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Lehnwörter in der japanischen Sprache
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Ex-Mitglied (bikkuri)
Gast

 
Beitrag #81
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
Von welchen Angriffen wird hier denn gesprochen?
Es wurde weder persoenlich beleidigt noch unsachlich diskutiert!
Meine geloeschte Bemerkung zum Schluss war eine ironische Bemerkung auf MMs ironische Bemerkung.
Da spricht der Adminstrator immer von "Spass". Ich sehe darin keinen Spass, wenn jedwediger OT-Kommentar geloescht wird. Das Forum ist keine Wissensmaschine, sondern ein Platz, um Dinge locker zu besprechen. Da hat der einfache Arbeiter in einer kubanischen Zigarrendrehfabrik mit einem Geschichtenvorleser mehr fun als der Forumit bei JN.
So, ich und MM haben zumindest jetzt etwas gemeinsam.
01.08.09 06:57
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atomu


Beiträge: 2.664
Beitrag #82
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
Also, das war jetzt wirklich mal unterhaltsame Lektüre, hoffentlich habe ich nicht zuviel verpasst, das Gelöschte habe ich nicht mitgekriegt (ich plädiere dafür, nicht noch mehr zu löschen, damit die Zusammenhänge gewahrt bleiben, auch wenn ich bikkuris Angriffe auf unsere Westhexe problematisch finde, und eine Entschuldigung angebrachter gefunden hätte, als noch eins drauf zu legen).

Ich finde auch, dass die Anglizismen in der japanischen Sprache eher das Salz in der Suppe sind. Und dass die Miso-Suppe gern salzig sein darf, aber auch wieder nicht zu salzig.

正義の味方
01.08.09 12:00
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Zelli


Beiträge: 382
Beitrag #83
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
Die japanische Sprache ist nun mal seit jeher sehr wandlungsfähig. Leute, die sich über heutige Jugendsprache aufregen und vom Kulturverfall reden würden ihrerseits von Mori Ogai ob ihrer mangelnden Sprachkenntnisse verlacht werden. Nix Neues nirgends in Sicht, also. Ich für meinen Teil finde das eher einen urst fetzigen, richtig geilen, hochinteressanten Aspekt einer lebendigen Sprache.
01.08.09 12:46
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Ex-Mitglied (bikkuri)
Gast

 
Beitrag #84
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
Eine Entschuldigung, dass ich hier meine Ansichten darlege? Da muss ich lachen!
Ich kann leider nichts daran aendern, dass ich Witchs Beitrag so interpretiert habe. Das wuerde ich auch noch mal so schreiben.
Wenn sich hier einmal einer Gedanken darueber machte, was Witch und andere mit dem Gedanken der Erhaltung der Reinheit einer Sprache alles auf tieferer Ebene implizieren, saehen die Kommentare zu meinen "Angriffen" anders aus.
Ich waere gerne auf eine laengere Diskussion mit Witch & Co eingegangen, aber es werden auf den ersten Blicke "radikale" Beitraege (und damit meine ich meinen) entweder unreflektiert abgelehnt oder geloescht, nur um eine gewisse Mainstream-Meinung aufrechtzuerhalten. Oeffentliche Meinungsmache wie diese kotzt mich wirklich an.
01.08.09 13:17
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L4D


Beiträge: 385
Beitrag #85
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
(01.08.09 12:46)Zelli schrieb:  Die japanische Sprache ist nun mal seit jeher sehr wandlungsfähig. Leute, die sich über heutige Jugendsprache aufregen und vom Kulturverfall reden würden ihrerseits von Mori Ogai ob ihrer mangelnden Sprachkenntnisse verlacht werden. Nix Neues nirgends in Sicht, also. Ich für meinen Teil finde das eher einen urst fetzigen, richtig geilen, hochinteressanten Aspekt einer lebendigen Sprache.
Abgesehen davon, dass über 90% der Fremdwörter und Neuschöpfungen mit der Zeit wieder in der Versenkung verschwinden, könnte man auch Mori Ôgai massiv kritisieren, da sein Stil sehr stark von Übersetzungsliteratur und der deutschen Sprache geprägt war. Aus der Sicht eines Japaner aus der Edo-Zeit müssen seine Texte fremdartig und "unjapanisch" wirken.

Aber im Vergleich zu "Bildungstitanen" wie Ôgai und Sôseki, die neben einer westlichen Sprache auch noch klassisches Chinesisch aktiv beherrschten sind auch die Nobelpreisträger Kawabata und Ôe nur noch Zwerge ...
01.08.09 13:22
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icelinx


Beiträge: 716
Beitrag #86
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
(01.08.09 13:17)bikkuri schrieb:  Ich waere gerne auf eine laengere Diskussion mit Witch & Co eingegangen, aber es werden auf den ersten Blicke "radikale" Beitraege (und damit meine ich meinen) entweder unreflektiert abgelehnt oder geloescht, nur um eine gewisse Mainstream-Meinung aufrechtzuerhalten. Oeffentliche Meinungsmache wie diese kotzt mich wirklich an.

Ich persönlich versuche jede Religion und gewisse Minoritäten (was sich heutzutage nicht alles "Minorität" schimpft .... ) in einem gewissen Rahmen zu achten, mir schwillt allerdings mittlerweile auch der Kamm, wenn sich manche Religions- und Volksangehörige anmaßen, sie hätten das historische Recht auf überdurchschnittlich viel Nachsicht, Verständnis, Meinungsmache etc.

Insofern wäre es auch wünschenswert über den Sinn und Unsinn von "Reinheit" / "Purismus" / "Pflege" / "Kontrolle" / "Auswahl" ... was auch immer zu diskutieren, statt sich einfach an einem einzigen Wort hochzuziehen, das vielleicht (wegen des Mainstreams, dem man sich oft nur schwer entziehen kann) unglücklich gewählt ist und nicht zwangsläufig die geistige oder politische Einstellung des Schreibers wiederspiegelt.

Um zur Dickmilch (Yoghurt) zurückzukehren:
Mir schmeckt das Zeug auch besser, wenn ich einen Apfel hineinschnipple.
Den Geschmack kann man auch mit Ersatzstoffen, Aromen und Süßstoff hinbekommen und die Befürworter rufen "hey, das ist doch lustig und interessant!". Das hat aber nichts Natürliches mehr.

Die Englische Sprache an sich finde ich ganz schön, besonders die Klassiker. Aber in der japanischen Sprache sind die meisten Wörter wie ein Fremdkörper (meine persönliche Empfindung). Dazu gehört z.B. auch "GET suru", oder sagen wir besser "GETTO suru" ... hoho
"Ich mache ein Ghetto" ... na, wenn's schee macht ... zwinker
Es passt irgendwie nicht 'rein.
Vielleicht, das gebe ich zu, ist es die subjektive Betrachtungsweise der Europäers:
Die einen finden es grausam, weil sich's sch.... anhört, die anderen lieben es weil
a) sie jetzt weniger japanische Wörter lernen müssen
b) sie jetzt wieder etwas haben, worüber man sich scheckig lachen kann

Ich würde mir einen selektiven Gebrauch von Anglizismen in den Medien wünschen, aber wer das selektieren kann, sollte, dazu habe ich auch keine Patentlösung. Ich würde es auch nicht als Zwang, sondern als Empfehlung etablieren, weil man den Gebrauch von weder erzwingen kann, noch sollte.

Übertragen auf die Deutsche Sprache würde ich jetzt kein Wort sehen, das "Wellness"-(Programm) ersetzen kann, wohl aber "Sale", "Sales", "Beauty", "Keyboard", "Human Resources" (als Abteilung), "realisieren", "relevant" etc.
01.08.09 15:45
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Taka


Beiträge: 338
Beitrag #87
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
Man kann ja sowieso nichts daran ändern. Es liegt ja an jedem selbst, ob er ein Wort benutzen möchte oder nicht.

Ich bedanke mich bei allen, die mir beim beantworten meiner vielen Fragen helfen (^_^)
01.08.09 16:59
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MM


Beiträge: 174
Beitrag #88
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
Die Diskussion ging eher in die Richtung, ob man ein Gremium zur "Kontrolle" der Sprache einführen soll.
In Deutschland gibt es einige Initiativen "Gesellschaft für Deutsche Sprache", "Institut für Deutsche Sprache" etc., alles Vereine, nicht offizielles.
Würde mich interessieren, ob es in Japan Initiativen in der Richtung gibt...
Allgemein halten sich Japaner ja gerne aus derartigen Diskussionen heraus, evt. verstehen sie gar nicht, über was wir da reden! hoho
01.08.09 17:05
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Zelli


Beiträge: 382
Beitrag #89
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
(01.08.09 15:45)icelinx schrieb:  Ich würde mir einen selektiven Gebrauch von Anglizismen in den Medien wünschen, aber wer das selektieren kann, sollte, dazu habe ich auch keine Patentlösung. Ich würde es auch nicht als Zwang, sondern als Empfehlung etablieren, weil man den Gebrauch von weder erzwingen kann, noch sollte.

Das geschieht doch. Jede Zeitung/Zeitschrift/Fernsehsendung, etc. wählt den Sprachstil, den sie für angemessen hält. Und "Empfehlungen" und "Anleitungen" für ein "richtiges/schönes Japanisch" gibts ganze Regale voll in den Buchhandlungen.
(01.08.09 17:05)MM schrieb:  Allgemein halten sich Japaner ja gerne aus derartigen Diskussionen heraus, evt. verstehen sie gar nicht, über was wir da reden! hoho
Der Schädelumfang des gemeinen Japaners lässt darauf schließen, dass er dazu geistig nicht imstande ist ...
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.08.09 17:34 von Zelli.)
01.08.09 17:11
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Kodan


Beiträge: 14
Beitrag #90
RE: Lehnwörter in der japanischen Sprache
Das Schöne am Umgang mit Anglizismen (oder was für Fremdworten auch immer) im Japanischen ist die konsequente Anpassung an das Laut- und Schriftsystem.
Lion als Raion zu schreiben, was jetzt wohl häufiger vorkommt, ist im Japanischen ziemlich sinnvoll. Es wird nicht versucht, andere Sprachen zu adaptieren, sonder es werden Wörter aus Sprachen adaptiert - so wie das immer der Fall war.
Und dann wird vielleicht irgendwann aus ゲットする einfach ゲットる oder ゲットす - womöglich sogar mit Kanji. Fakt ist: Lehnwörter sehen im Japanisch richtig aus und hören sich auch passend an. Das zu verneinen liegt am eigenen Empfinden - die Lautkombination get-to ist im Japanischen möglich zu bilden.

Anders ist das im Deutschen. Hier werden einfach Laute und -kombinationen übernommen, die es vorher nicht gab. [englisches W, O etc.] Zudem wird die englische / französische Schreibung für x Jahre übernommen, bis einige eingedeutscht werden (was ich gut finde!), andere wiederum nicht.
Das Wort Mayonnaise wird nun Majonäse geschrieben, Portemonnaie auch anders, aber zB "Airbag" immer noch so. Das Ärgerliche an der deutschen Übernahme ist die Unregelmäßigkeit.
Ein Beispiel für Regelmäßigkeit wäre Finnisch: Scanner heißt hier "Skanneri". Es wurde lautlich (vokalische Endung) und grammatisch (k statt c) angepasst und kann problemlos verwendet und geschrieben werden.
02.08.09 02:18
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Lehnwörter in der japanischen Sprache
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