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Geschlechterzuweisung in der Japanischen Kultur
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system


Beiträge: 85
Beitrag #11
RE: Geschlechterzuweisung in der Japanischen Kultur
(15.09.10 14:00)Kira8619 schrieb:  Ich denke schon, dass die Artikel vor den jeweiligen Nomen Einfluss auf das Denken haben. Man hat dazu auch Tests durchgeführt die dies bestätigen.
Das mag ja sein, aber nur weil eine Sprache keine grammatischen Geschlechter kennt, heißt das nicht, dass die Sprache nicht mehr zwischen Männern und Frauen unterscheidet.

(15.09.10 14:00)Kira8619 schrieb:  Woher kommen z.B. die Wörter wie herrlich?
Das kommt von "hehr" und nicht von "Herr". "Herr" kommt aber vermutlich auch von "hehr". "hehr" wurde wohl irgendwann mal schlecht aus dem Lateinischen geklaut und bedeutete dort "alt".

Das Wort für Frau ist übrigens auch die weibliche Form eines nicht mehr im Gebrauch befindlichen Substantives, das Herr bedeutet. Die selbe Wurzel hat etwa das Wort Fron, das ungefähr Besitz des Herren bedeutete.

Zitat:Die (Mutter) Erde = Geborgenheit, Nahrung etc., die Sonne, der Mann, die Frau etc.
Erda ist einfach der Name einer weiblichen Erdgöttin der nordischen Mythologie. Das ist also keine deutsche Erfindung. Ein andere Name von Erda ist etwa Grund.

Zitat:Kleine Kinder haben diese Wahrnehmung von Rollen deshalb, weil die Eltern und die Umgebung es ihnen vorspielt.
Oder weil bestimmte Vorstellungen schon im Gehirn einprogrammiert sind, weil eine bestimmte Rollenverteilung für eine lange Zeit besonders vorteilhaft war für das Überleben der Menschen.

Zitat:Was jedoch würde passieren, wenn man dies nicht tun würde und das Kind in einer neutralen Umgebung aufwachsen würde?
Es gibt keine neutrale Umgebung, da sich ja immer jemand um das Kind kümmern muss, wenn diese nicht sterben oder mental verkümmern sollen.

Zitat:Dass Japaner keinen Unterschied zwischen stark und schwach machen, glaube ich nicht! Sie bezeichnen oder beschreiben dies nur auf eine andere Art und Weise.
Moah, starke und schwache Verben im Deutschen haben so viel mit stark und schwach zu tun wie 1- und 5-stufige Verben im Japanischen, nämlich überhaupt nichts.
15.09.10 16:15
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Kira8624


Beiträge: 2
Beitrag #12
RE: Geschlechterzuweisung in der Japanischen Kultur
Ach mensch,

es nützt nichts mit dir zu diskutieren oder dir gar zu antworten, denn du interpretierst ständig Dinge in meine Antworten, die ich natürlich so nicht meine und auch nicht gesagt habe. Wenn du also Langweile hast, dann schreib doch bitte in einem anderen Forum weiter und verschwende deren Zeit. Diese Antwort ist nun auch die letzte zu deinen Kommentaren. Entschuldige aber ich habe zur Zeit nicht die Lust mich andauernd zu verbiegen um jemanden weis zu machen, dass man eigentlich von den selben Dingen spricht und hoffe einfach nur, dass es in diesem Forum Leute gibt, die mir behilflich sind und wissen wovon ich spreche.
15.09.10 18:20
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zongoku
Inaktiv

Beiträge: 2.973
Beitrag #13
RE: Geschlechterzuweisung in der Japanischen Kultur
Ich habe nun einige Woerterbuecher durchgelesen.
Auf das "der, die, das" wird im japanischen nicht hingewiesen. Also es wird kein Unterschied von Maennlich und Weiblich, bzw. Saechlich gemacht, was die Nomen angeht. Im Deutschen aber schon.

Das genannte Wort hat vielerlei Bedeutungen. Und der Hoerer weiss auch nicht am Anfang ob 車 くるま Auto, nun Das Auto oder ein Auto, das Auto dort oder hier bedeutet. Ob es sich um ein oder mehrere Autos handelt ist auch einerlei.

Es heisst einfach kuruma. Fertig.

Die Japaner haben ja auch in der konjugation der Verben keine Anhaltspunkte ob
zB. ik いく、行く, nun ich gehe, du gehst, er geht etc bedeutet.
Es kommt nur darauf an wer im Moment spricht und ob er ein Personal Pronomen und/oder einen Namen davor setzt. Ob es sich um eine Frage handelt oder ein Suffix am Verb haengt.

zB. ich sage: ikimasen, dann meine ich , ich gehe nicht.
ich sage: ikimasen ka, dann meine ich gehst du nicht?
ich sage: ikimashita. dann meine ich, ich ging hin.
ich sage: ikimasen deshita. dann meine ich, ich ging nicht hin.
Wenn er oder sie sagt:
ikimashita dann heisst das, ich ging hin. Und ich verstehe dass dieser Satz fuer mich bedeutet "er ging hin".

Ob der Gegenueber aber nun Maennlich oder Weiblich ist, oder ob der Name im Text das eine oder andere Geschlecht hat, kann man nicht sagen.
Auch Namen sagen uns Europaerer nicht aus, um wen es sich handelt.
Mann oder Frau. Erst wenn man ein Bild der Person sieht, oder diese Person wurde vorgestellt, dann erst weiss man genau um wen es sich handelt.

Somit kann Tanaka, ein Mann, eine Frau oder auch ein Kind sein.
Auch der Name mit dem Namen-Suffix, san, sensei, kun, chan, etc kann nicht genau auf das Geschlecht hinweisen.

Es gibt aber Namen wenn sie zB auf -ko enden, dann kann man mutmassen dass es sich um eine Frau handelt. Und so entsteht oft die Frage auch hier im Forum, Bist du Maennlich oder Weiblich?

Nun noch zu deiner Frage selbst.
Nun kannst du dir ja vielleicht selber ausmalen was die Kids bei ihrem Spielzeug denken. Die Puppe ist Maennlich, da sie Maenner Kleidung traegt oder sie ist doch weiblich da die Puppe verkleidet wurde.

"lol".
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.09.10 21:11 von zongoku.)
15.09.10 21:04
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system


Beiträge: 85
Beitrag #14
RE: Geschlechterzuweisung in der Japanischen Kultur
(15.09.10 21:04)zongoku schrieb:  Und der Hoerer weiss auch nicht am Anfang ob 車 くるま Auto, nun Das Auto oder ein Auto, das Auto dort oder hier bedeutet.
Das stimmt so einfach nicht. Im Japanischen kann ich ja auch この車は, 車が oder 車には oder ähnliches schreiben und gebe damit auch mehr Informationen an den Zuhörer heraus.

(15.09.10 21:04)zongoku schrieb:  Ob es sich um ein oder mehrere Autos handelt ist auch einerlei.
Standardmässig schon, aber es hindert dich niemand daran dann doch eine Zahl zu nehmen oder ein Wort wie "wenig" oder "viel" zu benutzen.

Nur weil bestimmte Informationen in Deutschen bereits durch eine grammatische Form vermittelt werden, die es im Japanischen so nicht gibt, heißt das nicht, dass Japaner solche Informationen nicht angeben können, wenn sie es denn wollen.

(15.09.10 21:04)zongoku schrieb:  Die Japaner haben ja auch in der konjugation der Verben keine Anhaltspunkte ob
zB. ik いく、行く, nun ich gehe, du gehst, er geht etc bedeutet.
Da wir im Deutschen eh bei fast allen Sätzen immer ein Subjekt mitsprechen müssen, spielt das eigentlich keine Rolle mehr, dass dessen Genus auch noch mal in der Verbform gespeichert ist.

Auch haben wir bei uns ja auch ein paar komische Sachen, was die Verben angeht. Etwa haben wir eine Zeitform namens Präsenz, die aber keine Angaben zur Zeit macht. Beispiel:
Vergangenheit: Ich gehe gestern im Park spazieren, als mich plötzlich ein wilder Hund angreift. Ich laufe gleich los, aber die Bestie holt mich sofort ein.
Zukunft: Morgen gehe ich im Park spazieren. Kommst du mit?
Gegenwart: Ich gehe gerade im Park spazieren.

Tatsache ist eben, dass nicht immer alle Informationen in einer Verbform oder Form eines Nomens enthalten sein muss, sondern man auch mit weiteren Wörtern wie etwa "morgen" oder "viele" immer noch ergänzen kann, was man genau meint. Nun und die Gesprächssituation an sich liefert ja auch noch weitere Infos.

(15.09.10 21:04)zongoku schrieb:  Auch Namen sagen uns Europaerer nicht aus, um wen es sich handelt.
Ich denke aber nicht, dass Japaner ein ähnliches Problem haben das Geschlecht gängiger japanischer Vornamen richtig einzuschätzen.

(15.09.10 21:04)zongoku schrieb:  Mann oder Frau. Erst wenn man ein Bild der Person sieht, oder diese Person wurde vorgestellt, dann erst weiss man genau um wen es sich handelt.
Das stimmt so nicht. Wenn ich etwa im Internet mit jemand auf Deutsch chatte mit einem uneindeutigen Nicknamen, habe ich eigentlich keine Chance zu erkennen, welches Geschlecht die Person hat, ohne zu fragen. Im Japanischen hingegen verraten sich die Leute meist schnell genug durch die Verwendung von typisch weiblicher bzw. typisch männlicher Sprache. Wenn man natürlich über persönliche Dinge wie Hobbys, Wünsche oder ähnliches redet, erkennt man es in beiden Sprachen auch so meist schnell genug.
15.09.10 22:52
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zongoku
Inaktiv

Beiträge: 2.973
Beitrag #15
RE: Geschlechterzuweisung in der Japanischen Kultur
Zugegeben, wenn man zusaetzliche Daten zu einem Wort bekommt, erst dann kann man erkennen wobei es sich hier handelt. Aber am Wort alleine weiss das niemand.

Wie wollen wir dem Kira8624 erklaeren, dass die Japaner sich nicht mit Zuordnungen von Woertern abgeben, wenn es diese in der Grammatik nicht gibt.

In der Deutschen Sprache ist das anders. Aber beim japanischen ist das nun mal so.
Und schlaegt man Woerterbuecher auf, die erst das Wort darstellen, steht kein der die das im japanischen dabei.

Andere Sprachen andere Regeln.

Der Mond, im Franzoesichen ist es la lune.
Die Sonne, """"""""""""""""""" le soleil.

Ach herrjeh........

Wo hat denn der liebe Mond sein Geschlecht gelassen.
War wohl auch auf der Arche Noah gewesen und hat diesen beim verlassen mit der Sonne vertauscht.

Oder wie?

Mond 月 (つき)、Sonne 太陽、たいよう。
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.09.10 04:54 von zongoku.)
16.09.10 04:48
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Teskal


Beiträge: 826
Beitrag #16
RE: Geschlechterzuweisung in der Japanischen Kultur
Letztendlich sind die zusätzlichen Daten doch nichts anderes, als im Deutschen.

Im Deutschen kommt durch die Veränderung des Wortes zuzätzliche Daten hinzu:
Hund
Hunde
Hündin

Nur ändert sich das Wort, aber die Informationen werden doch trotzdem dadurch hinzugefügt. Ob die Grammatik im Wort drin steckt oder mit weiteren Wörtern hinzugefügt wird, ist doch egal.

Was viel wichtiger ist, das Japanisch eine Sprache ist, die bekannte Informationen einfach wegläßt. Ich brauche nur Hund sagen, ich (und mein Gesprächspartner) weiß aber das ich 3 weibliche meine, also muß ich es nicht noch einmal erwähnen.

Wie schon vorher erwähnt, haben andere Sprachen wie Englisch keine Geschlechtszuweisung im Wort, bzw. geschlechtshindeutende Artikel wie im Deutschen. Trotzdem geben die Briten Schiffe weibliche Namen. Warum sollten das Japaner nicht auch tun.

(Wobei ich bezweifle das die Schiffe wirklich als weiblich angesehen werden... Auch wenn diese einen weiblichen Namen bekommen. Mathilda, die Geschirrspülmaschine, bleibt immer noch ein Ding/Gerät...)
16.09.10 06:41
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Geschlechterzuweisung in der Japanischen Kultur
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