute aus Silben zusammensetzen. Kanji hingegen geben den Sinn wieder, und du musst wissen wie man es ausspricht.
Man braucht um ein Wort phonetisch darzustellen in der Regel ja mehr Zeichen. Weiß nicht ob du das so kapiert hast... aber ich hoffe es mal. augenrollen
30.09.03 17:29
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Christa


Beiträge: 177
Beitrag #3
RE: Kanji,Hiragana und Katakana,...aber Kanji ?
Die Japaner besaßen ursprünglich keine eigene Schrift.
Seit dem Ende des 4. Jahrhundert begannen sie zunehmend aus chinesischen Schriften stammende Zeichen zu verwenden. Erstmal gingen sie her und reduzierten die Zeichen völlig unabhängig von ihrer Bedeutung, nur nach ihrer Aussprache auf einfachste Strichformen und entwickelten so die Silbenschriften. Die erste war (mit einigen Vorstufen) die Hiragana-Silbenschrift (auch Frauenschrift = onnade genannt). Sie setzte sich auch zunehmend als Gebrauchsschrift durch. Das war so ungefähr zwischen 700 und 1000 n. Chr.
Die Silbenzeichen der Katakana entstanden nur wenig später. Da sich ihrer hauptsächlich die Wissenschaft bediente, blieb diese eckige Silbenschrift lange Zeit Männersache.
Die heutige Form der Katakana wurde, wie auch die Hiragana, im Jahre 1900 in einem Erlaß für Volklschulen endgültig festgelegt. Die Zahl der offiziell zugelassenen Zeichen beträgt heute je 46. ( ゐ = wi; und ゑ = we; wurden gestriechen).
Die frühesten chinesischen Schriftzeichen entstanden ähnlich den ägyptischen Hyroglyphen aus Abbildungen von Gegenständen, Menschen, Tieren, Pflanzen, usw. Im Lauf der Zeit wurden sie zunehmend abstrahiert. Bei der Einführung der chin. Zeichen übernahmen die Japaner zugleich auch deren chinesische Lesung. (= ON-Lesung). Später, als man begann, die chin. Wortschriftzeichen auch mit ihrer Bedeutung zu übernehmen, begann man auch, sie japanisch (= kun-Lesung) auszusprechen.
Die Zahl der in Gebrauch befindlichen Schriftzeichen und ihrer Lesungen nahm ständig zu, bis die Regierung (gegen Ende des 19. Jh.) erstmals einen Versuch machte das Schriftsystem zu vereinfachen.
Die letzte große Schriftreform erfolgte 1946, es folgten weitere kleine.
Derzeit (glaub ich zumindest) gibt es 1945 Kanji, mit denen ein Großteil der Publikationen auskommen, dazu noch 284 für die Verwendung in Vornamen zugelassene.
Ein durchschnittlich gebildeter Japaner beherrscht ca. 3000 Kanji. Gegenwärtig dürften in der japanischen Literatur (Fachliteratur + Belletristik) etwa 6000 - 7000 Zeichen (Langenscheidts Großwörterbuch listet über 6000 Stichzeichen mit mehr als 47 000 Komposita) in Gebrauch sein. Ein sehr umfangreiches Zeichenlexikon ( Ko Kan-jiten von Morohashi) verzeichnet insgesamt mehr als 20 000 Kanji. Chinesische Zeichenlexika, die versuchen, alle jemals in Gebrauch befindlichen Schriftzeichen zu erfassen, kommen auf 40 000.

Kanji benützt man für Begriffswörter (hauptsächlich Substantive, Verben, Adjektive) und Eigennamen.
Mit Hiragana schreibt man die flektierten Endungen, der durch Kanji wiedergegebenen Begriffswörter sowie alle nicht in Kanji geschriebenen Wortarten.
Katakana benutzt man hauptsächlich für Fremdwörter und ausländische Namen. sowie zur Hervorhebung einzelner Wörter.

Kinderbücher sind oft nur in Hiragana geschrieben. Häufig steigt die Anzahl der verwendeten Kanji mit dem Bildungsgrad.
Da im Japanischen oft Wörter gleich ausgesprochen werden, sieht man Japaner gelegenlich auch in einem Gespräch, wie sie zur Verdeutlichung des Gesagten, Schriftzeichen in die Hand malen.
30.09.03 18:13
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Holger Kühn


Beiträge: 60
Beitrag #4
RE: Kanji,Hiragana und Katakana,...aber Kanji ?
Ich kann mich nur Christas Ausführung anschließen und ich habe soweit keinen Fehler gefunden. Aber vielleicht zur besseren Verdeutlichung des Unterschiedes ein kleines weiteres Beispiel:

Es gibt doch hierzulande zahlreiche Symbolschriften. Wenn man jetzt den Begriff "Buch" darstellen möchte, kann man eben ein Symbol (Icon) in Form eines Buches nehmen oder das Wort "Buch" aus einzelnen Zeichen (Buchstaben) zusammensetzen.

Damit kann man im übertragenen Sinne dann das Icon als etwas auffassen, was dem Kanji nahe käme und die einzelnen Buchstaben auf die Silbenschrift (egal ob Hiragana oder Katakana) übertragen.

In beiden Fällen muss ich das Symbol bzw. das Kanji erkennen um ihm eine Aussprache (Bedeutung) zuzuordnen und bei den Buchstaben bzw. den Kana kann ich das Wort "einfach" ablesen ohne die genaue Bedeutung kennen zu müssen.

Ich hoffe das war jetzt nicht zu verwirrend hoho .
01.10.03 13:14
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Jarek


Beiträge: 233
Beitrag #5
RE: Kanji,Hiragana und Katakana,...aber Kanji ?
@moshi-moshi
erstmal am Rande: mir gefällt Dein Wal-Avatar. Hast Du gestern die Delphingeburt im Fernsehen gesehen? Das war großartig!

Jetzt mal zur Sache: Leider hast Du nicht die Freiheit, selbst entscheiden zu können, ob Du ein Wort mit Hiragana oder Katakana schreibst. Bei dem Wort watashi kannst Du nur Hiragana benutzen, aber nicht Katakana. Oder Du benutzt das entsprechende Kanji.

@Christa
Vor kurzem habe ich gelesen, dass die Zeichen wi und we entfernt wurden, weil das "w" in der gesprochenen Sprache nicht mehr ausgesprochen wurde. In der Schriftsprache konnten diese beiden Kana durch i und e ersetzt werden. Als Bsp. wurde iru = "sein" (ichidan-Verb) genannt, das früher wiru geschrieben wurde. Hingegen wurde das iru = "brauchen" (godan-Verb) schon immer so geschrieben. (@alle Besserwisser: das Adverb "immer" bedeutet in diesem Zusammenhang eine hinreichend lange Zeitperiode in der Vergangenheit.)

@Holger
Ein anderes einfaches Beispiel für Symbolschriften sind die Zahlen. Jeder Mensch auf der Welt weiß, was "100" bedeutet, auch wenn es in jeder Sprache anders gelesen wird. "100" ist somit mit einem Kanji vergleichbar, in dem Sinne, dass es die Bedeutung trägt, nicht aber die Aussprache.

Was am schnellsten vergeht, sind die Jahre...
01.10.03 14:56
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nanashi


Beiträge: 198
Beitrag #6
RE: Kanji,Hiragana und Katakana,...aber Kanji ?
Zitat:Jetzt mal zur Sache: Leider hast Du nicht die Freiheit, selbst entscheiden zu können, ob Du ein Wort mit Hiragana oder Katakana schreibst. Bei dem Wort watashi kannst Du nur Hiragana benutzen, aber nicht Katakana. Oder Du benutzt das entsprechende Kanji.

Doch das geht schon. Er könnte den ganzen Satz in Katakana schreiben, das wirkt dann wie bei uns ein nur in Großbuchstaben geschriebener Text bzw. als ob es seltsam betont würde, wie von einem Roboter oder einem Ausländer.
Oder er schreibt nur watashi in Katakana, um es zu betonen. Oder er schreibt es in Katakana aus einer stilistischen Laune heraus.
Wobei du Recht hast, wenn du ihm dazu rätst, es mit Hiragana zu schreiben.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.10.03 18:19 von nanashi.)
01.10.03 18:17
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Jarek


Beiträge: 233
Beitrag #7
RE: Kanji,Hiragana und Katakana,...aber Kanji ?
Zu diesem Thema finde ich noch die Kurze Einführung in das Japanische Gemischtschriftsystem ganz brauchbar.

Was am schnellsten vergeht, sind die Jahre...
02.10.03 13:45
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moshi-moshi


Beiträge: 40
Beitrag #8
RE: Kanji,Hiragana und Katakana,...aber Kanji ?
Zitat:@moshi-moshi
erstmal am Rande: mir gefällt Dein Wal-Avatar. Hast Du gestern die Delphingeburt im Fernsehen gesehen? Das war großartig!

Ja klar hab ich die gesehen, fand ich richtig toll, da es ja nur 2 mänliche Delfine gegeben hat und diese Befruchtung künstlich verlief. Es toll, hab mich echt gefreut!
Viele Grüße
PS: Wie alt bist du ?
02.10.03 20:27
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Kanji,Hiragana und Katakana,...aber Kanji ?
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