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Lehnwörter in der japanischen Sprache
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Beitrag #91
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
Mmh, Japanisch hatte nicht extra für ausländische Wörter neue Katakana erfunden oder wie war das? Und da wechseln sie ja auch nicht beim gleichen Wort einfach so wie sie lustig sind zwischen v und b und chi und ti etc, und der eine spricht beides gleich aus, der andere unterschiedlich ... wirklich alles total regelmässig :3

An die deutsche Grammatik und Aussprache erst recht werden Fremdwörter genauso angepasst, zwangsläufig. Da Deutsch aber keine agglutinierende Sprache ist braucht man auch nicht sofort was dranhängen. Im Plural oder den Fällen passiert das durchaus.

Dass Schreibweisen sich über die Zeit anpassen und nicht alle auf einmal ist auch total normal. Bei neuen Wörtern hat man noch eher die Herkunft im Kopf.

Zitat:Fakt ist: Lehnwörter sehen im Japanisch richtig aus und hören sich auch passend an.

Das ist absolut kein Fakt XD Aber du sprichst ja auch von persönlichem Befinden, und genau das ist es, dementsprechend alles andere als ein Fakt.

(02.08.09 02:18)Kodan schrieb:  Lion als Raion zu schreiben, was jetzt wohl häufiger vorkommt

Wie haben sie es denn vorher geschrieben?

Zitat:Und dann wird vielleicht irgendwann aus ゲットする einfach ゲットる oder ゲットす

es ist andersrum. Aus 終止形 "す" wurde する, vorher war dies nur die 連体形 und es hat sein Kanji 為る verloren. Aber gut, man kann ja hoffen, dass es irgendwann wieder rückwärts geht zwinker

Zitat:Ein Beispiel für Regelmäßigkeit wäre Finnisch: Scanner heißt hier "Skanneri". Es wurde lautlich (vokalische Endung) und grammatisch (k statt c) angepasst und kann problemlos verwendet und geschrieben werden.

man muss dazu sagen, dass es in finnischen Wörtern eigentlich kein C gibt. Den Buchstaben haben sie nur im Alphabet um international mitzukommen. Da C also entweder wie K oder S gesprochen wird kann man das ganz gut austauschen und dadurch auch eindeutig machen. Dies passiert bei bereits etablierten Begriffen, andere behalten ihr C. Ausserdem haben sich zB das D oder auch die Kombi "Pr" im Finnischen durch Fremdwörter etabliert. Also auch sehr regelmässig ... ?
Und dieses Anpassen passiert natürlich genauso auf deutsch (Kaffee, Kino, Kommode, Kamera, objektiv (hier auch das J), Köln xD ...).
02.08.09 10:23
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icelinx


Beiträge: 716
Beitrag #92
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
Ich denke, es ist Geschmackssache, wie man ein Wort in die Sprache integriert.
Ein "Cordon Bleu" kann ich mir nur schwerlich als "Kordon Blö" vorstellen, sieht irgendwie aus wie "Hein Blöd" ........... zwinker
Im Prinzip bin ich ein Freund vom ursprünglichen, "Portemonnaie" bleibt so, "Restaurant" wird weiterhin französisch ausgesprochen. Ich sage "Mailand" statt "Milano", evt. inkonsequent.
"Beijing" spreche ich wahrscheinlich falsch aus, "Peking" benutze ich nicht.

Japanisch:
Hier klappt die Integration neuer Wörter mal gut, mal weniger:
Niemand, selbst Puristen würden den Kopf schütteln angesichts "subon, pasokon, tempura, pan", aber setzt mal "Wiener Schnitzel", "Tom Hanks" und "Arnold Schwarzenegger" ins japanische Lautsystem um............... zwinker
Aber wie gesagt....... unfreiwillig lustig isses nur für uns, Japaner wissen gar nicht, worüber wir reden......................
02.08.09 10:28
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L4D


Beiträge: 385
Beitrag #93
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
Durch Fremdwörter kommen sehr wohl neue Laute in die Sprache; z.B. グッズ. Diese Kombination aus verdoppeltem Konsonanten und Dakuten gab es früher nicht.

Übrigens hat sich vor langer Zeit mal ein berühmter Mann namens Motoori Norinaga darüber beschwert, dass die aus dem Chinesischen übernommenen Laute wie nyû, myô etc sich wie Tierrufe anhören würden und des Japanischen damit nicht würdig seien.
hoho
02.08.09 10:53
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Beitrag #94
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
(02.08.09 10:28)icelinx schrieb:  evt. inkonsequent.

Einfach nur normal. Ich schreibe auch Portemonnaie und Friseur, aber Büro und sage "Parisss". Orange spreche ich mal französisch, mal deutsch, generell find ich es deutsch gesprochen schöner.
Manche Wörter sind halt eher assimiliert als andere, und sehe da auch kein Problem drin. Bei einer lebenden Sprache ist es unmöglich alles einheitlich und regelmässig zu halten und warum auch ...

Und das Pinyin ist auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei ^^;
02.08.09 11:36
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atomu


Beiträge: 2.664
Beitrag #95
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
In Jena wird gerade genau über unser Thema diskutiert. Zitat Hans Barkowski, Jenaer Sprachwissenschaftler, Leiter des "Beirat Sprache" vom Goethe-Institut und Vorsitzender der Tagung in Jena: "Deutsch hat durch englische Wörter an Ausdrucksfähigkeit gewonnen." Gleiches kann man in noch größerem Ausmaß ganz sicher auch über die japanische Sprache sagen.

正義の味方
03.08.09 13:05
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oreoreseijin


Beiträge: 54
Beitrag #96
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
(03.08.09 13:05)atomu schrieb:  Zitat Hans Barkowski, Jenaer Sprachwissenschaftler, Leiter des "Beirat Sprache" vom Goethe-Institut und Vorsitzender der Tagung in Jena: "Deutsch hat durch englische Wörter an Ausdrucksfähigkeit gewonnen."

Und weiter?
Wenn ich den Müll meiner Grillparty vom letzten WE zusammenkehre, hat mein Abfalleimer auch an "Ausdrucksfähgigkeit" gewonnen.

Was soll denn "Ausdrucksfähgigkeit" überhaupt bedeuten?
Dass ich mich ohne den englische Wörter nur eingeschränkt ausdrücken kann ? Da lachen ja die Hühner ...
und Goethe und Schiller würde sich angesichts dieses Spruchs gleich zu den Hühnern dazusetzen!

Kaum lässt ein Akademiker einen Spruch los, greift es einer als erfürchtig wie ein Kleinod der Wahrheit auf.

Das ist einfach nur eine Meinung und nicht mehr und nicht weniger erheblich als jede einzelne Meinung in diesem Thread.
(02.08.09 10:23)Gast schrieb:  Mmh, Japanisch hatte nicht extra für ausländische Wörter neue Katakana erfunden oder wie war das?

Für Ausländische Wörter, Betonungen, etc. benutzt, aber auf keinen Fall erfunden.
Das war ursprünglich eine Lesehilfe für japanische Mönche.

Übrigens eine riesige Idee, die "Gast-Funktion" wieder einzuführen!!
Jetzt hat ein Thread mit fast 100 Beiträgen 5 - 20 verschiedene Gäste und niemand weiß, welcher Beitrag von wem kommt.
Gehen wir doch noch gleich einen Schritt weiter und machen alle zu Gästen !
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.08.09 00:09 von oreoreseijin.)
03.08.09 23:50
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Beitrag #97
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
(03.08.09 23:50)oreoreseijin schrieb:  und Goethe und Schiller würde sich angesichts dieses Spruchs gleich zu den Hühnern dazusetzen!

Denn eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.

Goethegrins
04.08.09 00:07
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Beitrag #98
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
(03.08.09 23:50)oreoreseijin schrieb:  
(02.08.09 10:23)Gast schrieb:  Mmh, Japanisch hatte nicht extra für ausländische Wörter neue Katakana erfunden oder wie war das?
Für Ausländische Wörter, Betonungen, etc. benutzt, aber auf keinen Fall erfunden. Das war ursprünglich eine Lesehilfe für japanische Mönche.

Die Mönche haben also in ihren Texten ヴィ ティ ヴァ ツェ チェ ツィ usw. stehen gehabt?

Zitat:Übrigens eine riesige Idee, die "Gast-Funktion" wieder einzuführen!!
Jetzt hat ein Thread mit fast 100 Beiträgen 5 - 20 verschiedene Gäste und niemand weiß, welcher Beitrag von wem kommt.
Gehen wir doch noch gleich einen Schritt weiter und machen alle zu Gästen !

Gegen die Gast-Funktion habe ich selbstverständlich nichts, aber wäre ganz praktisch das Namensfeld wiederzukriegen. Das war so vor zwei Tagen noch da, ist nun weg, sprich jeder Gast muss "Gast" heissen und kann gar nicht trotzdem einen Nick eingeben.
04.08.09 00:37
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shinobi


Beiträge: 920
Beitrag #99
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
(04.08.09 00:07)Gast schrieb:  
(03.08.09 23:50)oreoreseijin schrieb:  und Goethe und Schiller würde sich angesichts dieses Spruchs gleich zu den Hühnern dazusetzen!

Denn eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.
Goethegrins

Ganz recht !

Und in Japan ist das genauso:
Weil es z.B. seit Anbeginn der Zeit keine Wörter für "das Beste" und "das Letzte" gibt, muss man ベスト und ラスト benutzen. augenrollen
04.08.09 07:34
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atomu


Beiträge: 2.664
Beitrag #100
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
(03.08.09 23:50)oreoreseijin schrieb:  
(03.08.09 13:05)atomu schrieb:  Zitat Hans Barkowski, Jenaer Sprachwissenschaftler, Leiter des "Beirat Sprache" vom Goethe-Institut und Vorsitzender der Tagung in Jena: "Deutsch hat durch englische Wörter an Ausdrucksfähigkeit gewonnen."

Und weiter?
Wenn ich den Müll meiner Grillparty vom letzten WE zusammenkehre, hat mein Abfalleimer auch an "Ausdrucksfähgigkeit" gewonnen.

Was soll denn "Ausdrucksfähgigkeit" überhaupt bedeuten?
Dass ich mich ohne den englische Wörter nur eingeschränkt ausdrücken kann ? Da lachen ja die Hühner ...
und Goethe und Schiller würde sich angesichts dieses Spruchs gleich zu den Hühnern dazusetzen!

Kaum lässt ein Akademiker einen Spruch los, greift es einer als erfürchtig wie ein Kleinod der Wahrheit auf.

Das ist einfach nur eine Meinung und nicht mehr und nicht weniger erheblich als jede einzelne Meinung in diesem Thread.

Ich gebe zu, dass der zitierte Satz banal klingt und keine Aussage enthält, die hier nicht schon gemacht wurde. Ich wollte hier keinesfalls ein "Kleinod der Wahrheit" präsentieren, sondern nur auf die Tagung aufmerksam machen und dazu ein exemplarisches Schlagwort herauspicken.

Keine Ahnung was "Ausdrucksfähgigkeit" bedeuten soll, und "erfürchtig" bin ich auch nicht, aber ich habe doch einen gewissen Respekt vor Herrn Barkowski und dem Goethe-Institut, und was Ausdrucksfähigkeit bedeutet, ist doch wohl klar, oder? Wenn jemand das Wort "Computer" nicht benutzen will, ist das seine Sache, aber ich bin sicher, Goethe würde nicht mit den Hühnern lachen, sondern sowohl vom Wort als auch vom PC reichlich Gebrauch machen.

Zitat:Dass ich mich ohne den englische Wörter nur eingeschränkt ausdrücken kann ?

Mit oder ohne scheint nicht das Problem zu sein...

Zitat:...als jede einzelne Meinung in diesem Thread.

Du meinst in diesem Faden, oder?

正義の味方
04.08.09 10:03
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Lehnwörter in der japanischen Sprache
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