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Kanji lernen
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Koorineko


Beiträge: 913
Beitrag #11
RE: Kanji lernen
Das Kanji-Lernen ist zu einem maechtigen Kult geworden.
Deswegen ist auch das "Pauken" dieser auch meist voellig losgeloest von Zweck und Nutzen.

Manchmal gewollt losgeloest, so dass, Erfahrungswerte voellig in den Wind geschossen werden, weil sich diese nicht mit den eigenen Wuenschen decken.

Manchmal, weil die Leute in ihrer Naivitaet (meine ich jetzt nicht negativ) keinerlei Vorstellung davon haben, welchen Aufwand sie KONSTANT (!!) betreiben muessen, damit die Ergebnisse ihrer Bemuehungen sich nicht in kuerzester Zeit aufloesen wie eine Sandburg im Wind ...

An dieser Stelle finde ich es schon bemerkenswert, wie viele Tipps es gibt, obwohl Manfred S. kaum Infos bekannt gegeben hat:

1) seit lernst du Japanisch?
2) wie oft pro Woche, auch in Zukunft?
3) wofuer brauchst du das konkret?

Ohne diese Informationen sind kaum gute Ratschlaege sinnvoll ...
22.11.10 22:17
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Shino
Ex-Mod

Beiträge: 2.330
Beitrag #12
RE: Kanji lernen
(22.11.10 22:17)Koorineko schrieb:  Das Kanji-Lernen ist zu einem maechtigen Kult geworden.
Deswegen ist auch das "Pauken" dieser auch meist voellig losgeloest von Zweck und Nutzen.
Ja, das ist sicher teilweise so - aber: Wen interessiert´s? Wenn sich jemand nun mal vor Allem für Kanji interessiert, wer will ihm dieses Interesse absprechen? Gibt es "gute" oder "schlechte" Gründe, Japanisch lernen zu wollen? Und überhaupt: Vielleicht ist es demjenigen noch nicht klar, aber möglicherweise möchte er gar nicht unbedingt Japanisch lernen, sondern sich "nur" mit den chinesischen Zeichen beschäftigen? Wäre das verkehrt? Sollen wir ihm dann nicht helfen? Im Übrigen kann sich die Interessenlage durch das Vertiefen in die Materie mit der Zeit verändern, erweitern und teilweise sogar öfter andere Richtungen einschlagen.

(22.11.10 22:17)Koorineko schrieb:  ...weil die Leute in ihrer Naivitaet (meine ich jetzt nicht negativ) keinerlei Vorstellung davon haben, welchen Aufwand sie KONSTANT (!!) betreiben muessen...

1) seit lernst du Japanisch?
2) wie oft pro Woche, auch in Zukunft?
3) wofuer brauchst du das konkret?

Ohne diese Informationen sind kaum gute Ratschlaege sinnvoll ...
Ehrlich gesagt, das sehe ich vollkommen anders. Es stimmt zwar, dass man für bestimmte Ziele konsequent und diszipliniert "dran" bleiben muss, damit die Bemühungen Früchte tragen. Aber wieviel Energie man hineinstecken muss und wann die eigenen Bemühungen Früchte tragen hängt ganz allein von den Zielen ab, man kann meiner Meinung nach nicht pauschal sagen, wie sehr sich jemand anstrengen muss. Diese Aussage bedarf tatsächlich genauerer Informationen, z. B. ob jemand fließend lesen, hören sprechen und schreiben oder nur ein paar Zeichen kritzeln und ein paar Worte aufsagen können möchte. Und Naivität ist das Vorrecht des Anfängers, die legt sich dann recht schnell...

Ich wäre jedenfalls damals froh gewesen, wenn ich anfangs diese Fragen gestellt und solche oder ähnliche Antworten erhalten hätte. Und man muss einem Beginner ja nicht gleich unter die Nase reiben, dass er unheimlich wird ackern müssen, um gewisse Ziele zu erreichen (das demotiviert, er merkt es eh schnell genug selbst). Im Gegenteil: Positiv unterstützen bedeutet, jemandem klar zu machen, dass Probleme gelöst werden können, wenn sie auftauchen und dass es viele verschiedene Wege gibt (auch wenn unser Gast Manfred S. damit gerade seine Probleme zu haben scheint...)

Man kann oft zu Beginn doch überhaupt nicht sagen, ob man wirklich dabei bleibt, oder nicht und die Gründe sind möglicherweise auch noch unklar und kristallisieren sich erst später heraus - sollen wir uns deswegen mit guten Ratschlägen zurückhalten, bis ein User hier öfter erscheint?

Ich hätte da meinerseits ein paar Fragen an dich: Wer legt denn die Grenzwerte fest, ab denen es uns möglich ist, sinnvolle Antworten zu geben? Wieviel Zeit muss ein User im Forum zugebracht oder über seinen Japanisch-Studien gesessen haben, um sich unsere Ratschläge zu verdienen? Was bedeutet die Frage nach den Gründen? Wer entscheidet, welche Gründe es sinnvoll erscheinen lassen, einem Lernwilligen seine Fragen zu beantworten oder eventuell auch nicht? Fällt die Antwort auf die Herstellung von Karteikarten dann vielleicht anders aus?

Es ist natürlich jedem selbst überlassen, ob er jemandem hier auf seine Fragen antwortet oder nicht, aber ich wäre als Anfänger froh, wenn man mich mit meinen Fragen nicht im Regen stehen ließe, nur weil ich gerade angefangen habe und noch nicht so recht weiß, was ich damit eigentlich genau will (übrigens weiß ich das auch nach Jahren immer noch nicht...und es stört mich nicht im Geringsten).

@Manfred S.
(22.11.10 14:53)Manfred S. schrieb:  Dass es mehrere Bücher (von Minna no nihongo, Anm. von Shino) gibt war mir bekannt, aber nicht, dass man sie parallel bearbeiten kann, bzw. sie darauf ausgelegt sind.
Ich habe mal eine alte Zusammenfassung der Minna-no-Nihongo-Zusatzmaterialien, die ich mal für ein anderes Mitglied erstellt hatte, herausgesucht:

Thread-Nur-noch-ein-paar-Fragen-bevor-ich-richtig-anfange-Japanisch-zu-lernen?pid=81062#pid81062

人生に迷うときもあるけど笑っていれば大丈夫
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.11.10 00:42 von Shino.)
22.11.10 23:51
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zongoku
Inaktiv

Beiträge: 2.973
Beitrag #13
RE: Kanji lernen
Kanji lernen?
Das ist so eine Sache.
Ich habe mir als Anfaenger die Kanji nur angesehen.
Habe selber lange Zeit, es nicht mal fuer sinnvoll gehalten, sie zu lernen.
Es gab auch keine Hinweise, Erklaerungen, was benoetigt wurde und was nicht.
Heutzutage bekommt man diese Informationen leider auch nicht.

Erfahrung kommt mit dem Alter.
Nach etwa 5 Jahren, habe ich angefangen, die Kanji zu studieren. Eher eine andere Ordnug zu schaffen, als mir vorgesetzt wurde. Umsortieren. Ein neues System entwickeln. Schnellere Routinen entwickeln um die Kanji mit Buechern wiederzufinden.

Ich habe 3 Buecher zerschnippelt. Listen aufgestellt etc.
Aber es blieben immer noch Buecher.

Mit dem Commodore 64, habe ich dann begonnen Daten zu sammeln. Mit dem Amiga die Daten ueberspielt und spaeter mit dem PC dann erst nach weiteren 10 Jahren begonnen Kanji in die Datenbank zu integrieren.

Wie man sieht, hat das eine Ewigkeit gedauert. Ich bin mir jetzt im Klaren, dass es fuer mich jedenfalls nur diesen Weg gab, und dass es der Beste Weg war.

Aber dennoch. Nachdem die Datenbank fast fertig ist, (Sie wird leider niemals fertig werden, da japanisch genau soviele Woerter und Wendungen hat als die Deutsche Sprache) habe ich begonnen, Nanori's herauszupicken. Lesungen die in dieser Form nirgendwo aufgefuehrt werden.

Welche Kanji denn lernen?

Es sind deren soo viele.
Welche werden benoetigt?
In der Regel fast alle, die zusaetzlich zur Radikalstrichzahl noch bis zu 8 Striche haben.
Welche Lesungen sind wichtig?
Es werden wohl sehr viele aufgelistet, doch nur die ON-Lesung und die erste kun-Lesung fuer ein Verb bzw. Adjektiv sind wichtig.
Alles weitere kommt spaeter.

Auch die Jooyoo werden nicht alle verwendet.
Eine Hilfe koennten die Kanji nach Haeufigkeit sein.
Jene die ganz hinten stehen werden fast nie verwendet. Also hat es keinen Sinn sich mit unnoetigem Lernen zu beschaeftigen.
http://www.tidraso.co.uk/kanji_frequency.html

Wichtig sind die ersten 1000 Kanji.

Haette ich diese Info am Anfang gehabt, waer mir wohler gewesen.
Ich hab die Links jetzt schon so oft zusammengesucht.
Eine komplette Liste aller Kanji. Mit ON-kun Lesung und Bruecken zu anderen Werken.
Thread-Suche-Liste-nach-Nelson-Halpern-oder-S-H-inkl-Kanji-und-Kana-I

http://ftp.monash.edu.au/pub/nihongo/kanjidic.gz

Nun es gibt da ein Problem.
Wenn man die Kanji im Computer hat, ist es kein Problem.
Man kann sie kopieren und in den Suchmaschinen suchen lassen.
Aber hat man ein Buch? Dann muss man den schwierigen Weg gehen und die Kanji nach Radikalen lernen.
Denn diese sind der Schluessel zu den Kanji.

Eine elektronische Hilfe waere diese Webseite.
http://www.csse.monash.edu.au/~jwb/cgi-b...dic.cgi?1C

Da kann man nach verschiedenen Kriterien suchen lassen.
Word Search/Home
Translate Words
Kanji Lookup
Multi-Radical Kanji
Dictionaries
Example Search

Nun gut, es koennte ja sein, dass der Anfaenger kein Englisch kann.
Es krabbeln viele ganz junge Leute hier im Forum rum. Doch die Grundprinzipien von kopieren und kleben werden sie ja kennen, hoffe ich?

Dann kann man die Deutsche Uebersetzung sich hier suchen lassen.
http://www.wadoku.de/

Viel Spass beim Lernen.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.11.10 05:25 von zongoku.)
23.11.10 05:22
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yamaneko


Beiträge: 2.675
Beitrag #14
RE: Kanji lernen
Hallo Manfred!
Im Forum gibt es viele Seiten zum Kanjilernen von vielen Usern....
Meine Methode (erfolgreich! vor 25 Jahren ohne PC) habe ich ausführlich auf Seite 7 beschrieben:
Thread-Der-Kampf-gegen-das-Vergessen-Strategien-dazu-bei-mehr-als-500-gelernten-Kanji?page=7

Wenn ich jetzt anfangen würde, dann täte ich es mit Minna no Nihongo und dem dazugehörigen KanjiBuch. I und II sind für zwei Semester auf der Uni gedacht, es sind 526 Kanji, die jeweils zu den einzelnen Lektionen zu lernen sind. Ich habe das Kanjibuch I gerade vor mir liegen und es schaut so lustig aus, Kanji suchen, einsetzen in Lückentest, die Lesung eintragen-----und zu jedem "Quiz" gibt es einen Schlüssel.
Meine Ausgabe ist englisch, ich weiß nicht, ob es sie auch auf Deutsch gibt. Leider (?) kenne ich alle Kanji der ersten beiden Bücher, die ich als Leihgabe besitze. Aber irgend einmal, werde ich trotzdem damit "spielen"!
Derzeit will ich die Heisigmethode mit den Ergänzungskanji ausprobieren. Ich mußte seinerzeit nur 1945 lernen. Jetzt sind es ja um 191 mehr.

PS Die ersten 500 habe ich mit Lernkartei gelernt: Lernstoff: eine ON- und eine Kunlesung auf einer Seite, Übersetzung auf der anderen. Die Nummer des Lehrbuchs bei der Übersetzung, die Nummer aus dem Hadamitzky bei den Lesungen. Damit konnte ich ungefähr die Onlesung erkennen, weil mein Skriptum alphabetisch war, und die ungefähre Häufigkeit, weil Hadamitzky sein Kanji und Kanabuch so angelegt hat.
Die Kanji hatte ich in Briefmarkenformat. Jeweils 25 Stück in einem Briefumschlag mit den Karten, nach Lektionen geordnet . Ein Zuordnungsverfahren. (Spielend Lernen!)
Jetzt hast du viele Antworten, auch du wirst deine Methode finden.
Gruß
yamaneko

[IMG]http://www.boxhamsters.net/smilies/icon_prof.gif[/IMG] Geschenk von shakkuri zum 80.Geburtstag
23.11.10 05:32
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Shino
Ex-Mod

Beiträge: 2.330
Beitrag #15
RE: Kanji lernen
(23.11.10 05:22)zongoku schrieb:  Welche Lesungen sind wichtig?
Es werden wohl sehr viele aufgelistet, doch nur die ON-Lesung und die erste kun-Lesung fuer ein Verb bzw. Adjektiv sind wichtig.
Alles weitere kommt spaeter.

Das ist ja gerade das Problem am isolierten Kanji-Lernen und das war früher auch genau mein Problem. Nimm mal mein Beispiel oben:

ゲ、カ くだ.らない、くだ.る、くだ.さい、くだ.さる、くだ.す、もと、お.りる、お.ろす、さ.がる、さ.げる、しも、した
Quelle: Bibiko/Kanji

カ、ゲ した、しも、もと、さ.げる、さ.がる、くだ.る、くだ.す、くだ.さる、お.ろす、お.りる
Quelle: KankenDS3 deluxe

Welches ist denn nun die Lesung, die man als erstes lernen sollte? Nach welchem Lexikon soll man sich die Lesungen aussuchen? Wenn ich deinem Rat folgen würde und z. B. nach Bibiko/Hadamitzky gehen würde, dann müsste ich ich zunächst ゲ、カ und 下らない und 下る lernen (oder doch lieber nach einem anderen Lexikon?) - zu Anfang verbindet man mangels Beispielvokabular möglicherweise nichts mit den On-Lesungen und den beiden Vokabeln bin ich zumindest erst viel später begegnet. Leider weiß man anfangs einfach nicht, welche Lesungen wirklich oft vorkommen und bisher habe ich die Info, welche Vokabeln denn die "Haupt"-Vokabeln bzw. -Lesungen eines Kanjis wären, in Lexika vergeblich gesucht - im Übrigen relativiert sich das, je mehr man liest. Außerdem sollte man sich davor hüten, die ganzen Vokabeln und Lesungen mit einer Bedeutung abzustecken.

Ich finde, wenn man nach dem Prinzip lernt, wie irgendwer und ich es angerissen haben, ist der Lernprozess natürlicher und es erübrigt sich der Gedanke daran, welche der Lesungen nun wichtig genug ist, gelernt zu werden, oder nicht. Wenn eine Vokabel auftaucht, wird sie gelernt - Punkt.

Ich sehe Kanji inzwischen als eine Art Container, die man über die Jahre mit Informationen füllt. Im Falle von 下 heißt dies, dass man im Allgemeinen zuerst した begegnet, dann folgen vielleicht Vokabeln mit den beiden On-Lesungen, wie z. B. 下駄, 下品, 降下 oder sogar Sonderlesungen, wie 下手. Später stößt man sicherlich auf 下さい, 下りる und 下げる sowie auf ihre Varianten und wieder später auf しも. Inzwischen sehe ich alle diese Vokabeln in verschiedenen Texten auftauchen - aber hätte ich gleich zu Beginn sämtliche Lesungen lernen müssen? Ich denke nicht.

Genauso muss man nicht sämtliche Begriffe zu den Vokabeln lernen, die z. B. in einem Online-Lexikon zu finden sind. Habe ich einen Satz aus einem Text, z. B. 熱が下がる, dann kann ich mir darunter etwas vorstellen und es reicht für´s erste, sich für 下がる sinken, fallen zu notieren; begegnet man später einem Satz wie z. B. カーテンが下がる, dann erweitert man diese Karte/ den "Kanji-Container" eben mit herab- oder herunterhängen. Man kann sich nach einiger Zeit natürlich überlegen, ob man, wie in einem vorigen Beitrag schon beschrieben, inzwischen verinnerlichte Informationen wieder von den Karten entfernt oder die alten Karten gleich aussortiert und einfach eine neue Karte mit den neuen Informationen erstellt.

So werden die Kanji nach und nach mit den Informationen verbunden, denen man während der Beschäftigung mit japanischen Texten begegnet und das Lernen geht so eigentlich ganz leicht. Zudem entwickelt sich mit der Zeit ganz von allein ein Gefühl für den Bedeutungsumfang und die Verwendungsbereiche der jeweiligen Vokabel. Auf diese Art haben die verschiedenen Lesungen und Bedeutungen genug Zeit, sich zu festigen und zumindest mir macht es so viel mehr Spaß.

Aber einen Wermutstropfen gibt es doch: Mit dieser Methode kann man wahrscheinlich keine Rekordzeiten aufstellen und auch nicht damit angeben, wie schnell man so und so viele Zeichen gelernt hätte...wer das will, müsste sich tatsächlich nach einer anderen Methode umsehen.

人生に迷うときもあるけど笑っていれば大丈夫
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.11.10 00:23 von Shino.)
23.11.10 18:48
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Teskal


Beiträge: 826
Beitrag #16
RE: Kanji lernen
Das ist auch gerade eine Sache die ich am Anfang schon versuchte zu erklären.

KUN-Lesungen, würde ich nur als Vokabel lernen. Es sei denn Lesungen wie した bei 下. Also KUN-Lesungen, die keine Okurigana haben. (Okurigana ist z.B das げる bei 上げる).

Ich sehe das übrigens nicht als Kult, die Kanji gesondert zu lernen, wie Koorineko. Es gibt halt bessere Lernmethoden, als sie für 20 Jahren üblich oder bekannt waren. Das die alten Hasen des Forums dem skeptisch gegenüber stehen, kann ich sogar verstehen. Die mußten offensichtlich ohne Eselsbrücken, ohne Radikale die Kanji auswendiglernen (siehe das leidige Thema zu den Heisig-Büchern im Forum...). Ich habe bei dem Heisig-Buch auch gezweifelt das es Sinn macht. Es macht nur kein Sinn (für mich) alle 2000 Kanji auf einmal zu lernen, es sei denn man ist jung und/oder lernt schnell.

Ich werde meine Kanji dieses Mal auf 1000 begrenzen. Die Zahl ist überschaubar und für mich Wiederholungstechnisch machbar. (Wobei ich denke das Stackz auf dem PDA fehlerhaft arbeitete. Anki macht die Wiederholungen in deutlich besseren Zeitperioden, was auch dafür sorgte, das ich 2000 Kanji einfach nicht schaffen konnte.)

Sowohl die Chinesen und Japaner lernen die Kanji ja auch nicht nebenbei, sondern müssen diese richtig pauken. Die ersten gut 1000 Kanji in 6 Jahren. Dann werde ich meine Wiederholungen sicher auch nicht in einem Jahr durch haben, sondern diese auch eine Weile weiter machen.

Meine Sensei (gebürtige Japanerin) kennt auch die Komponenten der einzelnen Kanji. Aus welchen Radikalen diese also bestehen, weiß sie immer.

Ich werde froh sein, wenn ich das auch irgendwann kann.
24.11.10 00:39
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zongoku
Inaktiv

Beiträge: 2.973
Beitrag #17
RE: Kanji lernen
Japanisch kann man mit Hyroglyphen vergleichen.
Es ist muehsam und nervtoetend.
Wer es mit Buechern und Woerterbuechern tut, wird mir wohl nicht widersprechen.
Blaetter, blaetter. So geht das den Ganzen Tag lang.

Kanji gesichtet.
Finde seine Lesungen mit:
Index nach Radikalen.
blaetter, blaetter.
Aha da ist es. Oh je, jetzt kommt ein Code.
blaetter, blaetter.
Hier stehen seine Lesungen.
Aber das naechste Kanji steht direkt daneben.
Es wird auch nicht im Woerterbuch gefuehrt.

Wie soll man da die Lesung des Wortes finden?
Tip. zu 95% wird diese Lesung ON gelesen.
Und zwar beide Kanji.

Aber es hilft einem auch nicht, die ON-kun Lesungen zu haben, wenn man es nicht im Computer findet. Es sei denn, man hat von Teskal gelernt, wie man solche Codes verwaltet. Dann findet man viel leichter sein Kanji wieder und kann somit das Internet um Hilfe bitten. Oder auch Rikaichan.

Hat das Kanji aber Hiragana dahinter stehen. Und diese sind nicht sofort Partikel, dann findet man auch schon ziemlich schnell heraus, wie die Lesung geht.


ゲ、カ (fuer Nomen)

くだ.らない、くだ.る、くだ.さい、くだ.さる、くだ.す、
お.りる、お.ろす、さ.がる、さ.げる、

Sind alles Verben. Also ist die letzten Silben beachten, und die folgenden der Schluessel fuer die Lesung. Was bleibt sind aus diesen vielen Lesungen dann nur noch
くだ-、お-、さ-、

しも、-Suffix um hinunter anzuzeigen. 川下 kawa-shimo
Den Fluss hinab.

した, Eigenschaft, wo sich was befindet. (unter anderen).
もと wird weniger verwendet.

Da sehe ich dass der Punkt zwischen den Kanji nicht gut gewaehlt ist. Leserlicher waere ein - Zeichen. Somit waere es einfacher zu wissen, dass hinter dem - die Flexionen stehen und der Teil davor zum Kanji selber gehoert.

All diese Kleinigkeiten muss der Anfaenger herausfinden und sich irgendwo notieren.

Man sollte sich aber ein Heft anlegen, fuer jeden Text den man liest.
Kanji nachzeichnen. Eventuelle Codes notieren. Seite des Buches notieren.
Warum denn das? Nun beim naechsten Ueberlesen, hat man somit schon 3/4 der Arbeit gemacht. Oder koennt ihr euch an alle Spuren des Kanji erinnern.

Dann gehts zum naechsten Kanji.
Und die Ganze Prozedur beginnt von Neuem.

In anderen Sprachen dagegen hat man Worte stehen. Man braucht keine Hyroglyphen zu entziffern. Und somit kann man viel schneller in Woerterbuechern nachschlagen.

Hier habe ich eine Webseite gefunden, welche unter anderen auch Beispielsaetze hergibt. Die Codes von vielerlei Werken sind auch beinhaltet. Und durch einen Klick auf ein Kanji, kann man sich dessen Daten ansehen.

http://www.mahou.org/Kanji/323C/#example
Eine Webseite mit Beispielsaetzen und Audio waere hier.
http://www.dartmouth.edu/~damell/Japanese/exercise.html

Noch mehr Material mit diesem Suchbegriff.
kanji +example sentence
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.11.10 02:22 von zongoku.)
24.11.10 02:18
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konchikuwa


Beiträge: 951
Beitrag #18
RE: Kanji lernen
Ich kann nur bekräftigen, dass es wirklich absolut wichtig ist, täglich(!) zu lernen.

@zongoku: Kanji nachschlagen ist natürlich notwendig und wichtig, aber ich würde wirklich empfehlen, einfach alle jôyô kanji mit Bedeutungen und Lesungen zu lernen.
24.11.10 12:12
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Manfred S.
Unregistriert

 
Beitrag #19
RE: Kanji lernen
Hi,

ich finde es echt klasse, dass ihr euch die Mühe gemacht habt mir so rege und auch so ausführlich zu antworten. Als ich das Thema erstellt habe, habe ich schon befürchtet, dass ich direkt mit einem "Benutze die Suchfunktion" abgespeist werde. Aber das habt ihr nicht gemacht und dafür vielen Dank!

Ich habe aktuell leider sehr wenig Zeit, aber da ihr euch so viel Mühe bei euren Antworten gebt, wollte ich doch nicht länger mit einer Antwort warten, auch wenn diese dafür etwas kürzer ausfällt.

Was ich inzwischen so rausgelesen habe ist, dass man eigentlich nicht wirklich falsch lernen kann und einfach irgendwie anfangen sollte. Mit der Zeit stellt man dann schon fest wie man für sich persönlich am besten lernt :-)

Ich finde die Idee die Kanji mit den Vokabeln im Buch zu lernen ganz gut. Allerdings sind da auch schon ziemlich komplexe Strichorgien dabei, was das Lernen mit Karteikarten unterwegs ziemlich schwierig machen dürfte (wenn ich gedanklich 20 Striche zeichne, dann weiß ich bei der Kontrolle ja nicht mehr, ob ich etwas falsch gemacht habe). Da mir die Erläuterungen auf kanjidamage.com sehr stichhaltig und sinnvoll erscheinen, werde ich zuerst einmal diese Methode probieren (zumindest gefällt mir die Idee allen Teile eines Kanji einen Namen zu geben, so kann ich mit Karteikarten das Aussehen schnell beschreiben und kontrollieren).



Nochmals vielen Dank und wenn die Zeit es zulässt werde ich hier in ein paar Wochen mal ein Feedback geben wie gut das Lernen damit klappt :-)



Gruß Manfred
24.11.10 17:34
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Hellstorm
Moderator

Beiträge: 3.897
Beitrag #20
RE: Kanji lernen
(24.11.10 17:34)Manfred S. schrieb:  Ich finde die Idee die Kanji mit den Vokabeln im Buch zu lernen ganz gut. Allerdings sind da auch schon ziemlich komplexe Strichorgien dabei, was das Lernen mit Karteikarten unterwegs ziemlich schwierig machen dürfte (wenn ich gedanklich 20 Striche zeichne, dann weiß ich bei der Kontrolle ja nicht mehr, ob ich etwas falsch gemacht habe). Da mir die Erläuterungen auf kanjidamage.com sehr stichhaltig und sinnvoll erscheinen, werde ich zuerst einmal diese Methode probieren (zumindest gefällt mir die Idee allen Teile eines Kanji einen Namen zu geben, so kann ich mit Karteikarten das Aussehen schnell beschreiben und kontrollieren).


Ach, auch bei schwierigeren Kanji musst du dir im Grunde keine Sorgen machen.
Praktisch alles, was über 10 oder 15 Striche hat, lässt sich aus mehreren Komponenten zusammensetzen. Und wenn du die kennst, dann kannst du sie dir einfach gedanklich zusammensetzen.

z.B. kannst du dir bei 曜 einfach denken: 日、羽、隹.
Schon hat das Kanji seinen Schrecken verloren zwinker

やられてなくてもやり返す!八つ当たりだ!
24.11.10 19:23
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Kanji lernen
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