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Vernünftiges Japanisches Layout mit LibreOffice
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.904
Beitrag #1
Vernünftiges Japanisches Layout mit LibreOffice
Endlich habe ich herausgefunden, wie man Japanisch vernünftig in LibreOffice setzt.

Bis jetzt war immer das Problem, dass, wenn man mal einen längeren japanischen Text schreibt, die Zeichen irgendwie nur komisch angeordnet waren. Auch haben sich immer die Zeilenabstände verschoben, wenn man irgendwo Furigana dazwischen gesetzt hat. Normalerweise wird Japanisch aber in einem vorgegebenen Gitter gesetzt (also so wie bei dem 原稿用紙), wo schon von vornehinein die Anzahl der Zeichen pro Zeile und die Anzahl der Zeilen festgesetzt werden.

Jetzt habe ich endlich festgestellt, wie man das in LibreOffice einstellt.

  1. Als erstes muss unter Optionen\Spracheinstellungen\Sprachen Asiatisch ausgewählt werden.
  2. Anschließend muss man unter Format\Seite ganz rechts auf Textraster klicken, anschließend auf „Raster (Linien und Zeichen)“.
  3. Danach muss berechnet werden: Wie viel Zeichen will man haben? Die Anzahl der Zeichen und Zeichen ergibt sich nach der Basistextgröße, außerdem nach der Textgröße. Ruby (Furigana) haben normalerweise 1/2 der Basistextgröße, also bei einer Textgröße von 12 muss die Ruby-Textgröße 6 sein. Man kann anschließend auch noch einstellen, dass das Raster angezeigt wird, was für die Bearbeitung eventuell sinnvoll ist. Das wird dann allerdings auch in ein PDF exportiert, muss man schauen, ob man das so haben will. Kann man vor dem Exportieren/Drucken ja wieder ausstellen.
  4. Anschließend muss in den Formatvorlagen (F11) der Absatz bearbeitet werden: Rechte Maustaste auf Standard, dann bei „Ausrichtung“ das „Am Textraster fangen“ anklicken. Anschließend muss bei „Einzüge und Abstände“ der Zeilenabstand auf jeden Fall auf 1 gesetzt werden und bei „Schrift“ dann die Textgröße natürlich auf die im Seitenlayout eingestellte Größe.
  5. Für Furigana muss anschließend noch die Zeichenvorlage für Ruby geändert werden. Die findet sich auch bei den Formatvorlagen, aber dann der zweite Reiter. Dort dann auf Rubys klicken und bei „Schrift“ die Größe anpassen (auf die Hälfte des Normaltextes).

Hat man das gemacht, wird der japanische Text wesentlich besser angezeigt. Die Abstände stimmen und die Furigana verschieben nicht mehr die Zeilenabstände.

Wäre schön, wenn jemand das mal ausprobieren könnte und mir von seinen Erfahrungen berichten kann.

Textraster aktiviert und eingeblendet:
   

Textraster aktiviert aber augeblendet:
   

Ohne Textraster:
   

Edit: OK, einen Bug hab ich entdeckt. Wenn man in eine Zeile, die Furigana enthält, lateinische Buchstaben schreibt, verrutscht wieder alles. Mal schauen ob man das beheben kann.
Edit2: Ok, die Schriftgröße der Rubys verringern hilft. In den Textrastereinstellungen muss z.B. 11 für den Haupttext, 6 für die Rubys eingestellt werden und die Ruby-Zeichenvorlage nur noch 4. Oder aber die maximale Rubygröße in den Rastereinstellungen auf 7 (Dann vergrößert sich der Zeilenabstand).

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.07.14 17:35 von Hellstorm.)
17.07.14 17:16
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UnDroid


Beiträge: 385
Beitrag #2
RE: Vernünftiges Japanisches Layout mit LibreOffice
Zitat:Als erstes muss unter Optionen\Spracheinstellungen\Sprachen Asiatisch ausgewählt werden.
Anschließend muss man unter Format\Seite ganz rechts auf Textraster klicken, anschließend auf „Raster (Linien und Zeichen)“.
Danach muss berechnet werden: Wie viel Zeichen will man haben? Die Anzahl der Zeichen und Zeichen ergibt sich nach der Basistextgröße, außerdem nach der Textgröße. Ruby (Furigana) haben normalerweise 1/2 der Basistextgröße, also bei einer Textgröße von 12 muss die Ruby-Textgröße 6 sein. Man kann anschließend auch noch einstellen, dass das Raster angezeigt wird, was für die Bearbeitung eventuell sinnvoll ist. Das wird dann allerdings auch in ein PDF exportiert, muss man schauen, ob man das so haben will. Kann man vor dem Exportieren/Drucken ja wieder ausstellen.
Anschließend muss in den Formatvorlagen (F11) der Absatz bearbeitet werden: Rechte Maustaste auf Standard, dann bei „Ausrichtung“ das „Am Textraster fangen“ anklicken. Anschließend muss bei „Einzüge und Abstände“ der Zeilenabstand auf jeden Fall auf 1 gesetzt werden und bei „Schrift“ dann die Textgröße natürlich auf die im Seitenlayout eingestellte Größe.
Für Furigana muss anschließend noch die Zeichenvorlage für Ruby geändert werden. Die findet sich auch bei den Formatvorlagen, aber dann der zweite Reiter. Dort dann auf Rubys klicken und bei „Schrift“ die Größe anpassen (auf die Hälfte des Normaltextes).
Das meiste war bei mir schon standardmäßig aktiviert.

Beim Raster, kann ich zusätzlich noch auswählen, ob es gedruckt werden soll (wenn es angezeigt wird).
   

Funktioniert soweit so gut auf Xubuntu 14.04.
   

mfg
17.07.14 19:30
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.904
Beitrag #3
RE: Vernünftiges Japanisches Layout mit LibreOffice
Ich finde es schade, dass das Raster nicht wie eine Hilfslinie behandelt wird. So muss man um es auszublenden immer wieder in die Seiteneinstellung gehen.

Btw: Ich finde es ja erstaunlich, wie viele Leute hier im Forum Linux benutzen hoho Woher kommt das?

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
17.07.14 20:22
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.904
Beitrag #4
RE: Vernünftiges Japanisches Layout mit LibreOffice
Übrigens habe ich gemerkt, dass die Betonungszeichen leider nicht gut funktionieren. Da verrutscht der Basis-Text.

Im Yokogaki kann man sich behelfen, indem man einfach Furigana mit ・ drübersetzt, dann passt das gut. Leider funktioniert im Tategaki 、 als Furigana nicht gut... Schade. Ich glaube ich werde da mal einen Bug melden, denke aber nicht, dass das Aussicht auf Erfolg hat.

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
17.07.14 21:48
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shakkuri


Beiträge: 1.387
Beitrag #5
RE: Vernünftiges Japanisches Layout mit LibreOffice
(17.07.14 20:22)Hellstorm schrieb:  Btw: Ich finde es ja erstaunlich, wie viele Leute hier im Forum Linux benutzen hoho Woher kommt das?

also bei mir aus der leidigen Windows-Vista Zeit. Umstieg wegen genervt seins. grins
Aber inzwischen steh ich auch voll und ganz hinter Philosophien wie Open Source, Creative Commons, usw.
Danke übrigens, für den Beitrag. Den sollte man irgendwie unter "Ergebnisse" pinnen.

接吻万歳
19.07.14 09:39
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UnDroid


Beiträge: 385
Beitrag #6
RE: Vernünftiges Japanisches Layout mit LibreOffice
Naja, ohne Win7 könnte ich jetzt nicht leben. In Sachen Benutzerfreundlichkeit, Stabilität, Kompatibilität etc ist Windows Linux einfach noch um einige Längen voraus. Mir gefällt einfach die Tatsache, dass es schnell startet und man bedenkenlos Surfen kann.

mfg
19.07.14 14:16
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.904
Beitrag #7
RE: Vernünftiges Japanisches Layout mit LibreOffice
(19.07.14 09:39)shakkuri schrieb:  also bei mir aus der leidigen Windows-Vista Zeit. Umstieg wegen genervt seins. grins
Aber inzwischen steh ich auch voll und ganz hinter Philosophien wie Open Source, Creative Commons, usw.
Danke übrigens, für den Beitrag. Den sollte man irgendwie unter "Ergebnisse" pinnen.

Ich hatte von 2006–2010 meine Linux- und Open-Source-Zeit. Windows komplett vom PC gebannt, nur noch Linux benutzt, fast alle proprietäre Software aus meinem Gehirn verbannt usw.

Aber dann ab ca. 2009/2010 mal wieder Windows benutzt, und ich war so überrascht, wie einfach alles funktioniert.

Jetzt habe ich mir mal wieder beides draufgemacht, sehe das aber nicht mehr so dogmatisch. Windows ist objektiv gesehen doch schon weeeesentlich besser als Linux, aber einige Sachen sind bei Linux gut. Vor allem stört mich jetzt mittlerweile die ganze Accountirisierung des Computers (Also z.B. bei Windows 8 braucht man für die Metro-Oberfläche ja schon einen MS-Account) und die ganzen Abo-Modelle (Adobe, MS Office usw). Da ist Linux ja der einzige Zufluchtsort.

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19.07.14 20:15
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.904
Beitrag #8
RE: Vernünftiges Japanisches Layout mit LibreOffice
Also was ich mit dem Layout mittlerweile für Fehler entdeckt habe:

  1. Betonungszeichen funktionieren nicht gut.
  2. Der Abstand zwischen den japanischen Zeichen verändert sich nicht, wenn 禁則処理 beachtet werden muss. Beispielsweise darf je nach Regel 々 nicht am Anfang der Zeile stehen, so dass normalerweise das vorhergehende Zeichen mit in die nächste Zeile übernehmen werden muss. Dadurch fehlt natürlich in der vorherigen Zeile dann ein Zeichen und am Ende der Zeile tut sich eine Lücke auf. Normalerweise werden dann die Zeichenabstände zwischen den Kana/Kanji in der gesamten Zeile minimal erhöht, so dass trotzdem ein Blocksatz entsteht. Das macht LibreOffice leider nicht (oder ich habe keine Funktion dafür entdeckt). Das gleiche Problem tritt z.B. auf, wenn eine Zahl oder ein lateinischer Text am Zeilenumbruch auftritt. Insbesondere bei einem längeren lateinischen Wort kann da eine ganz schöne Lücke entstehen.
  3. Unter Windows ist der IME-Modus irgendwie etwas gestört, das funktioniert dort nicht so ganz.
  4. Zwischen Kana/Kanji und lateinischem Text ist teilweise der Abstand zu gering. Eigentlich müsste dort eine kleine Lücke sein, aber das ist teilweise nicht der Fall.

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20.07.14 11:46
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Vernünftiges Japanisches Layout mit LibreOffice
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