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Schwerste Sprache und Analphabeten
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yamaneko


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Beitrag #21
RE: Schwerste Sprache und Analphabeten
Bei diesem Thema gibt Google als ersten Hinweis eine Frage von Hellstorm an. Dort habe ich einen Link gefunden und kopiert:
22. März 2010: Deutsch in der Türkei nutzlos?
Mehrere Tausend türkische Deutschlehrer haben sich an den Verein Deutsche Sprache e.V. gewandt, um gegen die Fremdsprachenpolitik in der Türkei zu protestieren. 2009 wurden weniger als 50 Deutschlehrer in den staatlichen Schulbetrieb übernommen – gegenüber 4.000 Englischlehrern. Zwar müssen türkische Schüler laut Schulgesetz zwei Fremdsprachen belegen. Die meisten Schulen nutzen diese Regelung aber, um ihr Angebot an Englisch-Unterricht zu erweitern. „Wir Deutschlehrer, die Deutsch als Fremdsprache studiert haben, werden in der Türkischen Republik als wertlos angesehen“, beschwerte sich ein Verbandssprecher. Deutschland habe anscheinend kein Interesse an der Verbreitung der deutschen Sprache (http://www.vds-ev.de)
Mich interessierte das Thema mehr als der Grund für den zitierten Link, denn:
Ich werde von einem türkischen ehemaligen Gastarbeiter betreut (mit Hochschulbildung in Ankara) was mir meine Pflegebedürftigkeit erträglicher macht. Er wurde arbeitslos durch den Verkauf der AUA an die Lufthansa und hat sich auf Altenbetreuer umschulen lassen. Ich habe Gelegenheit mich über sein Deutsch zu wundern - nach 20 Jahren in Österreich, mit Staatsbürgerschaft. Ich schließe aus den vielen Artikelfehlern daraus, daß meine Muttersprache recht schwierig ist (allerdings nicht nur für Ausländer).

Aber zum Japanischen: Kanjilernen habe ich mit Vergnügen gemacht und irgendwo auch alle meine Lernkarteien und Lernmethoden mit den Hadamitzky-Übungsbögen zu Kana und Kanji beschrieben. 1988 hatte ich genügend Japanisch gelernt für meine Bedürnisse (Prüfung über die 1945 Prüfungsstoff-Kanji mit 96%, schriftliche und mündlich Prüfung über zwei Semester medizinische Fachsprache mit "sehr gut") und 20 Jahre nichts mehr mit der Sprache gemacht, weil die Welt groß ist und für mich nicht nur aus Japan und Japanisch bestanden hat und besteht.

Aus familiären Gründen (ein Familienmitglied hatte ein postgraduate Stipendium für 13 Monate in Japan bekommen) habe ich zu wiederholen begonnen und habe mit IME-PAD, KanjiQuick usw. festgestellt, um wieviel leichter es die Studenten heute haben, die Sprache zu lernen. Aber ohne mit der Hand auch zu schreiben gelingt es mir nicht, das Niveau von seinerzeit zu erreichen. Ich bin überzeugt, daß es Lerntypen gibt, die nur mit zusätzlichen Schreibübungen den Prüfungsstoff an einer Universität bewältigen können.
Ich bin dabei ein englisches Lehrbuch mit japanischem Text in Kureishiki mit dem PC(Spracheinstellung Japanisch A Input-Mode Hiragana ) umzuschreiben und bin immer wieder überrascht, daß ich bei der Auswahl der Kanji Schwierigkeiten habe. Ohne die englische Übersetzung könnte ich einiges nicht verstehen. Gesprochenes Japanisch habe ich nicht wiederholt - es mangelt an Gelegenheit und Motivation.

Edit: IME-Pad ersetzt durch (Spracheinstellung Japanisch A Input-Mode Hiragana )
Zusammenfassung: für mich ist Japanisch die schwierigste Sprache, mit der ich mich beschäftigt habe.
yamaneko

(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.04.10 08:45 von yamaneko.)
19.04.10 09:21
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