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Literatur
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aoi


Beiträge: 17
Beitrag #1
Literatur
Haruki Murakami
Ich für meinen Teil bin Stamm Leserin der Werke von "Haruki Murakami". Er ist einer der bekanntesten japanischen Schriftsteller und schreibt ernüchternde, direkte oder einfach nur seltsame Texte.

Wer ihn kennt, kennt auch seine Kurzgeschichte: "Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah..."

Nachdem ich diese Liebesgeschichte gelesen habe, legte ich mir nahezu alle Werke zu, die er geschrieben hat und das, was ich bisher gelesen habe, war und ist einfach berauschend.

Talent? Is that something tasty?
24.02.03 15:54
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Nora


Beiträge: 2.091
Beitrag #2
RE: Literatur
Hallo hier!

Es gab auch eine Zeit, in der ich von Haruki Murakami sehr begeistert war. Mittlerweile habe ich alle auf Deutsch erschienenen Bücher gelesen und bin etwas ernüchtert; denn die meisten seiner Geschichten sind sehr ähnlich. Aber das ist es nicht eigentlich, was mich heute stört, sondern meistens sind es die (nicht vorhandenen) Enden. Er baut immer ein verwirrend-spannendes Szenario auf, das dann abrupt und ohne Auflösung der Geschichte oder überhaupt nur Andeutungen zum Abschluß aufhört, als hätte der Autor vergessen, weiterzuschreiben.

Aber natürlich kann Murakami gut schreiben, das bleibt unbestritten. Auf meiner privaten Website habe ich auch eine Kritik zum Aufziehvogel geschrieben, wenn es Dich interessiert, kannst Du es ja mal lesen: http://www.nortels.de.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11.05.05 14:39 von Nora.)
24.02.03 16:07
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aoi


Beiträge: 17
Beitrag #3
RE: Literatur
Mister Aufziehvogel steht schon wartend in meinem Regal. Ich lese derzeit Hard boiled Wonderland und das Ende der Welt.

Zum freien Ende in seinen Geschichten.
Es scheint eine Lebenseinstellung zu sein, wenn es darum geht. Ich lese Manga, sehe Anime und viel zu oft steht man vor einem offenen Ende.
Ich habe auch einen Film über das Leben eines Schülers an einer Mittelschule gesehen, was ein realer Film war, also keine Tinte. hoho Trotzdem ist das Ende offen.

Ich mag offene Enden. Das regt die Phantasie an. Zudem sind Happy Ends und dergleichen nur für den Leser und weniger Abschluß der Geschichte. Es ist Utopie zu behaupten, nachdem die Prinzessin ihren prinzen hat, bleibt alles für immer und ewig bunt schillernd und rosarot.
Wenn Murakami also nun ein offenes Ende als Abschluß benutzt, kann man die Geschichte selbst weiterspinnen.

Ob nun offenes Ende oder nicht.
Ob nun hübscher Einband oder nicht.
Was in der Geschichte steht ist letztendlich entscheident.

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24.02.03 16:18
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Nora


Beiträge: 2.091
Beitrag #4
RE: Literatur
Ich meinte mit offenem Ende nicht die herkömmliche Art, in der man nur nicht weiß, wie ein Charakter sich entscheidet etc., sondern, daß einfach die Geschichte abgebrochen wird. Offenes Ende ist bei Murakami oft schon zu viel gesagt - passender wäre gar kein Ende. Und das mag ich nicht, weil es mir als Leser nichts bringt. Ich weiß, daß für Vielen als Effekt eines Buches ein Gefühl genügt, und das ist ja auch okay, aber für mich reicht das gemeinhin nicht aus.

Dennoch mag ich ja seine Bücher, denn was er wirklich kann, ist einen an seine Schriften fesseln, und das nicht schlecht. Aber wenn jetzt ein neues Buch veröffentlicht werden sollte, werde ich es mir nicht mehr kaufen.
24.02.03 16:25
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aoi


Beiträge: 17
Beitrag #5
RE: Literatur
Hast du "Kyoto" den Roman gelesen? Mir ist der Autor leider entfallen. Ich weiß noch, dass es um das Einzelkind Chieko ging... *arg* ...ich muß es nochmal suchen, dass Buch.

Zumindest endet die Geschichte da ebenfalls einfach.
Ich habe mich dermaßen geärgert, dass ich nicht mehr wußte, was ich sagen sollte. Zudem war knapp ein drittel des Buches die Lebensgeschichte des Autors, welcher der einzige Japaner ist, der den Nobelpreis für Literatur bekommen hat.

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.02.03 16:36 von aoi.)
24.02.03 16:36
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Nora


Beiträge: 2.091
Beitrag #6
RE: Literatur
Dann ist es von Kenzaburo Oe. Allerdings kenne ich den Roman nicht. Sicher, das ist, glaube ich, etwas für den japanischen (modernen) Roman recht typisches. Was ich bisher von Banana Yoshimoto gelesen habe, war auch vom Schluß her nicht anders, bis auf den Unterschied, daß mir auch ihr Stil nicht gefällt. zunge
24.02.03 16:49
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aoi


Beiträge: 17
Beitrag #7
RE: Literatur
Also wenn schon der Stil nicht gefällt, dann mal lieber nicht lesen. *schmunzel*
Ich ärgere mich derzeit, dass ich mir den Roman Musashi besorgt habe. Eine Freundin bzw. Komolitonin sagte mir, dass der eine Band stark gekürzt ist und als Neuauflage nicht taugt.
Die früheren Bände zum Leben des Samurai seien aber leider nur noch in Antiquariaten erhältlich. Welch ein Ärgernis.

Im Endeffeckt komm ich wieder zu dem Entschluß, weswegen ich auch Japanologie studiere.
Die Werke japanischer Autoren sollte man am besten in Original Form lesen. Dann bleibt einem der Verlust von Sprache durch Übersetzung erspart. Ich merke es immer wieder, wenn ich Texte selbst übersetze. Man hat die Wahl zwischen Wort-für-Wort und Sinngemäß.

Aber das weicht zu stark vom Thema ab.

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24.02.03 17:30
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Nora


Beiträge: 2.091
Beitrag #8
RE: Literatur
Was magst Du denn ansonsten an japanischer Literatur? Mir haben die Gedichte von Tanikawa Shuntaro gut gefallen und ich liebe Mori Ogai. Demnächst möchte ich etwas von Kobo Abe lesen, bin mir aber noch nicht sicher, ob es von dem überhaupt deutsche Übersetzungen gibt. Wenn nicht, hol ich es mir aus dem Englischen. Zum Japanischlesen, zumindest von längeren Texten, reicht es bei mir bisher noch nicht. Aber was nicht ist...
24.02.03 17:37
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aoi


Beiträge: 17
Beitrag #9
RE: Literatur
...kann ja noch werden.

Also im Moment bin ich mit Angeboten überhäuft. Dazu dann noch einige Werke für den Geschichtsuntericht und ähnliches. Ich weiß gar nicht, wo ich die Zeit finden soll, das alles zu lesen. *schmunzel* Ich bin selbst schuld. ^^

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24.02.03 17:39
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Nora


Beiträge: 2.091
Beitrag #10
RE: Literatur
Bildung kann nie verkehrt sein! grins Wenn Du etwas Interessantes liest, stell es gerne vor, Du hast hier begeisterte Leser.
24.02.03 22:48
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Literatur
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