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Kulinarische Geheimtipps
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atomu


Beiträge: 2.664
Beitrag #71
RE: Kulinarische Geheimtipps
Hier hat jetzt einer ganz große Sehnsucht nach heißen Sommertagen und gekühltem Yebisu und einer anständigen Portion edamame...

正義の味方
10.07.04 22:33
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Anonymer User
Gast

 
Beitrag #72
RE: Kulinarische Geheimtipps
Edamame tabetai ! augenrollen

Also wirklich, hier läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Bitte mehr davon!

grins

Dirk K.
12.07.04 08:40
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gokiburi


Beiträge: 1.415
Beitrag #73
RE: Kulinarische Geheimtipps
Da ja nun auch hier in Deutschland der Sommer eingezogen ist -sicher auch dank eolb's "sonniger Grüße" grins - heute ein Beitrag passend zur Jahreszeit, und das möglichst rasch, ehe morgen womöglich schon der Herbst seine zittrigen Finger nach uns ausstreckt...

Der Sommer ist die Jahreszeit, in der in Japan allmählich die runden ume-Pflaumen 梅reifen. Aus den noch grünen Früchten wird dann in der Regel wird ume-­shu 梅酒 hergestellt, indem man Pflaumen in shôchu 焼酎 einlegt, einen Süßkartoffelschnaps aus Kyûshû.
Wem der in Mitteleuropa verkaufte ume-shu zu süß ist (so wie mir), sollte sich vielleicht mal daran heranwagen, es selbst einmal mit der Herstellung zu probieren, die Zubereitung von ist höchst einfach! Dafür benötigen wir die grünen, noch etwas harten Früchte aus. Reife Pflaumen lassen das Getränk trüb und minderwertig werden. Auch müssen sie frei von Maden und unverletzt sein. Zu dieser Zeit werden in Japan die grünen Früchte in rauhen Mengen in Supermärkten und Gemüsegeschäften verkauft, wahrscheinlich legen viele Familien auf diese Weise ihre Vorräte an! zwinker
Die Pflaumen waschen wir kurz in kaltem Wasser und trocknen sie gründlich mit einem Tuch ab, ehe wir sie in ebenfalls gut ausgewischte Gläser bzw. Flaschen füllen. Anschließend kommen auf 1,8 Kilogramm Pflaumen etwa 500 Gramm Kandiszucker und 1,8 Liter 35%iger shôchu. Das Getränk sollte dann an einem kühlen, dunklen Ort aufgestellt werden, und wir müssen uns drei Monate gedulden, ehe wir davon probieren... traurig
[Bild: 1ume2.jpg]

Sobald die Pflaumen gereift sind, Farbe angenommen haben und weich geworden sind, beginnt allmählich die Saison der ume-boshi 梅干し, der gesalzen eingelegten Pflaumen , die lange Zeit haltbar sind. Dazu werden die Pflaumen in riesigen Bottichen schichtweise mit reichlich Salz eingelegt, der Vorgang kann, wenn ich mich recht erinnere, bis über ein Jahr dauern!
Wie auch nattô werden ume-boshi von manchen Japanern gern genutzt, um den nichtsahnenden Gaijin zu schocken, wenn er voller Appetit in die verlockend rote Frucht beißt, um schon im nächsten Augenblick -leicht irritiert vom unerwartet salzig-sauren Aroma- eine ähnliche Gesichtsfarbe anzunehmen. zunge
[Bild: iguchi.jpg]

Dagegen hilft, wie so oft, sich an den Geschmack zu gewöhnen und ihn lieben zu lernen. Ich empfehle dazu die berühmten ume-boshi aus Wakayama (auch gelegentlich auch mit der alten Provinzbezeichnung Kishu bezeichnet). Die Pflaumen, die ich meine, sind groß, fleischig und von einer leuchtend orange-roten Färbung. Hinter ihrem zunächst kräftigen Salzgeschmack verbirgt sich ein angenehm süß-saures Aroma, nach einigen Momenten der Überwindung sollte es nicht schwerfallen, täglich etwa einmal an den Kühlschrank zu schleichen und sich genüßlich eine zu genehmigen, zumal ihr Genuß auch eine kreislaufanregende und was-weiß-ich gesundheitsfördernde Wirkung haben soll. (Doch Vorsicht: ich habe in Deutschland auch schon Kishu-umeboshi gekauft, die den oben genannten weder im Aussehen noch im Geschmack gleichkamen, also sollte man beim ersten Versuch immer auf alles gefasst sein...)

Zu Zeit der Pflaumenernte sprießen auch die shiso-Pflanzen 紫蘇, zu deutsch Perilla oder Schwarznessel, ein sommertypisches Gewürzkraut in verschiedenen Sorten. Seit alten Zeiten gilt diese Gewürzpflanze in Japan als sehr wertvoll, sie soll die Fähigkeit haben, leichte Erkältungen zu vertreiben und den Blutkreislauf anzuregen. Des weiteren besaß sie den Ruf, Gifte zu neutralisieren: Hatte man sich beim Verzehr von rohem Fisch oder Krabben einmal den Magen verdorben, trank man einen Tee, gekocht aus Shiso-Blättern. Auch heute ist es daher noch üblich, zu Sashimi junge frische Blätter, Triebe oder Knospen des "Grünen Shiso" (ao-shiso 青紫蘇) zu reichen.
[Bild: shiso.jpg]

Die Blätter der roten Variante, des aka-shiso 赤紫蘇 werden stattdessen seit der zweiten Hälfte der Edo-Zeit beim Einlegen der ume-boshi als spezielle Zutat beigefügt, um deren schöne Farbe zu erhalten und die Pflaumen gleichzeitig vor Schimmelbefall zu bewahren: dem charakteristischen Duftstoff Perillaaldehyd verdankt das Gewürz auch eine konservierende Wirkung!
Der Geschmack von shiso läßt sich nur schwer beschreiben, erinnert an Anis, leicht an Zimt und paßt bei etwas Phantasie zu den verschiedensten Zubereitungen, als Zutat in Salaten bis hin zu einer Creme-Suppe. Leider ist das Kraut in Deutschland nicht grad beim Gemüsehändler um die Ecke zu bekommen. traurig
Wohl dem, der dann einen Garten hat! zwinker

gokiburi, der wieder erstmal gucken geht, was der Kühlschrank zu bieten hat. grins

♪♪あぁ蝶になる、あぁ花になる、
恋した夜はあなたしだいなの、♪♪
あぁ今夜だけ、あぁ今夜だけ、
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19.07.04 20:31
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Anonymer User
Gast

 
Beitrag #74
RE: Kulinarische Geheimtipps
Eigentlich ist "Ume" eine Aprikosenart. Die Importware finde ich auch zu süß und klebrig. Eine - wenn auch sauteure - Alternative ist Weinbergpfirsich-Likör von der Mosel oder aus dem Rheingau.

Aber es geht nix über selbst gemachten ume-shu, der ein, zwei Jahre lagerte, bernsteinfarben und fast dickflüssig ist...
21.07.04 09:59
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gokiburi


Beiträge: 1.415
Beitrag #75
RE: Kulinarische Geheimtipps
Und weil es nun wirklich so richtig sommerlich geworden ist, hier ein passender Beitrag aus der FAZ Online. grins

gokiburi, der wie immer guten Appetit wünscht! augenrollen

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03.08.04 09:54
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Botchan


Beiträge: 642
Beitrag #76
RE: Kulinarische Geheimtipps
Ja, genau. Und hier die bildliche Untermalung dazu... eine Gallerie von Eissorten der besonderen Art...

http://mdn.mainichi.co.jp/photospecials/...04/00.html
03.08.04 10:12
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MIFFY


Beiträge: 601
Beitrag #77
RE: Kulinarische Geheimtipps
食べてみたい!!!  zunge
[Bild: 11.jpg]
03.08.04 10:23
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gokiburi


Beiträge: 1.415
Beitrag #78
RE: Kulinarische Geheimtipps
Also, Wasabi-Eiscreme ist zwar ungewohnt, aber richtig lecker! Kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Ebenso wie Eis mit Sesam, Tôfu, Kürbis, Süßkartoffel, Sake, soba (Buchweizen)...

Hab auch schon mal Eis aus gekochtem Reis zubereitet, ein echter Geheimtipp aus dem japanischen TV!

gokiburi, der sich jetzt eine Eiscreme-Maschine wünscht... grins

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03.08.04 10:49
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atomu


Beiträge: 2.664
Beitrag #79
RE: Kulinarische Geheimtipps
Also ich finde, um diese Jahreszeit geht doch nichts über かき氷:


<img src="http://www.h2.dion.ne.jp/~hinode/kakigori%20itigo%20remon1.JPG" />


Wir haben uns dieses Jahr eine ganz einfache Kakikoori-Maschine aus Japan mitgebracht. War total billig, nur ca. 1200 Yen, wenn ich mich recht entsinne. Und jetzt ist das der Renner wenn andere Kinder zu Besuch sind oder bei Gartenpartys! Bei den augenblicklichen Temperaturen ist das Ding täglich mehrmals in Betrieb... grins


[Bild: SS020.GIF]

Danke Miffy! zwinker

正義の味方
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.08.04 11:54 von atomu.)
03.08.04 11:40
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Hi no Tori


Beiträge: 165
Beitrag #80
RE: Kulinarische Geheimtipps
Zitat:Jaaa, über die Zubereitung von homemade-daifuku grübeln nekono-te und ich noch etwas nach. Ein Teig aus Reismehl, Wasser und etwas Zucker ist sicher schnell angerührt, auch die Dose mit dem anko zu öffnen stellt gewiß noch kein Problem dar.
*snip* Reihenfolge Methode des Garens sind wir uns noch nicht ganz einig.

Garen? (o_ozwinker Was willst du bei Daifuku denn bitte garen? Ich habe in der Schule mal welche gemacht, und ich weiß ganz sicher, dass da kein Garprozess in Gange war. (^^zwinker Teig herstellen, plattrollen, füllen (was das schwierigste ist, besonders, wenn man hübsch geformte Ichigodaifuku will) und schmecken lassen. *lacht*

Ja ne!
03.08.04 17:38
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Kulinarische Geheimtipps
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