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"Schuld" - Vergangenheitsbewältigung
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Ma-kun
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Beitrag #31
RE: "Schuld" - Vergangenheitsbewältigung
Zitat: Im übrigen sollte man erst einmal klären, worüber man hier überhaupt diskutieren möchte. Geht es hier tatsächlich um die "Schuld an Verbrechens [sic!] des Zweiten Weltkrieges", wie der Moderator behauptet, oder um die "Vergangenheitsbewältigung" in Japan?
Guter Einwand.
Zuerst eine Bitte um Entschuldigung für "Verbrechens". Ich hatte den Text geändert und dann den falschen Genetiv übersehen.

Botchan hat das Thema mit einem Aufsatz mit der Überschrift "'Schuld' oder 'Nicht-Schuld' - Ist das hier die Frage?" eröffnet. Wir haben es also primär mit einer Auseinandersetzung über die Wahrnehmung von Schuld zu tun. Daraus resultieren natürlich auch der Umgang und die Bewältigung der Vergangenheit. Will man über Letzteres sprechen, muß man erst Ersteres erfassen. Die Artikel, so streitbar er sein mag, hat eine wirklich treffende Überschrift.

Es muß ja nicht sein, naruhodo, daß Du Dich komplett aus der Diskussion zurückziehst. Ich möchte nur, daß wir hier ganz nah und sachlich beim Thema bleiben. Aus den wenigen Zeilen (und wenn Du tatsächlich eine ganze Persönlichkeit erfassen willst, Du wirklich wissen willst, wesssen Geistes Kind jemand ist, sind auch sämtliche von Anarchys Postings zusammen nur ein paar Zeilen), die wir hier haben, müssen wir das beste machen. Dieses Thema ist vermintes Gelände. Achtet also auf Eure Worte.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 13.05.04 23:28 von Ma-kun.)
13.05.04 23:24
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naruhodo


Beiträge: 10
Beitrag #32
RE: "Schuld" - Vergangenheitsbewältigung
@Ma-kun

Zitat:(und wenn Du tatsächlich eine ganze Persönlichkeit erfassen willst, Du wirklich wissen willst, wesssen Geistes Kind jemand ist, sind auch sämtliche von Anarchys Postings zusammen nur ein paar Zeilen

Noch einmal: Die Aussage „wessen Geistes Kind er ist“, bezieht sich keineswegs auf die gesamte Persönlichkeit der Person, die hinter dem nick Anarchy steht. Ich denke, ich habe das in meinem letzten Beitrag bereits deutlich zum Ausdruck gebracht. Wenn aber jemand behauptet, daß die Trostfrauen von den linken Medien in Japan instrumentalisiert würden, um dem Ansehen des Kaiserhauses zu schaden und das politische System Japans zu zerstören, kann ich mir sehr wohl ein Urteil darüber erlauben, welcher Fraktion dieser jemand angehört, insbesondere dann, wenn dieser jemand behauptet, daß es sich bei der Asahi Shinbun um eine Zeitung handle, die von Kommunisten, Sozialisten und Maoisten (!) unterwandert sei. Nur zu deiner Information: die Asahi Shinbun ist eine der größten Tageszeitungen in Japan und politisch mit der Süddeutschen Zeitung zu vergleichen. Man muß politisch schon sehr verblendet sein, wenn man der Asahi Shinbun anarchistische Tendenzen unterstellt.

Hier die Zitate im Überblick:
- Das ist ledig ein politischer Versuch der Links, die Japan oder das japanische Politischsystem vernichten wollen.
- Asahi Zeitung ist auch unter Einfluß von Kommunismus, Sozialismus, Maoismus (毛沢東主義) und Jucheismus (主体思想).
- Wie alle wissen, die Sowjetunion hat im Jahr 1991 zusammengebrochen. Seitdem haben sie [die japanischen Linken] etwas neues gesucht, damit sie Japan kritisieren können, was am Ende zur Vernichtung des japanischen Kaiserhaus führt, statt ihre politische Meinung zu betonen.

Und hier im Kontext:
erstellt von Anarchy am 04.04.2004 10:33


 
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.05.04 17:02 von naruhodo.)
14.05.04 14:16
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naruhodo


Beiträge: 10
Beitrag #33
RE: "Schuld" - Vergangenheitsbewältigung
@Anarchy

Da ich das Thema für mich abschließen möchte, noch ein paar letzte Worte an dich:

Ich kann verstehen, daß er dir schwerfällt, den Aussagen der Trostfrauen zu glauben. Aber daß du von vornherein kategorisch ausschließt, daß diese Frauen die Wahrheit sagen, und ihnen unterstellst, daß es ihnen nur ums Geld geht, empfinde ich als ausgesprochen arrogant.
Es sind gerade mal sieben Frauen, die im Januar 1997 Geld aus dem Asian Women’s Fund angenommen haben. Alle anderen haben sich geweigert. Und auch die koreanische Regierung unter Kim Young Sam hat betont, daß sie keinen Wert auf eine finanzielle Entschädigung legt. Dieser Politik ist die koreanische Regierung bis heute treu geblieben.
Im übrigen gebe ich zu bedenken, daß es keine Dokumente gibt, die belegen, daß es sich bei den sogenannten Trostfrauen um registrierte Prostituierte gehandelt hat, oder daß diese Frauen sich den japanischen Soldaten freiwillig zur Verfügung gestellt haben.
Was man nicht vergessen darf: Die Prostitution war damals wie heute kein rechtsfreier Raum, sondern streng geregelt. Es ist offensichtlich, daß die kaiserliche Armee in den Besatzungsgebieten japanisches Recht gebrochen hat. Es empfiehlt sich, einmal über die möglichen Gründe nachzudenken.


 
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.05.04 20:31 von naruhodo.)
14.05.04 16:30
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gecko


Beiträge: 24
Beitrag #34
RE: "Schuld" - Vergangenheitsbewältigung
Zitat:Zum einen bestätigen sie explizit, daß japanische Frauen in diesen Bordellen beschäftigt waren, was Anarchy hier unter anderem angeführt hat - steht in den Fußnoten irgendwo unten. Bisher hatte ich nur von Frauen aus den okkupierten Gebieten gelesen. Da kann ich mir nicht vorstellen, daß die japanische Armee Landsleute mit Waffengewalt in Militärbordelle verschleppt.
Sorry Mangus, aber das klingt ein bisschen naiv! Natuerlich gab es Japanerinnen in den Bordellen - und zwar als Aufseherinnen!
Auf der anderen Seite herrschte zu dieser Zeit in Japan eine knallharte Militaerdiktatur, die mit den eigenen Landsleuten nicht zimperlich umging. Anders gesagt: Wer nicht 100% hinter der Militaerregierung stand oder wer gar der Kollaboration beschuldigt wurde, hatte Folter und/oder Tod zu fuerchten. Es gibt keine "guten" Militaerdiktaturen, es hat sie nie gegeben!

Danke Mangus fuer Deine Kritik an der Quelle greenlink, auch wenn ich den Artikel ueber Nordkorea nicht so schnell finden konnte. Egal, bei Texten von eher radikalen Quellen - ob von links oder von rechts - sollte man immer vorsichtig sein, wenn es um die Wahrheit geht.
Aber es bleibt ein grundsaetzliches Problem bei den chinesischen Quellen ueber japanische Kriegsverbrechen: Es gibt nicht wenige Japaner, besonders natuerlich die Tennoisten, die Geschichtsleugner und die Revisionisten, die keine einzige Stimme aus China akzeptieren, weil dieses nun mal ein kommunistisches Land ist und daher die Geschichte gefaelscht und instrumentalisiert wird. Diese Leute, wobei ich auch Anarchy ganz klar zu den Geschichtsleugnern und Revisionisten zaehle, machen es sich zu einfach! Hier in Japan laechelte mir kuerzlich ein Student - er liest nach eigener Aussage gerne "ultranationalistische Zeitschriften" - ins Gesicht und sagte, das Nanjing-Massaker 1937/38 waere ebenso kommunistische Propaganda wie auch Berichte ueber Menschenversuche der Unit 731 in der Mandschurei. Mir verschlug es den Atem, gibt es doch selbst in den Bibliotheken von Osaka genug Buecher, die diese Ereignisse und Verbrechen bezeugen!
Quellen im Internet sind eine heikle Sache, aber wer starke Nerven hat, kann ja mal unter den Stichwoertern "rape of nanjing" sowie "Unit 731" googeln.
Ich selber bin kein Historiker, aber lange genug auf in der Welt, dass ich weiss, dass sich Geschichtsfaelschungen und historische Luegen grossen Stils nie lange halten koennen! Es koennen durchaus einzelne Aussagen als falsch bewiesen und Zahlen korrigiert werden (wie auch bei der Wehrmachtsausstellung), aber die historischen Fakten bleiben bestehen!
15.05.04 17:23
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Mangus


Beiträge: 254
Beitrag #35
RE: "Schuld" - Vergangenheitsbewältigung
Zitat:Sorry Mangus, aber das klingt ein bisschen naiv! Natuerlich gab es Japanerinnen in den Bordellen - und zwar als Aufseherinnen!

Nun ja, so steht es auf der zitierten Seite eben nicht. Da es offenbar keiner gelesen hat, poste ich es hier noch mal, was ich auf der Seite der Opferanwälte meine:

Zitat: ...The prices varied by the women's nationality. (Verweis auf Fußnote 15) ...
Zitat:(Fußnote 15)Boling, supra note 13, at 543, citing an example of "one yen for Chinese, one and a half yen for a Korean woman, and two yen for a Japanese woman."

Das sieht mir nicht nach Aufseherinnen aus, denn es werden ausdrücklich die Preise für die Prostituierten beschrieben. Weiterhin halte ich es für höchst unwarscheinlich, daß das Militär Zwangsprostituierte aus der eigenen Zivilbevölkerung einsetzt - niemand würde die Moral an der Heimatfront freiwillig so gefährden.

Beispiel des Green Left Weekly zum Koreakrieg:

Zitat: Full-scale war broke out in June 1950. Who started it is debatable. There are indications that extreme right-wing elements in the southern army may have attempted an incursion into the north. But once the fighting started, the northern army went on the offensive and rapidly seized control of almost the whole Korean peninsula.

Man dreht die Geschichte eben so, wie es einem in die Ideologie paßt. Deshalb finde ich es völlig korrekt, daß man kommunistische Geschichtsschreibung ablehnt, man muß das andere Extrem aber genauso behandeln.

Wenn Du wissen willst, wie akkurat kommunistische Geschichtsschreibung ist, schaue Dir mal an, was die DDR zu den Massenmorden, Vertreibungen und Gulags der Sowjetunion geschrieben hat.

Nanking kann ich auch schon nicht mehr hören - hat es die chinesische KP denn danach besser gemacht? Was sagen wohl die Tibeter zum Verhalten der chinesischen Invasoren in ihrem Land?

Was soll uns nun an Einheit 731 mehr schockieren, deren Verbrechen, begangen in einem totalitären Regime während des Krieges oder die Vertuschung und Nutznießung der Ergebnisse durch die USA, einer Demokratie zu Friedenszeiten?

So kann es nicht funktionieren, wenn immer nur den Verlierern von Konflikten der Strick gedreht wird, die Sieger mit ihren Verbrechen aber davon kommen. Nur eine unabhängige Instanz, wie der Internationale Strafgerichtshof, kann Gerechtigkeit bringen, da er beide Seiten verfolgt und richtet.

Editiert wegen fehlenden Absätzen.

Baustelle
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.05.04 19:37 von Mangus.)
15.05.04 19:33
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gecko


Beiträge: 24
Beitrag #36
RE: "Schuld" - Vergangenheitsbewältigung
Zitat:Ich weiß, dass meine Meinungen über den Pazifischen Krieg und Kriegsverbrechen leugnend, sehr speziell und für manche Leute nicht akzeptabel sind.
Zitat von Anarchy am 13.05.2004 09:10

Stimmt!

Anarchy, ich habe lange mit mir gerungen, ob ich Dir persoenlich schreiben soll. Denn damit fordere ich eine Antwort von Dir heraus - und eigentlich moechte ich von Dir keine Antwort, zu unakzeptabel und ermuedend fand ich Deine bisherigen Ausfuehrungen!

Warum?
1. Ich finde Deine Sprache menschenverachtend! Du sprichst bei den Opfern z.B. immer nur von "Beschaedigungen", immer wieder wiederholst Du in Deinen Beitraegen Formulierungen wie
Zitat:Aber angesichts der Tatsache, dass betreffs dieser Frauen, die in dieser Zeit durch Prostitution beschädigt worden sind,...
Folgerichtig geht es dann bei Dir auch immer nur um "Entschaedigungen" an Stelle von Schuld - Vergangenheitsbewaeltigung!
Anarchy, es geht hier nicht um irgendwelche Gegenstaende, um Autos oder Fensterscheiben, es geht um menschliche Opfer, kapiere das doch mal! Rede Dich bitte nicht damit raus, dass Du die deutsche Sprache nicht genuegend beherrschst. An anderen Stellen verwendest Du die Sprache vielseitig und variabel. Nur bei den Opfern findest Du keine Synonyme, verwendest immer nur "Beschaedigungen" usw.

2. Deine Beitraege sind kilometerlang und dienen meiner Meinung nach nur einem Zweck: Desinformation!
Desinformation heisst nicht unbedingt falsche Information! Es soll nur nicht wirklich informiert, sondern es soll abgelenkt und in die Irre gefuehrt werden. Du reisst staendig neue Baustellen und neue Pfade auf und hoffst, dass Interessierte dem nachgehen, sich darin verlieren und das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren!

Beispiele aus beiden Threads:
a) Ich weiss selber, dass es schwer ist, immer genau am Thema zu bleiben. Aber Deine Querverweise zu den Naziverbrechen oder zu Vietnam oder zu Indianern oder oder sollen nur vom eigentlichen Thema ablenken.
Ich interessiere mich persoenlich seit 20 Jahren fuer Politik und diskutiere entsprechend lange und viel mit anderen Leuten. Mir ist z.B. bei Diskussionen mit Deutschen ueber die Naziverbrechen immer wieder aufgefallen, dass besonders die Leugner und Verharmloser dann gerne das Thema bzw. die Taeter die wechseln. Da ist dann von Stalins Verbrechen die Rede, von den Amis in Vietnam, den Indianern, die Sklaverei, Pol Pot, den Tuerken und die Armenier - bis hin zu den Spaniern in Lateinamerika vor 500 Jahren. NUR: So what? Na und? Es stimmt ja alles, aber das ist doch nicht das urspruengliche Thema! Das ist alles nur Ablenkung!
Die Menschen sollten aus der Geschichte lernen und eine Logik a la "Alle sind Arschloecher, warum soll ich also auch keins sein!" hilft niemanden weiter (und ist fuer mich persoenlich die Logik eines verzogenen Kindes).

b) Ich frage mich immer bei Deinen superlangen Beitraegen oft, worauf Du darauf eigentlich hinaus willst! Zur Erhellung tragen sie nicht unbedingt bei, oft fehlt irgendwie der Zusammenhang, staendig tauchen neue Namen und Verweise auf. Viele User trauen sich wahrscheinlich nicht Dir zu antworten bevor sie nicht jedes Detail genau geprueft haben - um nicht unwissend zu erscheinen! Immer nach der Devise: Bevor Du Dich zu dem Thema auesserst, lese erstmal diese Quellen. Und wenn Du dann ankommst und diskutieren moechtest gebe ich Dir den naechsten Stapel. Aber eine Frage bleibt bei Deinen Beitraegen oft: SO WHAT?

c) Passend dazu auch ein Beispiel zu Deinen Versuchen, andere Quellen zu diskreditieren: Zum Thema "Comfort Women" wurde der Link http://www.cmht.com/casewatch/cases/cwcomfort2.htm gepostet. Aus den 20(!) angegebenen Quellen greifst Du Dir eine heraus und schreibst
Zitat:Die Berichte von Coomaraswarmy und McDougal haben Probleme, dass sie die Zeugenaussage wie von Yoshida enthalten, die heutzutage als Meineid bewiesen worden sind. Deswegen darf man nicht blind an sie glauben, obwohl sie von UNO sind.
Jetzt enthaelt anscheinend dieses eine Buch auch Aussagen von einer(!) Person namens "Yoshida", die nicht die Wahrheit gesagt hat. Ist deswegen die historische Tatsache unwahr?
Anarchy, ich werde Dir jetzt aber nicht den Gefallen tun und dieses Buch auftreiben und Seite um Seite lesen, ob es diesen Namen Yoshida ueberhaupt gibt! Vielleicht stimmt dieser Name, aber aber das aendert letztendlich doch nichts! Denn es werden sowohl in diesem Buch, in den anderen 19 Quellen sowie noch in vielen Quellen mehr historische Tatsachen stehen!

d) In Deinen kilometerlangen Beitraegen sind sehr oft verquere Argumentationen drin:
Zitat:Trotzdem blieb Unzufriedenheit, besonders zwischen den asiatischen Ländern, dass Entschädigung Japans nicht genug war. Die japanische Regierung hat deswegen schon in den 50er Jahre angefangen, diese Unzufriedenheit mit einem Programm, nämlich ODA (Official Development Assistance) auszugleichen und das Programm dauert heute noch.
Hilfe! Die ODA hat mit irgendwelchen japanischen Entschaedigungen gar nix zu tun! Es handelt es sich hierbei um die oeffentliche Entwicklungszusammenarbeit aller Industrielaender gegenueber den Entwicklungslaendern (einer der groessten Beitragszahler ist Schweden).
Zitat:Elysee-Vertrag wurde geschlossen, weil gemeinsame Gegner, nämlich die Sowjetunion und Co. damals noch existieten. Er hat nicht mit dem Zweitenweltkrieg zu tun.
Du verwechselst die EU mit der NATO. Die europaeische Integration hat nicht nur was mit Weltkrieg II, sondern mit vielen Jahrhunderten europaeischer Geschichte und Kriege zu tun. Aber ich moechte Dir keine Nachhilfestunde geben!
Auch Deine Auesserungen ueber die deutsche Aussenpolitik sind sehr eigenartig: Deutschland zahlt keine Entschaedigungen an "einzelne Personen" (wie Du wiederholt schreibst), sondern z.B. an das juedische Volk im Namen des deutschen Volkes. Wenn Du das "Volk" als Gesamtheit von Einzelpersonen siehst, dann schreibe es auch bitte so.
Zitat:Wie gesagt, Deutschland hat zwar Wiedergutmachung für einzelne Personen durchgeführt aber das basiert nicht auf völkerrechtliche Pflicht sondern auf seine eigene politische Entscheidung. Also Deutschland hat völkerrechtliche Entschädigung noch nicht gemacht. Die Entschädigungen von Deutschland ist für diejenigen, die durch Nationalsozialisten beschädigt worden sind. Dadurch gelang es Deutschland, seine völkerrechtliche Pflicht entkommen zu sein und Nazionalsozialisten dafür verantwortlich gemacht zu haben.
Heisst das, wir muessen die Nazis wieder einsetzen, denn nur sie koennen sich voelkerrechtlich entschuldigen? Die fehlende Kontinuitaet in der deutschen Geschichte mag Dich irritieren, aber sie ist durchaus gewollt!

3. Du fuehrst viele Fakten(?) an und ziehst sehr naive Schluesse!
Internationale Politik und Diplomatie ist komplex und vielschichtig! Jedenfalls gehoert zur Aussoehnung mit andern Staaten mehr als der laessige Verweis auf eine einzige Unterschrift (oder auch zwei), die v.a. durch Siegermaechte erzwungen wurde.
Auch gibt es eine Dynamik, d.h. Dinge aendern sich im Zeitablauf. Wenn der Yasukuni-Schrein im 19. Jahrundert zu Ehren der japanischen Kriegshelden erschaffen wurde, dann hat dieser 1945 eine ganz anderen Symbolik und Bedeutung erhalten.

4.
Zitat:Kann sein, dass mein Beitrag für Andere zu einseitig ist, aber ich bin der Meinung, dass man die Geschichte nicht aus dem moralischen Niveau beurteilen darf, weil es sich nicht leugnen lässt, dass verschiedene Moral existiert.
Menschenrechte sind Menschenrechte! Wie heisst eigentlich der Plural von "Moral"?

Anarchy, Du wirst mir jetzt wahrscheinlich in Deiner typischen Art antworten: Danke schoen, tut mir leid, wenn ich Dir irgendwas nicht an meinen Auesserungen gepasst hat, aber....
...und dann folgen die naechsten Kilometer Desinformation.

Du hast mir leider schon zuviel Zeit genommen! Ich habe die naechsten vier Wochen aus beruflichen Gruenden keine Zeit, dieses Forum zu besuchen - und danach werde ich auch nicht mehr in diese Thematik einsteigen und/oder Dir antworten!

Ich danke Dir aber fuer den Einblick, dass es mit der Vergangenheitsbewaeltigung Japans nicht so weit her ist. Wobei Du natuerlich NICHT unbedingt repraesentativ bist - aber eben auch keine radikale Minderheit!
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.05.04 19:55 von gecko.)
15.05.04 19:50
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gecko


Beiträge: 24
Beitrag #37
RE: "Schuld" - Vergangenheitsbewältigung
Waehrend ich meinen langen Post an Anarchy geschrieben habe, kam von Mangus der Beitrag rein:
Zitat:Wenn Du wissen willst, wie akkurat kommunistische Geschichtsschreibung ist, schaue Dir mal an, was die DDR zu den Massenmorden, Vertreibungen und Gulags der Sowjetunion geschrieben hat.
Danke, dass Du meine Argumentation aus dem letzten Post so wunderbar unterstreichst - die Ablenkung (Punkt 2a.). Geht es hier im Japan-Forum um russische Gulags? Nein, Thema verfehlt - setzen!

Zitat:Nanking kann ich auch schon nicht mehr hören....
Was soll uns nun an Einheit 731 schockieren....

Hui, Dich kann anscheinend nichts mehr schockieren! Du scheinst ein ganz harter Junge zu sein! zwinker

Mir dreht sich bei der Lektuere ueber diese Themen immer noch fast der Magen um! Sorry, ich gehoere einfach zu diesen Sch...Humanisten!

Meine allerletzten Worte in diesem Thread: Es geht hier um Japan und seinen Kriegsverbrechen im Pazifischen Krieg - um nichts anderes!
Dieses Land hatte in seiner Vergangenheit Schuld auf sich geladen - wie die meisten Laender in seiner Geschichte auch! Niemand ist wirklich frei von Schuld, Japan ist NICHT schlechter als andere Nationen!

Aber ich akzeptiere die Argumentationen einiger User nicht! Begreifen vielleicht, aber ich akzeptiere sie eben nicht!

Sayonara!
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.05.04 20:09 von gecko.)
15.05.04 20:06
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Mangus


Beiträge: 254
Beitrag #38
RE: "Schuld" - Vergangenheitsbewältigung
Nein ein verfehltes Thema lasse ich mir nicht unterschieben: Du schreibst, russische Gulags gehören nicht hierher? Erkennst Du diesen Deiner Sätze wieder?

Zitat: Menschenrechte sind Menschenrechte!

Wer selber eklatant Menschenrechte verletzt, während er andere dessen anklagt, wie die Sowjetunion und China, sollte sich nicht einbilden, daß ihm geglaubt wird. Schließlich hast Du selbst bemängelt, daß in Japan niemand den Chinesen glaubt - genau darum geht es hier.

Wenn Du mich zitierst, markiere bitte auch, wo Du einfach Worte wegläßt. Ich habe geschrieben:

Zitat: Was soll uns nun an Einheit 731 mehr schockieren, ...

Darauf lege ich Wert, denn nur so macht der angehängte Nebensatz Sinn - nur Deine Argumentation nicht mehr. Wer sich so verhält wie die USA im Fall von Einheit 731, ist ein Mittäter. Ich erwarte eben von einer Demokratie mit unabhängiger Justiz mehr als von einer Militärdiktatur - deshalb finde ich beide Seiten gleich verwerflich.

Man darf eben nicht auf dem einem Auge blind sein, wenn es um die Bewältigung der Vergangenheit geht. Altes russisches Sprichwort: Wer immer links rudert, wird rechts ankommen.

Baustelle
15.05.04 20:43
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naruhodo


Beiträge: 10
Beitrag #39
RE: "Schuld" - Vergangenheitsbewältigung
@Mangus

Eigentlich wollte ich zu diesem Thema nichts mehr schreiben, da ich aber das Gefühl habe, daß ich dir noch eine Antwort schuldig bin, habe ich mich entschlossen, doch noch einen Beitrag zu diesem Thema zu verfassen.

Erst einmal ein paar Worte zu den japanischen Frauen in den Bordellen.
Bezug nehmend auf den folgenden link
http://www.cmht.com/casewatch/cases/cwcomfort2.htm#end8
hast du geschrieben:

Zitat:Naruhodo, Du beziehst Dich auf die Aussagen dieser Kanzlei für Sammelklagen. Die Anwälte haben einige Fakten auf ihrer Seite, die ich bisher noch nicht kannte.
Zum einen bestätigen sie explizit, daß japanische Frauen in diesen Bordellen beschäftigt waren, was Anarchy hier unter anderem angeführt hat - steht in den Fußnoten irgendwo unten. Bisher hatte ich nur von Frauen aus den okkupierten Gebieten gelesen. Da kann ich mir nicht vorstellen, daß die japanische Armee Landsleute mit Waffengewalt in Militärbordelle verschleppt.

Darauf antworte ich dir wie folgt: Niemand hat behauptet, daß die Japanerinnen verschleppt worden sind.

Dein zweiter Kommentar lautet:

Zitat:Was mich auch verwundert, ist, daß die amerikanischen Streitkräfte das System mit den gleichen Frauen weiterbetrieben und ausgebaut haben. Sind denen die Zustände nicht aufgefallen? In Europa haben sie doch auch keine Häftlinge aus Konzentrationslagern weiterhin gefangen gehalten.

Warum hätten sie das auch tun sollen?


Des weiteren möchte ich dich darauf aufmerksam machen, daß du mit unsauberen Methoden arbeitest.
Ich habe den folgenden Artikel verlinkt
http://www.greenleft.org.au/back/2001/455/455p22.htm
und du hast diesen wie folgt kommentiert:

Zitat:Ich habe mir mal die Seite des Green Left Weekly, auf die Naruhodo als letztes verlinkt hat, genauer angeschaut.

Dort verurteilt man ausführlich Japan wegen der 60 Jahre alten Trostfrauen-Affäre, leugnet aber ganz entschieden jegliche gegenwärtige Menschenrechtsverletzung in Nordkorea.

An der Lage der Nordkoreaner sind nach deren Meinung nur die bösen, ausländischen Imperialisten schuld, ebenso am Rest der Probleme die das Land hat. Das nordkoreanische Kernwaffenprogramm wird verleugnet, Tests von ballistischen Raketen und massive Spionage mit U-Booten verharmlost. Die Entführung von japanischen Kindern durch Nordkorea wird totgeschwiegen.
So etwas habe ich schon jahrelang nicht mehr gelesen. Genauer gesagt, so eine linksradikale Lobhudelei auf die nordkoreanische Führung habe ich seit der DDR-Propaganda nicht mehr gelesen. Ausgerechnet diese australischen Hobby-Stalinisten sollen nun den Japanern als Beispiel für korrekte Geschichtsbetrachtung hingestellt werden?

Nun, es ist offensichtlich, daß du dich zu einem Artikel geäußert hast, den ich nicht verlinkt habe. Statt dessen versuchst du, uns in deinen Beiträgen eine Diskussion über kommunistische Geschichtsschreibung aufzudrängen, obwohl es in diesem thread um die Vergangenheitsbewältigung in Japan geht. Einen Beweis, daß es sich bei der Green Left Weekly um eine linksradikale Website handelt, bist du uns schuldig geblieben. Du hast es nicht einmal für nötig gehalten, einen link zu dem Artikel zu setzen, auf den du dich beziehst. Niemand kann überprüfen, ob du den Inhalt des Artikels wahrheitsgemäß wiedergegeben hast oder nicht. Das ist schlichtweg ergreifend unseriös.

Wie dem auch sei, ich nehme zur Kenntnis, daß dir die Green Left Weekly unglaubwürdig erscheint, obwohl ich als Japanologin weiß, daß der Inhalt des Artikels, den ich verlinkt habe, korrekt ist, unabhängig davon, von wem dieser Artikel ins Netz gestellt wurde. Wenn du Zugang zu einer Datenbank der großen japanischen Tageszeitungen (Yomiuri shinbun, Asahi shinbun, Mainichi shinbun) hättest, könntest du dich davon überzeugen. Im übrigen gibt es noch andere Websites, die sich mit Fujioka Nobukatsu und dem Geschichtsrevisionismus in Japan beschäftigen (den darum ging es in dem Artikel, den ich verlinkt habe). Du hast also die Möglichkeit, dich umfassend zu informieren und den Inhalt des Artikels, den ich verlinkt habe, zu widerlegen.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.05.04 20:28 von naruhodo.)
16.05.04 20:26
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Mangus


Beiträge: 254
Beitrag #40
RE: "Schuld" - Vergangenheitsbewältigung
Völlig richtig, niemand hat behauptet, die Japanerinnen wären verschleppt worden, das erkenne ich ohne Frage an. Sie wurden überhaupt nicht erwähnt, mit keinem einzigen Wort. Genau diese Unterlassung ist das Problem. Das Verschweigen einer Tatsache ist eine Form der Lüge, so wird in jeder billigen Anwaltsserie bei der Vereidigung vorgebetet. Damit ändert sich das Bild der ausschließlichen Verschleppung und Gewalt, da es offenbar auch Freiwillige in den Bordellen gab.

Gerne antworte ich Dir auf die Frage, was die amerikanischen Truppen hätten tun sollen: Die Bordelle schließen natürlich. Waren die Zustände dort, wie von den Opfern beschrieben, bleibt normalen Menschen doch keine andere Handlungmöglichkeit.

Das Green Left Weekly ist Deine Quelle, Narohodo. Bei dem Namen sollte Jedem einleuchten, daß es sich um eine Organisation mit politischem Interesse handelt. Da ich annahm, Du kennst Deine Quellen, habe ich das nicht weiter ausgeführt. Natürlich verstehe ich, daß es sehr schwer ist, in die Suchfunktion des Green Left Weekly "North Korea" einzutippen.

Offenbar hast Du auch die folgenden Posts nicht einmal gelesen, sonst wäre Dir sicher aufgefallen, daß wir dieses Thema schon diskutiert haben. Ich postete einen Beispiellink und ein Zitat des Green Left Weekly, in der Nordkoreas Überfall auf den Süden geleugnet wird. Hoffentlich erwartest Du nicht, daß ich Zitate für die Dinge bringe, die das Blättchen einfach verschweigt.

Behaupte bitte nicht, ich würde jemandem eine Nebendiskussion über kommunistische Geschichtsschreibung aufzwingen - wer so offensichtlich lügt, wie diese linke Seite, versucht bei solchen Themen von Verbrechen der eigenen Seite abzulenken.

Mit Argumenten von Tätern der Gegenseite kann man keine glaubwürdige Diskussion über Vergangenheitsbewältigung führen, da sie genau so zu verurteilen sind. Genau deshalb endet so etwas immer in einem Flamewar. Das erschwert allen Beteiligten die Wahrheitsfindung, im Kleinen wie im Großen - wie ich schon schrieb, sind unabhängige Instanzen vorzuziehen.

Baustelle
16.05.04 22:12
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"Schuld" - Vergangenheitsbewältigung
Thema geschlossen 


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