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Lebensgewohnheiten
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青空
Gast

 
Beitrag #91
RE: Lebensgewohnheiten
Da ist aber gewaltig was schief gelaufen bei den Lesungen in dem Kasten unten.
http://asienspiegel.ch/2015/01/steh-oder-sitzklo/ schrieb:Deutsch Japanisch Furigana Lesung
japanischer Stil 和式 わしき washiki
westlicher Stil 洋式 ようしき yōshiki
öffentliche Toilette 公共トイレ こうきょうトイレ kōkyō toire
Washlet (von Toto) ウォシュレット ウォシュレット woshuretto
WC mit Spülfunktion 温水洗浄便座 おんすいせんじょうべんざ Uoshuretto

Vielleicht liest er ja hier mit und korrigiert es.
20.01.15 10:05
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Yano2
Gast

 
Beitrag #92
Lebensgewohnheiten - Türen
Was ich auch für typisch japanisch halte, ist der Umgang mit Türen. Das hat zwei Aspekte: erstens, obwohl sich heutzutage in so gut wie jedem japanischen Haus auch Schwingtüren befinden, sind die Sehgewohnheiten in dieser Hinsicht noch nicht nachgekommen, man legt Schuhe im Schwenkbereich ab, die dann zu einem Haufen zusammengeschoben werden, wenn jemand die Tür öffnet. Da ist dene nicht abzugewöhnen.
Zweitens die polternde Art, sich im Hause fortzubewegen. Man öffnet eine deutsche Zimmertür, indem man schräg von oben kräftig auf die Türklinke schlägt, man schließt sie, indem man sie ohne Betätigung der Türklinke krachend ins Schloß wirft, so daß es im ganzen Haus zu hören ist. Japanische Schiebetüren betätigt man zeitsparend aber gleichermaßen laut. Hinter diesem Phänomen vermute ich historische Gründe. Und zwar so etwas wie in D das Anstoßen beim Trinken aus schweren, stabilen Gefäßen. Man hat in alter Zeit so kräftig angestoßen, daß es übergeschwappt ist, damit zeigte man, daß man den anderen nicht vergiften wollte, wenigstens jetzt nicht.
In J gab es ja die Ninja, die waren angeblich lautlos unterwegs und haben sich auch die Zeit genommen, eine Schiebetür geräuschlos zu öffnen. Wenn du durchs Haus polterst, heißt das, du bist kein Ninja und willst niemandem im Haus ein Leid antun. Meine Art, mich im Haus auf dezente Weise zu bewegen, zumal die Hütte äußerst hellhörig ist, und meine alten Schwiegereltern gerne am hellichten Tag schlafen, ist für sie seltsam. Das überhaupt zu können ist 上手, aber das zu praktizieren finden sie etwas befremdlich.
27.01.15 17:27
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junti


Beiträge: 1.560
Beitrag #93
RE: Lebensgewohnheiten
Dasselbe hast du schon mal geschrieben Yano, konnte ich jedoch bisher in keinem Haushalt nachvollziehen, den ich bisher so gesehen habe...

http://www.flickr.com/photos/junti/
27.01.15 22:49
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yano2
Gast

 
Beitrag #94
RE: Lebensgewohnheiten
(27.01.15 22:49)junti schrieb:  Dasselbe hast du schon mal geschrieben Yano, konnte ich jedoch bisher in keinem Haushalt nachvollziehen, den ich bisher so gesehen habe...

Manchmal schreibe ich etwas und schicke es nicht ab und vergesse das oder ich schicke das doch ab und vergesse das.
Deine Bemerkung ist für mich ein erster Hinweis darauf, daß ich bald ausgeschrieben bin und das Forum verlassen sollte, vielleicht noch nicht gleich nächste Woche.
Doch zum Thema: wie machst du eine japanische Schiebetür auf? Schleichend oder mit ziemlichen Getöse? Die meisten laufen auf einer Hartholzleiste manche aber haben so eine Art Kugellager, das geht leiser aber auch nicht geräuschlos und es schlägt am Ende an. Außerdem, im Winter im einzigen beheizten Wohnzimmer kannst du nicht die Tür aufmachen, ohne daß alle drin das bemerken, weil es saukalt wird. Wenn zuviel Schnee auf dem Hausdach ist, klemmen in einer traditionellen japanischen Hütte die Schiebetüren fest und gehen überhaupt nicht mehr, man muß zeitig ein wenig aufmachen oder aufs Dach steigen und den Schnee runtermachen, das ist aber gefährlich.
28.01.15 02:34
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junti


Beiträge: 1.560
Beitrag #95
RE: Lebensgewohnheiten
Die Leute die ich kenne, stellen keine Schuhe in den Tuerwinkel, machen westliche Tueren ganz normal auf und zu und bekommen auch japanische Schiebetueren (ohne Kugellager) ohne grossartiges Getoese auf und zu. Natuerlich nicht im Ninja-Stil, aber auch nicht laut. Eben... normal.

http://www.flickr.com/photos/junti/
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.01.15 02:42 von junti.)
28.01.15 02:42
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torquato


Beiträge: 2.781
Beitrag #96
RE: Lebensgewohnheiten
(28.01.15 02:34)yano2 schrieb:  wie machst du eine japanische Schiebetür auf? Schleichend oder mit ziemlichen Getöse?

Mein kleiner 4 oder 5 Jähriger Gastbruder hatte da mal eine ganz einfache Lösung für gefunden. Loslaufen und ab durch die Pappe! hoho

Wirklich. Die Tür zwischen Küchenflur und Wohnzimmer hatte mehr Flicken als Tür gehabt. Geräusche machen eher die Türen mit eingesetzten Glasscheiben statt Papier. IMHO. Aber ansonsten halte ich es mit junti. Ich habe die Japaner nie als 'ungeschickt' oder laut im Umgang mit ihren Türen erlebt.

Wo ich über Japan und Türen nachdenke. Ich hatte in Japan nur bei einer von 5 Gasfamilien einen eigenen Haustürschlüssel gehabt. Nicht, daß man mir aus Mistrauen keinen geben wollte. Es war einfach nicht notwendig. Die Tür war ja nie verschlossen, und die Frau des Hauses immer präsent. Sie war halt für das Ein und Aus im Haus zuständig. ただいま ー おかえり. So in der Art.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.01.15 03:18 von torquato.)
28.01.15 03:15
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Hachiko


Beiträge: 2.596
Beitrag #97
RE: Lebensgewohnheiten
(28.01.15 02:34)yano2 schrieb:  Deine Bemerkung ist für mich ein erster Hinweis darauf, daß ich bald ausgeschrieben bin und das Forum verlassen sollte, vielleicht noch nicht gleich nächste Woche.

Tu uns das bitte nicht an, das käme dem gleich, als fehle dann hier am Forum das Salz in der Suppe.traurig
28.01.15 07:58
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UnDroid


Beiträge: 385
Beitrag #98
RE: Lebensgewohnheiten
(28.01.15 07:58)Hachiko schrieb:  
(28.01.15 02:34)yano2 schrieb:  Deine Bemerkung ist für mich ein erster Hinweis darauf, daß ich bald ausgeschrieben bin und das Forum verlassen sollte, vielleicht noch nicht gleich nächste Woche.

Tu uns das bitte nicht an, das käme dem gleich, als fehle dann hier am Forum das Salz+Wasser in der Suppe.traurig
+1

mfg
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.01.15 10:19 von UnDroid.)
28.01.15 10:19
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Firithfenion


Beiträge: 1.236
Beitrag #99
RE: Lebensgewohnheiten
(28.01.15 02:34)yano2 schrieb:  Manchmal schreibe ich etwas und schicke es nicht ab und vergesse das oder ich schicke das doch ab und vergesse das.
Deine Bemerkung ist für mich ein erster Hinweis darauf, daß ich bald ausgeschrieben bin und das Forum verlassen sollte, vielleicht noch nicht gleich nächste Woche.

Sei dir sicher das du damit nicht der einzige bist. Ab einer bestimmten Anzahl von Beiträgen ist es kaum noch möglich sich an alle eigenen zu erinnern. Kein Grund das Handtuch zu werfen.

Truth sounds like hate to those who hate truth
28.01.15 11:54
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Yano2
Gast

 
Beitrag #100
RE: Lebensgewohnheiten
(28.01.15 03:15)torquato schrieb:  Mistrauen keinen geben wollte. Es war einfach nicht notwendig. Die Tür war ja nie verschlossen, und die Frau des Hauses immer präsent. Sie war halt für das Ein und Aus im Haus zuständig. ただいま ー おかえり. So in der Art.
Das geht dank der ethnischen Homogenität. War bei uns in D ebenso, als ich klein war. Wenn ich hingegen heute in D eine Türklinke außen an meiner Haustür hätte, so daß man ohne Schlüssel reinkann, dann hätte ich noch in dieser Woche Leute im Haus, die kenntnisreich nach Wertsachen suchen und von der Polizei schamhaft als "rumänische Staatsbürger" bezeichnet werden (übrigens sehr zum Ärger meiner rumänischen Freundin, aber das habe ich vielleicht schon mal gesagt).
Früher, als es noch keine Handys gab, war in J Telefon teuer, ich weiß nicht, über hunderttausend Yen Kaution (grob gesagt, du mußtest eine Aktie von NTT kaufen), das war in der Showazeit für weniger wohlhabende Leute nahezu prohibitiv. Es gab Anbieter von Telefonkrediten, die Zettel an Strommasten klebten und horrende Zinsen verlangten (Sarakin hieß das damals, dieses Unwesen, es ist - auch unter ausländischem Einfluß sehr zögerlich und mit langen Übergangsfristen, aber letztlich doch zurückgedrängt worden).
Die Gesprächsgebühren des Telefons waren aber erträglich. Vor allem aufm Land hat man, wenn man denn eins hatte, das Telefon im Genkan auf die Getabako gestellt. Dann ist wer aus der Nachbarschaft gekommen, hat lärmend die Haustür aufgerissen, mit lauter Stimme "gomen kudasai" gerufen und dann halt das Telefon benutzt, war OK so, brauchte der sich gar nicht die Schuhe ausziehen.
Natürlich hat der Nachbar ins Telefon nicht gesprochen, sondern gebrüllt. Die ersten Telefone sind auf hohe Lautstärke angewiesen gewesen, und man kann seine Lebensgewohnheiten doch nicht im Laufe eines mickrigen Jahrhunderts ändern. So war es günstiger, wenn der andere den Hörer (Festnetz) etwas anders hielt, als man es heutzutage macht, nämlich zwar schon das Mikrophon vor dem Mund, aber die andere Seite vor der Stirn, eine Handbreit weg.
Technologische Anachronismen gibt es in D auch.
28.01.15 18:22
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Lebensgewohnheiten
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