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Ausbildung FremdsprachenkorrespondentIn F+U Heidelberg
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L4D


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Beitrag #41
RE: Ausbildung FremdsprachenkorrespondentIn F+U Heidelberg
Ich versteh das Problem nicht. Alle meine Magister-Freunde haben nach dem Japo-Studium Arbeit gefunden. Und auch ich bin mit meinem MA in Lohn und Brot.

And so castles made of sand fall in the sea - eventually ...
29.09.11 05:17
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konchikuwa


Beiträge: 951
Beitrag #42
RE: Ausbildung FremdsprachenkorrespondentIn F+U Heidelberg
Das Problem ist, dass viele eben während ihres Studiums eben nicht wissen, wo es später mal lang gehen soll und teilweise große Existenzängste haben. Am Ende des Studiums merkt man häufig, wie wenig "Nützliches" (mir fällt gerade kein besserer Begriff ein) man eigentlich kann, und die meisten Japanologen können auch nicht ausreichend Japanisch, um z.B. damit etwas beruflich zu machen. Das ist das Problem.
29.09.11 07:03
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L4D


Beiträge: 385
Beitrag #43
RE: Ausbildung FremdsprachenkorrespondentIn F+U Heidelberg
Japanologen gehören zwar meistens nicht zu den Großverdienern, Arbeitslosigkeit ist nach dem Studium allerdings i.d.R. nicht wirklich ein Problem.

And so castles made of sand fall in the sea - eventually ...
29.09.11 09:10
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Sue


Beiträge: 179
Beitrag #44
RE: Ausbildung FremdsprachenkorrespondentIn F+U Heidelberg
@konchikuwa Das ist genau, was ich meine.

Um uns diese "Versag"-Angst zu nehmen, gab es an unserem Institut auch schon eine Art Alumni-Treffen (mir fällt grad die richtige Bezeichnung nicht ein), zu der ein paar Ehemalige kamen und aus dem Nähkästchen geplaudert haben, was sie mit Japanologie erreicht haben. "Nein nein, Wirtschaft brauchst du nicht! ......aber dann bin ich doch auf den Wirtschaftszweig aufgesprungen und hoppala war ich erfolgreich und hab mit 28 schon meine eigene kleine Firma gegründet *prahlprahl*" Das ist die Befürchtung, dass man, wenn man nicht in Richtung BWL/VWL was gemacht hat, zu wenig bis kein Wissen für den Arbeitsmarkt mitbringt. Deswegen hab ich auch grad so das Bedürfnis noch etwas dranzuhängen, was mir mehr als etwas Praktisches erscheint.
Sicher, wenn ich einige EDV-Kurse besuche, kann ich das in meinem Lebenslauf natürlich auch auflisten. Im Endeffekt wäre dann die FSK-Ausbildung rausgeworfenes Geld und Zeitverschwendung, stimmt schon... :/
Jetzt bin ich fast am Ende des Masters und hab immernoch keine Vorstellungen davon, was aus mir werden soll. Aber das ist ja mein eigenes Problem. BA-Nebenfach war übrigens Koreanisch. Nicht sehr ideal, auch wenn man kaum noch ein Wort mehr kann zunge Interesse hätte ich auf dem Gebiet Übersetzen. Ich mach es relativ gerne, nur nicht sonderlich gut... zunge
Wahrscheinlich lautet das Zauberwort "Praktikum".
29.09.11 22:44
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.892
Beitrag #45
RE: Ausbildung FremdsprachenkorrespondentIn F+U Heidelberg
Ich glaube, das Problem ist halt wirklich, dass man in den wenigsten Fällen Japanisch gut genug kann, um damit irgendwas anfangen zu können. Dann kann man zwar eventuell sein Zweitfach besser, um damit Geld zu verdienen, aber dann fragt man sich natürlich, wieso man Japanisch gelernt hat. Andersherum kann man dann eventuell Japanisch gut genug, aber sein Zweitfach nicht richtig...

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
30.09.11 01:55
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L4D


Beiträge: 385
Beitrag #46
RE: Ausbildung FremdsprachenkorrespondentIn F+U Heidelberg
Ich denke viele haben hier völlig falsche Vorstellungen von BWL. Auch BWL-Absolventen haben sich an der Uni hauptsächlich abstraktes Wissen angeeignet und können ebensowenig wie ein frisch gebackener Japanologe gleich vom ersten Arbeitstag an reüssieren - sie müssen eingearbeitet werden wie jeder andere auch.

Sicher, viele Japanologen können die Sprache vielleicht nicht gut genug, um von den Sprachkenntnissen leben können aber ich denke jeder Japanologe kann Japanisch gut genug, um souverän vor einem Personaler (der ja i.d.R. die Sprache nicht spricht) aufzutreten und eine Firma, die sonst nur aus völlig Japan-Ahnungslosen besteht, um nützliches Wissen zu bereichern. Außerdem, wenn sich Japanologen schon beschweren, keine nützlichen Fähigkeiten zu haben, was sollen dann Soziologen, Philosophen und Literaturwissenschaftler erst sagen?

Man braucht nicht für jede Tätigkeit eine Urkunde oder einen Abschluss, viele Fähigkeiten lernt man eben auf der Arbeit, ungeachtet dessen, was man studiert hat. Arbeitserfahrung ist also mindestens genauso wichtig wie dieses ominöse BWL-Wissen. Deshalb würde ich - um mich bildlich auzudrücken - einfach den Sprung ins kalte Wasser wagen und anfangen zu schwimmen anstatt nach einem M.A. (!) noch mehr Zeugnisse anzuhäufen.

And so castles made of sand fall in the sea - eventually ...
30.09.11 02:56
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konchikuwa


Beiträge: 951
Beitrag #47
RE: Ausbildung FremdsprachenkorrespondentIn F+U Heidelberg
@Sue:
Zitat: "Nein nein, Wirtschaft brauchst du nicht! ......aber dann bin ich doch auf den Wirtschaftszweig aufgesprungen und hoppala war ich erfolgreich und hab mit 28 schon meine eigene kleine Firma gegründet *prahlprahl*"

Na ja, was hat er/sie denn für eine Firma gegründet? Man braucht ja kein BWL-Studium oder eine kaufmännische Ausbildung, um sich selbständig zu machen. Die notwendigen BWL-Kenntnisse eignet man sich automatisch an (Buchhaltung usw., so schwer ist es nun auch nicht).


Zitat:Deswegen hab ich auch grad so das Bedürfnis noch etwas dranzuhängen, was mir mehr als etwas Praktisches erscheint.

Ich kenne sehr viele, die etwas geisteswissenschaftliches studiert haben und so denken. "Ich mache noch eine Schreinerlehre" o.ä. Okay, das ist natürlich was ganz anderes, wenn man hinterher etwas handwerkliches machen will, muss man es natürlich lernen. Aber eine Ausbildung zur/zum FSK für Leute mit philologischem Abschluss ist wirklich Quatsch.

Zitat:Interesse hätte ich auf dem Gebiet Übersetzen. Ich mach es relativ gerne, nur nicht sonderlich gut... zunge

Übersetzen ist eine Option, nur sollte man die Sprache zumindest schon mal flüssig lesen und verstehen können, bevor man daran denkt. Die meisten Übersetzer sind zudem selbständig, damit sollte man also kein Problem haben.

Zitat:Wahrscheinlich lautet das Zauberwort "Praktikum".

Ja, das wäre doch etwas. Man sammelt praktische Arbeitserfahrung, das kann einem auch die Angst vor dem Berufseinstieg nehmen.


@Hellstorm:
Zitat:Dann kann man zwar eventuell sein Zweitfach besser, um damit Geld zu verdienen, aber dann fragt man sich natürlich, wieso man Japanisch gelernt hat.

Das ist es. Gut, natürlich kann man die Sprache nach seinem Studium noch weiter lernen, es ist ja nicht so, dass das Lernfenster nach dem Abschluss geschlossen wird zunge Aber ärgerlich ist es trotzdem und irgendwie desillusionierend. Ich kann schon verstehen, dass man dann hinterher das Gefühl hat, dass das Japanologie-Studium Zeitverschwendung war.

@L4D
Zitat:Außerdem, wenn sich Japanologen schon beschweren, keine nützlichen Fähigkeiten zu haben, was sollen dann Soziologen, Philosophen und Literaturwissenschaftler erst sagen?

Ja... die haben aber auch wirklich große Probleme, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das ist ja kein Geheimnis... und das wissen die ja auch.

Zitat:Man braucht nicht für jede Tätigkeit eine Urkunde oder einen Abschluss, viele Fähigkeiten lernt man eben auf der Arbeit, ungeachtet dessen, was man studiert hat. Arbeitserfahrung ist also mindestens genauso wichtig wie dieses ominöse BWL-Wissen. Deshalb würde ich - um mich bildlich auzudrücken - einfach den Sprung ins kalte Wasser wagen und anfangen zu schwimmen anstatt nach einem M.A. (!) noch mehr Zeugnisse anzuhäufen.

Ich gebe dir vollkommen recht, L4D. Zeugnisse und Kurse werden sowieso völlig überbewertet!
30.09.11 06:57
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L4D


Beiträge: 385
Beitrag #48
RE: Ausbildung FremdsprachenkorrespondentIn F+U Heidelberg
(30.09.11 06:57)konchikuwa schrieb:  Ja... die haben aber auch wirklich große Probleme, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das ist ja kein Geheimnis... und das wissen die ja auch.

Eben nicht. Die Arbeitslosigkeit unter frischen Uniabsolventen ist afaik bei ca. 2% - vernachlässigbar.
zwinker

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30.09.11 09:00
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konchikuwa


Beiträge: 951
Beitrag #49
RE: Ausbildung FremdsprachenkorrespondentIn F+U Heidelberg
(30.09.11 09:00)L4D schrieb:  
(30.09.11 06:57)konchikuwa schrieb:  Ja... die haben aber auch wirklich große Probleme, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das ist ja kein Geheimnis... und das wissen die ja auch.

Eben nicht. Die Arbeitslosigkeit unter frischen Uniabsolventen ist afaik bei ca. 2% - vernachlässigbar.
zwinker

Ja, ich weiß... Nur: sind in dieser Zahl Absolventen aller Fachrichtungen enthalten? Außerdem kommt es - zumindest für mich - auch darauf an, als was man arbeitet, und nicht nur darauf, dass man nicht arbeitslos ist. Ein ALG2-Aufstocker wird auch nicht in der Arbeitslosenstatistik aufgeführt... viele machen auch Zeitarbeit. Will man das?

Philosophie-Absolventen haben durchaus Probleme, Arbeit zu finden (kenne einige und die haben teilweise KEINEN Plan, was sie machen sollen). Das gleiche gilt z.B. auch für Historiker. Es gab da mal eine Internetseite "Berufe für Historiker", eben weil es so schwierig ist, damit einen passenden Beruf zu finden. Literaturwissenschaftler: Praktikum im Buchladen nach M.A.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.09.11 09:16 von konchikuwa.)
30.09.11 09:16
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Sue


Beiträge: 179
Beitrag #50
RE: Ausbildung FremdsprachenkorrespondentIn F+U Heidelberg
Ok, ich glaube das Thema Ausbildung zur FSK ist dann für mich vom Tisch. Sollte ich mir den restlichen Kram noch aneignen, bin ich wahrscheinlich genauso qualifiziert.
Vielen Dank für diese Erleuchtung. ^__^
30.09.11 23:44
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Ausbildung FremdsprachenkorrespondentIn F+U Heidelberg
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